BMW i3

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BMW i
BMW i3

BMW i3

i3
Verkaufsbezeichnung: BMW i3
Produktionszeitraum: seit 2013
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Elektromotor:
125 kW
+ Ottomotor (Range Extender, optional):
0,65 Liter (25 kW)
Länge: 3999 mm
Breite: 1775 mm
Höhe: 1578 mm
Radstand: 2570 mm
Leergewicht: 1270–1390 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines
Sterne im Euro NCAP-Crashtest[1] Crashtest-Stern 4.svg
Heckansicht
Laden des i3
Cockpitansicht

Der BMW i3 (Entwicklungscode I01)[2] ist ein Elektroauto des Automobilherstellers BMW. Er ist Teil der 2010 neu gegründeten Submarke BMW i und das erste Großserienfahrzeug mit einer Fahrgastzelle aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK).

Als Antrieb dient ein Elektromotor mit 125 kW (170 PS). Die Reichweite im genormten Fahrzyklus beträgt 190 km.

Optional ist zur Erhöhung der Reichweite ein mit Benzin betriebener Range Extender mit 25 kW (34 PS) verfügbar. Während dessen Nutzung arbeitet der Antrieb nach dem Prinzip des seriellen Hybridantriebes.

Die Produktion begann im September 2013 im BMW-Werk Leipzig.[3] Der Verkauf startete in Deutschland am 16. November 2013[4] und in den USA am 2. Mai 2014.[5]

Allgemein[Bearbeiten]

Der BMW i3 ist rund 4 Meter lang und hat vier Sitzplätze. Er besteht aus einem Fahrgestell aus Aluminium und einer Fahrgastzelle aus Kunststoff (CFK). Diese Werkstoffkombination ist leichter als eine Ganzstahlkarosserie, so dass das Gesamtgewicht des Fahrzeuges trotz der schweren Traktionsbatterie auf dem Niveau ähnlicher Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor liegt. Die Außenhaut besteht mit Ausnahme des Daches aus thermoplastischen Elastomer (PP/EPDM). 25 Prozent der thermoplastischen Außenteile bestehen aus erneuerbaren Ressourcen oder wurden recycelt. Das Dach besteht aus recyceltem CFK.[6] Instrumententafel und Türverkleidungen werden aus Naturfasern hergestellt.[7]

Das Fahrzeug bietet einen 260 l großen Kofferraum der durch Umklappen der Rücksitzlehen zu einer ebenen Ladefläche mit 1100 l Ladevolumen erweitert werden kann.[8] Zusätzlich befindet sich vorne im Fahrzeug unter der Frontklappe ein weiterer kleiner Stauraum. Da hier kein Motor vorhanden ist, dem Kühlluft zugeführt werden muss, ist die BMW-Niere vollständig geschlossen, je nach Außenfarbe wird sie zusätzlich von einem farbigen Akzent in Blau oder Grau hervorgehoben.

Bedingt durch den Einbau der Batterien im Fahrzeugboden ist der BMW i3 relativ hoch, hat aber einen tiefen Schwerpunkt. Die Sitzposition entspricht etwa der in einem SUV. Das Fahrzeug hat keine B-Säule, sondern sogenannte Portaltüren, wobei die vorderen Türen beim BMW i3 deutlich größer als die hinteren sind. Die Sicherheitsgurte für die Frontinsassen sind an den hinteren Türen befestigt.

Im Innenraum ist unterhalb des Armaturenbretts keine Mittelkonsole vorhanden, was relativ viel Beinfreiheit für die Frontpassagiere bedeutet. Mit einem Drehknopf an der Lenksäule wird die Fahrtrichtung gewählt (der Motor ist umsteuerbar, kein Rückwärtsgang). Die vorderen Sitze und die Lenksäule sind verstellbar. Auf dem Armaturenbrett befinden sich zwei Displays, eines in der Mitte, das andere direkt vor dem Fahrer. Die Bedienung erfolgt hauptsächlich über einen zentralen Dreh-Drückschalter (iDrive). Zusätzlich sind in der Mitte des Armaturenbrettes einige Tasten für Radio und Klimaanlage angebracht.

