BAM-Portal

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BAM-Portal
BAM-Logo
www.bam-portal.de
Motto »Wir machen Kultur findbar.«
Beschreibung Internetplattform für Bibliotheken, Archive und Museen
Sprachen Deutsch
Erschienen 2006

Das BAM-Portal (Gemeinsames Portal zu Bibliotheken, Archiven und Museen) liefert Informationen über Literatur, Archivalien und Objekte aus deutschen Bibliotheken, Archiven und Museen. Finanziert wurde es bis Mitte 2007 als Projekt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Mittlerweile wird es von folgenden Projektpartnern aus den drei kulturbewahrenden Sparten betrieben: dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ), dem Landesarchiv Baden-Württemberg und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Zweck[Bearbeiten]

Wissenschaftlichen Nutzern und interessierten Bürgern ermöglicht dieses Portal einen ersten Zugang zu den kulturellen Informationen in Bibliotheken, Archiven und Museen. Hier ist eine Zusammenschau der Ergebnisse aus den drei Sparten möglich. Die Suchergebnisse im BAM-Portal sind aber auch mit den Online-Angeboten der beteiligten Institutionen verlinkt, so dass die Nutzer direkt zu den umfangreicheren Informationen über das gesuchte Buch, die gesuchte Archivalie oder das gesuchte Exponat im Kontext der Sammlung oder des Bestandes der jeweiligen Institution geführt werden.

Das BAM-Portal ermöglicht also den gleichzeitigen Zugang zu kulturellen Informationen, die in den Institutionen der drei unterschiedlichen Sparten gespeichert und auf unterschiedliche Art und Weise erschlossen und zugänglich gemacht werden. Da diese zurzeit noch fehlen oder erst in Planung sind, ersetzt das BAM-Portal noch ein eigenes Museumsportal oder Archivportal.

Seit dem 25. Juni 2012 ist das BAM-Portal im "Kaleidoskop der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen" der Deutschen UNESCO Kommission e. V. aufgenommen.

Inhalte[Bearbeiten]

Bibliotheken[Bearbeiten]

Integriert sind bereits der Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbunds (SWB), der Katalog des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds (GBV) und die Opacs der Staatsbibliothek zu Berlin, Zentrales Verzeichnis Digitalisierter Drucke (ZVDD) sowie der Bibliotheken der Staatlichen Museen zu Berlin.

Archive[Bearbeiten]

Schon integriert sind die Online-Findmittel des Landesarchivs Baden-Württemberg, des Bundesarchivs und – noch unvollständig – der hessischen Staatsarchive in Wiesbaden, Darmstadt und Marburg. Hinzu kommen erste nichtstaatliche Archive (das Stadtarchiv Freiburg, das Stadtarchiv Heilbronn und das Stadtarchiv Reutlingen). Als Datenaustauschformat wird hierbei der XML-Standard Encoded Archival Description (EAD) genutzt, was die Kompatibilität zu anderen Portalen erhöht, zum Beispiel zum geplanten deutschen Archivportal.

Museen[Bearbeiten]

Integriert sind 972.637 (Stand 10. Dezember 2013) digitale Objektdaten

Spartenübergreifende Institutionen und Portale[Bearbeiten]

Technische Grundlagen[Bearbeiten]

Die recherchierbaren Metadaten zu Beständen und Sammlungen aus den beteiligten Institutionen werden seit 2005 in einer Data-Warehouse-Lösung vorgehalten. Das Portal basiert auf der freien Software Lucene und ist im Kern eine Suchmaschine. Diese ist jedoch direkt angebunden an die Fachinformationssysteme, deren Metadaten sie durchsucht. Statt die Kurztrefferanzeige mit einer innerhalb von BAM erzeugten Detailtrefferansicht zu verbinden, verlinkt das Portal zurück auf die Detailtrefferanzeige im Ursprungssystem (sofern dort eine Online-Präsentation verfügbar ist). Das BAM-Portal integriert aber auch andere Dienste, zum Beispiel Benutzerdienste wie eine Merkliste und Informationen über die teilnehmenden Institutionen (noch im Aufbau). Es ist damit ein echtes Portal im Sinne der Informatik, das separate Anwendungen integriert.

