Bab-Berdieyenne-Moschee

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Minarett vor dem Einsturz im Dezember 2009

Die Bab-Berdieyenne-Moschee (arabisch ‏بردعين,‎, französisch Mosquée Bab el-Berdaïne) ist eine von mehreren Moscheen in der marokkanischen Stadt Meknès. Der Bau steht in der Nähe des Stadttores Bab Berdieyenne (‚Tor der Packsattelhersteller‘; französisch: Bab el-Berdaïne) im Norden der Altstadt, die 1996 als Ganzes in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die junge Ehefrau des Sultans Moulay Ismail, Khnata bent Bakkar († 1754), ließ den Moscheebau Ende des 17. oder zu Beginn des 18. Jahrhunderts, also noch zu Lebzeiten ihres Gatten erbauen. Nach dessen Tod im Jahr 1727 führte sie jahrelang de facto die Regierungsgeschäfte unter seinen schwachen und untereinander zerstrittenen Söhnen weiter.

Architektur[Bearbeiten]

Die nahezu vollständig aus Stampflehm errichtete Moscheebau unterschied sich in seiner Architektur nur geringfügig von den älteren mehrschiffigen Moscheen des Maghreb. Das Dekor des etwa 30 Meter hohen Minaretts bestand lediglich aus 15 Feldern mit leicht unterschiedlich gestalteten Blendbögen auf jeder Seite, von denen einige durch kleine Lichtöffnungen durchbrochen waren. Auf dem Turm erhob sich ein kubischer Aufsatz (Laterne), dessen Außendekor in ähnlicher Weise gestaltet war.

Einsturz[Bearbeiten]

Während des Freitagsgebets stürzten am Mittag des 19. Februar 2010 nach tagelangen Regenfällen das Minarett und Teile des Daches der mit rund 300 Menschen vollbesetzten Moschee ein; das Unglück kostete 41 Menschen das Leben und über 80 Personen wurden verletzt. Die Opfer waren nur Männer, da Frauen das Gebet in der Moschee nicht erlaubt war.[2] König Mohammed VI. kündigte den Wiederaufbau nach historischem Vorbild an.[3] Der Einsturz hing damit zusammen, dass die Moschee baufällig war und sich die Lehmmauern des Minaretts nach den anhaltenden Regenfällen mit Wasser vollgesogen und somit deutlich schwerer und damit letztlich instabiler geworden waren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  2. Vorwürfe nach Moschee-Tragödie in Marokko. dw-world.de, 22. Februar 2010 (abgefragt am 15. März 2010)
  3. Dutzende Tote durch Minarett-Einsturz, Süddeutsche Zeitung, 20. Februar 2010

33.899722222222-5.5675Koordinaten: 33° 53′ 59″ N, 5° 34′ 3″ W