BMW E90

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BMW
BMW 3er Limousine (2005–2008)

BMW 3er Limousine (2005–2008)

E90, E91, E92, E93
Verkaufsbezeichnung: 3er
Produktionszeitraum: 2005–2013
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi, Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
1,6–4,0 Liter
(90–309 kW)
Dieselmotoren:
2,0–3,0 Liter
(85–210 kW)
Länge: 4520–4580 mm
Breite: 1782–1817 mm
Höhe: 1395–1421 mm
Radstand: 2760 mm
Leergewicht: 1425–1825 kg
Vorgängermodell: BMW E46
Nachfolgemodell: BMW F30/BMW 4er
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest[1] Crashtest-Stern 5.svg

Die 3er-Reihe von BMW (intern: E90 – Limousine, E91 – Kombi, E92 – Coupé, E93 – Cabrio) bediente das Mittelklassesegment. Sie wurde im Frühjahr 2005 als Nachfolger der Baureihe E46 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt und wurde in den BMW-Werken München, Regensburg, Leipzig, Rosslyn (Südafrika) und Rayong (Thailand) gefertigt. Weitere Produzenten des E90 sind die BMW Brilliance Automotive in Shenyang in China sowie die Bavarian Auto Group mit ihrem Werk in Madinat as-Sadis min Uktubar, der „Stadt des 6. Oktober“ in Ägypten. Die Markteinführung der Stufenhecklimousine fand am 5. März 2005 statt.

Modelle[Bearbeiten]

Als erstes Modell der Baureihe kam im März 2005 die Limousine (E90) auf den Markt. Im September 2005 wurde die bei BMW Touring genannte Kombi-Version (E91) eingeführt. Das 3er-Coupé (E92) erschien im September 2006 und das Cabrio (E93) folgte im März 2007. Während die beiden Letzteren vier Sitze bieten, wurden die Limousine und Touring als Fünfsitzer gebaut.

Der M3 mit neukonstruiertem V8-Motor erschien im Herbst 2007 zunächst nur als Coupé. Im Frühjahr 2008 wurde die M3-Palette durch das viertürige Stufenheck erweitert und anschließend durch das Cabrio komplettiert.

Im September 2008 wurden Limousine und Touring überarbeitet, ein Facelift für Coupé und Cabrio folgte im März 2010.

Unter dem Dach der 3er-Reihe rangierte auch der SUV X3.

Wesentliche Unterschiede zum Vorgänger[Bearbeiten]

  • 316i: Das Basismodell mit 1,6-Liter-4-Zylinder-Motor wurde nur noch in den Niederlanden, Skandinavien, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Portugal, Griechenland und in der Türkei angeboten.
  • 320i: Wurde mit 2,0-l-Vierzylinder, erst N46, dann N43 angeboten;– vorher war es ein Sechszylinder mit 2 Liter bzw. 2,2 Liter Hubraum.
  • 320si: Neues Homologationsmodell für das von BMW eingesetzte Fahrzeug bei der Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Allerdings war es auf 2600 Exemplare limitiert.
  • 335i: Dreiliter mit TwinTurbo (Doppelturbolader), der die Lücke zum M3 schloss.
  • 325d: Neuer Motor mit drei Liter Hubraum.
  • 325xi, 330xi, 335xi, 320xd und 330xd: Modelle mit Allradantrieb (BMW-Bezeichnung xDrive).

Das BMW-typische fahrerbezogene Cockpit wurde durch ein gerades Armaturenbrett ersetzt.

Zur Bedienung von Navi, Klimaanlage und HiFi-System diente erstmals in der 3er-Reihe ein iDrive-System.

Das Coupé unterschied sich optisch stärker von der Limousine als beim Vorgänger E46. Die seitlichen Fensterflächen waren deutlich kleiner als bei der Limousine, die Form der Frontscheinwerfer unterschied sich stark, die Rückleuchten wiesen die BMW-typische L-förmige Gestaltung auf und waren breiter als die des Viertürers.

