Baban

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Dieser Artikel beschreibt das Fürstentum; für Namensträger siehe Baban (Begriffsklärung).
Baban (Autonome Region Kurdistan)
Sulaimaniyya
Sulaimaniyya
Koj Sanjaq
Koj Sanjaq
Chanaqin
Chanaqin
Hewler
Hewler
Kirkuk
Kirkuk
Einige Städte der Bābān im heutigen Nordirak (Gelb markiert ist die Autonome Region Kurdistan).
Kurdische Fürstentümer um 1835

Bābān war der Name eines kurdischen Fürstentums mit dem Zentrum Sulaimaniyya, das nominell dem osmanischen Reich unterstand und von 1649 bis 1850 bestand.

Name[Bearbeiten]

In westlichen Reiseberichten werden die Baban auch als Bebah, Bebbeh oder Bebe bezeichnet. Kurdische und persische Quellen nennen sie Bābān oder Āl-e Bābān, während sie auf Türkisch Babanlar oder Babanzadeler heißen.

Geschichte[Bearbeiten]

Feqî Ehmed, der aus der Gegend von Pijder stammte, war der Gründer der Dynastie. Sein Nachfolger Baba Sulaiman erweitere die Einflusssphäre bis nach Kirkuk. Der spätere Herrscher Sulaiman Pascha brachte die Städte Koi Sanjaq, Chanaqin, Hewler, Harir, Altin Köprü, Badra und einige Gebiete im Westiran unter die Kontrolle des Fürstentums. Hauptstadt der Baban war bis 1781 Qala Chuwalan in Schahrazor, bis Mahmud Pascha Baban sie in das neu gegründete Sulaimaniyya verlegte.

Das Gebiet der Baban erstreckte sich in seiner größten Ausdehnung vom Kleinen Zab bis zum Diyala. Die Zeit von 1750 bis 1847 war von Rivalitäten mit anderen kurdischen Fürstentümern wie dem Ardalan-Fürstentum und dem Soran-Fürstentum und Problemen mit der Zentralisierung des osmanischen Reiches geprägt.

Einblick in den Zustand des Emirates im frühen 19. Jahrhundert gewähren die Aufzeichnungen von Claudius James Rich, der sich lange Zeit in Sulaimaniyya aufhielt. Seiner Auflistung der Hofbeamten zeigt eine Nachahmung der Hohen Pforte oder des Hofes in Bagdad durch die Baban-Herrscher. Rich erwähnt einen „Premierminister“, dessen Amt erblich war. Ferner gab es einen Silahdar, den Rich Selikdar nennt. Dieses Amt wurde 1820 von einem kleinen Jungen ausgeübt. Wenn der Silahdar erwachsen war, wurde er ersetzt. Weitere Ämter, die Rich erwähnt, waren der „ishiq aghasi“ (Zeremonienmeister), der „harem aghasi“ (Kızlar Ağası), der anders als die Haremshüter in Istanbul kein Eunuche war, der „imrahor“ (Stallmeister) und der „münejjim bashi“ (Hofastrologe). Rich berichtete ferner über die Tributpflicht der Jaff (Caf), einer mächtigen Stammeskonföderation. Der Herrscher der Baban, ernannte Gouverneure, die die Steuern eintrieben. Diese pressten möglichst schnell, möglichst hohe Beträge aus den Bauern heraus, da die Ämter aufgrund der Rivalitäten innerhalb der Herrscherfamilie sehr unsicher waren.[1]

Der Konflikt mit den Osmanen endete 1847, als der osmanische Gouverneur von Mosul den Babanherrscher Ahmad Pascha Baban bei Koya besiegte.

Herrscher[Bearbeiten]

Ibrahim Pascha, Gründer der Stadt Sulaimaniyya
  1. Feqî Ehmed, 1649–1670
  2. Baba Sulaiman, 1670–1703
  3. Khana Mohammad Pascha, 1721–1731
  4. Khalid Pascha, 1732–1742
  5. Salim Pascha, 1742–1754
  6. Sulaiman Pascha, 1754–1765
  7. Muhammad Pascha, 1765–1775
  8. Abdolla Pascha, 1775–1777
  9. Ahmad Pascha, 1777–1780
  10. Mahmoud Pascha, 1780–1782
  11. Ibrahim Pascha, 1782–1803
  12. Abdorrahman Pascha, 1803–1813
  13. Mahmoud Pascha, 1813–1834
  14. Sulaiman Pascha, 1834–1838
  15. Ahmad Pascha, 1838–1847
  16. Abdollah Pascha, 1847–1850

Literatur[Bearbeiten]

  • Metin Atmaca: Politics of Alliance and Rivalry on the Ottoman-Iranian Frontier: The Babans (1500-1851). Selbstverlag, Freiburg im Breisgau 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin van Bruinessen: Agha, Scheich und Staat - Politik und Gesellschaft Kurdistans. Berlin 1989, S. 226-229