BMW F 800 GT

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BMW
BMW F 800 GT 2013.jpg
Werkscode K71, Farbcode Lightwhite uni
F 800 GT
Hersteller: BMW
Verkaufsbezeichnung F 800 GT
Produktionszeitraum ab 2012
Klasse Motorrad
Bauart Sporttourer
Motordaten
Reihenmotor mit zwei Zylindern
Hubraum (cm³) 798
Leistung (kW/PS) 66/90 bei 8000 min-1
Drehmoment (N m) 86 bei 5800 min-1
Höchstgeschwin-
digkeit
 (km/h)
224 km/h
Getriebe klauengeschaltetes Sechsgang-Getriebe im Motorgehäuse integriert
Antrieb Riemengetriebe mit Ruckdämpfung
Bremsen vorn Ø 320 mm Doppelscheibenbremse
hinten Ø 265 mm Scheibenbremse
Radstand (mm) 1514
Maße (L × B × H, mm): 2156 × 905 × 1248
Sitzhöhe (cm) 80
Leergewicht (kg) 213
Vorgängermodell BMW F 800 ST

Die BMW F 800 GT ist ein Motorrad des Fahrzeugherstellers BMW. Der Sporttourer wurde am 13. November 2012 auf der Zweiradmesse EICMA in Mailand präsentiert und wird im BMW-Werk Berlin in Spandau endmontiert. Verkaufsstart war am 9. Februar 2013.[1] Das Motorrad wird wie alle Modelle der aktuellen F-Reihe von einem Rotax-Motor angetrieben der von BMW und Rotax gemeinsam entwickelt wurde. Die Modellbezeichnung GT bedeutet Gran Turismo, der Werkscode lautet K71.

Technische Daten[Bearbeiten]

Antrieb[Bearbeiten]

Der wassergekühlte Zweizylindermotor erzeugt aus 798 cm³ Hubraum eine Nennleistung von 66 kW (90 PS) und ein maximales Drehmoment von 86 Nm bei einer Drehzahl von 5800 min-1.

Die zwei Zylinder des Reihenmotors haben eine Bohrung von 82 mm Durchmesser, die Kolben einen Hub von 75,6 mm bei einem Verdichtungsverhältnis von 12:1. Der Zylinderkopf des Viertaktmotors hat zwei zahnradgetriebe, obenliegende Nockenwellen (DOHC), welche über Schlepphebel zwei Einlass- und zwei Auslassventile ansteuert.

Das Motorrad beschleunigt in 4,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h.

Kraftübertragung[Bearbeiten]

Der Primärtrieb erfolgt über Zahnräder. Die Krafttrennung erfolgt durch eine mechanisch betätigte Mehrscheibenkupplung im Ölbad, die Drehmomentumwandlung durch ein klauengeschaltetes Getriebe mit sechs Gängen. Der Sekundärantrieb erfolgt über einen Zahnriemen.

Elektrische Anlage[Bearbeiten]

Die Starterbatterie hat eine Kapazität von 12 Ah und versorgt den elektrischen Anlasser. Die Lichtmaschine erzeugt eine elektrische Leistung von 400 Watt.

Kraftstoffversorgung[Bearbeiten]

Die Gemischbildung erfolgt durch eine elektronische Kraftstoffeinspritzung mit digitaler Motorelektronik (BMS-K+).

Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch beträgt 4,3 Liter auf 100 km bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h. Der Kraftstofftank ist unter der Sitzbank angeordnet und hat ein Volumen von 15 Liter, davon sind 3 Liter Reserve. Der Hersteller empfiehlt die Verwendung von bleifreiem Motorenbenzin mit einer Klopffestigkeit von mindestens 95 Oktan. Die Abgasnachbehandlung erfolgt durch einen geregelten Drei-Wege-Katalysator und unterschreitet die Schadstoffgrenzwerte der Abgasnorm Euro-3.

Fahrwerk[Bearbeiten]

Das Fahrwerk baut auf einem Brückenrahmen aus Aluminium auf und hat hinten eine Einarmschwinge aus Aluminiumguss mit Zentralfederbein. Das Vorderrad wird von einer Teleskopgabel mit 43 mm Standrohrdurchmesser und 125 mm Federweg geführt.

Am Vorderreifen verzögert eine hydraulisch betätigte Doppelscheibenbremse mit Vier-Kolben-Bremssattel, hinten eine Scheibenbremse mit Ein-Kolben-Schwimmsattel. Ein serienmäßiges Antiblockiersystem unterstützt die Verzögerung an beiden Bremsen. BMW bietet optional eine elektronische Fahrwerksanpassung (engl. Electronic Suspension Adjustment, EAS) und eine Antischlupfregelung mit der Bezeichnung Automatische Stabilitäts Control (ASC) an.

Modellentwicklung[Bearbeiten]

Gegenüber dem Vorgängermodell BMW F 800 ST wurde die Nennleistung durch eine geänderte Motorabstimmung um 3,5 kW (5 PS) erhöht. Eine neue Vollverkleidung bietet einen verbesserten Wind- und Wetterschutz. Die maximale Zuladung wurde um 11 kg auf 207 kg erhöht. Die Felgen haben ein um 820 Gramm gewichtsoptimiertes Design. Die Schwinge wurde um 50 mm verlängert, die Gabel um 15 mm verkürzt und die Sitzhöhe auf 800 mm verringert.

Kritiken[Bearbeiten]

„Aus der F 800 ST wird die F 800 GT. Als Antrieb dient weiterhin der 0,8-Liter-Zweizylinder-Reihenmotor mit nun 66 kW/90 PS statt vormals 62 kW/85 PS. Neu sind unter anderem die Vollverkleidung mit Wind- und Wetterschutz, Räder sowie ein Gepäcksystem.“

Focus[2]

„Letztlich ist die F 800 GT ein richtig guter Sporttourer, der bezüglich des Langstreckenkomforts und der Reisetauglichkeit ordentlich optimiert wurde, ohne den Grundcharakter der ST zu verfälschen. Guten Gewissens kann man den sportlichen Tourenfahrer auf die neue BMW setzen, die mit ihrem 15-Liter-Tank und dem vermutlich fast unverändert gebliebenen niedrigen Verbrauch einer erneuten Tour in den Süden mit anschließender Kurventurnerei als Allerletzte im Wege steht.“

Engwer Roman: Motorrad[3]

„Was wiederum bestens dazu passt, dass sich die GT mit zunehmendem Tempo immer wohler fühlt. Sie ist kein Handling-Wunder, will und kann es auch gar nicht sein, doch wer sie mit klarer Ansage durch Winkelwerk führt, wird von ihrer Neutralität, Zielgenauigkeit und Schräglagenfreiheit sowie den bestens mit dem GT-Charakter harmonierenden Metzeler Z8 begeistert sein.“

Klaus Herder: bma[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Wagner, Thomas Schneider: BMW nennt Preise für den F 800 GT und der Neuauflage der R 1200 GS. In: Motorvision TV. 14. Dezember 2012, abgerufen am 9. März 2013.
  2. Reisefertiger Twin. In: Focus. 13. November 2012, abgerufen am 1. Dezember 2012.
  3. Engwer Roman: Der neue Sporttourer von BMW im Test. In: Motorrad. 3. Januar 2013, abgerufen am 20. Februar 2013.
  4. Klaus Herder: BMW F 800 GT Modell 2013. In: bma, Ausgabe 4/2013. Abgerufen am 26. November 2013.