Produktionszeiträume[Bearbeiten]

  • Limousine (E90):
März 2005 bis September 2008
  • Limousine (E90 LCI):
September 2008 bis Oktober 2011
  • Touring (E91):
September 2005 bis September 2008
  • Touring (E91 LCI):
September 2008 bis Juni 2012
  • Coupé (E92):
September 2006 bis März 2010
  • Coupé (E92 LCI):
März 2010 bis Juli 2013
  • Cabrio (E93):
März 2007 bis März 2010
  • Cabrio (E93 LCI):
März 2010 bis September 2013
  • M3 Limousine (E90):
März 2008 bis September 2008
  • M3 Limousine (E90 LCI):
September 2008 bis Oktober 2011
  • M3 Coupé (E92):
September 2007 bis März 2010
  • M3 Coupé (E92 LCI):
März 2010 bis Juli 2013
  • M3 Cabrio (E93):
Mai 2008 bis März 2010
  • M3 Cabrio (E93 LCI):
März 2010 bis September 2013

Produktionszahlen[Bearbeiten]

Jahr Gesamt Limousine Touring Coupé Cabriolet
2005 0256.981 0229.932 027.049
2006 0463.820 0336.232 105.483 022.105
2007 0555.135 0310.194 102.399 089.572 052.970
2008 0474.208 0246.231 093.191 079.248 055.538
2009 0397.103 0219.850 084.601 054.852 037.800
2010 0399.009 0242.831 074.008 046.358 035.812
2011 0384.464 0240.279 072.054 039.332 032.799
2012 0~75.000 00 0~21.000 029.525 024.038
~3.005.000 1.824.849 531.736 360.992 238.957

Abmessungen[Bearbeiten]

Mit Außenmaßen von 4,53 bis 4,58 Metern war der 3er in etwa so lang wie die Mercedes-Benz C-Klasse, allerdings kürzer als der Audi A4. Im Vergleich zum Vorgänger E46 war die Limousine um fast fünf Zentimeter länger. Der Radstand wuchs um 35 Millimeter. Zudem war der E90 nun 78 Millimeter breiter. Im Hinblick auf den Fußgängerschutz wurde außerdem die Motorhaube höher gesetzt.

Abmessungen (Stand: September 2009)
Einheit Limousine Touring Coupé Cabrio
Radstand 2760 mm
Länge 4531 mm 4527 mm 4580 mm
Breite (inkl. Außenspiegeln) 1989 mm 1985 mm
Höhe 1421 mm 1418 mm [C 1] 1395 mm [C 2] 1384 mm
  1. Höhe mit Dachantenne 1442 mm, mit Dachreling 1450 mm
  2. Höhe von 335i und 335d ist 1375 mm

Ausstattung[Bearbeiten]

Alle Modelle wurden serienmäßig mit Klimaanlage, vier elektrischen Fensterhebern, Radio mit CD, MP3-Funktion und sechs Lautsprechern, Bordcomputer sowie einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet. Gegen Aufpreis war eine Sechsstufen-Automatik erhältlich (Serie beim 335d).

Mit den im September 2007 in die laufende Serie eingeführten BMW EfficientDynamics-Maßnahmen kam bei den Vierzylinder-Modellen mit Schaltgetriebe ein Start-Stopp-System zum Einsatz.

Die Sechszylinder-Modelle unterschieden sich optisch von den Vierzylindern durch Chromelemente (zum Beispiel die senkrechten Stäbe in der Niere des Kühlergrills und am Fensterrahmen; ab März 2009 gegen Aufpreis auch für Vierzylindermodelle erhältlich), Doppelrohrauspuff und waren mit aktiver Geschwindigkeitsregelung ACC (Active Cruise Control) erhältlich. Nur die beiden Spitzenmodelle 335i und 335d waren mit jeweils einem Abgasendrohr auf beiden Seiten des Fahrzeughecks ausgestattet. Außerdem besaß das ESP bei den Sechszylinder-Modellen fünf Zusatzfunktionen (Bremsbereitschaft, Trockenbremsen, Berganfahrhilfe, Fading-Kompensation und Soft Stop).

Ab September 2008 war auch der 320d mit xDrive (neben 330d, 325i, 330i und 335i) erhältlich. Er erreichte damit bis Ende 2010 nur die Abgasnorm Euro 4 (ohne xDrive: Euro 5). Ab Anfang 2011 erfüllte er die Abgasnorm Euro 5.

Ab März 2010 waren für Limousine und Touring drei Editionsmodelle erhältlich.

Lackierungen[Bearbeiten]

Neben drei aufpreisfreien Unilacken gab es eine Reihe verschiedener, optionaler Metalliclackierungen. Über BMW Individual waren weitere Lackierungen verfügbar.

