BMW M20

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
BMW
M20 BMW e30 PL.JPG
M20
Hersteller: BMW
Produktionszeitraum: 1977–1992
Bauform: Reihensechszylinder
Motoren: 2,0 L (1990 cm³)
2,3 L (2316 cm³)
2,5 L (2494 cm³)
2,7 L (2693 cm³)
Nachfolgemodell: BMW M50

BMW M20 ist die interne Bezeichnung für eine Baureihe von Verbrennungsmotoren (Ottomotoren) aus dem Hause BMW.

Der M20 ist ein Sechszylinder-Reihenmotor mit 2 bis 2,7 Litern Hubraum. Er wurde Mitte der 1970er Jahre als „kleiner“ Sechszylinder entwickelt, da der ab 1968 gebaute „große“ Sechszylinder M30 aufgrund seiner Abmessungen nicht für den BMW 3er geeignet war. Erstmals eingesetzt wurde der M20 unter der Bezeichnung M60 (nach dem alten Versionsnummernsystem) ab 1977 im 320 (E21) und 520 (E12). Der M20 ersetzte in den BMW 3er und 5er die seit 1961 gebauten Vierzylindermotoren M10 mit zwei Litern Hubraum, die noch bis 1987 für die kleineren Hubräume weiter im Programm waren.

Der M20 wurde bis zur Einstellung des E30-Cabrios 1993 produziert. Nachfolger war ab 1990 gebaute und deutlich modernere BMW M50-Sechszylinder mit Vierventiltechnik.

Erstmals bei BMW wurde die obenliegende Nockenwelle mittels Zahnriemen statt Kette angetrieben. Die Nockenwelle im Querstrom-Zylinderkopf aus einer Aluminiumlegierung betätigt über Kipphebel je 2 V-förmig hängende Ventile pro Zylinder. Der Motorblock ist aus Grauguss.

Zur Gemischaufbereitung dient je nach Alter, Größe und Baureihe zu Anfang ein Vergaser (320/6 bzw. 520/6) und später eine mechanische (K-Jetronic) bzw. elektronische (L-Jetronic/Motronic) Benzineinspritzung in den Modellen 320i/323i/325i/520i/525i. Es gab ihn in verschiedenen Hubraum-Varianten, angefangen von 2,0l über 2,3l und 2,5l bis hin zu 2,7l (325eta/525eta) und Leistungen von 90 kW (122 PS) bis 125 kW (171 PS). Alpina, Schnitzer und Hartge boten den Motor leistungsgesteigert mit bis zu 210 PS an.

Markenzeichen dieses Aggregates mit Einspritzung ist die gegossene Ansaugbrücke und die damit realisierte Schwingrohraufladung, bei der die Eigenschwingung der Luftsäule in einem engen Drehzahlbereich wie eine leichte Aufladung wirkt. Diese Ansaugbrücke unterscheidet sich in den jeweiligen Hubraumvarianten nur minimal. Größere, wenngleich nicht auf den ersten Blick sichtbare Änderungen erfuhr sie bei den eta-Versionen. Charakteristisch für die Motorenreihe ist ferner der Antrieb der obenliegenden Nockenwelle mittels Zahnriemen anstelle des sonst verwendeten Kettentriebs.

Bekannt geworden sind die Motoren der M20-Baureihe durch ihren seidenweichen, turbinenartigen, absolut vibrationsfreien Lauf. Der M20 gilt, regelmäßige Wartung und langsames Warmfahren vorausgesetzt, als ein langlebiger Motor. Er wurde jedoch auch durch seine beiden Schwachpunkte im negativen Sinne bekannt: Zum einen der Zahnriemen des Nockenwellenantriebs, der bei vernachlässigter Wartung sehr schnell reißt, zum anderen neigt der Zylinderkopf des Reihensechszylinders bei ungleichmäßiger Durchwärmung zu Rissen am Nockenwellenlager zwischen dem 5. und 6. Zylinder und weitergehend um das Einlassventil des fünften Zylinders in den Wasserkanal.

Interessant ist der Vergleich der im E30 bzw. E28 zeitgleich angebotenen Einspritz-Versionen zwischen der hubraumschwächsten mit 2,0l und der hubraum-, allerdings nicht leistungsstärksten Version mit 2693 cm³, da beide über die in etwa gleiche Leistung, aber eine grundverschiedene Motorcharakteristik verfügen. Anfänglich wurden im 320i, 520i und dem 525e 92 kW/125 PS ausschließlich die hochverdichteten Motoren ohne werksseitig vorgesehenem Katalysator angeboten. Diese Versionen sind erkennbar an der einflutigen Abgasanlage genau wie die später eingeführten, für den Katalysatoreinsatz vorgesehenen und niedrigverdichteten Versionen mit 90 kW/122 PS im 325e und 525e.

Kurz vor Ende des Einsatzes im E30 (325e nur bis zur großen Modellpflege 1987 erhältlich) und E28 wurden ebenfalls niedrigverdichtete Varianten mit 95 kW (129 PS) im 320i/325e bzw. 520i/525e hergestellt. Sie sind erkennbar an der zweiflutigen Abgasanlage. Durch den großen Hubraum hat die eta-Version bei niedrigen Drehzahlen ein erheblich höheres Drehmoment. Den Maximalwert von 178 Nm des 2,0l-Motors erreicht der 2,7l bereits unterhalb 1000 Umdrehungen pro Minute, der Maximalwert liegt bei 240 Nm bei 3250/min und damit in etwa auf der Höhe des seinerzeit im 528i bzw. 728i angebotenen „großen“ M30-Sechszylinder mit 2,8 Litern Hubraum, welcher allerdings eine deutlich höhere Leistung (135 kW/184 PS bei 5400/min) erreicht. Durch die Auslegung auf mehr Hubraum, aber dafür kleineren Drehzahlen kann der Motor sehr sparsam gefahren werden. Da er allerdings nicht dem BMW-typischen Charakter von drehzahlfreudigen Motoren entspricht, hielt sich der Markterfolg des 325eta-Modells in Grenzen (Stückzahl: 175.508).

