Babel (Film)

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Babel ist ein Episodenfilm-Drama aus dem Jahr 2006 des Regisseurs Alejandro González Iñárritu, der zusammen mit dem Drehbuchschreiber Guillermo Arriaga die Idee zum Film hatte. Mit Amores Perros aus dem Jahr 2000 und 21 Gramm von 2003 bildet der Film den Abschluss einer Trilogie zum Thema Gewalt, Tod und menschliche Abgründe.[2]

Handlung[Bearbeiten]

Die beiden minderjährigen marokkanischen Brüder Ahmed und Yussef werden von ihrem Vater beauftragt, die Ziegenherde der Familie zu hüten. In der Wüste experimentieren die beiden aber viel lieber mit dem mitgegebenen Winchester-M70-Jagdgewehr, das die Herde vor Angriffen von Schakalen schützen soll. Der Vater hat die Waffe seinem Nachbarn Hassan abgekauft, der sie einst von einem japanischen Jäger geschenkt bekommen hatte. Ahmed und Yussef wollen die Reichweite der Büchse austesten, mit der man sein Ziel angeblich aus drei Kilometer Entfernung treffen kann. Der jüngere Yussef zielt gedankenlos auf einen herannahenden Bus, der weiter unten im Tal mit westlichen Touristen unterwegs ist. Unter den Businsassen befindet sich das US-amerikanische Ehepaar Richard und Susan, dem die Reise nach Nordafrika über den Verlust ihres jüngsten Kindes hinweghelfen sollte. Susan, die eine Trennung von ihrem Ehemann erwägt, weil dieser sie nach dem Tod des Kindes verlassen hatte, wird durch das Busfenster hindurch von Yussefs Gewehrkugel getroffen und lebensgefährlich verletzt. Vier Stunden vom nächsten Krankenhaus entfernt, steuert der Bus ein Dorf an, in dem sich der verzweifelte Richard per Telefon an die US-amerikanische Botschaft wendet und um Hilfe fleht. Da die Diplomaten jedoch von einem terroristischen Anschlag ausgehen, verzögert sich aus politischen Gründen das Eintreffen des einzigen Krankenwagens der Region. So muss Richard seine Frau mit Hilfe einer alten Marokkanerin und eines Tierarztes vor dem Verbluten retten. Erst nach Stunden werden Richard und Susan mit dem Rettungshubschrauber in ein Stadtkrankenhaus in Casablanca geflogen, wo Susan die rettende medizinische Versorgung erhält.

Derweil hat die im tausende Kilometer entfernten San Diego befindliche mexikanische Haushälterin Amelia durch einen Telefonanruf ihrer langjährigen Arbeitgeber, Richard und Susan, von den schicksalhaften Ereignissen in Marokko erfahren. Obwohl Richard sie am Telefon bittet, weiterhin bei den daheim gebliebenen zwei Kindern des Ehepaares zu bleiben, sucht die Mexikanerin nach einem Babysitter, um an den bevorstehenden Hochzeitsfeierlichkeiten ihres Sohnes im nahegelegenen Mexiko teilnehmen zu können. Als sie niemanden findet, der die ihr anvertrauten Zöglinge abnehmen kann, beschließt Amelia, die Kinder mit über die Grenze in ihr Heimatland zu nehmen. Bei der Wiedereinreise in die USA legt sich Amelias hitzköpfiger Neffe Santiago jedoch mit den ihn provozierenden US-amerikanischen Grenzbeamten an, denen es seltsam anzumuten scheint, dass zwei amerikanische Kinder mit zwei Mexikanern in einem Fahrzeug unterwegs sind. Nachdem Amelia keine Vollmachtserklärung der Eltern vorweisen kann und der angetrunkene Santiago auch noch einen Alkoholtest machen soll, durchbricht er mit seinem Wagen den Grenzübergang in Richtung USA. Beim Versuch, die Grenzpolizei abzuhängen, verlässt er die Straße und lässt Amelia und die beiden Kinder allein in der kalifornischen Wüste zurück, um sie später wieder mitzunehmen. Am nächsten Tag lässt Amelia die Kinder zurück, um Hilfe zu holen und wird halb verdurstet und in Tränen von der Polizei aufgegriffen und verhaftet. Es stellt sich heraus, dass sie illegal in den USA arbeitet. Nach ihrer Festnahme wird ihre Abschiebung eingeleitet. Während des Verhörs durch den Grenzbeamten erfährt Amelia, dass die Kinder in der Wüste gefunden wurden und am Leben sind.