Alle Standardlacktöne (bei E90/91)[Bearbeiten]

Uni-Lacktöne:

Alpinweiß III Japanrot
(bis 09/2006)
Karmesinrot
(seit 09/2006)
Schwarz II


Metallic-Lacktöne:

Titansilber Saphirschwarz Carbonschwarz
nur bei Individual Limited & 320si
Le Mans Blau
nur bei M Sportpaket
Mysticblau
(bis 09/2006)
Montegoblau
(seit 09/2006)
(bis 09/2010)
Arktis
(bis 09/2008)
Bluewater
(seit 09/2008)
Monacoblau
(bis 09/2010)
Tiefseeblau
(seit 09/2010)
Barriquerot
(seit 09/2005)
(bis 09/2006)
Barberarot
(seit 09/2006)
(bis 03/2010)
Vermilionrot
(seit 03/2010)
Sonora
(seit 09/2005)
(bis 03/2007)
Platinbronze
(seit 03/2007)
Sparkling Graphite
(bis 09/2008)
Spacegrau
(seit 09/2008)
Tiefgrün
(seit 09/2005)
(bis 09/2008)
Tasman
(seit 09/2008)


Alle Standardlacktöne (bei E92/93)[Bearbeiten]

Uni-Lacktöne:

Alpinweiß III Karmesinrot Schwarz II


Metallic-Lacktöne:

Titansilber Silverstone II
(seit 09/2011)
nur bei M Sport Edition
Saphirschwarz Carbonschwarz
nur bei Limited Sport Edition
Le Mans Blau
nur bei M Sportpaket
Montegoblau
(bis 09/2010)
Arktis
(bis 09/2008)
Atlanticblau
(seit 03/2007)
(bis 09/2008)
Bluewater
(seit 09/2008)
(bis 09/2011)
Liquid Blue
(seit 09/2011)
Monacoblau
(bis 03/2010)
Tiefseeblau
(seit 03/2010)
Barberarot
(seit 09/2006)
(bis 03/2010)
Vermilionrot
(seit 03/2010)
Platinbronze
(seit 03/2007)
(bis 09/2011)
Orionsilber
(seit 09/2011)
Sparkling Graphite
(bis 09/2008)
Havanna
(seit 09/2008)
Spacegrau Frozen Grey (matt)
(seit 09/2011)
nur bei M Sport Edition
Mineralgrau
(seit 09/2011)
nur bei Edition Exclusive
Mineralweiß
(seit 09/2010)
Tiefgrün
(seit 09/2005)
(bis 09/2008)
Tasman
(seit 09/2008)
(bis 09/2011)


Alle Lacktöne des M3[Bearbeiten]

Uni-Lacktöne:

Alpinweiß III Schwarz II


Metallic-Lacktöne:

Silverstone II Jerez Schwarz Interlagos Blau Melbourne Rot Spacegrau Sparkling Graphite
(bis 09/2008)
Le Mans Blau
(seit 09/2008)
Mineralweiß
(seit 06/2010)


Technik[Bearbeiten]

Motoren[Bearbeiten]

Alle 3er (außer M3, hier wurde ein V8 eingesetzt) besaßen Reihenmotoren mit Vierventiltechnik. Die Motorenpalette wurde komplett überarbeitet und auf wenige Grundmodelle reduziert mit der Folge, dass noch weniger als vorher die Modellbezeichnung den tatsächlichen Hubraum angab:

316, 318 und 320 (mit Benzin- und Dieselmotoren) waren Vierzylinder mit einem Hubraum von zwei Litern. Die größeren Modelle besaßen Sechszylindermotoren mit drei Litern Hubraum, bei denen die unterschiedlichen Leistungen nur durch Abstimmung und Aufladung erreicht wurden, beim 335d zum Beispiel durch eine Registeraufladung.

Gleiches galt ab dem 1. September 2007 für die Benzinmotoren 325i und 330i. Beide basierten auf einem Aluminium-Magnesium-Motorblock mit drei Litern Hubraum, wobei der Leistungsunterschied zwischen 325i und 330i durch eine geänderte Einspritzregelung erzielt wurde. Der im September 2006 eingeführte 335i (N54-Motor) wies einen fast identischen Hubraum auf, basierte aber auf einem Motorblock aus Vollaluminium. Er stellte mit zwei Turboladern (Biturbo) und Piezo-Direkteinspritzung ein maximales Drehmoment von 400 Nm zur Verfügung.

