BHW (Finanzdienstleister)

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BHW (Finanzdienstleister)
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Rechtsform AG
Gründung 1928
Sitz Hameln, Deutschland
Leitung Lars Stoy[1]
Website www.bhw.de
  BHW Bausparkasse AG
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Staat Deutschland
Sitz Hameln
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 254 102 00[2]
BIC BHWB DE2H XXX[2]
Website www.bhw.de
Geschäftsdaten 2013[3]
Bilanzsumme 39,3 Mrd. EUR
Einlagen 19,5 Mrd. EUR
Kundenkredite 30,8 Mrd. EUR
Mitarbeiter 372
Leitung
Vorstand Lars Stoy (Vorsitzender), Dietmar König
Aufsichtsrat Frank Strauß (Vorsitzender)
Unternehmenssitz in Hameln

BHW ist ein deutscher Finanzdienstleister mit Sitz in Hameln, der 1928 in Berlin zunächst als Bausparkasse der deutschen Beamtenschaft entstand. Seit Januar 2006 ist BHW eine Tochter der Postbank, die wiederum ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1928 auf Initiative von Johannes Lubahn als „Beamtenbausparkasse, Heimstättengesellschaft der Deutschen Beamtenschaft m. b. H.“ (B.B.S.) in Berlin gegründet. Gesellschafter waren der Deutsche Beamtenbund, der Allgemeine Deutsche Beamtenbund und der Deutsche Beamten-Wirtschaftsbund. J. Lubahn wurde Vorsitzender des aus vier Geschäftsführern bestehenden Vorstands. Die drei anderen Vorstandsmitglieder waren Ernst Remmers, Albert Falkenberg und Max Wagner. Die B.B.S wurde als einzige Gehaltsabtretungsstelle im Sinne des § 2 des Beamtenheimstättengesetzes am 19. Mai 1928 anerkannt und arbeitete auf gemeinnütziger Grundlage. Damit besaß die Beamtenbausparkasse ein Privileg, welches die anderen Bausparkassen jahrzehntelang zu erlangen versuchten. Hinzu kam ein System von quasi ehrenamtlichen Mitarbeitern in den Behörden, sogenannten Vertrauensleuten, welches es erlaubte, die Mitarbeiterzahl der Werbeabteilung relativ niedrig zu halten. Die Beamtenbausparkasse konnte also die Spanne zwischen Guthaben- und Darlehenszins konkurrenzlos niedrig halten.

Am 10. November 1933 wurden die Geschäftsanteile der Gründergesellschafter zwangsweise auf den an ihrer Stelle neu gegründeten Reichsbund der Deutschen Beamten übertragen und die Firma in Beamtenheimstättenwerk des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Organ zur Durchführung des Beamtenheimstättengesetzes, Bausparkasse G. m. b. H. (BHW) umbenannt.

1945 wurde das Vermögen dieses Gesellschafters nach dem vom Alliierten Kontrollrat am 10. Oktober 1945 erlassenen Kontrollratsgesetz Nr. 2, Anhang 30 beschlagnahmt. In der Sowjetischen Zone wurde es komplett enteignet. Nachdem das Unternehmen 1947 als Voraussetzung für die Genehmigung der Militärverwaltung für die Neuaufnahme des Betriebs in Hameln eine Zonenhauptverwaltung errichtet hatte, wurde Reinhard A. Bitter bis zur Übergabe an die neuen Gesellschafter 1951 Treuhänder für die Westzonen. Juristisch handelte es sich um eine Zweigniederlassung. Eine Verlegung des Firmensitzes nach Hameln scheiterte noch 1950, weil der Berliner Senat und die Berliner Aufsichtsbehörde ihre Zustimmung verweigerten. Die alten Bausparer wurden im März 1948 mit einem Rundschreiben davon unterrichtet, dass der volle Geschäftsbetrieb unter der Firmenbezeichnung „Beamtenheimstättenwerk, Organ zur Durchführung des Beamtenheimstättengesetzes, Beamtenbausparkasse G.m.b.H., Berlin und Hameln“ wieder aufgenommen sei.

Am 17. März 1951 beschloss die Berliner Kommission für Ansprüche auf Vermögenswerte laut Kontrollratsdirektive Nr. 50 entsprechend dem ursprünglichen Stammkapital von 20.000 RM je einen Geschäftsanteil des BHW in Höhe von 10.000 RM an den Deutschen Beamtenbund e. V., (Gewerkschaftsbund der Berufsbeamten) in Köln-Deutz und die Vermögens- und Treuhandgesellschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes GmbH in Düsseldorf als Nachfolger der Gründerorganisationen von 1928 zu übertragen. Der Beschluss der Kommission wurde am 22. März 1951 von der Britischen Militärregierung genehmigt und mit Wirkung zum 1. April 1951 vollzogen. (Die Genehmigung zur Aufnahme des Geschäftsbetriebs in der DDR wurde erst 1990 erteilt.) Bis zum Verlust der Gemeinnützigkeit war die Bausparkasse als Selbsthilfeeinrichtung nur den Beamten und Angehörigen des Öffentlichen Dienstes zugänglich.

