BSH Bosch und Siemens Hausgeräte

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BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1967
Sitz München, Deutschland
Leitung Karsten Ottenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung[1]
Mitarbeiter 46.925 (Geschäftsbericht 2012)
Umsatz 10,5 Mrd. Euro (2013)[2]
Bilanzsumme 7,865 Mrd. Euro (2012)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Haushaltsgeräte
Website www.bsh-group.de

Die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH ist der größte Hausgerätehersteller in Europa und gehört zu den weltweit führenden Unternehmen der Branche. Der Konzern ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Robert Bosch GmbH und der Siemens AG und erzielte 2012 einen Umsatz von rund 9,8 Milliarden Euro. BSH hat 42 Fabriken in 13 Ländern in Europa, USA, Lateinamerika und Asien[3]. Zusammen mit einem Netz von Vertriebs- und Kundendienstgesellschaften sind rund 70 Gesellschaften in 50 Ländern mit über 46.000 Mitarbeitern für die BSH tätig, davon über 70 Prozent in Europa.

Das Produktportfolio umfasst das gesamte Spektrum moderner Hausgeräte. Es reicht von Herden, Backöfen und Dunstabzugshauben über Geschirrspüler, Waschmaschinen, Trockner, Kühl- und Gefrierschränke bis hin zu kleinen Hausgeräten (Consumer Products) wie Staubsaugern, Kaffeevollautomaten, Wasserkochern, Bügeleisen und Haartrocknern.

Marken[Bearbeiten]

Sie vertreibt neben den Hauptmarken Bosch und Siemens auch eine Reihe an Spezialmarken: Gaggenau, Neff, Thermador, Constructa, Viva, Ufesa, Junker und Zelmer. Ebenso vertreibt die BSH in verschiedenen Ländern Regionalmarken. Die Regionalmarken der BSH sind Pitsos, Coldex, Balay und Profilo.

Geschichte[Bearbeiten]

BSH-Zentrale in München-Neuperlach

Die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte (damals Bosch-Siemens Hausgeräte - BSHG) wurde 1967 als Joint-Venture von Robert Bosch (Stuttgart) und Siemens (München) gegründet. Zu diesem Zeitpunkt hatte die BSH Fabriken in Berlin, Giengen und Traunreut. 1976 beteiligte sich die BSH an Pitsos, Athen in Griechenland (BSH Ikiakes Syskeveses A.B.E.) und erweiterte die Anzahl der Produktionsstandorte um die Fabriken Dillingen und Athen.

1982 übernahm BSH die Marke Neff und gründete die Neff GmbH in München. Die Fabrikstandorte wurden um das Werk in Bretten erweitert. In Spanien beteiligte sich BSH 1988/89 an Balay in Saragossa und erwarb Safel in Pamplona und damit die Fabriken in Estella, Pamplona, Santander und Saragossa.

Im Bereich der kleinen Hausgeräte erweiterte sich die BSH im Jahre 1993 mit der Übernahme der Kleingerätefabrik, MGA Mali Gospodinski Aparati, Nazarje in Slowenien. 1994 gründete die BSH in China die BSW Household Appliances Co., als Joint-Venture mit der 'Wuxi Little Swan'-Gruppe und begann mit der Fertigung und dem Vertrieb von Waschmaschinen in Wuxi. Zudem wurde die Gaggenau Hausgeräte in Deutschland akquiriert. In Brasilien übernahm BSH in diesem Jahr auch das stimmberechtigte Kapital des brasilianischen Hausgeräteherstellers Continental 2001, São Paulo, fortan BSH Continental Eletrodomésticos (Verkauf der Tochter im Jahr 2009).

1995 übernahm BSH die Mehrheit der türkischen PEG Profilo Elektrikli Gereçler Sanayii A.Ş. in Istanbul. Hierdurch kam ein weiterer Produktionsstandort in der Türkei (Çerkezköy) zum Portfolio. In Deutschland kam die Fabrik in Nauen (Brandenburg) hinzu. 1996 wurde in China die BSY Cooling Appliances Co., Ltd, gegründet; heute heißt sie BSH Home Appliances Co., Ltd.. In Chuzhou in China wurden Kältegeräte gefertigt und vertrieben. In Peru wurde in diesem Jahr der Hausgerätehersteller Coldex, S.A., Lima mehrheitlich übernommen. Die Fertigungsstandorte Chuzhou (China), Lima (Peru) und Bad Neustadt (Deutschland) kamen hinzu. 1997/98 expandierte BSH vorwiegend in den USA. Es wurde die BSH Home Appliances Partnership in New Bern, die heutige BSH Home Appliances Corporation, damals Huntington Beach, seit 2012 Irvine, gegründet. Somit kam der Fertigungsstandort New Bern zu den Fabriken hinzu. Die Übernahme des amerikanischen Wärmegeräteherstellers Thermador in Huntington Beach folgte 1998. In Regensburg/Michalovce wurde 'EDS Electronics, Drives and Systems' übernommen. In Spanien wurde Ufesa, ein Hersteller kleiner Hausgeräte, übernommen. Weitere Fabrikstandorte in Polen (Łódź), Russland (Tschernogolowka), Slowakei (Michalovce), Spanien (Vitoria, Echarri-Aranaz) und USA (La Follette, Vernon) folgten.

2001 wurde in Thailand die BHST Washing Appliances Ltd., Kabinburi, als Joint-Venture mit der Hitachi-Gruppe gegründet. 2002 wurde in Thailand die Fabrik eröffnet. In New Bern (USA) wurde für ein neues Waschmaschinenwerk der Grundstein gelegt und in Polen (Łódź) eine neue Produktionsstätte für Geschirrspüler eröffnet.