Technik[Bearbeiten]

Elektromotor und Fahrleistungen[Bearbeiten]

Der Elektromotor zum Antrieb wurde von BMW selbst entwickelt und wiegt etwa 50 kg.[9] Er ist auf der Fahrerseite, unterhalb des Kofferraumbodens, oberhalb der Hinterachse eingebaut. Es handelt sich um einen Hybrid-Synchronmotor mit einer Spitzenleistung von 125 kW (170 PS) und einem Drehmoment von 250 Nm. Der Antrieb erfolgt über eine einstufige Getriebeuntersetzung auf die Hinterräder.

Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs wird auf 150 km/h begrenzt, von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Wagen in 7,2 Sekunden. Der durchschnittliche Energieverbrauch im Fahrzyklus beträgt 12,9 kWh auf 100 km. Die Reichweite soll damit rund 130 bis 160 km, mit einem „Eco Pro+“ genannten Energiesparmodus rund 200 km betragen.

Range Extender[Bearbeiten]

Optional wird ab 2014 auch ein mit Benzin betriebener Range Extender lieferbar sein. Ein wassergekühlter Zweizylinder-Reihenmotor erzeugt aus 647 cm³ Hubraum eine Nennleistung von 25 kW (34 PS) und ein maximales Drehmoment von 55 Nm, jeweils bei einer Drehzahl von 4300/min. Die zwei Zylinder haben eine Bohrung von 79 mm Durchmesser, die Kolben einen Hub von 66 mm bei einem Verdichtungsverhältnis von 11,6:1. Der Zylinderkopf hat zwei kettengetriebene, obenliegende Nockenwellen, die über Tassenstößel zwei Einlass- und zwei Auslassventile pro Zylinder ansteuern. Der gleiche Motor wird in einer leistungsstärkeren Version bereits seit 2012 in den Motorrollern BMW C 650 GT und BMW C 600 Sport verwendet.

Bei Bedarf lädt der Range Extender über einen Generator den Akkumulator und verlängert mit seinem 9-Liter-Tank die Reichweite um etwa 120-150 km. Der Tank ist im vorderen Bereich des Fahrzeuges untergebracht.[10] Der Range Extender kann manuell gestartet werden. Er springt automatisch an, wenn der Ladezustand des Akkumulators eine bestimmte Schwelle unterschreitet und dient ausschließlich dem Aufladen des Akkumulators. In diesem Fahrmodus wird die Leistung des Elektromotors elektronisch begrenzt. Der Range Extender ist in erster Linie dazu gedacht, die nächste elektrische Ladestation sicher erreichen zu können.[11] Der Aufpreis für die Reichweitenverlängerung beträgt 4500 Euro.[12]

Batterie und Aufladung[Bearbeiten]

Ein i3 an der i Wallbox

Als Traktionsbatterie sind im Fahrzeug 96 großformatige Lithium-Ionen-Akkumulatorzellen in 8 Modulen mit einer Nennspannung von 360 Volt vom Zulieferer Samsung SDI eingebaut[13], die einen Energiegehalt von 21,6 kWh haben, von denen 18,8 kWh nutzbar sind. Die Batterie ist im Fahrzeugboden unter den Passagieren eingebaut.

Das Aufladen mit Hilfe des serienmäßigen ICCB-Ladekabels an einer haushaltsüblichen 230-V-Steckdose dauert 6 bis 8 Stunden. Als Zubehör ist eine Wand-Ladestation ("Wallbox") mit maximal 4,6 kW lieferbar, die die Ladedauer bis zu 30 % verkürzt. Sie benötigt einen mit 20 A abgesicherten einphasigen 230-V-Anschluss.[14]

Eine Gleichstrom-Schnellladung mit einer Leistung von 50 kW auf 80 % dauert weniger als 30 Minuten.

Die fahrzeugseitige Ladebuchse ist nach dem Combined Charging System aufgeführt. Sie enthält die Ladebuchse Typ 2. Dieser wurde von der EU als einheitlicher Normstecker für Elektrofahrzeuge eingeführt.