Parallel zu den beiden Ereignissen versucht in Tokio die junge Chieko den Selbstmord ihrer Mutter zu verarbeiten. Die Tochter des Geschäftsmannes und früheren Jägers Yasujiro, der vor Jahren bei einer Safari in Marokko sein Winchester-Gewehr zum Dank seinem einheimischen Jagdführer Hassan schenkte, ist nett, hübsch und gehörlos. Chieko scheint ihrem Vater eine Teilschuld am Tod ihrer Mutter zu geben und schottet sich förmlich von ihm ab. Zwar ist Yasujiro als alleinerziehender Vater bemüht, aber hoffnungslos überfordert, die Heranwachsende im Zaum zu halten. Die angeborene Kommunikationsbarriere erschwert es Chieko besonders, Kontakte zum anderen Geschlecht zu knüpfen, obwohl sie wie verrückt flirtet. Die häufige Ablehnung gibt ihr das Gefühl, allein in ihrer eigenen Welt gefangen zu sein. Spaß sucht das Mädchen in Drogen, Alkohol und Partys in der mit Lärm, Musik und Stimmen erfüllten asiatischen Millionenmetropole. Zwar kann Chieko die ohrenbetäubende Musik in der Diskothek nicht hören, spürt aber die Beats und taucht für einen kurzen Moment glücklich in der Menschenmenge unter, bis sie mit ansieht, wie ihre Freundin den von ihr umworbenen Jungen küsst. Wieder zu Hause, sucht sie weinend Nähe und Intimität bei einem Polizisten, den sie zuvor bei der Suche nach Informationen über das verhängnisvolle Gewehr ihres Vaters kennengelernt hatte.[3] In der Schlussszene steht Chieko nackt auf dem Balkon und blickt in das Lichtermeer von Tokio. Ihr heimkehrender Vater tritt hinzu und sie umarmen sich, frei von Vorwürfen und Schuldzuweisungen.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu beendet mit Babel seine Trilogie zum Thema Gewalt, Tod und menschliche Abgründe, die er mit seinem Spielfilmdebüt Amores Perros (2000) und seiner zweiten englischsprachigen Regiearbeit 21 Gramm (2003) begonnen hatte. Für die Produktion des Films konnte Iñárritu auf seinen gewohnten Drehbuchautoren Guillermo Arriaga, Kameramann Rodrigo Prieto, Produktionsdesignerin Brigitte Broch und Filmkomponist Gustavo Santaolalla zurückgreifen. Arriaga, Prieto und Broch hatten an Amores Perros und 21 Gramm mitgewirkt, Santaolalla zusätzlich an Iñárritus Beitrag zum Episodenfilm 11'09"01 – September 11 (2002), über das Attentat auf die Türme des World Trade Centers in New York am 11. September 2001.

