BMW M

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
BMW M GmbH
BMW-M-Markenlogo
Rechtsform GmbH
Gründung 1972
Sitz München
Leitung Dr. Friedrich Nitschke[1]
Bilanzsumme 211 Mio. Euro (2007)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Automobil
Website bmw.com

Die BMW M GmbH ist ein 1972 als BMW Motorsport GmbH gegründetes Tochterunternehmen des Automobilherstellers BMW. Es ist verantwortlich für die Entwicklung und Produktion der leistungsstarken BMW M-Automobile, die Individualisierung aller BMW-Modelle (BMW Individual), sowie für die Veranstaltung der BMW Fahrer-Trainings.

Geschichte[Bearbeiten]

Eines der ersten Ergebnisse der M GmbH war der unter wesentlicher Mithilfe von Alpina gebaute BMW 3.0 CSL. Dieses deutlich erleichterte Modell des BMW E9 war ein erfolgreicher erster Schritt.

Auf Basis des 1972 von BMW entwickelten Prototypen BMW Turbo wollte der Münchener Automobilhersteller dann einen Sportwagen produzieren, welcher vor allem für die Teilnahme an Motorsport-Veranstaltungen vorgesehen war. Da zu diesem Zeitpunkt italienische Sportwagen den Rennsport dominierten, entschied man sich bei BMW zuerst, das Know-how der italienischen Sportwagen-Schmiede Lamborghini zu nutzen und das Modell dort entwickeln zu lassen. Allerdings führten kurz darauf industrielle Unstimmigkeiten zum Umdenken. BMW traf die Entscheidung, das Fahrzeug komplett in Eigenregie zu bauen, und gründete daraufhin 1972 die BMW Motorsport GmbH.

Jochen Neerpasch leitete von 1973 bis 1979 als Vorsitzender der Geschäftsführung die BMW Motorsport GmbH. Rennsportkollege Martin Braungart, der im Frühjahr 1972 zusammen mit Jochen Neerpasch in der BMW Motorsport GmbH anfing, war von 1972 bis 1979 Technischer Leiter der BMW Motorsport GmbH und von 1977 bis 1979 als Projektverantwortlicher zuständig für die Gesamtentwicklung des Straßenfahrzeuges BMW M1, welches als Basisfahrzeug für künftige Renneinsätze vorgesehen war.

1992 wurde die BMW Individual Geschäftsgruppe in die BMW Motorsport GmbH integriert und 1993 erfolgte die Umbenennung des Unternehmens in BMW M GmbH, Gesellschaft für individuelle Automobile.

Motorsport[Bearbeiten]

BMW 3.0 CSL mit Chris Amon 1973
Nelson Piquet 1980 im BMW M1

Noch während der Entwicklung des neuen Rennsportwagens, welcher später den Namen M1 bekommen sollte, modifizierte die M GmbH Serienwagen für den Motorsport-Einsatz. Schon 1972 wurde das Modell BMW 2002 für den Einsatz bei Rallyes umgebaut. Der Durchbruch gelang ein Jahr später, als die Werksfahrer Hans-Joachim Stuck und Chris Amon mit einem BMW 3.0 CSL den großen Preis der Tourenwagen auf dem Nürburgring gewannen. In der Tourenwagen-Klasse des 24-Stunden-Rennens von Le Mans hieß der Sieger kurz darauf ebenfalls BMW. Mit insgesamt 6 Europameistertiteln wurde der 3.0 CSL der erfolgreichste Tourenwagen der 1970er. Eingesetzt wurden die Wagen neben dem Werksteam von Alpina, Schnitzer, Koepchen oder GS-Tuning.

1978 erblickte dann der erste eigenständige Rennsportwagen der M GmbH das Licht der Welt. Ursprünglich war der M1 für den Einsatz in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft geplant. Da es aber zu oben genannten Verzögerungen der Entwicklung kam, war eine Beteiligung an dieser Rennserie nicht mehr möglich. In Zusammenarbeit mit Bernie Ecclestone und Max Mosley wurde kurz darauf die Procar-Serie gegründet, welche im Vorfeld vieler Formel 1-Rennen stattfand und nur mit M1-Rennversionen bestückt war. Da ein Rennsport-Einsatz aber nur für Fahrzeuge der Serienproduktion möglich war, produzierte und verkaufte die M GmbH rund 450 Stück einer abgespeckten Straßenversion.

Ab 1980 entwickelte die M GmbH Motoren für den Einsatz in der Formel 1. 1982 debütierte der BMW-Turbomotor M12/13 in einem Brabham Formel 1-Rennwagen. Bereits in der Formel 1-Saison 1983 gelang BMW mit dem britischen Team und dem Fahrer Nelson Piquet der erste Formel 1-Weltmeistertitel mit einem Turbomotor.

Bis zum heutigen Tag sind Fahrzeuge der BMW M GmbH auf der ganzen Welt erfolgreich im Motorsport im Einsatz. Auch der erfolgreichste Tourenwagen der bisherigen Motorsportgeschichte stammt aus München: der BMW M3.

BMW Art Cars[Bearbeiten]

Hauptartikel: BMW Art Car

Von Andy Warhol gestalteter BMW M1

Die Idee, Autos von namhaften Künstlern gestalten zu lassen, hatte der französische Kunstauktionator und Rennfahrer Hervé Poulain. Aufgrund seiner Initiative bemalte Alexander Calder 1975 einen Rennwagen BMW 3.0 CSL. Ein Jahr später gestaltete der New Yorker Künstler Frank Stella einen BMW mit dem für ihn typischen Rastermuster. Diese beiden Fahrzeuge nahmen an den 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1975 und 1976 teil. Ebenfalls in Le Mans traten die später entworfenen BMW Art Cars von Roy Lichtenstein (1977), Andy Warhol (1979) und Jenny Holzer (1999) an.

Weitere Wagen wurden gestaltet von A. R. Penck, Robert Rauschenberg, Ernst Fuchs, Ken Done, Michael Nelson Jakamarra, Matazo Kayama, César Manrique, Esther Mahlangu, Sandro Chia sowie David Hockney.[2]

Im Jahre 2010 entwarf Jeff Koons für BMW das bislang letzte Art Car, ein BMW M3 GT2. Dieser Wagen nahm mit den Fahrern Dirk Müller, Andy Priaulx und Dirk Werner am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Grunert und Florian Triebel: Das Unternehmen BMW seit 1916. BMW Group Mobile Tradition, München 2006, ISBN 3-932169-46-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BMW M – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dr. Friedrich Nitschke, BMW Group, ab 01.05.2011 Vorsitzender der Geschäftsführung der BMW M GmbH. Pressemeldung. BMW Group PressClub Deutschland, 4. April 2011, abgerufen am 9. Januar 2013.
  2. BMW Art Car Tour (BMW Group). bmw-artcartour.com, abgerufen am 9. Januar 2013.