BMW E3

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BMW
BMW 2500 (1968–1971)

BMW 2500 (1968–1971)

E3
Produktionszeitraum: 1968–1977
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
2,5–3,3 Liter
(110–147 kW)
Länge: 4700–4800 mm
Breite: 1750 mm
Höhe: 1450 mm
Radstand: 2692–2792 mm
Leergewicht: 1360–1515 kg
Vorgängermodell: BMW 3200 S
Nachfolgemodell: BMW E23
Heckansicht

Der intern als E3 bezeichnete PKW war ein Modell der Oberklasse von BMW, das im Herbst 1968 auf dem Markt erschien. Die Wagen mit Sechszylinder-Reihenmotoren waren die Nachfolger des 1964 eingestellten „Barockengels" BMW 3200 S mit V8-Motor.

Der E3 war zugleich das erste Fahrzeug von BMW mit der Werkscodebezeichnung „E“ und sollte gegen die S-Klasse von Daimler-Benz (Mercedes-Benz W 108, W 109 und W 116) und die KAD-Baureihe von Opel antreten.

Der Nachfolger des E3 war die im Mai 1977 vorgestellte erste 7er-Reihe vom Typ E23.

Modellbezeichnung[Bearbeiten]

Eine eigene, zusammenhängende Modellbezeichnung gibt es für die Fahrzeuge dieser Modellreihe nicht, es wird lediglich die Hubraumgröße als Modellbezeichnung angegeben. Da sich die BMW-Fahrzeuge der kleineren Fahrzeugklassen im Motorenangebot jedoch nicht mit den Hubraumgrößen des BMW E3 überschneiden, ist eine eindeutige Unterscheidung zu diesen möglich.

Der von Wilhelm Hofmeister entworfene BMW E3 wird in folgende Grundmodelle unterteilt:

  • BMW 2500 (Hubraumangabe in cm³)
  • BMW 2800 (ab 1974 BMW 2.8)
  • BMW 3.0 (Hubraumangabe in Litern)
  • BMW 3.3

Die Typenbezeichnungen wurden, teilweise kombiniert, durch nachgestellte Buchstaben ergänzt, die eine höhere Motorleistung („S" – Sport), eine Benzineinspritzung („i" – injection) oder den verlängerten Radstand in Verbindung mit einer höherwertigen Ausstattung („L" – lang/Luxus) kennzeichneten.

Modellentstehung[Bearbeiten]

Mit der „Neuen Klasse“, dem viertürigen BMW 1500 (Typ 115) kam BMW 1961 nach massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten Ende der 1950er mit einer neuen Mittelklassebaureihe auf den Markt. Das Programm wurde 1966 mit der zweitürigen Fahrzeugen der 02-Reihe (Typ 114) nach unten erweitert. Diese beiden Modellreihen waren sehr erfolgreich, so dass gegen Mitte der 1960er Jahre die wirtschaftlichen Probleme überwunden waren und das PKW-Programm wieder mit einer Oberklasselimousine, die zunächst „Große Klasse“ genannten E3-Modelle, ergänzt werden konnte.

Daraus entstand der BMW E3. Das Fahrzeug hat eine geradlinige, eher sportlich anmutende Karosserie. Neuerungen waren die doppelten Rundscheinwerfer und die Sechszylinder-Reihenmotoren vom Typ M30, die konstruktiv auf den Vierzylindern der „Neuen Klasse“ basierten. Die runden Doppelscheinwerfer kamen später in allen Modellen von BMW zum Einsatz und galten viele Jahre als Erkennungszeichen der Marke. Die Sechszylinder-Motoren wurden mit Änderungen auch in späteren Modellen verwendet und genießen in der Fachpresse einen guten Ruf. Einige Quellen geben an, dass die Motoren zunächst mit der Kennung M06 bezeichnet wurden. Eine eher sportliche Fahrwerksabstimmung unterscheidet den BMW E3 von üblichen Oberklassefahrzeugen. Die Fahrleistungen sind aufgrund der im Vergleich zur Konkurrenz etwas kompakteren Karosserie und des daraus resultierenden Gewichtsvorteils relativ gut.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

