Bacchus (Rebsorte)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bacchus: Traube

Bacchus oder Frühe Scheurebe ist eine weiße Rebsorte, die eine Kreuzung von (Silvaner x Riesling) und Müller-Thurgau ist. Die Angaben des Züchters zu den Kreuzungseltern konnten in der Zwischenzeit durch DNA-Analyse bestätigt werden.[1] Peter Morio und Bernhard Husfeld züchteten sie am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof im Jahre 1933. Ihre Zulassung in Deutschland erfolgte im Jahr 1972 mit dem Eintrag in die Sortenliste. Die Rebsorte wird vor allem in Deutschland und in England angebaut. Kleine Bestände sind auch in der Schweiz bekannt (1,6 Hektar, Stand 2007).[2]

Bacchus verdankt ihre Popularität unter Winzern besonders der Tatsache, dass sie - im Gegensatz zum Riesling - eine frühreifende Rebsorte ist, die sehr hohe Reifegrade erreicht und deshalb auch in Lagen angebaut werden kann, die für den Riesling weitgehend ungeeignet sind. Die aus ihr gewonnenen Weine sind aromatisch (Aromen im Wein) und fruchtig, aber nur, wenn das Lesegut völlig ausgereift ist. Allerdings fehlt es den Weinen manchmal an Säure, daher wird sie häufig mit Müller-Thurgau verschnitten. Deren relativ neutrale Weine bereichert sie mit ihrer Frucht und ihrem Bouquet - zusammen sind sie ein fester Bestandteil der unter Weinkennern oft nicht sehr geschätzten Liebfrauenmilch.

Bacchus ist eine Varietät der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera). Sie besitzt zwittrige Blüten und ist somit selbstfruchtend. Beim Weinbau wird der ökonomische Nachteil vermieden, keinen Ertrag liefernde, männliche Pflanzen anbauen zu müssen.

Siehe auch die Artikel Weinbau in Deutschland und Weinbau im Vereinigten Königreich sowie die Liste der Rebsorten.

Synonyme: Geilweilerhof 33-29-133, GF. 33-29-133 und Frühe Scheurebe

Abstammung: (Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau

Verbreitung[Bearbeiten]

Blätter und Trauben der Rebsorte Bacchus

In Deutschland waren im Jahr 2007 2061 Hektar ( = 2,0 % der deutschen Rebfläche)[3] mit der Rebsorte Bacchus bestockt. Im Jahr 2006 waren noch 2113 Hektar[4] Anbaufläche bestockt, nachdem im Jahr 1999 noch 3126 Hektar[5] erhoben wurden. Die Hauptanbaugebiete sind Rheinhessen (828 Hektar, Stand 2007) und Franken (742 Hektar). Der Anbau dieser Sorte ist in Deutschland stark rückläufig.

Weinbaugebiet Rebfläche (Hektar)
Ahr unter 0,5
Baden 45
Franken 742
Hessische Bergstraße unter 0,5
Mittelrhein 2
Mosel 87
Nahe 156
Pfalz 153
Rheingau 1
Rheinhessen 828
Saale-Unstrut 29
Sachsen 8
Stargader Land -
Württemberg 7
TOTAL Deutschland 2007 2061

Quelle: Rebflächenstatistik vom 13. März 2008, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008 in Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008, Seite 198ff.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. “ Die Kreuzungseltern deutscher Rebenneuzüchtungen im Fokus – Was sagt der genetische Fingerabdruck”, von Erika Maul, Fritz Schumann, Bernd H.E. Hill, Frauke Dörner, Heike Bennek, Valérie Laucou, Jean-Michel Boursiquot, Thierry Lacombe, Eva Zyprian, Rudolf Eibach und Reinhard Töpfer; in „Deutsches Weinjahrbuch 2013“ (64. Jahrgang) – Seite 128 bis 142, ISBN 978-3800177837
  2. Das Weinjahr 2008 (PDF), Herausgeber Office fédéral de l'agriculture OFAG
  3.  Deutsches Weininstitut: Statistik 2008/2009, (PDF Datei; 454 kB). Mainz 2008.
  4.  Deutsches Weininstitut: Statistik 2007/2008, (PDF Datei; 430 kB). Mainz 2007.
  5.  Deutsches Weininstitut: Statistik 2004/2005, (PDF Datei; 777 kB). Mainz 2004.
  6. Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 2008(PDF; 519 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • C. u. F. Lange: Das Weinlexikon, Fischer Verlag 2003, ISBN 3-596-15867-2
  •  Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18.
  •  Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13. Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz, 2003, ISBN 3-921156-53-x.