Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

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Staatliche Ebene Bund
Stellung Oberste Bundesbehörde
Gründung 13. Februar 1919 als Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Hauptsitz Bonn, Nordrhein-Westfalen
Behördenleitung Christian Schmidt (CSU), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
Bedienstete ca. 920 (Februar 2010)
Website www.bmel.de
Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist eine Oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland. Sein Hauptsitz befindet sich in der Bundesstadt Bonn, ein zweiter Dienstsitz in der Wilhelmstraße in Berlin. Bundesminister und Behördenleiter ist seit dem 17. Februar 2014 Christian Schmidt (CSU).

Geschichte[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Bezeichnung war zwischen 1949 und 2001 „Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“.

2001 wurde das Ministerium in „Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft“ umbenannt. Die Aufnahme des Verbraucherschutzes anstelle von Forsten im Namen geht auf Renate Künast zurück und ist vor dem Hintergrund des damaligen BSE-Skandals zu sehen. Die Umbenennung stellt dabei keine schlagartige Kompetenzerweiterung dar. Sie ist vielmehr Ausdruck von gesellschaftlichen Veränderungen, die sich sowohl hier als auch in anderen Ressorts, auf Ministerialebene widerspiegeln. So sah sich Ilse Aigner beispielsweise wesentlich stärker für die Belange des Datenschutzes verantwortlich, als dies bei ihren Vorgängern der Fall war. Durch Organisationserlass des Bundeskanzleramts wurde aus dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft das „Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“ gebildet. Die Reihenfolge wurde alphabetisch geregelt, um die Gleichstellung der einzelnen Ressorts darzustellen.

Mit der Bildung des Kabinetts Merkel III ging die Zuständigkeit für den Verbraucherschutz 2013 an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz über.

Organisation[Bearbeiten]

Der Dienstsitz Berlin im Gebäude des ehemaligen Geheimen Zivilkabinetts in der Wilhelmstraße

Neben der Ministeriumsleitung (inkl. Leitungsstab) besteht es aus weiteren sechs Abteilungen (Stand Oktober 2014):

  • Abteilung 1: Zentralabteilung
  • Abteilung 2: Ernährungspolitik, Produktsicherheit, Innovation
  • Abteilung 3: Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit
  • Abteilung 4: Ländliche Räume, Absatzförderung, Agrarmärkte
  • Abteilung 5: Biobasierte Wirtschaft, Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft
  • Abteilung 6: EU-Politik, Internationale Zusammenarbeit, Fischerei

Dem BMEL unterstehen vielfältige Bundesoberbehörden, rechtlich selbstständige Anstalten des öffentlichen Rechts und Bundesforschungsanstalten, die mit Wirkung zum 1. Januar 2008 teilweise neu gegliedert wurden:

Bundesminister seit 1949[Bearbeiten]

Eines der Gebäude (Haus 9) des Ministeriums in Bonn

Christian Schmidt (CSU) Hans-Peter Friedrich Ilse Aigner Horst Seehofer Jürgen Trittin Renate Künast Karl-Heinz Funke Jochen Borchert Ignaz Kiechle Josef Ertl Björn Engholm Josef Ertl Hermann Höcherl Werner Schwarz Heinrich Lübke Wilhelm Niklas

Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition am 17. September 1982 übernahm der damalige Bundesminister für Bildung und Wissenschaft Björn Engholm zusätzlich das Landwirtschaftsministerium. Dieser Zustand hielt aber nur bis zum 1. Oktober 1982, als Helmut Kohl durch ein konstruktives Misstrauensvotum zum Bundeskanzler gewählt wurde.

Nr. Name Lebensdaten Partei Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
1 Wilhelm Niklas 1887–1957 CSU 20. September 1949 20. Oktober 1953
2 Heinrich Lübke 1894–1972 CDU 20. Oktober 1953 15. September 1959
3 Werner Schwarz 1900–1982 CDU 30. September 1959 26. Oktober 1965
4 Hermann Höcherl 1912–1989 CSU 26. Oktober 1965 21. Oktober 1969
5 Josef Ertl 1925–2000 FDP 22. Oktober 1969 17. September 1982
6 Björn Engholm * 1939 SPD 17. September 1982 1. Oktober 1982
7 Josef Ertl 1925–2000 FDP 4. Oktober 1982 29. März 1983
8 Ignaz Kiechle 1930–2003 CSU 30. März 1983 21. Januar 1993
9 Jochen Borchert * 1940 CDU 21. Januar 1993 26. Oktober 1998
10 Karl-Heinz Funke * 1946 SPD 27. Oktober 1998 12. Januar 2001
Bundesminister für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
11 Renate Künast * 1955 Grüne 12. Januar 2001 4. Oktober 2005
Bis zur Bildung einer neuen Bundesregierung übernahm Bundesumweltminister Jürgen Trittin das Ressort geschäftsführend.
Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
12 Horst Seehofer * 1949 CSU 22. November 2005 27. Oktober 2008
13 Ilse Aigner * 1964 CSU 31. Oktober 2008 30. September 2013
Bis zur Bildung einer neuen Bundesregierung übernahm Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich das Ressort geschäftsführend.
Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft
14 Hans-Peter Friedrich * 1957 CSU 17. Dezember 2013 17. Februar 2014
15 Christian Schmidt * 1957 CSU 17. Februar 2014

Parlamentarische Staatssekretäre[Bearbeiten]

Beamtete Staatssekretäre[Bearbeiten]

Wettbewerbe[Bearbeiten]

Das Ministerium veranstaltet alle drei Jahre den Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Ziel ist hierbei die Motivation der ansässigen Bevölkerung zu steigern eigene Projekte zur Sicherung der Zukunft des Dorfes zu verwirklichen. In diesem Rahmen bietet sich Orten, die durch Vorleistungen gute Platzierungen erreichen, im Anschluss, Förderungen zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades und zu Projekten in ihrem ländlichen Raum zu erhalten.

Verbraucherlotse[Bearbeiten]

Der Verbraucherlotse wurde am 10. Dezember 2012 von Ilse Aigner mit dem Ziel ins Leben gerufen, Bürgern und Bürgerinnen Fragen zu ihren Verbraucherrechten zu beantworten.[1] Verbraucher können sich telefonisch oder per E-Mail an den Verbraucherlotsen wenden und erhalten entweder direkt die gewünschte Information oder werden an die zuständige Stelle gelotst. Individuelle Rechtsberatung darf der Verbraucherlotse nicht übernehmen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht Potenzial in dem Projekt des Bundesverbraucherministeriums, wenn die Verbraucherlotsen tatsächlichen den richtigen Ansprechpartner nennen können. Andere Parteien wie die Grünen und die SPD halten diese Form des Verbraucherservices jedoch für überflüssig.[2] Das Handelsblatt Online hat in einem stichprobenartigen Test sechs Wochen nach dem Start des Verbraucherlotsen feststellen müssen, dass die Hilfe der Lotsen in vielen Fällen oberflächlich blieb.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verbraucherlotse des BMELV, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, zuletzt abgerufen am 5. Juli 2013.
  2. Verbraucherlotse enttäuscht, finanzen.de, zuletzt abgerufen am 5. Juli 2013.
  3. Verbraucherschutz: Hier werden Sie nicht geholfen, Handelsblatt Online, zuletzt abgerufen am 5. Juli 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

50.719577.06146Koordinaten: 50° 43′ 10″ N, 7° 3′ 41″ O