BMW E34

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BMW
BMW 5er (1988–1992)

BMW 5er (1988–1992)

E34
Verkaufsbezeichnung: 5er
Produktionszeitraum: 12/1987–06/1996
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,8–4,0 Liter
(83–250 kW)
Dieselmotoren:
2,4–2,5 Liter
(85–105 kW)
Länge: 4720 mm
Breite: 1751 mm
Höhe: 1384–1412 mm
Radstand: 2760 mm
Leergewicht: 1360–1720 kg
Vorgängermodell: BMW E28
Nachfolgemodell: BMW E39

Im Dezember 1987 stellte BMW die 5er-Baureihe E34 als Nachfolger des E28 vor. Die Baureihe E34 gehörte, wie schon das Vorgängermodell, zur oberen Mittelklasse. Das Erscheinungsbild des E34, der unter Designchef Claus Luthe entstand, lehnt sich an die 7er-Limousinen der Baureihe E32 an.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

Zum Marktstart im Januar 1988 war zunächst nur die Limousine mit den Zwölfventiler-Reihensechszylindern (BMW M20 520i, 525i und die größeren BMW M30: 530i und 535i) lieferbar, die bereits von anderen BMW-Baureihen (E23, E32) bekannt waren.

Ab September 1991 gab es als zweite Karosserievariante den Touring, einen Kombi, der mit einem bis dahin einzigartigen Doppelschiebedach und einer separat zu öffnenden Heckscheibe aufwartete.

Der E34 war der erste 5er, der auch mit Allradantrieb bestellt werden konnte. Dieser war nur als Modell 525iX (M50B25) in beiden Karosserievarianten (Limousine und Touring) lieferbar. Das System verfügte über ein elektrisch betätigtes Lamellensperrdifferential zwischen Vorder- und Hinterachse, sowie ein hydraulisch betätigtes Sperrdifferential an der Hinterachse. Im normalen Fahrbetrieb betrug die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse 36 %/64 %. Je nach Fahrsituation und Traktion an den einzelnen Rädern konnte die Steuerelektronik ohne Zutun des Fahrers das Mittendifferential und das Hinterachsdifferential sperren. Die Produktionszahlen betrugen für den BMW 525ix Limousine (E34) 4.783 Stück und für den BMW 525ix Touring (E34/2) 4.583 Stück. Für das Nachfolgemodell E39 war dagegen kein Allradantrieb lieferbar – erst mit der 5er-Baureihe E60 wird wieder eine Allradversion (xDrive) angeboten.

Der E34 erfuhr während seiner Bauzeit neben technischen Veränderungen – so befindet sich beispielsweise die Autobatterie bei den Ausführungen M30 und M60 immer unter der Rücksitzbank; die M20 haben sie im Motorraum und die M50 ab Baujahr 1991 wiederum ebenso unter der Rücksitzbank auf Beifahrerseite – auch kleine optische Retuschen.

Ab September 1992 wurden die Außenspiegel des E36 verbaut.

Ab April 1994 hatten alle E34 ein neues Motorhaubendesign mit dem breiteren Kühlergrill der V8-Modelle. Außerdem waren ab diesem Zeitpunkt die vorher unlackierten Front- und Heckschürzen und die Seitenschweller in Wagenfarbe lackiert.

Ab Herbst 1995 gab es mit dem 518g einen Exoten in der Modellpalette, der wahlweise mit Benzin oder Erdgas (Compressed Natural Gas) betrieben werden konnte. Der Motor war mit dem des 518i (Motortyp M43B18), abgesehen von der Gasanlage, identisch. Den 518g gab es nicht mit Automatikgetriebe. Ein kleiner Knopf im Armaturenbrett diente zum Umstellen auf Gasbetrieb, wobei man allerdings nur im Benzinbetrieb starten konnte. Der 518g wurde knapp ein Jahr und nur als Touring gebaut.

Im September 1995 wurde die Produktion der Limousine eingestellt und diese durch den Nachfolger BMW E39 abgelöst. Der Touring wurde dagegen noch bis Juni 1996 weiterproduziert.

Motoren[Bearbeiten]

Die Motorenpalette wurde erstmals im Spätsommer 1989 modernisiert:

Ab September 1989 wurden neu entwickelte Reihensechszylinder mit 24 Ventilen und Kettenantrieb der Nockenwelle im 520i (M50B20, 2,0 l/110 kW) und im 525i (M50B25, 2,5 l/141 kW) verbaut. Die Motoren basieren auf dem M20. Ab 03/1993 kam der 518i mit 4-Zylindermotor M40B18 (1,8 l/83 kW), später 04/1994 der M43B18 (1,8 l/85 kW).