Die Dreharbeiten für Babel fanden vom 2. Mai bis 1. Dezember 2005 an Original-Schauplätzen statt, darunter das japanische Ibaraki, Der Club Womb in Tokio, Ouarzazate in Marokko, Tijuana und die Sonora-Wüste in Mexiko.[4][5] Neben renommierten Schauspielern wie der australischen Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett, dem US-Amerikaner Brad Pitt und dem Mexikaner Gael García Bernal, der mit Amores Perros seinen Durchbruch feierte, wirkten auch Laiendarsteller an dem Film mit, so u. a. zahlreiche marokkanische Dorfbewohner. Das Filmskript orientiert sich an der biblischen Sage des Turmbaus zu Babel aus dem Alten Testament. Zur Strafe für die Vermessenheit der Bauherren, mit dem pyramidenförmigen Tempelturm von Babylon den Himmel bzw. Gott erreichen zu wollen, habe Gott die Menschen verwirrt und ihnen verschiedene Sprachen gegeben. So finden sich in jedem der Handlungsstränge von Babel zwei Sprachen wieder – Arabisch und Englisch in Marokko, Englisch und Spanisch in Kalifornien und Nordmexiko, Japanisch und die Japanische Gebärdensprache im japanischen Tokio. Für den Filmschnitt waren die Cutter Douglas Crise und Stephen Mirrione verantwortlich, die schon 2003 an 21 Gramm mitgearbeitet hatten. Wie bei den vorangegangenen Filmen Iñárritus werden die Geschichten nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt. Die fragmentarischen Szenen werden dem Zuschauer zeitlich versetzt präsentiert.

Rezeption[Bearbeiten]

Babel feierte seine Premiere am 23. Mai 2006 auf den Filmfestspielen von Cannes 2006.[6] Alejandro González Iñárritus sechste Regiearbeit und dritter Langspielfilm wurde als moderne Parabel auf den biblischen Turmbau angekündigt und stand in der Gunst der Kritiker, die ihn als einen perfekten Film über kulturelle Codes und die Schwierigkeiten der (Völker-)Verständigung bewerteten. Die wenigen kritischen Stimmen beanstandeten, dass Iñárritu Babel mit einem zu versöhnlichen Ende ausgestattet habe und, im Gegensatz zu seinen Vorgängerfilmen Amores Perros und 21 Gramm, bei einigen seiner Figuren die letzte Stringenz vermissen lasse. Der Regisseur selbst sagte, er habe mit seinem Film „den Widerspruch zwischen dem Eindruck, dass die Welt durch all die Kommunikationswerkzeuge, die wir hätten, kleiner geworden wäre [erforschen wollen] und das Gefühl, dass die Menschen dennoch unfähig sind, sich selbst auf einem grundlegenden Niveau auszudrücken und untereinander zu kommunizieren. „Ich versuchte zu zeigen, was mit uns momentan passiert. Wir sehen den ‚anderen‘ immer als abstrakt, so dass anderssein heißt, gefährlich und nicht fähig zu sein, den anderen zu verstehen. Dies geschieht nicht nur von Land zu Land, sondern zwischen Vätern, Söhnen, Ehemännern … Wir sind nicht mehr in der Lage, zuzuhören.“[7]

Rüdiger Suchsland gegenüber äußerte der Regisseur: „Was uns allen als Menschen gemeinsam ist, ist der Schmerz.“[8]

In den Vereinigten Staaten, wo der Film am 27. Oktober 2006 im Verleih der Paramount Pictures in ausgewählten Kinos startete, erhielt Babel von der Motion Picture Association of America (MPAA) eine „R“-Bewertung.[6] Dies hat zur Folge, dass Jugendliche unter 17 Jahren nur in Begleitung eines Elternteils oder Erwachsenen den Film besuchen können. In Deutschland startete Babel am 21. Dezember 2006.[6]

Die Produktionskosten wurde auf rund 25 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 135 Millionen US-Dollar ein, davon rund 34 Millionen US-Dollar in den Vereinigten Staaten und rund 7,9 Millionen US-Dollar in Deutschland.[9]

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Casting Rinko Kikuchis zog sich über den Zeitraum von rund einem Jahr hin, bis sie den Zuschlag für die Rolle der Chieko erhielt.[10] Die Besetzung der Rolle Yussufs durch Boubker Ait El Caid erfolgte bedeutend schneller. Iñárritu engagierte diesen, nachdem er ihn auf einem örtlichen Platz Fußball spielen sah.[10]

Brad Pitt als Bewunderer Iñárritus verzichtete auf eine Rolle in dem von ihm 2006 mitproduzierten Film Departed – Unter Feinden zugunsten des Films Babel.[10]

Obwohl Adriana Barraza unter langwierigen Herzproblemen leidet, entschied sie sich nicht nur dafür, 35 Pfund für ihre Rolle zuzunehmen, sondern zudem die achtjährige Elle Fanning während der zweitägigen Dreharbeiten in der kalifornischen Wüste zu tragen.[10]

Als 17 Tage vor den geplanten Dreharbeiten in Marokko noch keine Statisten per Casting gefunden worden waren, warb man öffentlich über Rundfunk, Fernsehen sowie Aushänge in den Moscheen für die Teilnahme an den Dreharbeiten. Binnen 24 Stunden meldeten sich über 200 Interessierte, die nahezu allesamt in der abschließend veröffentlichten Fassung zu sehen sind.[10]

Zähe bürokratische Prozesse verhinderten eine rechtzeitige Drehgenehmigung für die im Auto spielende Szene mit Chieko und ihrem Vater. Daher verursachte das Filmteam einen künstlichen Verkehrsstau und begann die Aufnahmen ohne Genehmigung. Bereits während der Filmaufzeichnungen setzten die örtlichen Behörden mit der Fahndung nach dem Filmteam ein.[10]

Nahezu sämtliche Szenen des Films wurden mit Handkameras gedreht.[10]

Weil der Film zu unterschiedlicher Zeit auf verschiedenen Kontinenten entstand, trafen einige der beteiligten Darsteller erst bei der Filmpremiere aufeinander.[10]

Kritiken[Bearbeiten]

Andreas Borcholte vom Spiegel resümiert: „Angesichts einer Laufzeit von fast zweieinhalb Stunden und einer Story, die als moderne Parabel auf den biblischen Turmbau angekündigt wurde, wappnete man sich für die nächste Strapaze, doch Iñárritu vollbrachte mit seinem erstaunlichen und mitreißenden Film das Wunder, dem Festivalpublikum neuen Mut zu verleihen […] Iñárritu schafft es mit eindringlichen Szenen, die vom bewährten Brokeback Mountain-Team Rodrigo Prieto (Kamera) und Gustavo Santaolalla (Musik) traumhaft inszeniert werden: Brad Pitt [liefert…] mit tiefen Runzeln und meliertem Haar eine seiner bisher besten Rollen ab.“[11]

Martin Rosefeldt aus der Redaktion des Fernsehsenders ARTE ist der Meinung, Babel sei „dennoch kein größenwahnsinniger Film. […] Iñárritus Episoden sind wesentlich intimistischer als in seinen ersten beiden Filmen. Die Aufmerksamkeit des Regisseurs richtet sich auf die Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit seiner Figuren, wie sie in einer psychologischen Ausnahmesituation hinter dem verinnerlichten sozialen Code und seinen erlernten Kommunikationsregeln zum Vorschein kommt.“[12]

Im Hollywood Reporter schreibt Ray Bennett der Film sei „angespannt, unnachgiebig und manchmal schwierig zu verfolgen. […] Brad Pitt, Cate Blanchett und Gael García Bernal geben engagierte Ensembleleistungen neben bewährten Charakterdarstellern und Laiendarstellern.“[13]

Karl Hafner urteilte für den Tagesspiegel: „Neben allen Mitteilungsproblemen gibt es bei ihm eine universelle Grammatik der Gesten und Gesichtsausdrücke, die beredt werden, wenn keine Sprache mehr möglich ist. In der Angst oder in der Freude, in der Panik oder im Gefühl des Verlusts werden die Gesichter gleich. Da ist es egal, ob jemand aus dem amerikanischen Mittelstand kommt, muslimischer Schafhirte oder japanischer Teenager ist.“[14]

Hanns-Georg Rodek schrieb für Die Welt: „Es ist die filmische Illustration der Schmetterlingstheorie, wonach ein Flügelschlag auf einem Kontinent einen Sturm auf einem anderen auszulösen vermag […] Iñárritu [scheint] mehr und mehr in [die] hollywoodeske Wir-sind-doch-alle-Brüder-Duselei abzutreiben […] Babel ist ein versöhnlerischer Film, in dem niemand an nichts wirklich schuldig wird […].“[15]