In Zusammenarbeit mit Vattenfall will BMW verschlissene Traktionsbatterien im „Second-Life“ nutzen. BMW und Vattenfall testen ab Ende 2013 in der Hamburger HafenCity, wie ausgediente Batteriespeicher aus Elektrofahrzeugen weiterverwendet werden könnten, beispielsweise als Leistungspuffer für Schnell-Ladestationen, die das Stromnetz entlasten.[13]

Karosseriewerkstoff CFK[Bearbeiten]

CFK wird unter anderem im Motorsport und für Rotorblätter von Windkraftanlagen verwendet. Problematisch ist, dass kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff derzeit noch mehrfach teurer ist als Stahl. Während andere Hersteller auf konventionelle Materialien setzen, will BMW die Kosten von Teilen aus CFK durch die Serienproduktion auf ein Zehntel senken.

Die Firma SGL Carbon, die aus dem Chemieriesen Hoechst hervorgegangen ist, produziert die Fasern in einer Fabrik in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington, wo die Energiekosten niedrig sind.[15]

Im oberpfälzischen Wackersdorf werden die Gelege hergestellt; es werden Hallen des früheren Geländes der WAA genutzt; auf 7500 Quadratmetern werden hierfür vier Wirkmaschinen arbeiten.

Die Verwendung von CFK als Karosseriewerkstoff in der Serienproduktion für den i3 ist bei BMW jedoch kein Neuland: Im BMW-Werk Landshut werden bereits seit dem Jahr 2010 Pressen eingesetzt, um die CFK-Dächer für den BMW M3 herzustellen. Mit Investitionen von 40 Millionen Euro sollen in Zukunft drei große Pressen betrieben werden, die aus den in Harz getränkten Gelegen bei 100 °C innerhalb von zehn Minuten Karosserieteile produzieren. Bisher waren dazu geschlossene Öfen mit Temperaturen von 500 °C und mehrere Stunden nötig. Die Neuerung betrifft die Zusammensetzung des Harzes und den größeren Druck.

Reifen[Bearbeiten]

Um den Rollwiderstand zu minimieren, ist der BMW i3 mit recht großen, aber schmalen Reifen ausgestattet. Serienmäßig wird er mit der Reifendimension 155/70 R19 ausgeliefert. Die Version mit Range Extender ist serienmäßig mit breiteren Reifen an der Hinterachse ausgestattet. Optional sind für beide Versionen auch 20-Zoll-Räder erhältlich.

Technische Daten[Bearbeiten]

BMW i3 ohne Range Extender BMW i3 mit Range Extender
Spitzenleistung Elektromotor in kW (PS) 125 (170) 125 (170)
Nennleistung/Nenndrehzahl Elektromotor in kW (PS) bei 1/min 75(102) / 4800 75(102) / 4800
Max. Drehmoment Nm Elektromotor 250 250
Nennleistung/Nenndrehzahl Ottomotor in kW (PS) bei 1/min - 25 (34) / 4300
Max. Drehmoment/Drehzahl Ottomotor Nm bei 1/min - 55 / 4300
Beschleunigung 0-100 km/h in s 7,2 7,9
Höchstgeschwindigkeit in km/h (abgeregelt) 150 150
Energieverbrauch (NEFZ) in kWh/100km 12,9 13,5
Batteriekapazität (netto) kWh 18,8 18,8
Elektrische Reichweite (NEFZ) in km 190 170
Praxisnahe elektrische Reichweite in km 130-160 120-150
Praxisnahe Zusatzreichweite durch Range Extender in km 0 120-150
Praxisnahe Gesamtreichweite in km 130-160 240-300
Maximale Gesamtreichweite (effizientester Fahrmodus) in km bis zu 200 bis zu 340
Ladezeit CCS (DC-Schnellladen) in h 0,5 0,5
Ladezeit Stecker Typ2 (AC-Laden mit Wand-Ladestation) in h 3-6 3-6
Ladezeit mit ICCB (z.B. Haushaltssteckdose) in h 6-8 6-8
Leergewicht in kg 1.270 1.390
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 1.620 1.730
Zuladung in kg 425 415

