Babrios

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Babrios oder auch Babrius war ein griechischer Fabeldichter italischer Herkunft, der im späten 1. Jahrhundert oder im 2. Jahrhundert n. Chr. im Osten des Römischen Reiches, wohl in Syrien, lebte.

Er schrieb aesopische und libysche Fabeln in Choliamben um und dichtete ferner eigene Fabeln, die er in zwei Büchern, den „Mythiamben“, veröffentlichte, von denen 144 vollständig überliefert sind. Er bezog sich zwar wie seine Vorgänger Phaedrus und Aesop weiterhin auf das Leben sozial niederer Schichten, der pädagogische Gehalt (die Lehre) der Fabel ging aber unter der Bevorzugung der poetischen Ausschmückung zurück, so dass seine Fabeln zu unterhaltsamen Episoden wurden, denen das Promythion und auch das Epimythion bisweilen sogar völlig fehlen.

123 seiner Fabeln sind in einer Handschrift, dem Codex Athous, erhalten, die 1842 von Minoides Minas in einem Kloster auf dem Berg Athos gefunden wurde. Weiterhin finden sich einige seiner Fabeln in der Collectio Augustana. Luzzatto versuchte aus 21 Paraphrasen eine bruchstückhafte Rekonstruktion.

Literatur[Bearbeiten]

  • Maria Jagoda Luzzatto: Babrii Mythiambi Aesopei. Teubner, Leipzig 1986 (Bibliotheca Teubneriana), ISBN 3-322-00339-6. — (Führende kritische Textedition)
  • Babrius. Edited with introductory dissertations, critical notes, commentary, and lexicon by W. Gunion Rutherford. MacMillan, London 1883, online (PDF)
  • Babrii Fabulae Aesopeae, cum fabularum deperditarum fragmentis. Recensuit et breviter illustravit Georgius Cornewall Lewis. Excudebat Thomas Combe, Oxford 1846, online

Weblinks[Bearbeiten]