Andrew O'Hehir resümierte für Salon.com: „Wir sind alle verbunden, unsere Empfindungen über Freude und Leid ähneln sich alle, und dabei können wir das andere Bewusstsein nur für immer entkommende Sekundenintervalle durchdringen […] Was für ein Aufwand hier getrieben wurde, damit Cate Blanchett auf schmutzigem Grund liegen kann und ächzen. […] Ein guter Film, oder vielmehr mehrere gute Filme, und zwar verhackstückt.“[16]

Esther Buss von Jungle World lobt den Film und seinen Regisseur: „Das Timing ist immer perfekt. […] Seit Filmen wie Traffic, Syriana oder auch L.A. Crash ist diese Form der Parallelmontage zu einer regelrechten Disziplin avanciert. […] Iñárritu treibt seine Figuren unermüdlich in Extremsituationen, darin ist er geradezu intensitätssüchtig. […] Letztlich bekommt man noch das Gefühl, man müsse sich für die Gnade des versöhnlichen Endes bedanken.“[17]

Für mannbeisstfilm.de schreibt Stefan Hornig: „Man kann durchaus von ein paar Längen sprechen […] Beinhart wird da von der einen auf die andere Geschichte gewechselt. Genau dann wenn man sich wünscht noch ein bisschen am Platz zu verharren, schreitet die Story voran.“[18]

Mick LaSalle vom San Francisco Chronicle ist der Meinung, dem Film gelinge die Vereinigung der vier Einzelgeschichten nicht hinreichend: „Denk mal darüber nach: Eine Figur verblutet auf dem Boden in Marokko. Interessiert mich das wirklich, ob Chieko einen Freund hat – oder es die freundliche Babysitterin zu der Heirat des Sohnes in Mexiko schafft? Sollte es? […] doch vier Geschichten, nicht eine.“[19]

Travis Mackenzie Hoover aus der Redaktion von Film Freak Central tut den Film als „Gefühlspornographie“ ab.[20]

epd Film urteilt: „Iñárritus handwerklich virtuoser Episodenfilm zielt aufs Gefühl, nicht auf den Intellekt: Seine Themen und Motive – globale Verflechtung, kulturelle Differenz, menschliche Hybris – sind eher unspezifisch und manchmal sogar klischeehaft bebildert.“[21]

Babel wurde sowohl als Kinotipp der katholischen Filmkritik[22] als auch als Film des Monats der Jury der Evangelischen Filmarbeit[21] ausgewählt.

Der deutsche Regisseur Fatih Akın erklärte, dass Babel ihm eine echte Hilfe gewesen sei, zu verstehen, wie ein dramaturgisches Konzept nicht funktioniert, und es in seinem Film Auf der anderen Seite besser anzugehen.[23]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Nachdem Alejandro González Iñárritus Langspielfilmdebüt Amores Perros im Jahr 2000 bei der Kritikerwoche debütierte, schaffte es der Filmemacher sechs Jahre später mit Babel bei den 59. Internationalen Filmfestspielen von Cannes zum ersten Mal im Wettbewerb des renommierten Filmfestivals an der Côte d’Azur vertreten zu sein, wo er unter anderem mit dem Preis für die beste Regie und dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet wurde. US-amerikanische Kritikerverbände ignorierten dagegen weitgehend das Drama, honorierten aber die Leistung des Schauspielensembles und insbesondere das Spiel der beiden Nebendarstellerinnen Rinko Kikuchi und Adriana Barraza. Bei der Verleihung der Golden Globe Awards am 15. Januar 2007 galt Babel mit sieben Nominierungen als Favorit, konnte sich aber nur als bestes Filmdrama gegen die Konkurrenz durchsetzen. Bei der Verleihung des British Academy Film Award am 11. Februar 2007 folgten sieben Nominierungen, doch nur Filmkomponist Gustavo Santaolalla konnte den wichtigsten britischen Filmpreis erringen. Bei den Oscars am 25. Februar 2007 galt Babel mit sieben Nominierungen wiederum als Favorit, konnte die Erwartungen allerdings nicht erfüllen und gewann lediglich den Preis für die Beste Filmmusik (ähnlich erging es auch Clint Eastwoods Letters from Iwo Jima).