2003 konnte die Herdeproduktion in den USA beginnen, ebenso die Produktion von Waschmaschinen und Trocknern. Außerdem bezog BSH eine neue Konzernzentrale in München-Neuperlach. 2004 wurden Anteile von Fedders bei der Produktion von Raum-Klimageräten in Spanien (Estella) übernommen. Für eine Trocknerfabrik in Polen (Łódź) wurde in diesem Jahr der Grundstein gelegt.

2005 kaufte BSH in Russland (Strelna bei Sankt Petersburg) ein Grundstück für eine Kältegerätefabrik. Ebenso wurde in China (Nanjing) der Grundstein für den Appliance Park gelegt und die neue Trocknerfabrik in Polen (Łódź) eröffnet. 2006 lief in der Türkei (Çerkezköy) die Produktion von Geschirrspülern an. 2007 wurde eine Kältegerätefabrik eröffnet und der Grundstein für eine Waschmaschinenfabrik in Russland (Sankt Petersburg) gelegt.

2011 wurde das neu erbaute Technologiezentrum in Berlin (Technopark) eröffnet. Das Technologiezentrum ersetzt den Standort in Berlin-Gartenfeld. Im November 2012 gab BSH die Absicht bekannt, den polnischen Hausgerätehersteller Zelmer durch ein öffentliches Übernahmeangebot übernehmen zu wollen. Die Transaktion wurde im März 2013 mit dem Erwerb von über 97% des Kapitals an Zelmer abgeschlossen.[4]

2013 wurde die BSH vom CRF Institute als "Top-Arbeitgeber für Ingenieure" und zum siebten Mal in Folge als „Top-Arbeitgeber“ Deutschland ausgezeichnet.[5] Auch in Belgien, den Niederlanden, Polen und Spanien konnte sich die BSH als „Top Arbeitgeber“ behaupten und so die internationale Auszeichnung „Top Employers Europe“ für sich verzeichnen.

Im September 2014 machte Siemens bekannt, aus dem Gemeinschaftunternehmen auszusteigen. Seine Anteile würden vorbehaltlich der Zustimmung durch die Kartellbehörden vollständig von Bosch übernommen.

Werke[Bearbeiten]

Europa[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Frankreich[Bearbeiten]

  • Lipsheim (Gaggenau Industrie S.A.): Dampfbacköfen, Gas- und Elektrokochfelder

Griechenland[Bearbeiten]

Polen[Bearbeiten]

  • Łódź (2 Werke): Waschmaschinen, Geschirrspüler
  • Łódź-Dąbrowa: Wäschetrockner

Russland[Bearbeiten]

Slowakei[Bearbeiten]

Slowenien[Bearbeiten]

  • Nazarje: Küchenmaschinen, Handrührer, Stabmixer etc.

Spanien[Bearbeiten]

Türkei[Bearbeiten]

  • Çerkezköy: Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühl- und Gefriergeräte, Gasherde

Übrige Welt[Bearbeiten]

China[Bearbeiten]

  • Chuzhou (2 Werke): Kühl- und Gefriergeräte
  • Nanjing: Waschmaschinen, Wäschetrockner, Staubsauger, Kleingeräte
  • Wuxi: Waschmaschinen, Wäschetrockner

Peru[Bearbeiten]

  • Callao: Herde, Kühlschränke

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

  • La Follette, Tennessee: Herde und Grills der Marke Thermador
  • New Bern, North Carolina: Geschirrspüler, Herde

Freiwillige Sicherheitsaktion an Geschirrspülern[Bearbeiten]

Ende August 2013 teilte BSH mit, dass in Deutschland rund zwei Millionen Geschirrspülmaschinen der Marken Siemens, Bosch, Neff, Constructa und Junker+Ruh aus den Jahren 1999 bis 2005 wegen eines fehlerhaften Bauteils (das im schlimmsten Fall hätte Feuer fangen können) kostenlos durch den Kundendienst umgebaut würden, um den Fehler zu beheben. Weltweit waren rund fünf Millionen Geräte verkauft worden. In Deutschland waren nach Angaben des Unternehmens bis dahin 69 Zwischenfälle bekannt geworden.[6][7]

Innovation[Bearbeiten]

2012 hat das Unternehmen 326 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Im Patent-Ranking 2011 des Deutschen Patent- und Markenamts belegt die BSH mit mehr als 900 neuen Patentanmeldungen den 6. Platz (Vorjahr: 6. Platz). 2009 gewann die BSH den Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) in der Kategorie "Produkt- und Dienstleistungsinnovationen für den Klimaschutz" für den Zeolith-Geschirrspüler, der im Vergleich zu bisherigen Geschirrspülern 20% weniger Strom verbraucht.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karsten Ottenberg, in: Internationales Biographisches Archiv 48/2013 vom 26. November 2013, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Axel Höpner: Hausgeräte. Verkauf an Bosch steht kurz bevor, in: Handelsblatt, Nr. 131 vom 11./12./13. Juli 2014, S. 21.
  3. [1]
  4. BSH übernimmt Mehrheit am Hausgerätehersteller Zelmer. Presseerklärung von BSH vom 25. März 2013. Abgerufen am 28. März 2013 (pdf).
  5. [2]
  6. http://www.derwesten.de/wirtschaft/brandgefahr-bosch-ruft-millionen-geschirrspueler-zurueck-id8406604.html
  7. https://dishcareaction.com/de-de
  8. IKU: Preisträger 2009. Website des Innovationspreises für Klima und Umwelt IKU, abgerufen am 17. Januar 2013

48.08861111111111.643888888889Koordinaten: 48° 5′ 19″ N, 11° 38′ 38″ O