Ab September 1992 waren erstmals auch V8-Motoren (M60B30, 3,0 l/160 kW und M60B40, 4,0 l/210 kW) für den 5er erhältlich, die Sechszylinder erhielten die Variable Nockenwellensteuerung Vanos.

Drei Dieselmodelle waren im Angebot:

von März 1988 bis September 1991 der 524td (M21D24, 2,4 l/85 kW), der ab September 1991 vom 525tds (M51SD25, 2,5 l/105 kW) abgelöst wurde. Ab März 1993 war außerdem der 525td (M51D25, 2,5 l/85 kW), eine leistungsschwächere Variante ohne Ladeluftkühler, erhältlich.

Erfolg[Bearbeiten]

Der E34 war ein großer Markterfolg. Insgesamt wurden 1.331.056 Exemplare gebaut; auch heute noch ist der E34 ein fester Bestandteil des Straßenbildes in Deutschland. Zur Markteinführung galt er als technisch und optisch sehr fortschrittlich und brachte BMW – zusammen mit dem zwei Jahre zuvor erschienen 7er-Modell (E32) – einen deutlichen Ansehenszuwachs. Auch heute noch sind die Fahrleistungen des E34 überdurchschnittlich, insbesondere der Langstreckenkomfort sowie die Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit der Technik machen den E34 zu einem komfortablen Reisewagen.

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt erzielen aktuell E34 nach dem letzten Facelift die höchsten Preise, speziell der 525i mit Executive-Ausstattung, oder der 540i mit 6-Gang-Schaltgetriebe. Die M5- und ALPINA-Modelle liegen jedoch preislich nochmals deutlich darüber.

Zuverlässigkeit[Bearbeiten]

Die M20-Motoren reagieren empfindlich auf thermische Belastungen, wie sie durch mangelndes Warmfahren auftreten, und quittieren dies oftmals mit gerissenen Zylinderköpfen.

Die M30-Motorenreihe gilt als sehr robust, fällt bei unregelmäßiger Wartung aber durch eingelaufene Nockenwellen und gebrochene Kipphebel auf.

Als nicht sehr haltbar gilt der M40, der mit eingelaufenen Nockenwellen, verschlissenen Hydrostößeln, Ölschlammbildung und Zahnriemenrissen noch vor dem planmäßigen Wechselintervall auffällt. Sein Nachfolger M43 hingegen ist in der Regel standfest.

Ebenfalls als robust und langlebig kann man den M50 bezeichnen, dessen größtes Problem jedoch die Wasserpumpe darstellt. Hier brechen regelmäßig die Pumpenräder von der Antriebswelle, da sie aus Kunststoff gefertigt wurden, der mit der Zeit versprödet; die Wasserpumpen lassen sich jedoch durch neue Modelle mit Metall- oder Carbonfaserflügeln ersetzen. Seltener fallen einzelne Zündspulen aus.

Da die gleichen Zündspulen beim M60 verwendet wurden, besteht dieses Problem auch bei diesem Motor. Ein allgemeines Problem stellen aber die Befestigungsschrauben der Ölpumpe dar, die sich regelmäßig durch die Motorvibrationen lösen und sich in der Ölwanne wiederfinden. Auch die empfindlichen Keramikkatalysatoren der M60 fallen des Öfteren in sich zusammen und verstopfen den Auspuff – Ersatz ist teuer, im Zubehörhandel sind jedoch auch passende Metallkats erhältlich.

Durch die Einführung der Umweltzonen spielen die Dieselmodelle des E34 keine große Rolle auf dem Gebrauchtwagenmarkt mehr, da sie höchstens Euro 2 und somit nur eine rote Plakette erhalten. Ebenso fallen sie häufig durch defekte Einspritzpumpen auf und können weder beim Verbrauch noch bei den Fahrleistungen mit aktuellen Common Rail-Dieselmotoren mithalten. Alle im E34 verbauten Dieselmotoren arbeiten nach dem Wirbelkammerverfahren.

Der E34 wurde nur teilverzinkt, deshalb kann Rostbefall je nach Pflege und Baujahr in der Tankdeckelmulde, an den Türunterkanten, am Kotflügel, an den Wagenheberaufnahmen, unter der Heckstoßstange und besonders beim Touring an der Heckklappe auftreten. Spätere Baujahre können stärker von Rost betroffen sein als frühere, da BMW 1993 die Produktion auf wasserbasierte Lacke umstellte.

Die Gummilager beider Achsen schlagen, je nach Bereifung, zwischen 120.000 und 200.000 km aus. Die Vorderachse muss in der Regel nach 200.000 km komplett überholt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BMW E34 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien