Babuschkino (Kaliningrad)

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Siedlung
Babuschkino/Groß Degesen
Бабушкино
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Nesterow
Frühere Namen Groß Degesen (bis 1946),
bis 1928 zusätzlich Degesen (Gut)
Bevölkerung 588 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+3
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 224 810 005
Geographische Lage
Koordinaten 54° 41′ N, 22° 38′ O54.68166666666722.628333333333Koordinaten: 54° 40′ 54″ N, 22° 37′ 42″ O
Babuschkino (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Babuschkino (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Babuschkino (russisch Бабушкино, deutsch Groß Degesen, bis 1928 außerdem Degesen (Gut)) ist ein kleiner Ort im Osten der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Landgemeinde Prigorodnoje (Prigorodnoje selskoje posselenije) (Petrikatschen, 1938–1946 Schützenort) im Rajon Nesterow (Kreis Stallupönen, 1938–1946 Kreis Ebenrode).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Babuschkino liegt sechs Kilometer westlich der Grenze zwischen Russland und Litauen an einer Nebenstraße, die die Rajonshauptstadt Nesterow (Stallupönen, 1938–1946 Ebenrode) mit der einstigen Stadt Schirwindt (der russische Name des heute nahezu unbewohnten Ortes ist Kutusowo, Grenzübergangsstelle zur litauischen Stadt Kudirkos Naumiestis (Neustadt)) an der heutigen russischen Fernstraße R 509 verbindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Orte mit den ehemaligen Namen Degesen und Groß Degesen – zwei Kilometer weiter südlich liegt das frühere Klein Degesen (1938–1946 Kleinlucken, heute russisch Wysselki) – gehörten zum Landkreis Stallupönen im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. Im jahre 1910 lebten im Gutsbezirk Degesen 138 Einwohner, in der Gemeinde Groß Degesen waren es lediglich 25[2].

Beide Orte gehörten am 24. Juni 1874 zu den 15 Gemeinden bzw. Gutsbezirken, die den neu errichteten Amtsbezirk Bilderweitschen (1938–1946 Bilderweiten, russisch: Lugowoje) bildeten[3]. Am 30. Juni 1928 kam es zum Zusammenschluss der Landgemeinde Groß Degesen und des Gutsbezirkes Degesen zur neuen Landgemeinde Groß Degesen. Ein kleiner Teil des Gutsbezirks Degesen wurde in die Landgemeinde Tarpupönen (1938–1946 Sommerkrug, russisch: Rasdolnoje) eingegliedert.

Im Jahre 1933 zählte die Landgemeinde Groß Degesen 252 Einwohner[4]. Am 1. Oktober 1937 wurde Sommerkrug (Rasdolnoje) nach Groß Degesen eingemeindet, und somit waren alle Teile von Degesen und Groß Degesen wieder vereint. 1939 waren hier 275 Einwohner registriert.

Im Jahre 1945 kam Groß Degesen zur Sowjetunion und erhielt die Bezeichnung Babuschkino.

Kirche[Bearbeiten]

Degesen und Groß Degesen gehörten vor 1945 zum evangelischen Kirchspiel Bilderweitschen (1938–1946 Bilderweiten, russisch: Lugowoje). Es war in den Kirchenkreis Stallupönen (1938–1946 Ebenrode, russisch: Nesterow) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert. Die Geistlichen – der letzte deutsche Pfarrer vor 1945 war Hellmut Graemer – versahen auch die nahe gelegene Herrschaft Serrey (litaúisch: Seirijai) im vormaligen Großfürstentum Litauen.

Seit den 1990er Jahren gibt es in Babuschkino eine eigene evangelische Gemeinde[5], die im Ort über ein kleines Gemeindehaus verfügt. Sie ist in die Propstei Kaliningrad in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) eingegliedert. Das zuständige Pfarramt ist das der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Bilderweiten
  4. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch
  5. Propstei Kaliningrad