Gleichzeitig wurde mit dem 325d ein neuer Sechszylinder-Diesel eingeführt. Bei der Motorenüberarbeitung vom 335i wurde seit dem N55-Motor nur noch ein Turbolader, jedoch mit Twin-Scroll-Technologie, eingesetzt.

Seit März 2009 wurde ein „Performance Power Kit“ für den 335i angeboten, das die Motorleistung um weitere 15 kW auf 240 kW anhob. Gleichzeitig stieg das maximale Drehmoment auf 450 Nm.[2] Seit März 2010 wurde ein „Performance Power Kit“ für den 320d angeboten, das die Motorleistung um weitere 15 kW auf 145 kW anhob (dies war jedoch erst bei den Modellen ab März 2007 mit 130 kW Motorleistung möglich). Die Leistungssteigerung umfasste beim 320d ein anderes Steuergerät, einen größeren Ladeluftkühler und einen stärkeren Ventilator. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe wurde noch der Drehmomentwandler ersetzt. Des Weiteren stieg das Drehmoment um 40 Nm von 350 Nm auf 390 Nm.

  • Alle Ottomotoren mit Saugrohreinspritzung waren mit Doppel-Vanos mit Valvetronic ausgestattet. Der 335i besaß zwei Turbolader (Twin Turbo).
  • Valvetronic entfiel beim 320si und seit September 2007 bei allen Reihensechszylindern (mit Ausnahme des 335i ab März 2010), bei letzteren aufgrund der Benzindirekteinspritzung.
  • Die Motoren mit Benzindirekteinspritzung waren die ersten Pkw-Motoren in Serie, die über strahlgeführte Direkteinspritzung verfügten. Diese sollte eine Schichtladung in einem größeren Bereich des Kennfeldes ermöglichen, als die zuvor in Serie realisierten luft- und wandgeführten Verfahren der Benzindirekteinspritzung.
  • Die Common-Rail-Dieselmotoren verfügten über VTG-Turbolader und Ladeluftkühlung; zusätzlich hatten die Vierzylindertriebwerke des 318d und 320d zur Verbesserung des Akustik- und Schwingungskomforts zwei Ausgleichswellen. Seit 2006 gehörte ein Dieselpartikelfilter zur Serienausstattung. Der 335d besaß für die Abdeckung eines breiten Drehzahlbereichs eine Registeraufladung mit zwei hintereinandergeschalteten VTG-Turboladern (Variable Twin Turbo) unterschiedlicher Größe.

Getriebe[Bearbeiten]

Das Doppelkupplungsgetriebe war seit September 2008 für den 335i im Coupé und Cabrio verfügbar. Dadurch sankt der Norm-Verbrauch um 0,3 Liter je 100 km.

Lenkung, Fahrwerk und Bremsen[Bearbeiten]

In allen Versionen war eine elektromechanische Servolenkung serienmäßig. Optional wurde eine Servotronic (geschwindigkeitsabhängige Lenkunterstützung) oder die Aktivlenkung angeboten. Der Wagen hatte einen Wendekreis von 11,0 Metern. In Verbindung mit dem xDrive erhöhte sich dieser auf 11,8 Meter.

Die Hinterachse war eine in Leichtbauweise gefertigte Mehrlenkerachse aus Stahl. Sie bestand aus fünf Lenkern je Seite. Drei der Lenker waren aus feuerverzinktem Stahl gefertigt; der Sturzlenker der Hinterachse wurde mit einer Tauchverzinkung behandelt. Auf diese Weise waren die dem Steinschlag ausgesetzten Fahrwerksteile weitestgehend resistent gegen Korrosion.

Die Vorderradaufhängung bestand aus einer Doppelgelenk-Zugstrebenachse mit einem MacPherson-Federbein. Zugstrebe und Querlenker waren an verschiedenen Punkten des Radträgers angelenkt, dies bewirkte einen weiter außen liegenden virtuellen Drehpunkt (Pol) in der unteren Lenkerebene. Dadurch verringerte sich der Lenkrollradius. Um Gewicht zu sparen, waren Zugstrebe und Querlenker aus Aluminium gefertigt.