Geschichte[Bearbeiten]

In der ersten Projektphase (Mai 2001 bis April 2002) stand eine prototypische Realisierung des Portals im Vordergrund. Dazu wurde eine zentrale Metadatenbank für Datenbestände der Projektpartner geschaffen. Um den Mehrwert einer spartenübergreifenden Suche sichtbar zu machen, beschränkte sich das Portal zunächst auf die Themen Wasserkraft und Industrialisierung, zu denen alle Projektpartner Ressourcen besitzen.

In der zweiten Projektphase (Mai 2002 bis April 2003) wurde die zentrale Metadatenbank um eine verteilte Suche auf originale Datenbestände in verschiedenen Institutionen ergänzt. Dies erlaubte eine große Erweiterung der integrierten Datenbasis. Ein weiterer Schwerpunkt der zweiten Projektphase lag in der semantischen Vereinheitlichung der verwendeten Metadaten. Für die sachliche Erschließung der Daten wurden Untersuchungen zur Verwendung von bibliothekarischem Normvokabular und zu computerlinguistischen Verfahren zur Retrieval-Verbesserung vorgenommen.

In der dritten Projektphase (Oktober 2005 bis Juni 2007) wurde die technische Basis des Portals von der verteilten Suche, die sich als zu langsam und fehleranfällig erwiesen hatte, auf eine stabile Data-Warehouse-Lösung umgestellt, wie sie andere große Suchmaschinen verwenden. Neben der technischen Verbesserung des Portals und der Realisierung eines Betreiberkonzeptes für die langfristige Sicherung des Online-Angebotes steht vor allem die Integration weiterer Quellen im Vordergrund.

Seit Juni 2007 wird das Portal von einem Konsortium betrieben. Der aktuelle Datenbestand (April 2013) beträgt (68.659.927) Nachweise.

Literatur[Bearbeiten]

  • Schweibenz, Werner ; Sieglerschmidt, Jörn: Aktuelle Entwicklungen bei Kultur-Portalen: BAM-Portal, Deutsche Digitale Bibliothek und Europeana Online-Publikation, PDF 285 KB, 2010
  • Richard Sietmann: Erbengemeinschaft Content-Digitalisierung in der EU. In: c't, 7, 19. März 2007, S. 44–45.
  • Sigrid Schieber: Das neue BAM-Portal. EAD als Austauschformat im Archivwesen. In: Archivar, Jg. 61 (2008), Heft 01 (PDF; 1,5 MB), S. 41–44, ISSN 0003-9500.
  • Frank von Hagel: Das Tor zu vielen Quellen – Das BAM-Portal. In: hist 2006 – Geschichte im Netz: Praxis, Chancen, Visionen. (edoc) Juli 2007, ISSN 1612-5940.

Vorträge[Bearbeiten]

  • BAM-Portal – Deutsche Digitale Bibliothek – Europeana: Vortrag von Jörn Sieglerschmidt auf der Frühjahrstagung staatlicher und öffentlich-rechtlicher Bildarchive in Hamburg, Bildarchiv der Kulturbehörde, 23. April 2009.
  • Volšebstvo povsmestno dostupnogo znanija - Der Zauber ubiquitären Wissens: Vortrag in russisch von Jörn Sieglerschmidt auf der "Konferencija po bibliotečnomu delu: Novye technologii v sochranenii dokumental'nogo nasledija" [Bibliologische Konferenz: Neue Technologien für die Erhaltung des dokumentierten Kulturerbes] in Minsk, Belorussische Nationalbibliothek, 20./21. November 2008.
  • KulturGut im „Netz“; u.a. am Beispiel BAM–Portal: Vortrag von Frank von Hagel bei den EDV-Tagen in Theuern am 18. September 2008 (PDF; 3,3 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Datenbank Bauforschung – Restaurierung
  2. Internet-Portal "Westfälische Geschichte"