Oscar 2007

  • Beste Filmmusik
  • nominiert in den Kategorien
    • Bester Film
    • Beste Regie
    • Beste Nebendarstellerin (Adriana Barraza)
    • Beste Nebendarstellerin (Rinko Kikuchi)
    • Bestes Original-Drehbuch
    • Bester Schnitt

British Academy Film Awards 2007

  • Beste Filmmusik
  • nominiert in den Kategorien
    • Bester Film
    • Beste Regie
    • Bestes Original-Drehbuch
    • Beste Kamera
    • Bester Schnitt
    • Bester Ton

Golden Globe Awards 2007

  • Bester Film – Drama
  • nominiert in den Kategorien
    • Beste Regie
    • Bester Nebendarsteller (Brad Pitt)
    • Beste Nebendarstellerin (Adriana Barraza)
    • Beste Nebendarstellerin (Rinko Kikuchi)
    • Bestes Drehbuch
    • Beste Filmmusik

Broadcast Film Critics Association Awards 2007

  • nominiert in den Kategorien
    • Bester Film
    • Beste Nebendarstellerin (Adriana Barraza)
    • Beste Nebendarstellerin (Rinko Kikuchi)
    • Bestes Schauspielensemble
    • Bestes Drehbuch
    • Bester Filmkomponist
    • Bester Soundtrack

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2006

  • Beste Regie
  • Preis der Ökumenischen Jury
  • Großer Preis der Technik (Stephen Mirrione)
  • nominiert für die Goldene Palme als Bester Film

César 2007

  • nominiert als bester ausländischer Film

David di Donatello 2007

  • Bester ausländischer Film

Chicago Film Critics Association Awards 2006

  • Beste Nebendarstellerin (Rinko Kikuchi)
  • nominiert in den Kategorien
    • Bester Film
    • Beste Regie
    • Bester Nebendarsteller (Brad Pitt)
    • Beste Nebendarstellerin (Adriana Barraza)
    • Beste Nachwuchsdarstellerin (Rinko Kikuchi)
    • Bestes Original-Drehbuch
    • Beste Filmmusik
    • Beste Kamera

Directors Guild of America 2007

  • nominiert in der Kategorie Beste Regie

Gotham Awards 2006

  • Breakthrough Award (Rinko Kikuchi)
  • Bestes Schauspielensemble

National Board of Review 2006

  • Best Breakthrough Performance (Rinko Kikuchi)

Online Film Critics Society Awards 2007

  • nominiert in den Kategorien
    • Bester Film
    • Beste Regie
    • Beste Nebendarstellerin (Adriana Barraza)
    • Beste Nebendarstellerin (Rinko Kikuchi)
    • Beste Nachwuchsdarstellerin (Rinko Kikuchi)
    • Bestes Original-Drehbuch
    • Beste Filmmusik
    • Beste Kamera
    • Bester Schnitt

Palm Springs International Film Festival 2007

  • Beste Regie

San Francisco Film Critics Circle 2006

  • Beste Nebendarstellerin (Adriana Barraza)

Satellite Awards 2006

  • Beste Filmmusik
  • nominiert in den Kategorien
    • Bester Film – Drama
    • Beste Regie
    • Bester Nebendarsteller (Brad Pitt)
    • Beste Nebendarstellerin (Rinko Kikuchi)
    • Bestes Original-Drehbuch
    • Bester Schnitt
    • Bester Ton