Serienmäßig hatten alle Modelle Hinterradantrieb. Die Bodenfreiheit betrug bei der Limousine in Verbindung mit dem Serienfahrwerk 144 Millimeter, beim M-Sportfahrwerk war die Karosserie um 15 Millimeter tiefer gelegt.

Die Bremsanlage arbeitete vorne mit innenbelüfteten Einkolben-Faustsattel-Scheibenbremsen mit einem von der Motorisierung abhängigen Durchmesser von 292 mm bis 348 mm. Hinten kamen Bremsscheiben mit Durchmessern von 300 mm bis 336 mm zum Einsatz. Bei den Sechszylindern waren sie innenbelüftet.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die BMW E90 hatten neben ABS mit Bremsassistent und Cornering Brake Control, Gurtstraffer, ein ESP mit Antriebsschlupfregelung (bei BMW Dynamische Stabilitäts-Control, DSC bzw. Dynamische Traktions-Control, DTC genannt), ferner sechs Airbags (Fahrer-/Beifahrer, zwei Seitenairbags und durchgehende Kopfairbags). Seit September 2008 waren vorn serienmäßig aktive Kopfstützen vorhanden, die bei einem Heckaufprall die Gefahr eines Schleudertraumas verringern sollten.
Beim Euro-NCAP-Crashtest erhielt der Wagen bei der Beurteilung der Insassensicherheit fünf von fünf Sternen (35 Punkte) und bei der Kindersicherheit vier Sterne (39 Punkte). Die Fußgängersicherheit wurde mit vier Punkten und einem Stern bewertet.[1]

Kindersitze ließen sich an der Rückbank nur auf den Außensitzen sicher befestigen. Dort waren auch Isofix-Halterungen vorhanden. Für den Beifahrersitz waren Isofix-Halterung und abschaltbarer Airbag gegen Aufpreis erhältlich.

Rückrufe[Bearbeiten]

Am 13. Juli 2012 veröffentlichte das Kraftfahrtbundesamt einen Rückruf zu den Modellen der 1er und 3er-Baureihe und X1-SUV sowie Z4-Sportwagen. Betroffen waren die Baujahre 2007 bis 2012. Grund hierfür war ein Fehler in der Steuerelektronik der elektromechanischen Servolenkung (Elektropneumatische Schaltung; EPS) und führte zum Ausfall der Lenkkraftunterstützung.

Umwelt[Bearbeiten]

Unter dem Begriff BMW EfficientDynamics waren mehrere technische Neuerungen zusammengefasst, die weniger Kraftstoffverbrauch bei gleichzeitig gesteigerter Leistung bewirkten.

Alle Benzinmotoren waren in diesem Rahmen auf die strahlgeführte Direkteinspritzung (High Precision Injection) umgestellt. Der 335i erreichte die Abgasnorm EU4; ab März 2009 erreichent der 318i und 320i die Abgasnorm EU5, 325i (xDrive) und 330i (xDrive) seit September 2009. Aufgrund des bei Euro-5-Fahrzeugen im NEFZ-Prüfzyklus verwendeten Kraftstoffs mit höherem Ethanolanteil (E10) und damit geringerer Energiedichte stieg der nominelle Verbrauch um 0,1 l (325i) bis 0,5 l (318i).

Die Dieselmodelle hatten seit Herbst 2006 serienmäßig einen Partikelfilter. Der 318d, 320d (ohne Allradantrieb xDrive) und 330d (mit und ohne xDrive) erreichten die Abgasnorm Euro 5; der 320d mit xDrive und der 335d nur die Norm Euro 4. Ab März 2010 hielten alle Motoren die Abgasnorm Euro 5 ein. Für den 330d (Limousine; seit September 2008) und 320d (Limousine, Touring; ab März 2010) ohne Automatikgetriebe war zusätzlich ein Blue-Performance-Filter erhältlich, der durch einen Speicherkatalysator den Stickoxidausstoß reduzierte und somit die Einhaltung der Euro-6-Norm ermöglichte.

Limousine/Touring[Bearbeiten]

Motorisierungen[Bearbeiten]

Ab September 2005 gab es für Großkunden eine „Fleet-Edition“ des 320d mit 110 kW und 340 Nm statt 120 kW des Serienmodells. Mit der Einführung des neuen Common-Rail-Turbodiesel im 320d mit 130 kW leistete die Fleet-Edition nun 120 kW, wobei das Drehmoment von 350 Nm im Vergleich zum Standardmodell gleich blieb.

Ab Frühjahr 2008 wurde der M3 wieder als Limousine angeboten, was es zuletzt bei der Baureihe E36 gab.

Im März 2010 kam der 320d-EfficientDynamics-Edition (nur als Limousine) mit 120 kW statt 135 kW (Drehmoment blieb mit 380 Nm gleich) auf dem deutschen Markt. Als Käufer erwartete BMW überwiegend Flottenkunden sowie ökologisch denkende Fahrer.[3]

Mitte 2010 folgte (wieder für Großkunden) eine modifizierte „Fleet-Edition“ des 320d (als Limousine und Kombi) mit 120 kW und 380 Nm statt der 120 kW und 350 Nm der Fleet-Edition von 2007. Dabei lag die Höchstgeschwindigkeit der Fleet-Edition um 6 km/h niedriger und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauerte 0,5 Sekunden länger. Die Werte für den Kraftstoffverbrauch (4,7 l/100 km) und den CO2-Ausstoß (125 g/km) entsprachen der Version für Privatkunden.

Ab Frühjahr 2011 wurde die EfficientDynamics-Edition auch für den Touring angeboten.

Zeitgleich ersetzte BMW den Twinturbo-Motor des 335i durch einen Monoturbo mit Twin-Scroll-Technologie.

Modellpflege[Bearbeiten]

Im September 2008 wurden Limousine und Touring überarbeitet. Im Vergleich zu vorhergegangenen Veränderungen anderer BMW-Modelle fielen die Änderungen beim E90 und E91 relativ umfangreich aus.

Design[Bearbeiten]

Neben den Änderungen an Front- und Heckschürze erhielt die Motorhaube zwei sog. Charakterlinien. die Außenspiegel wurden einer EU-Norm entsprechend größer gestaltet. Die Frontscheinwerfer besaßen nun eine matte Blende oberhalb der Reflektoren, die Heckleuchten waren nun L-förmig. Zudem wurde die BMW-Niere neu gestaltet (Entfall des Chromstreifens auf der Motorhaube) und die seitliche Linienführung optisch etwas gestreckt.

Im Interieur kamen nun hochwertigere Stoffe und Zierleisten zum Einsatz, auch einige Bedienelemente wurden geändert.

Technik[Bearbeiten]

Neben der Verbreiterung der Spur und dem Einsatz von LED-Leuchtmitteln (bei den Blinkern und Rücklichtern) wurden die vorderen Sitze mit crashaktiven Kopfstützen ausgestattet. Die Xenonscheinwerfer konnten mit einer variablen Lichtverteilung erweitert werden.

Technische Anpassungen gab es auch beim optionalen „Navigationssystem Professional“, das mit einer internen Festplatte versehen worden war und nun von Harman-Becker (vorher: Siemens-VDO) geliefert wurde. Außerdem hielt die neue Generation des BMW iDrive samt Internetzugang (Sonderausstattung) Einzug.

Motoren[Bearbeiten]

Bei den Motoren wurde der 330d geändert, der dann 180 kW (245 PS) mobilisierte (zuvor 170 kW/231 PS). Zur Reduzierung des Stickoxidausstoßes wurde für den 330d auch der Speicherkatalysator „Blue Performance“ angeboten. Damit verbesserte sich das Modell auf die EU6-Norm. Weiterhin wurde im Zuge des Facelifts der Motor des 335i geändert: Man reduzierte die zwei getrennten Turbolader auf einen, der jedoch über zwei Scrollräder verfügt (Twin Scroll Technologie). Damit erfüllte der 335i nun die Euro 5 Norm (vorher: Euro 4). Der Verbrauch sank auf diese Weise bei gleicher Leistung um etwa 1 Liter und der Drehmomentverlauf war nun gleichmäßiger.

Der 320d war nun auch mit dem Allradsystem xDrive erhältlich.

Preisänderungen[Bearbeiten]

Die Grundpreise aller Modelle wurden zwar leicht angehoben. Durch mehrere Sonderausstattungen, welche nun in die Serienausstattung übernommen wurden, glich sich die Preiserhöhung nahezu aus. Allerdings erhöhten sich die Preise vieler Sonderausstattungen.