Vom M20 abgeleitet wurde der Dieselmotor BMW M21 mit 2443 cm³ Hubraum. Diesen gab es in der normalen Saugvariante mit 63 kW/86 PS im E30 324d und die E28 524d. Die aufgeladene Turboversion mit 85 kW/115 PS wurde im E30 324td touring, E28/E34 524td angeboten.

Ebenfalls 2,7 Liter Hubraum hatten die seltenen im Alpina C2 und B3 verbauten M20-Versionen.

Der M20 wurde ab Mai 1990 im BMW E34 (520i/525i) durch den M50-Motor mit Hydrostößeln und Kettenantrieb der Nockenwelle ersetzt, dessen wesentliche Neuerung die Vierventiltechnik und die damit verbundene Leistungssteigerung war.

Der M20 wurde in der E30-Limousine bis 1991 und im Cabrio und Touring noch bis 1993 verwendet.

Der E30-Nachfolger E36 erhielt schon ab Produktionsbeginn 11/1990 die M50-Motoren mit 2,0 bzw. 2,5l Hubraum in den Modellen 320i und 325i.

1984–1987 M20 Bosch Motronic M1.0 – 1987–1991 M20 Bosch Motronic M1.1 – 1987–1991 M20 Bosch Motronic M1.3

Daten[Bearbeiten]

Motor Hubraum Bohrung × Hub Ventile/Zyl. Verdichtung Leistung bei 1/min Drehmoment bei 1/min Bauzeit
M20B20VE 2,0l (1990 cm3) 80,0 mm × 66,0 mm 2 9,2:1 90 kW (122 PS) bei 6000 163 Nm bei 4000 1977–1982
M20B20 2,0 l (1990 cm3) 80,0 mm × 66,0 mm 2 9,8:1 92 kW (125 PS) bei 5800 170 Nm bei 4000 1983–1985
80,0 mm × 66,0 mm 2 9,8:1 95 kW (129 PS) bei 6000 174 Nm bei 4000 1985–1990
M20B20 Kat 2,0 l (1990 cm3) 80,0 mm × 66,0 mm 2 8,8:1 95 kW (129 PS) bei 6000 164 Nm bei 4300 1986–1992
M20B23 2,3 l (2316 cm3) 80,0 mm × 76,8 mm 2 9,8:1 102 kW (139 PS) bei 5300 205 Nm bei 4000 1983–09/1983
80,0 mm × 76,8 mm 2 9,8:1 110 kW (150 PS) bei 6000 205 Nm bei 4000 09/1983–1985
80,0 mm × 76,8 mm 2 9,5:1 105 kW (143 PS) bei 6000 176 Nm bei 4500 1978–1982
M20B25 2,5l (2494 cm3) 84,0 mm × 75,0 mm 2 9,7:1 126 kW (171 PS) bei 5800 226 Nm bei 4000 1985–1986
M20B25 Kat 2,5l (2494 cm3) 84,0 mm × 75,0 mm 2 8,8:1 125 kW (170 PS) bei 5800 222 Nm bei 4300 1986–1991
M20B27 2,7 l (2693 cm3) 84,0 mm × 81,0 mm 2 11,0:1 92 kW (125 PS) bei 4250 240 Nm bei 3250 1984–1985
84,0 mm × 81,0 mm 2 9,0:1 90 kW (122 PS) bei 4250 230 Nm bei 3250 1985–1987
84,0 mm × 81,0 mm 2 8,5:1 95 kW (129 PS) bei 4800 230 Nm bei 3200 1987–1988

Verwendung[Bearbeiten]

Motorcode Produktionsbeginn Produktionsende Leistung Gemischaufbereitung Verwendung
M60/2 M20B20VE 09/1977 1982 122 PS Doppelregistervergaser
Solex 4A1
E21 320
E12 520
M60 M20B20KE 09/1981 07/1985 125 PS K-Jetronic E30 320i
E28 520i
M60 M20B20LE 09/1982 07/1985 125 PS LE-Jetronic E30 320i
E28 520i
M20B20LE 09/1982 07/1985 125 PS L-Jetronic E30 320i
E28 520i
M20B20Kat 09/1986 1991 129 PS Bosch Motronic DME1.1 E30 320i
E28 520i
E34 520i
M60/5 M20B23LE 1983 1985 139 PS Bosch L-Jetronic E30 323i
M60/5 M20B23KE 02/1978 1982 143 PS K-Jetronic E21 323i
M20B23LE 1983 1985 150 PS Bosch L-Jetronic E30 323i
M20B25 1985 1986 171 PS Bosch ME Motronic E30 325i/iX
M20B25Kat 1986 1992 170 PS Bosch DME 1.3 E30 325i/iX
Z1
E34 525i
M20B27ME 1983 1984 125 PS Bosch DME ML1 E28 525e
M20B27Kat 1984 1986 122 PS Bosch DME ML E30 325e
E28 525e
M20B27Kat 1986 1988 129 PS Bosch DME1.1 E30 325e
E28 525e