Entwicklung und Vertrieb[Bearbeiten]

Der BMW i3 ist aus dem Projekt „Megacity Vehicle“ (MCV) von BMW und SGL Carbon zur Verringerung des Gewichts zukünftiger Autos hervorgegangen. Das Konzeptfahrzeug BMW i3 Concept wurde auf der IAA 2011 erstmals öffentlich gezeigt. BMW-Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer sagte im September 2011, er wolle das neue Elektroauto i3 in Großserie fertigen und zu einem bezahlbaren Preis auf den Markt bringen: „Der i3 wird günstiger als ein 5er-BMW sein“, so Reithofer.[16] Das Konzeptfahrzeug wurde mit tief verglasten Türen vorgestellt, die jedoch nicht in die Serienproduktion übernommen wurden. Die Vorstellung der Serienversion fand am 29. Juli 2013 statt.[17] Die Produktion in Leipzig startete am 18. September 2013.[18] BMW bringt den elektrischen Kleinwagen in Deutschland in vier unterschiedliche Interieurversionen Atelier, Loft, Lodge und Suite ab 34.950 Euro auf den Markt.

Die Fahrzeuge werden unter der Submarke BMW i angeboten, im Rahmen des Projekts entsteht auch ein „BMW i8“ genannter Hybrid-Sportwagen. Der Vertrieb erfolgt über 33 BMW-Partner und 14 Niederlassungen, die direkt von BMW ausgewählt wurden und spezielle Verträge erhalten. Für Reparaturen von Unfallschäden an den neuen Karosserien sind in Deutschland drei Carbon-Center geplant.[19]

In den USA erfolgte die Markteinführung im Mai 2014.

Galerie[Bearbeiten]

Konzeptfahrzeug[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BMW i3 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Crash-Test BMW i3 (2013)
  2. BMW Fahrzeug Codes (Entwicklungscodes) aufgerufen am 7. Juni 2014
  3. Am 29. Juli stellt BMW sein Elektroauto i3 der Öffentlichkeit vor. www.mein-elektroauto.com, abgerufen am 1. Juli 2013.
  4. Verkaufsstart BMW i3: Wendig, fix und ein wenig filzig
  5. Pressemitteilung BMW USA, abgerufen am 3. Mai 2014.
  6. BMW Medieninformation 09/2013
  7. Spiegel.de, 14. März 2013: Hanffasern im Autobau: Gib Gras
  8. Stern.de, 10. Juli 2013: Die bayerische Strom-Revolution, aufgerufen 7. Oktober 2013
  9. http://www.springerprofessional.de/born-electric-bmw-i3-weltpremiere-in-new-york-london-und-peking/4591512.html
  10. http://www.springerprofessional.de/born-electric-bmw-i3-weltpremiere-in-new-york-london-und-peking/4591512.html
  11. John Voelcker: BMW i3 Electric Car: ReX Range Extender Not For Daily Use?. Green Car Reports. 12. März 2013. Abgerufen am 12. März 2013.
  12. Autogramm BMW i3: Bleibt alles anders bei Spiegel Online, abgerufen 10. Okt. 2013
  13. a b Batteriezukunft.de, September 2013: Batterie-Recycling: Akkus des BMW i3 sollen im Second-Life Stromnetz entlasten, aufgerufen 2. Oktober 2013
  14. Komfortable Elektromobilität - immer und überall. www.bmw.de, abgerufen am 29. Juli 2013.
  15. BMW Inaugurates a Factory for Electric Cars. The New York Times, 5. November 2010, abgerufen am 27. Dezember 2010 (englisch).
  16. i3 kostet weniger als ein 5er BMW. Handelsblatt Online, 7. September 2011, abgerufen am 7. September 2011.
  17. Am 29. Juli stellt BMW sein Elektroauto i3 der Öffentlichkeit vor. www.mein-elektroauto.com, abgerufen am 1. Juli 2013.
  18. BMW startet Serienproduktion des Elektrofahrzeugs i3
  19. BMW-i mit Agenturvertrag. Autohaus online, 17. Juli 2013, abgerufen am 17. Juli 2013.