Coupé und Cabriolet[Bearbeiten]

Stufen des Verdeckschließvorgangs

Im September 2006 kam das 3er-Coupé (E92) in den Handel, während das Cabriolet (E93) seit März 2007 erhältlich war. Beide Modelle wurden ursprünglich als eigene 4er-Serie entwickelt, weshalb Karosserie, Fahrwerk und Interieur im Vergleich zur Baureihe E90/E91 eigenständig waren. Vor dem Verkaufsstart wurde jedoch zugunsten des bestehenden Images bei der Klientel der M3-Serie (E46 Coupé und Cabrio) entschieden, die neue Baureihe als 3er-Serie zu vermarkten, um die Marke M3 nicht zu beschädigen.

E92 und E93 wurden ausschließlich im Werk Regensburg montiert. Neu war das Modell 335i, dessen Motor über 3,0 Liter Hubraum und TwinTurbo sowie Benzin-Direkteinspritzung mit Piezo-Injektoren verfügte. Dies markierte nach 20 Jahren die Rückkehr von BMW zur Turbotechnologie bei benzinbetriebenen Fahrzeugen.

Das Cabrio besaß ein variables Stahldach, dessen Bezeichnung VHT versenkbares Hardtop bedeutet. Erstmals wurde hier die schlanke Designline eines typischen 3er-BMWs mit einem klappbaren Stahldach realisiert.

Das 3-teilige Dach reduzierte den verbleibenden Kofferraum allerdings stärker als konventionelle Soft-Tops oder 2-teilige Klappdächer.

Modellpflege[Bearbeiten]

Im März 2010 wurden Coupé und Cabrio überarbeitet.

Im Vergleich zur Modellpflege bei Limousine (E90) und Touring (E91) fielen die Veränderungen weniger umfangreich aus. Es wurden die Front- und Heckschürze sowie die Leuchten geändert. Die BMW-Niere wurde neu gestaltet. Der Innenraum wurde dezent aufgewertet.

Ähnlich der 5er-Reihe wurden die Tagfahrlichtringe in LED-Technik ausgeführt. (Sonderausstattung)[5]

Motorisierungen[Bearbeiten]

Die neuen Motorenvarianten lauteten wie folgt:

320si WTCC[Bearbeiten]

BMW 320si WTCC

Der BMW 320si WTCC wurde von BMW Motorsport auf Basis des gleichnamigen Serienmodells entwickelt. Er wurde im BMW-Werk Regensburg im selben Fertigungsprozess wie die übrigen 3er produziert, allerdings später in Handarbeit für den Renneinsatz umgebaut. Mehr als 60 Modelle sind vom BMW-Motorsport-Vertrieb ausgeliefert worden.

Technik[Bearbeiten]

Schaltung und Getriebe[Bearbeiten]

Aufgrund eines in den Schalthebel integrierten Dehnmessstreifens musste bei Schaltvorgängen nicht gekuppelt werden. Dieser löste einen elektrischen Impuls aus, sobald der Fahrer gegen den Hebel drückt. Dadurch wurde über die Motorsteuerung die Zündung ausgeblendet. Die Zugkraft des Motors wurde kurz unterbrochen und der Fahrer konnte mit leichtem Druck ohne Kupplung schalten.

Es war ein Fünfgang-Renngetriebe mit gerade verzahnten, unsynchronisierten Gangrädern und H-Schaltung verbaut.

Lenkung und Bremsen[Bearbeiten]

Die Zahnstangenlenkung mit elektrohydraulischer Servounterstützung stammte vom Serienmodell. Allerdings war die Lenkübersetzung in der Rennversion direkter.

Der 320si WTCC besaß vorne innenbelüftete und gelochte Scheibenbremsen aus Grauguss und Aluminiumbremssättel mit jeweils vier Kolben. Die Scheiben hatten einen Durchmesser von 332 Millimetern und sind 32 Millimeter dick. Hinten waren ebenfalls belüftete Scheibenbremsen mit einem Durchmesser von 291 Millimetern sowie Zweikolben-Bremssättel aus Aluminium angebracht.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Länge:
4539 mm
  • Breite:
1858 mm
  • Höhe:
ca. 1350 mm
  • Radstand:
2760 mm
  • Gewicht:
ca. 1155 kg (WTCC-Spezifikation)
  • Tankinhalt:
ca. 45 l
  • Preis:
200.000 Euro (Rennteile-Kit, zzgl. Mwst.)
  • Motorbauart:
Vierzylinder-Reihenmotor
  • Motor:
BMW P45
  • Hubraum:
1999 cm³
  • Bohrung × Hub:
86 × 86 mm
  • Verdichtung:
11 : 1
  • max. Leistung:
ca. 205 kW (279 PS)
  • max. Drehmoment:
ca. 245 Nm
  • max. Drehzahl:
8500/min (vom Reglement vorgegeben)