  • 1968 wurde der BMW E3 zunächst als BMW 2500 und BMW 2800 (1974 ersetzt durch den BMW 2.8 L) vorgestellt. Die Gemischaufbereitung erfolgte zunächst in zwei Registervergasern.
  • 1971 folgte zusätzlich der BMW 3.0 S mit einer höheren Motorleistung durch mehr Hubraum. Die Palette der Gemischaufbereitungen wurde im BMW 3.0 Si durch eine Benzineinspritzung ergänzt.
  • 1974 wurde im BMW 2.8 L und im BMW 3.0 L eine neue Karosserievariante mit einem um 100 mm verlängerten Radstand vorgestellt; gleichzeitig wurde der Fahrzeuginnenraum hochwertiger ausgestattet. Zur selben Zeit wurde – nur für die Langversion – mit dem BMW 3.3 L auch eine neue Motorvariante mit mehr Hubraum eingeführt, die später mit Benzineinspritzung und etwas reduziertem Hubraum, jedoch deutlich reduziertem Verbrauch als BMW 3.3 Li gegenüber dem BMW 3.0 Si zwar keine Mehrleistung, jedoch einen besseren Verlauf der Drehmomentkurve bot.

Die ab Sommer 1971 erhältliche zweite E3-Serie war gekennzeichnet durch kleine äußerliche Änderungen. Neben anderen Felgen wurde unter anderem mit dem Entfall der seitlichen Gitter in der C-Säule die Zwangsentlüftung des Innenraums in die Schlitze neben der Heckscheibe verlegt. Der Kühlergrill war mattschwarz statt verchromt, die Heckleuchten bekamen eine andere Aufteilung der Leuchtkammern, und zusätzliche Zierleisten wurden eingeführt, die auf dem Falz auf Höhe der Gürtellinie aufsetzten und an den Modellen mit größerem Hubraum über den Kofferraumdeckel fortgesetzt wurden.

Neben den bekannten Sechszylindern befanden sich auch größere Maschinen in der Entwicklung. Einige liefen sogar bereits auf Prüfständen. Darunter befanden sich Achtzylinder zwischen vier und fünf Litern Hubraum und ein etwa fünf Liter großer Zwölfzylinder-V-Motor, der um die 227 kW (310 PS) leistete. Probeweise wurde 1973 ein Achtzylinder in ein Coupé der Baureihe E9 eingebaut. Diesen etwa 205 kW (280 PS) starken Wagen fuhr der damalige Entwicklungsvorstand Bernhard Osswald als Dienstfahrzeug.

Bei der Limousine ging man noch einen Schritt weiter und setzte im selben Jahr den V12 in einen BMW 3.0 L. Dieser musste im Frontbereich um 80 mm verlängert werden, damit die Maschine hineinpasste. Das Fahrzeug erreichte knapp 240 km/h. Etwa fünf der großen Zwölfzylinder wurden in Handarbeit gefertigt; jedoch verzichtete BMW nach der ersten Ölkrise 1973/74 auf die Verwendung in den großen Limousinen und Coupés.[1]

Motoren[Bearbeiten]

Produktionszahlen[Bearbeiten]

Der BMW E3 wurde in einer Stückzahl von insgesamt etwa 190.000 Fahrzeugen produziert; im Sommer 2004 waren in der Bundesrepublik Deutschland noch etwa 380 Fahrzeuge zugelassen.

Sonderversionen[Bearbeiten]

Auf der Basis eines 2500 gestaltete die Carrozzeria Bertone 1969 das zweisitzige Konzeptfahrzeug Bertone-BMW 2800 Spicup, das über ein elektrisch betätigtes Hardtop verfügte und als potentieller Nachfolger des BMW 507 im Gespräch war.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BMW E3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hanns-Peter Rosellen: Das weiß-blaue Wunder. Seewald Verlag, Stuttgart 1983.