Babadag (Rumänien)

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Babadag
Babadağ
Wappen von Babadag (Rumänien)
Babadag (Rumänien) (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Dobrudscha
Kreis: Tulcea
Koordinaten: 44° 54′ N, 28° 43′ O44.89277777777828.71666666666740Koordinaten: 44° 53′ 34″ N, 28° 43′ 0″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 40 m
Fläche: 113,82 km²
Einwohner: 8.940 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 825100
Telefonvorwahl: (+40) 02 40
Kfz-Kennzeichen: TL
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Georgian Caraman (PNL)
Postanschrift: Str. Republicii, nr. 89
loc. Babadag, jud. Tulcea, RO–825100
Webpräsenz:

Babadag (türkisch Babadağ) ist eine Stadt im Kreis Tulcea in der Dobrudscha, Rumänien.

Lage[Bearbeiten]

Babadag liegt unweit des Schwarzen Meeres zwischen der Lagune Lacul Babadag im Nordosten und dem Hügelland Podișul Babadagului im Südwesten. Die Kreishauptstadt Tulcea befindet sich etwa 35 km nördlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten archäologischen Funde stammen aus dem 9. bis 7. Jahrhundert v. Chr. und werden der Hallstatt-Kultur zugeordnet. Zur Zeit des Römischen Reiches wurde im Jahr 178 eine Siedlung mit dem Namen Vicus Novus erwähnt. Diese Bezeichnung taucht urkundlich letztmals 587 auf. Danach gibt es für mehr als 600 Jahre keine schriftlichen Zeugnisse über die Ortschaft. Die Region gehörte in dieser Zeit zum Byzantinischen Reich, zum Ersten und zum Zweiten Bulgarischen Reich sowie zum Despotat Dobrudscha, das sich in zunehmender Abhängigkeit vom Osmanischen Reich befand. Ab 1262 siedelten sich unter Führung des Derwischs Baba Sari Saltik in größerer Anzahl Türken im Norden der Dobrudscha an. Vermutlich in diesem Zusammenhang wurde Babadag 1263 erstmals erwähnt. Der Name Babadağ (etwa „Berg des Baba“) geht möglicherweise auf Baba Sari Saltik zurück, wobei Baba ein Ehrentitel unter Derwischen ist. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die Dobrudscha endgültig in das Osmanische Reich eingegliedert. Babadag entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum. Nach einem Besuch des Sultans Bayezid II. wurde ein Mausoleum für Baba Sari Saltik errichtet und 1488 eingeweiht. Dieses Mausoleum wurde ein bedeutender Wallfahrtsort. In der Folge litt die Stadt – die zwischenzeitlich stark befestigt wurde – durch Kriege der Türken mit walachischen Fürsten und mit Russland. 1878 – nach dem Russisch-Osmanischen Krieg – kam Babadag zu Rumänien.[2] Während des Ersten Weltkrieges war die Stadt 1916–1918 von bulgarischen Truppen besetzt. Babadag besitzt einen Militärflugplatz, der seit 2005 auch als Stützpunkt der US-Armee genutzt wird.[3]

Die wichtigsten Wirtschaftszweige von Babadag sind die Landwirtschaft, der Fischfang und der Tourismus.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2002 lebten in Babadag 10.037 Personen. 8.466 bezeichneten sich als Rumänen, 1.289 als Türken, 168 als Roma, 48 als Russen oder Lipowaner, 26 als Griechen und 10 als Ukrainer.[4]

Verkehr[Bearbeiten]

Babadag liegt an der Bahnstrecke von Medgidia nach Tulcea. Hier verkehrten jedoch derzeit (2009) nur ca. drei Personenzüge pro Tag und Richtung. Es bestehen regelmäßige Busverbindungen nach Tulcea und Bukarest. Durch die Stadt führt die Europastraße 87.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sazi-Ali-Pascha-Moschee im Stadtzentrum
  • Lagune Lacul Babadag
  • Mausoleum für Baba Sari Saltik
  • Moschee Sazi Ali Pascha
  • Ausstellung orientalischer Kunst

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk gab seinen südosteuropäischen Reiseskizzen den Titel Jadąc do Babadag (deutsch „Unterwegs nach Babadag“); die Stadt wird in dem Werk aber nur in einem kurzen Abschnitt thematisiert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Babadag (Rumänien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Website der Stadt, abgerufen am 27. Januar 2009
  3. Radio România International, abgerufen am 27. Januar 2009
  4. Volkszählung 2002 (ung.), abgerufen am 27. Januar 2009