Alpina[Bearbeiten]

Alpina B3 GT3 auf dem Genfer Auto-Salon 2012

Der Alpina B3 Biturbo basierte auf dem BMW 335i. Er besaß einen Sechszylinder mit 3,0 l Hubraum und einer Biturboaufladung. Der 360 PS starke Motor mit 500 Nm beschleunigte den B3 in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit betrug nach Werksangaben 285 km/h. Er war seit 2008 wahlweise mit Allradantrieb erhältlich. Alpina modifizierte das Exterieur mit Front- und Heckspoilern sowie einer vierrohrigen Auspuffanlage. Abgelöst wurde er 2010 durch den B3 S Biturbo – mit diesem Modellwechsel erfolgte eine Leistungssteigerung auf 400 PS und ein Drehmoment von 540 Nm, womit sich die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h um eine Zehntelsekunde auf 4,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit auf 300 km/h verbesserte.

Der Alpina D3 basierte auf dem 320d.

Der Alpina D3 Biturbo basierte auf dem Motor N47D20, der zum Beispiel im 123d Verwendung fand. Er war mit einem Front- und optionalen Heckspoiler ausgestattet. Die BMW-Abgasanlage wurde durch ein verchromtes Doppelendrohr ersetzt.

Gegen Ende des Jahres 2011 präsentierte Alpina auf der Tokyo Motor Show mit dem B3 GT3 ein auf 99 Exemplare limitiertes Sondermodell des B3. Das Fahrzeug war nur als Coupé erhältlich und wurde von einem Dreiliter-Reihensechszylinder-Ottomotor mit Biturboaufladung angetrieben.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Sieger bei „Die sportlichsten Autos 2010“ der Fachzeitschrift sport auto in der Kategorie Dieselmodelle (335d Coupé)[7]
  • Sieger bei „Die sportlichsten Autos 2010“ der Fachzeitschrift sport auto in der Kategorie Limousinen bis 50.000 Euro (335i)[7]
  • Sieger bei „Die sportlichsten Autos 2009“ der Fachzeitschrift sport auto in der Kategorie Diesel über 35.000 Euro (335d Coupé)[8]
  • Sieger bei „Die sportlichsten Autos 2009“ der Fachzeitschrift sport auto in der Kategorie Limousinen bis 50.000 Euro (335i)[8]
  • Good Design Awards 2009 (Cabrio)[9]
  • Sieger bei „Die sportlichsten Autos 2008“ der Fachzeitschrift sport auto in der Kategorie Diesel über 35.000 Euro (335d)[10]
  • „Die sportlichsten Autos 2008“ der Fachzeitschrift sport auto in der Kategorie Limousinen bis 45.000 Euro (335i)[10]
  • Sieger bei der Leserwahl 2007 der Zeitschrift auto, motor und sport mit 34,9 % der Stimmen in der Kategorie Mittelklasse (Limousine)[11]
  • World Car of the Year 2006 (Limousine)[12]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BMW E90 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Der BMW E90 im Euro-NCAP-Crashtest
  2. 2009 BMW 135i and 335i Performance Power Kits. Abgerufen am 30. Juli 2014.
  3. BMW 3er Limousine: BMW 320d EfficientDynamics Edition. Abgerufen am 30. Juli 2014.
  4. a b nur für Deutschland; Angebote in anderen Ländern können abweichen
  5. BMW 3er Coupé E92: Erste Bilder vom Facelift / LCI
  6. Alpina B3 GT3 auf der Tokio Motor Show: Sondermodell mit Rennsport-Genen. sportauto.de, 11. Dezember 2011, abgerufen am 10. Mai 2012.
  7. a b Die sportlichsten Autos 2010
  8. a b Die sportlichsten Autos 2009
  9. Good Design Awards 2009
  10. a b Die sportlichsten Autos 2008
  11. Leserwahl Auto-Motor-und-Sport
  12. World Car of the Year 2006