Im Jahre 1955 konnte man in Hameln aus den über das Stadtgebiet verstreuten Büros in das erste eigene Verwaltungsgebäude in Westdeutschland ziehen. Heute ist es das Rathaus der Stadt Hameln.

1990 wurde die BHW Holding GmbH gegründet, die später zur BHW Holding AG umgewandelt wurde. 1997 ging BHW an die Börse. Schon kurze Zeit später wurde die Aktie in den MDAX, den zweitwichtigsten Leitwerteindex der Frankfurter Börse, aufgenommen. Mit der 2003 erfolgten Verkleinerung des MDAX war die BHW Holding AG im Kleinwerteindex SDAX notiert. Im Januar 2006 legte die Deutsche Postbank AG nach Übernahme von zirka 91 % des Stammkapitals an der BHW Holding AG ein Pflichtangebot zum Aufkauf der verbleibenden im Streubesitz befindlichen Aktien vor, pro Aktie sollten 15,04 € gezahlt werden. Am 9. Februar 2006 wurde bekannt, dass die Postbank bereits mehr als 95 % der Aktien hielt, weshalb am 21. Februar 2006 die Aktie der BHW Holding AG aus dem SDAX genommen wurde (Nachfolger hier ist die Baumarktkette Praktiker). Mitte 2007 übernahm der Hannoveraner Talanx-Konzern für 550 Mio. Euro den Lebensversicherer BHW Leben sowie 50 % der PB-Versicherungen, die der Talanx AG bereits zur Hälfte gehörten. Im Februar 2008 wurde die Aktie von der Börse genommen, nachdem ein Squeeze-out der verbleibenden Kleinaktionäre erfolgt ist. Zusammen mit der Postbank wurde auch die BHW Bausparkasse von der Deutschen Bank übernommen.

Heute übernimmt BHW - und zwar die BHW Kreditservice GmbH als Teil des PBC Banking Service - neben der Betreuung eigener Kunden auch die Verwaltung der Kunden anderer Hypothekenbanken und Bausparkassen (z.B. Axa Bausparkasse, DSL Bank) (sogenanntes Kreditprocessing als Outsourcing-Service).

Umgekehrt verkauft die ebenfalls zum Deutsche Bank Konzern gehörige DB Bauspar seit 6. Januar 2014 ebenfalls Bausparverträge unter dem Markennamen BHW.

Konzernstruktur[Bearbeiten]

Die Konzerngesellschaft von BHW ist die BHW Holding AG. Sie hat mit Stand vom Juli 2014 folgende Konzerntöchter:

  • BHW - Gesellschaft für Wohnungswirtschaft mbH
  • BHW Bausparkasse AG
  • BHW - Gesellschaft für Wohnungswirtschaft mbH & Co. Immobilienverwaltungs KG
  • Postbank Finanzberatung AG
  • Postbank Versicherungsvermittlung GmbH
  • Postbank Immobilien GmbH
  • BHW Gesellschaft für Vorsorge mbH
  • BHW Kreditservice GmbH

Eigentümerstruktur[Bearbeiten]

Großaktionäre waren bis Dezember 2005 die Nachfolger der Gründungsorganisationen. Dazu gehörten die Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften (BGAG) mit 39,8 % des Aktienkapitals und der Deutsche Beamtenbund mit 36,6 %. Im März 2005 übernahm die Postbank 9,2 % der Anteile von der ERGO Versicherungsgruppe. Am 25. Oktober 2005 kündigte die Postbank an, die 76,4 % der BGAG und des Beamtenbundes zu übernehmen. Der Vertrag wurde am 2. Januar 2006 vollzogen, nachdem im November/Dezember 2005 die marode Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden AG aus dem BHW-Konzern heraus gelöst wurde, was Bedingung der Postbank-Chefs für diese Transaktion war.

Mitarbeiterzahlen[Bearbeiten]

Die folgenden Angaben geben die vollzeitäquivalenten Mitarbeiterzahlen der BHW Bausparkasse AG wieder. Stichtag war jeweils der 31. Dezember des Jahres.

Jahr Mitarbeiterzahl
2004 5.191 (BHW Gruppe gesamt)[4]
2009 1.652 [5]
2010 1.545 [5]
2011 1.473 [6]
2012 406 [7]
2013 372 [8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lars Stoy übernimmt BHW-Vorstandsvorsitz. Artikel in der Immobilien Zeitung, 26. April 2013.
  2. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  3. Geschäftsbericht 2013
  4. Geschäftsbericht des BHW-Konzerns 2004/2003. Abgerufen am 15. Juli 2011.
  5. a b Geschäftsbericht der BHW Bausparkasse AG 2010 (Version vom 14. Februar 2013 im Internet Archive)
  6. Geschäftsbericht der BHW Bausparkasse AG 2011 (PDF; 3,5 MB) Abgerufen am 11. Juli 2012.
  7. Geschäftsbericht der BHW Bausparkasse AG 2012 (PDF; 1,7 MB) Abgerufen am 19. September 2013.
  8. Geschäftsbericht der BHW Bausparkasse AG 2013 (PDF; 2,8 MB) Abgerufen am 23. Juli 2014.

52.1066694444449.3939611111111Koordinaten: 52° 6′ 24″ N, 9° 23′ 38″ O