Bački Jarak

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Бачки Јарак
Bački Jarak
Jármos
Bački Jarak führt kein Wappen
Bački Jarak (Serbien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Serbien
Provinz: Vojvodina
Okrug: Južna Bačka
(südliche Batschka)
Opština: Temerin
Koordinaten: 45° 22′ N, 19° 52′ O45.36888888888919.87166666666783Koordinaten: 45° 22′ 8″ N, 19° 52′ 18″ O
Höhe: 83 m. i. J.
Einwohner: 6.049 (2002)
Telefonvorwahl: (+381) 021
Postleitzahl: 21234
Kfz-Kennzeichen: NS

Bački Jarak (serbisch-kyrillisch Бачки Јарак, ungarisch Jármos) ist eine Gemeinde in der Südlichen Batschka von Serbien. Sie gehört zur Stadt Temerin in der autonomen Provinz Vojvodina. Bački Jarak hat eine serbische Bevölkerungsmehrheit, seine Einwohnerzahl bei der Volkszählung 2002 betrug 6.049 Personen.

Name[Bearbeiten]

Der Name der Gemeinde lautet auf serbisch Bački Jarak (Бачки Јарак), manchmal auch Mali Jarak (Мали Јарак) und Jarak (Јарак); auf deutsch Jarek, Batschki Jarak oder Jarmosch; auf ungarisch Jármos oder Tiszaistvánfalva; und auf kroatisch Bački Jarak.

Der Name kommt vom serbischen Wort "jarak" (deutsch "Graben"), das Adjektiv "bački" weist auf die Region Batschka hin.

Geschichte[Bearbeiten]

Von 1267 bis 1522 wird ein Gutshof mit dem Namen "Ireg" (bedeutete Schanze oder Graben) mehrfach in Urkunden erwähnt. 1787 wird in der Nähe von 80 Familien mit ca. 300 Personen das Dorf Jarek als letzte der sieben Josephinischen Siedlungen gegründet. Die Siedler kamen während des dritten "Schwabenzuges" (1782–1787) vorwiegend aus dem süddeutschen Raum, aus Hessen, der Kurpfalz, der Pfalz, dem Elsass und aus Baden und Württemberg. 1796 wurden Temerin und Jarek von den Grafen Nikolaus und Alexander Szecheny für 80.000 Gulden gekauft. Am 31. August 1848 wurde Jarek von Aufständischen angezündet und brannte völlig ab, nur die Außenmauern der Kirche blieben stehen. In den Folgejahren wurde der Ort wieder aufgebaut. Am 7. und 8. Oktober 1944 floh als Folge der Kriegsentwicklung fast die gesamte Bevölkerung mit Pferdewagen und auf Lastwagen der abziehenden deutschen Wehrmacht zurück in die alte Heimat.

Lager Jarek[Bearbeiten]

In dem von seinen Bewohnern verlassenen Dorf wurde im Dezember 1944 ein Internierungslager eingerichtet. Vom 4. Dezember 1944 bis zu der Auflösung des Lagers im April 1946 waren hier zwischen 15.000 und 17.000 Menschen interniert, vorwiegend deutsche Donauschwaben und Ungarn. Ungefähr 6.500 von ihnen verloren durch Hunger, Krankheiten und Ermordung durch die Partisanen Titos ihr Leben und wurden in Massengräbern verscharrt.

Heimatortsgemeinschaft[Bearbeiten]

Nach der Flucht im Jahr 1944 wurden die Jareker in alle Welt zerstreut. Die meisten wurden in Deutschland und Österreich wieder seßhaft. Um die Verbindung untereinander und die Erinnerung an die Donauschwäbische Heimat zu erhalten, wurden bald nach dem Krieg die Heimatortsgemeinschaft Jarek gegründet, vertreten durch einen Ortsausschuss, der sich regelmäßig trifft. Um den ehemaligen Jarekern wieder einen Ort zu geben, an dem Sie sich treffen können, übernahm die Gemeinde Beuren in Baden-Württemberg im Jahr 1987 die Patenschaft für die ehemalige Gemeinde Jarek. Am Eingang zum neuen Friedhof wurde ein "Jareker Platz" mit Brunnen und Gedenkstein angelegt, einmal im Jahr findet in Beuren ein Jareker-Treffen statt.

Einwohner[Bearbeiten]

Die neue orthodoxe Kirche
Mahnmal für die im Lager Jarek gestorbenen Menschen

Einwohnerzahlen[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
1891 1900 1948 1953 1961 1971 1981 1991 2002 2010
2.326 2.173 2.438 2.544 3.362 3.858 5.396 5.426 6.049 6.596

Bevölkerungsgruppen[Bearbeiten]

(Volkszählung 2002)

Nationalität Personen %
Serben 5.838 96,51
Ungarn 43 0,71
Kroaten 30 0,49
Jugoslawen 22 0,36
Russen 13 0,21
Mazedonier 11 0,18
Slowaken 10 0,16
Deutsche 7 0,11
Andere 75 1,24

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Slobodan Ćurčić, Broj stanovnika Vojvodine, Novi Sad, 1996.

Weblinks[Bearbeiten]


 Commons: Bački Jarak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien