Babyn Jar

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Babyn Jar (2004)

50.47135833333330.449416666667Koordinaten: 50° 28′ 17″ N, 30° 26′ 58″ O Babyn Jar (ukrainisch Бабин Яр; russisch Бабий Яр/Babi Jar; übersetzt Weiberschlucht) ist eine Schlucht auf dem Gebiet der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Mit einer Länge von 2,5 km und einer Tiefe von 5 bis 30 m war sie ein Nebental des einstigen Dnjeprzuflusses Potschajna und befand sich ursprünglich außerhalb der Stadtgrenzen. Heute wird das Gebiet durch die Melnykowa-Straße im Norden, die Oleny-Telihy-Straße im Westen und die Dorohoschizka-Straße im Süden begrenzt. Diese Schlucht war 1941 der Schauplatz der größten einzelnen Mordaktion an jüdischen Männern, Frauen und Kindern im Zweiten Weltkrieg, die unter der Verantwortung des Heeres der Wehrmacht durchgeführt wurde.[1] Den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD fielen am 29. und 30. September 1941 mehr als 33.000 Juden zum Opfer. Juden wurden in dieser Phase des Eroberungs- und Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion noch von mobilen SS-Truppen mit Schusswaffen umgebracht, der fabrikmäßige Massenmord durch Gaseinsatz war noch nicht gebräuchlich. Die 6. Armee unter Generalfeldmarschall Walter von Reichenau, die bereits in den Monaten zuvor bei den Judenmorden eng mit dem SD zusammengearbeitet hatte, half bei der Planung und Durchführung der Vernichtungsaktion.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Schlucht wurde im 15. Jahrhundert erstmals unter ihrem heutigen Namen erwähnt, nachdem des Grundstück 1401 von einer älteren Frau an ein Dominikanerkloster verkauft worden war.[3] Ein erster schriftlicher Hinweis lässt sich allerdings bis in die 980er-Jahre zurückverfolgen, als Großfürst Wladimir I. seine Armee in einem triumphalen Marsch von der schwedischen Küste nach Kiew zurückführte.[4]

Das Massaker von Babyn Jar 1941[Bearbeiten]

Mahnmal an die Ermordeten in Babyn Jar (2008)
Denkmal für die ermordeten Kinder von Babyn Jar (2006)
„Sämtliche Juden der Stadt Kiew und Umgebung haben sich am Montag, dem 29. September bis 8 Uhr Ecke der … einzufinden. Mitzunehmen sind Dokumente, Geld und Wertsachen… Wer dieser Aufforderung nicht nachkommt und anderweitig angetroffen wird, wird erschossen. Wer in verlassene Wohnungen von Juden eindringt oder Gegenstände entwendet wird erschossen.“ Fotomontage des russischen, ukrainischen und deutschen Textes (1942)

Der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung wurde verübt, nachdem die 6. Armee und die Einsatzgruppe C der SS in Kiew einmarschiert waren. Verantwortlicher Oberbefehlshaber war Generalfeldmarschall Walter von Reichenau. Die jüdische Bevölkerung Kiews, die bei Kriegsbeginn 220.000 Menschen zählte, war zum großen Teil vor dem Einmarsch der Wehrmacht geflohen oder diente in der Roten Armee; etwa 50.000 waren zurückgeblieben, überwiegend ältere Männer, Frauen und Kinder.[5] Das XXIX. Armeekorps, das der 6. Armee unterstand, stellte Kiew unter Besatzungsrecht und ernannte den Chef der Feldkommandantur 195 Generalmajor Kurt Eberhard zum Stadtkommandanten von Kiew.[6][7]

Wenige Tage nach der Eroberung der Stadt (Schlacht um Kiew) kam es im Kiewer Stadtzentrum zu Explosionen und Bränden, bei denen mehrere Hundert Wehrmachtsangehörige und Einwohner ums Leben kamen. Daraufhin hielten Wehrmachts- und SS-Offiziere am 27. September 1941 in den Diensträumen Generalmajors Kurt Eberhard eine Besprechung ab, Teilnehmer waren u. a. Friedrich Jeckeln, der bereits das Massaker von Kamenez-Podolsk Ende August 1941 mit zu verantworten hatte, der Befehlshaber der Einsatzgruppe C, SS-Brigadeführer Otto Rasch, sowie der Befehlshaber des Sonderkommandos 4a, SS-Standartenführer Paul Blobel. Es wurde beschlossen, einen Großteil der Kiewer Juden zu töten, und begannen die Planung, dieses Vorhaben durch eine „Evakuierungsaktion der Juden“ zu tarnen. Zur vereinbarten Arbeitsteilung zwischen Wehrmacht und SS berichtete SS-Obersturmführer August Häfner, der an dieser und den Folgebesprechungen teilnahm: „Wir mußten die Drecksarbeit machen. Ich denke ewig daran, daß der Generalmajor Kurt Eberhard in Kiew sagte: ‚Schießen müsst ihr!‘“. Vor den Angehörigen von SS und Wehrmacht sollte die Mordaktion als „Vergeltung für die Anschläge“ legitimiert werden.[8] Generalfeldmarschall Reichenau forcierte die Aktion persönlich, wie aus einem Bericht der SS nach Berlin hervorgeht: „Wehrmacht begrüßt Maßnahmen und erbittet radikales Vorgehen“.[9]

An der Aktion waren Angehörige des SD und des Sonderkommandos 4a (befehligt von SS-Standartenführer Paul Blobel) der SS-Einsatzgruppe C unter dem Kommando von SS-Brigadeführer Otto Rasch, die für die sogenannten Exekutivmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung zuständig war, Kommandos des Polizeiregiments Süd der Ordnungspolizei, Angehörige der Geheimen Feldpolizei, ukrainische Miliz sowie die Wehrmacht beteiligt.

Am 28. September 1941 wurden Bekanntmachungen über eine Evakuierung an die Kiewer Juden herausgegeben. Diese sollten sich am folgenden Tag in der Nähe des Bahnhofes einfinden und warme Kleidung, Geld sowie persönliche Dokumente und Wertgegenstände mitbringen. Diesem Aufruf folgten mehr Juden als erwartet. In Gruppen wurden diese aus der Stadt und zur Schlucht geführt, mussten sich dort ihrer Kleidung entledigen und wurden dann entsprechend des „Einsatzbefehles der Einsatzgruppe Nr. 101“ systematisch durch Maschinengewehr- bzw. Maschinenpistolenfeuer erschossen. Bei den Erschießungen am 29. und 30. September 1941 wurden laut Ereignismeldung der SS-Einsatzgruppe C vom 2. Oktober 1941 innerhalb von 36 Stunden 33.771 Juden getötet.[10]

Vor den Erschießungen soll es laut Zeugenaussagen auch zu Fällen sexueller Gewalt gegenüber Frauen gekommen sein. Die Wehrmacht leistete mehr als nur logistische Hilfe, indem sie die Stadt und den Erschießungsort absicherte und nach dem Massaker Teile der Schluchtwände sprengte, um mit dem abgesprengten Schutt die Leichenberge zu verstecken. Bis zum 12. Oktober wurden insgesamt 51.000 Juden getötet. Die Habseligkeiten der Juden wurden in einem Lagerhaus aufbewahrt und an Volksdeutsche sowie bedürftige Einwohner von Kiew verteilt.

Nach dem Massaker lobte die Einsatzgruppe C die gute Zusammenarbeit mit der Wehrmacht:

„Es ist der Einsatzgruppe gelungen, zu sämtlichen Wehrdienststellen vom ersten Tag an ein ganz ausgezeichnetes Einvernehmen herzustellen. Hierdurch wurde es auch ermöglicht, daß die Einsatzgruppe von Beginn ihres Einsatzes an sich niemals im Raum des rückwärtigen Heeresgebietes aufgehalten hat, daß vielmehr von der Wehrmacht immer wieder die Bitte ausgesprochen wurde, die Einsatzkommandos möchten sich möglichst weit vorne bewegen.“[11]

Bis zur Einnahme Kiews durch die Rote Armee im November 1943 fanden weitere Massenerschießungen statt, bei denen sowjetische Kriegsgefangene und etliche Zivilisten unterschiedlicher Nationalitäten getötet wurden. Insgesamt betrug die Anzahl der Opfer unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen 150.000 bis 200.000 Tote.

Nach der verlorenen Schlacht von Stalingrad wurde, wie in anderen Gegenden auch, versucht, die Spuren der Massaker zu beseitigen, weil eine Rückkehr der Roten Armee in den Bereich des Möglichen rückte. SS-Standartenführer Paul Blobel kehrte mit dem Sonderkommando 1005 und 300 Gefangenen nach Babyn Jar zurück. Diese Gefangenen mussten die Leichen „enterden“, angeblich 40.000 bis 45.000, und auf Scheiterhaufen, die aus benzingetränkten Eisenbahnschwellen aufgeschichtet wurden, verbrennen. Danach wurden sie als Mitwisser erschossen. Einige entkamen und berichteten nach dem Krieg über diese Leichenverbrennungen.[12]

Juristische Auseinandersetzungen[Bearbeiten]

Dina Pronitschewa, eine Überlebende des Massakers, 1946 bei ihrer Aussage in einem Kriegsverbrecherverfahren gegen 15 deutsche Polizeiangehörige.

Das Massaker von Babyn Jar war einer der Anklagepunkte in den Nürnberger Prozessen.[13] Das sowjetische Anklageteam legte dort schriftliche Dokumente über die Exhumierungen vor. Blobel wurde beim Einsatzgruppen-Prozess des Mordes an 60.000 Personen, darunter der Opfer von Babyn Jar, für schuldig gesprochen, zum Tode verurteilt und am 7. Juni 1951 in Landsberg gehängt.

Im Jahr 1968 wurden weitere acht Mitglieder des Sonderkommandos 4a im „Callsen-Prozess“ (SS-Führer Kuno Callsen war der Verbindungsoffizier Blobels zum AOK 6) vom Landgericht Darmstadt zu langen Haftstrafen verurteilt. Generalfeldmarschall Walter von Reichenau war schon 1942 an einem Schlaganfall gestorben; Generalmajor Kurt Eberhard verübte 1947 in US-Internierung in Stuttgart Suizid.[14]

Im Mai 1971 wurde vor dem Landgericht in Regensburg ein Prozess gegen den Kommandeur des Polizei-Bataillons 45, Martin Besser (79), den Kompanieführer Engelbert Kreuzer (57) und den Feldwebel der Kompanie Fritz Forberg (66) wegen Beihilfe zu tausendfachem Mord eröffnet. Schon nach zwei bzw. drei Tagen aber wurde das Verfahren gegen Besser und Forberg aufgrund amtlich attestierter Verhandlungsunfähigkeit eingestellt bzw. unterbrochen. Kompanieführer Kreuzer klagte man zudem als Mittäter bei 40.000-fachem Mord an. Im August 1971 wurde der Polizeimajor und SS-Sturmbannführer Kreuzer vom Gericht für schuldig befunden und zu sieben Jahren Haft wegen Beihilfe zum Massenmord von Babyn Jar verurteilt. Darüber hinaus war er laut Urteil an den Morden von Berdytschiw, Chorol, Slawuta, Schepetowka, Sudylkow und Winniza beteiligt. Das Regensburger Landgericht war örtlich zuständig, da das Polizeibataillon 45 zum Polizeiregiment Russland-Süd gehörte und dessen Kommandeur, René Rosenbauer, in Regensburg lebte. Das Verfahren gegen den Oberstleutnant Rosenbauer, der das Kommando des o.g. Regiments innehatte, wurde schon im Vorfeld wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt.[15]

Keiner der Wehrmachtsoffiziere, die sich an Vorbereitung, Durchführung oder Vertuschung des Massakers beteiligt hatten, musste sich jemals vor Gericht verantworten.[16]

Gedenken[Bearbeiten]

Jewgeni Jewtuschenko (2009)

Literatur[Bearbeiten]

Zum 20. Jahrestag des Massakers verfasste der russische Dichter Jewgeni Jewtuschenko das Gedicht Babij Jar, dessen ersten zwei Verse wie folgt lauten (mit einer Übersetzung Paul Celans):

«Над Бабьим Яром памятников нет.
Крутой обрыв, как грубое надгробье.»

«Nad Babij Jarom pamjatnikow net.
Krutoj obriw, kak gruboe nadgrobe.»

„Über Babij Jar, da steht keinerlei Denkmal.
Ein schroffer Hang – der eine unbehauene Grabstein.“[17][18]

Mit seinem Gedicht erlangte Jewtuschenko 1961 Weltruhm. Im eigenen Land führte es zu heftigen kulturpolitischen Auseinandersetzungen, da er erstmals in der Sowjetunion an den Massenmord an Kiewer Juden von 1941 erinnerte und die Anklage gegen das deutsche Verbrechen mit dem offiziellen Antisemitismus im eigenen Land verband, durch welchen den Opfern ein Denkmal verweigert wurde.[19]Nachdem der Text zunächst als Samisdat im Umlauf gewesen war, las Jewtuschenko das Gedicht erstmals im September 1961 öffentlich in Moskau. Am 13. September 1961 erschien es in der sowjetischen Literaturzeitschrift Literaturnaja Gaseta. Verstärkt wurden die Auseinandersetzungen aufgrund der Vertonung des Gedichts 1962 durch den Komponisten Dmitri Schostakowitsch im Adagio seiner 13. Sinfonie in b-Moll op. 113.[20] Laut Frank Grüner ist neben Jewtuschenkos Gedicht keine künstlerische Bearbeitung des Babij-Jar-Themas auf ein derartiges lebhaftes Interesse gestoßen wie Schostakowitschs Uraufführung der Sinfonie am 18. Dezember 1962 im Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium.[21]

Bereits 1944 hatte Ilja Ehrenburg in einem Gedicht an die Opfer von Babij Jar erinnert. In dem von ihm und Wassili Grossman herausgegebenen tausendseitigen Schwarzbuch über die verbrecherischen Massenvernichtungen der Juden in der Sowjetunion 1941–1945 behandelt der erste Text die Ermordung der jüdischen Bevölkerung in Kiew; Babi Jar.

Anatoli Kusnezow hat in dem Dokumentar-Roman Babij Jar – Die Schlucht des Leids über dieses Massaker aus unmittelbarer Nähe und nach den Zeugnissen Überlebender berichtet. Der Massenmord wird auch in dem Roman Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell dargestellt.

Katja Petrowskaja, die Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2013, thematisiert in dem von ihr gelesenen Text Vielleicht Esther die Erschießung ihrer jüdischen Urgroßmutter 1941 in Kiew. Er erzählt vom Versuch der Nachgeborenen, den Mord erzählend hinauszuschieben. Nur selten in der Geschichte dieses literarischen Wettbewerbs hat ein Text eine solche Ergriffenheit und stürmische Begeisterung hervorgerufen.[22] Auch anlässlich des 70. Jahrestages 2011 hatte die Autorin in ihrer Reportage Spaziergang in Babij Jar an das Massaker erinnert.[23]

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Über das Verbrechen wurden mehrere Filme gedreht, unter anderem

Mahnmale[Bearbeiten]

Ein Mahnmal in Form einer Menora, das an den Massenmord erinnert, wurde im Park Babyn Jar errichtet (Metrostation Дорогожичі Dorohoshytschi).

Auszug aus einer Rede des israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin[Bearbeiten]

Anlässlich eines zweitägigen Besuches in der Ukraine, den Jitzchak Rabin am 12. und 13. September 1995 mit seiner Ehefrau Leah absolvierte, besuchten die Rabins auch Babyn Jar. In seiner dort gehaltenen Rede gedachte Rabin der Toten mit folgenden Worten:

„Hier in Babyn Jar haben die Männer des Sonderkommandos A4 (sic!) die Träume kleiner Kinder vernichtet und die Herzen ihrer Eltern, die sie mit ihren eigenen Körpern zu schützen versuchten. Hier übertönte das Dröhnen der Gewehrsalven die Schreie Zehntausender von Kiewer Juden und vieler anderer Opfer. Und hier in diesem Höllenschlund endete die Geschichte einer großartigen jüdischen Welt – der Welt der ukrainischen Juden, aus deren Mitte die ersten Träumer von Zion hervorgingen, die besten jüdischen Dichter und Schriftsteller, die großen Pioniere und Wegbereiter des Zionismus.“

zitiert nach Leah Rabin[24]

Flutkatastrophe 1961[Bearbeiten]

In den Nachkriegsjahren sollte nach einem Beschluss aus dem Jahr 1957 die Schlucht aufgefüllt werden, um sie als Baugelände und für eine Sportanlage zu nutzen.[25] Dazu wurde sie mit einem Erddamm verschlossen und eine Mischung aus Sand, Ton und Wasser vom Abraum einer Ziegelfabrik eingeleitet.[26] Während diese Methode bei den neuen Kiewer Stadtteilen Rusaniwka und Obolon erfolgreich war, verhinderte der tonhaltige Boden von Babyn Jar das geplante Versickern des Wassers. Nach einer starken Schneeschmelze brach am 13. März 1961 der Damm.[26]

Die Schlammlawine überflutete Wohngebiete, Industrieanlagen und ein Straßenbahndepot des niedrig gelegenen Stadtteils Kurenjowka. Die Katastrophe wurde von den Behörden weitgehend verschwiegen, so dass sie heute nahezu unbekannt ist. Offiziell gab es 145 Todesopfer, es werden jedoch bis zu 2000 Tote vermutet.[25]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ilja Altman: Opfer des Hasses. Der Holocaust in der UdSSR 1941–1945. Mit einem Vorwort von Hans-Heinrich Nolte. Aus dem Russischen von Ellen Greifer. Muster-Schmidt, Gleichen / Zürich 2008, ISBN 978-3-7881-2032-0.(Russische Originalausgabe: Жертвы ненависти. Холокост в СССР, 1941—1945 гг. - Schertwy nenawisti. Cholokost w SSSR 1941–1945, Fond "Kowtscheg», Moskwa 2002, Rezension H-Soz-u-Kult, 24. Oktober 2008).
  • Klaus Jochen Arnold: Die Eroberung und Behandlung der Stadt Kiew durch die Wehrmacht im September 1941. Zur Radikalisierung der Besatzungspolitik. In: Militärgeschichtliche Mitteilungen 1999 (58), 23–63.
  • Patrick Dempsey: Babi-Yar. A Jewish Catastrophe. P. A. Draigh, Measham 2005, ISBN 1-904115-03-9.
  • Wassili Grossman, Ilja Ehrenburg (Herausgeber): Das Schwarzbuch. Der Genozid an den sowjetischen Juden, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1994. ISBN 3-498-01655-5, Kapitel Kiew; Babi Jar, S. 43–58 (Zeugenberichte aus dem Jahr 1945, 1946/47 zum Druck vorbereitet von L. Oserow).
  • Anatoli Wassiljewitsch Kusnezow: Babi Jar. Ein dokumentarischer Roman. Volk und Welt, Berlin 1968
    neu ediert: Matthes & Seitz, Berlin 2001, ISBN 3-88221-295-0
  • Stefan Klemp: „Nicht ermittelt“. Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz. Ein Handbuch. 2. Auflage, Klartext Verlag, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0663-1, S. 63f.
  • Dieter Pohl: Die Einsatzgruppe C 1941/1942. In: Peter Klein (Hrsg.): Die Einsatzgruppen in der besetzten Sowjetunion 1941/42. Gedenk- und Bildungsstätte Haus Wannseekonferenz, Berlin 1997, 71–87. ISBN 3-89468-200-0
  • Richard Rhodes: Die deutschen Mörder. Die SS-Einsatzgruppen und der Holocaust. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 2002, ISBN 978-3-404-64218-2, siehe insbesondere S. 262–275
  • Hartmut Rüß: Wer war verantwortlich für das Massaker von Babij Jar? In: Militärgeschichtliche Mitteilungen 1998 (57), 483–508. (zur Rolle der Wehrmacht)
  • Hartmut Rüß: Kiev/Babij Jar. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Orte des Grauens. Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Primus, Darmstadt 2003, ISBN 3-89678-232-0, S. 102–113.
  • Harald Welzer: Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. S. Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-10-089431-6 (insbesondere Kapitel „Tötungsarbeit – Die Durchführung“)
  • Erhard Roy Wiehn (Hrsg.): Die Schoáh von Babij Jar. Das Massaker deutscher Sonderkommandos an der jüdischen Bevölkerung von Kiew 1941. Fünfzig Jahre danach zum Gedenken. Hartung-Gorre, Konstanz 1991, ISBN 3-89191-430-X (Aufsatzsammlung)
  • Karl Fruchtmann: Die Grube. Drehbuch zu einem Film. Donat, Bremen 1998, ISBN 3-931737-44-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Babi Yar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hartmut Rüß: Kiev/Babij Jar. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Orte des Grauens. Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Primus, Darmstadt 2003, S. 102.
  2. Wolfram Wette: Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden. Frankfurt 2005, ISBN 3-596-15645-9, S. 115–128.
  3. Історическая справка (Historische Informationen) abgerufen auf babyn-yar.gov.ua am 11. Mai 2014
  4. Geschichte Babi Jars abgerufen auf mykiev.info am 11. Mai 2014
  5. Hartmut Rüß: Kiev/Babij Jar. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Orte des Grauens. Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Primus, Darmstadt 2003, S. 103.
  6. Hamburger Institut für Sozialforschung (Hrsg.): Verbrechen der Wehrmacht: Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941–1944, Hamburg 2002, ISBN 3-930908-74-3, S.161
  7. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8.
  8. Wolfram Wette: Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden. Frankfurt 2005, ISBN 3-596-15645-9, S. 118f.
  9. Wolfram Wette: Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden. Frankfurt 2005, ISBN 3-596-15645-9, S. 119.
  10. Hartmut Rüß: Kiev/Babij Jar. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Orte des Grauens. Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Primus, Darmstadt 2003, S. 102.
  11. Wolfram Wette: Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden. Frankfurt 2005, ISBN 3-596-15645-9, S. 117.
  12. Wolfram Wette: Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden. Frankfurt 2005, ISBN 3-596-15645-9, S. 125.
  13. Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, Anklageschrift, Kriegsverbrechen, Bd. I, S. 53; Sitzung vom 14. Februar 1946
  14. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 123.
  15. Stefan Klemp: „Nicht ermittelt“, 2005, S. 124.
  16. Wolfram Wette: Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden. Frankfurt 2005, ISBN 3-596-15645-9, S. 127.
  17. Евгений Евтушенко: Бабий Яр. Библиотека Максима Мошкова, abgerufen am 31. Dezember 2013.
  18. „Babij Jar“ in vier deutschen Fassungen; DIE ZEIT, 18. Januar 1963 Nr. 03
  19. Fremde Nähe. Celan als Übersetzer. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach am Neckar 1997, S. 191
  20. Rezitation: Yewtuschenko, Aufführung der 13. Sinfonie durch Kurt Masur und die New Yorker Philharmoniker[1]
  21. Frank Grüner: Die Tragödie von Babij Jar im sowjetischen Gedächtnis. Künstlerische Erinnerung versus offizielles Schweigen. In: Frank Grüner, Urs Heftrich, Heinz-Dietrich Löwe (Hrsg.): Zerstörer des Schweigens. Formen künstlerischer Erinnerung an die nationalsozialistische Rassen- und Vernichtungspolitik in Osteuropa. Böhlau, Köln, Weimar, Wien 2006, S. 57–96, S. 88.
  22. Jens Bisky: Bachmann-Preisträgerin Katja Petrowskaja. Im Deutschen noch minderjährig. In: Süddeutsche Zeitung vom 7. Juli 2013.
  23. Zum Jahrestag des Massakers Spaziergang in Babij Jar [2]
  24. Leah Rabin: Ich gehe weiter auf seinem Weg. Erinnerungen an Jitzchak Rabin. Droemer Knaur, 1997, ISBN 3-426-26975-9, S. 371.
  25. a b Otherland: A Journey with My Daughter, S. 281 Online
  26. a b The Soviet Government and the Jews 1948-1967, S. 126 [3]