Screen Actors Guild Awards 2007

  • nominiert in den Kategorien
    • Beste Nebendarstellerin (Adriana Barraza)
    • Beste Nebendarstellerin (Rinko Kikuchi)
    • Bestes Schauspielensemble

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  2. Interview mit Alejandro González Iñárritu in Die Tageszeitung vom 21. Dezember 2006
  3. „rettet [… sie] vor dem Selbstmord.“ (Rüdiger Suchsland) Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRüdiger Suchsland: Babel. In: Artechock. Abgerufen am 23. Januar 2009.
  4. Budget und Einspielergebnisse laut Internet Movie Database
  5. Drehorte laut Internet Movie Database
  6. a b c Starttermine laut Internet Movie Database
  7. Filmprofil bei cannes-filmfestival.com (web.archive, englisch)
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRüdiger Suchsland: "Was wir teilen, ist der Schmerz". In: Artechock. 21. Dezember 2006, abgerufen am 23. Januar 2009.
  9. http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=babel.htm
  10. a b c d e f g h Budget und Einspielergebnisse laut Internet Movie Database
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAndreas Borcholte: Ein Schuss geht um die Welt. In: Der Spiegel. 23. Mai 2006, abgerufen am 23. Januar 2009.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMartin Rosefeldt: Babel. In: Arte. 19. Dezember 2006, abgerufen am 23. Januar 2009.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRay Bennett: Babel. In: The Hollywood Reporter. 24. Mai 2006, archiviert vom Original am 29. Oktober 2006, abgerufen am 23. Januar 2009 (englisch): „Tense, relentless and difficult to watch […] Brad Pitt, Cate Blanchett and Gael Garcia Bernal give committed ensemble performances alongside seasoned character performers and non-actors“
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKarl Hafner: -. In: Der Tagesspiegel. 20. Dezember 2006, abgerufen am 23. Januar 2009 (zitiert nach Film-Zeit, s. Weblinks).
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHanns-Georg Rodek: Wen der Schmetterling schlägt. In: Die Welt. 24. Mai 2006, abgerufen am 23. Januar 2009.
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAndrew O'Hehir: "Babel". In: Salon.com. 27. Oktober 2006, abgerufen am 23. Januar 2009 (englisch): „We are all connected, your experiences of joy and pain are closely akin to mine, but we can only pierce each other's consciousness in fleeting, split-second increments […] Tremendous resources have been expended here so that Cate Blanchett can lie on a dirt floor and moan […] It's a good movie, or, more accurately, it's several pieces of good movie, chopped up“
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEsther Buss: Die Globalisierung des Schmerzes. In: Jungle World. 21. Dezember 2006, abgerufen am 23. Januar 2009.
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStefan Hornig: [www.mannbeisstfilm.de/kritik/Alejandro-Gonzalez-Inarritu/Babel/166.html Babel.] In: www.mannbeisstfilm.de. Abgerufen am 23. Januar 2009.
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMick LaSalle: Four stories add up to less than one. In: San Francisco Chronicle. 3. November 2006, abgerufen am 23. Januar 2009 (englisch): „Think about it: One character is bleeding to death in Morocco. Do you really care if Chieko has a boyfriend – or if the nice nanny gets to go to her son's wedding in Mexico? Moreover, should you? […] remains just four disparate stories, not one“
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTravis Mackenzie Hoover: BABEL (2006). In: filmfreakcentral.net. 27. Oktober 2006, abgerufen am 23. Januar 2009 (englisch): „emotional pornographers“
  21. a b  Gemeinschaftswerk d. Evang. Publizistik (Hrsg.): Epd-Film. Zeitschrift d. Evang. Pressedienstes der Evangelischen Publizistik. Nr. 12/2006, Evangelischer Pressedienst Frankfurt/Main, Frankfurt 2006, ISSN 0176-2044, S. 34 f (http://www.epd-film.de/).
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFilmdienst: Babel. In: Filmlexikon. Zweitausendeins, abgerufen am 29. Juli 2010.
  23. Fatih Akin im Gespräch mit der Welt, 20. September 2007, S. 27