Baadur Dschobawa

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Baadur Jobava.jpg
Baadur Dschobawa, 2007
Schreibweisen ბაადურ ჯობავა (georg.)
Baadur Jobava (FIDE)
Land GeorgienGeorgien Georgien
Geboren 26. November 1983
Gali
Titel Internationaler Meister (2000)
Großmeister (2001)
Aktuelle Elo-Zahl 2708 (September 2014)
Beste Elo-Zahl 2734 (September 2012)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Baadur Dschobawa (georgisch ბაადურ ჯობავა; * 26. November 1983 in Gali, Georgische SSR) ist ein georgischer Schachmeister. Im Jahr 2000 wurde er Internationaler Meister, seit 2001 trägt er den Titel Großmeister. Beim Weltschachbund FIDE und dem Deutschen Schachbund wird er unter der Schreibweise Baadur Jobava geführt.

Leben[Bearbeiten]

Er wuchs in Gali in der Autonomen Republik Abchasien in Georgien auf. Die Familie war schachbegeistert. Als er vier Jahre alt war, lernte er das Spiel von seinem Vater, einem Meisterkandidaten. Zu Beginn des abchasischen Bürgerkriegs 1992 zog die Familie nach Charkiw in die Ukraine. Der jüngere Bruder Beglar (* 1985) war georgischer U12-Meister und trägt den Titel Internationaler Meister. Baadur Dschobawa war in seiner Jugend auch im Tischtennis erfolgreich.

Erfolge[Bearbeiten]

Die U16-Schacholympiade 1999 in Artek gewann er mit der georgischen Nationalmannschaft und erzielte mit 7 Punkten aus 9 Spielen das zweitbeste Ergebnis aller Spieler am ersten Brett. 2001 gewann er als 17-jähriger das Staufer Open in Schwäbisch Gmünd. 2003 gewann er das Dubai Open und mit 1,5 Punkten Vorsprung in Tiflis die georgische Einzelmeisterschaft. Bei der Schacholympiade 2004 in Calvià gewann er zwei Goldmedaillen: für sein Ergebnis von 8,5 aus 10 am vierten Brett der georgischen Nationalmannschaft und für seine Elo-Performance von 2842. Im Oktober 2005 gewann er den 2. Samba Cup in Skanderborg. Im Februar 2006 gewann er ein wenig überraschend das gut besetzte Aeroflot Open in Moskau. Bei der Schacholympiade im Mai 2006 in Turin spielte er zum ersten Mal für Georgien am ersten Brett. Im Juli 2006 gewann er ein Open in Taiyuan. Im März 2007 wurde er in Tiflis zum zweitenmal georgischer Einzelmeister. Bei der Europameisterschaft 2009 in Budva wurde er Dritter. Im Februar 2014 gewann er das Bronstein-Memorial in Minsk.

Beim M-Tel Masters im Mai 2006 in Sofia sekundierte er Wesselin Topalow. Im September bei der Schachweltmeisterschaft 2006 gegen Wladimir Kramnik entschied sich Topalow für Iwan Tscheparinow.

In der Saison 2004/05 spielte er für Baden-Oos in der Schachbundesliga. In der georgischen 1. Liga spielte er für Tiflis, in der spanischen für Intel-Tiendas UPI und die Kasparow-Schachschule Marcote, in der armenischen für Mika Jerewan, in der griechischen für Kidon Chania, in der ägyptischen für Sharkia Dokhan und in der kroatischen für den ŠK Zagreb, mit dem er 2007 kroatischer Mannschaftsmeister wurde. In der Ukraine wurde er 2010 und 2011 mit A Dan Dzo & PGMB Mannschaftsmeister. Den Asian Club Cup 2008/09 in al-Ain gewann er mit dem Al-Ain Chess Club aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Österreich spielt er für den SK Advisory Invest Baden, mit dem er in der Saison 2011/12 die Mannschaftsmeisterschaft gewann. In China spielt er seit 2012 für die Mannschaft der Qingdao School.

Mit seiner höchsten Elo-Zahl von 2734 im September 2012 führte er die georgische Elo-Rangliste an und lag auf dem 19. Platz der FIDE-Weltrangliste.

Spielstil[Bearbeiten]

Baadur Dschobawa gilt als opferfreudiger Spieler, der seine Kombinationen gut vorbereitet hat. Ein Beispiel mag eine Partie vom 27. Oktober 2004 gegen Alexander Grischtschuk aus Runde 12 der Schacholympiade in Calvià geben. Während Grischtschuk viel Zeit brauchte, vergingen bei Dschobawa für die insgesamt 26 weißen Züge der Partie nur wenige Minuten.

Baadur Dschobawa -
Alexander Grischtschuk
Solid white.svg a b c d e f g h Solid white.svg
8 a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8 8
7 a7 b7 c7 d7 e7 f7 g7 h7 7
6 a6 b6 c6 d6 e6 f6 g6 h6 6
5 a5 b5 c5 d5 e5 f5 g5 h5 5
4 a4 b4 c4 d4 e4 f4 g4 h4 4
3 a3 b3 c3 d3 e3 f3 g3 h3 3
2 a2 b2 c2 d2 e2 f2 g2 h2 2
1 a1 b1 c1 d1 e1 f1 g1 h1 1
a b c d e f g h
Stellung nach 22. ... Se5-c4





23. Sf5-g7! Tf7xg7
24. Le4xh7 f6-f5
25. Dh4-h5 Le7-h4
26. Lh7xf5†

Grischtschuk gab auf, da ihn die Abwendung des Schachmatts einen Turm kosten würde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Baadur Dschobawa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien