Bachbunge

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Bachbunge
Bachbunge (Veronica beccabunga),blaue Blüte links,rechts unreife dunkelgrüne Kapselfrucht

Bachbunge (Veronica beccabunga),
blaue Blüte links,
rechts unreife dunkelgrüne Kapselfrucht

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Tribus: Veroniceae
Gattung: Ehrenpreis (Veronica)
Art: Bachbunge
Wissenschaftlicher Name
Veronica beccabunga
L.

Die Bachbunge (Veronica beccabunga), auch Bach-Ehrenpreis genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Sie kommt in Wassergräben, Quellen und Bächen, auch am Ufer von Seen und Teichen vor und bevorzugt kühle Gewässer.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Bachbunge ist eine mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern erreicht und ein kriechendes Rhizom besitzt. Der zylindrische, fleischige Stängel ist hohl. Von den elliptischen, etwas fleischigen, vorne stumpfen, abgerundeten Blättern sind besonders die unteren gestielt. Der Blattrand ist gesägt.

Bachbunge (Veronica beccabunga), Illustration

Die traubigen Blütenstände entspringen den Blattachseln und bestehen aus 20 bis 25 Blüten. Die himmelblauen Blüten haben einen Durchmesser von 5 bis 8 mm. Blütezeit ist Mai bis September. Die 3 bis 4 mm großen Fruchtkapseln sind in ihrer Form mit Heidelbeeren zu vergleichen.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bachbunge ist eine ausdauernde, wintergrüne, Sumpfpflanze mit am Grunde kriechenden, dann aufrechten Stängeln.

Die Blüten sind vorweibliche „Nektar-führende Scheibenblumen“, die nur bei Sonne voll geöffnet sind. Bestäuber sind vor allem kleine Schwebfliegen, seltener Bienenverwandte. Es findet auch spontane Selbstbestäubung statt. Blütezeit ist von Mai bis August.

Die Früchte sind Kapseln die sich bei Feuchtigkeit, also hydrochas öffnen. Die plankonvexen, nur 0,6 mm langen und 0,06 mg schweren Samen breiten sich als Regenschwemmlinge aus, im offenen Wasser und im Schlamm erfolgt auch Schwimmausbreitung, daneben erfolgt eine Ausbreitung als Wasserhafter und eine Zufallsausbreitung durch Wasservögel. Fruchtreife ist von August/September bis Oktober.

Vegetative Vermehrung erfolgt durch oberirdische und unterirdische Ausläufer, die die Pflanze zum Kriechpionier machen.

In Forellenbächen eine beliebte Wasserpflanze. An den untergetauchten Pflanzenteilen leben verschiedene Larven. Wenn sich der Wasserstand verändert, und die Pflanze im Wasser tief untergetaucht ist, überwintert sie.

Meist steht die Bachbunge in Gewässern halbuntergetaucht.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Bachbunge tritt in ganz Europa auf.[1]

In Österreich tritt sie in allen Bundesländern in der collinen bis subalpinen Höhenstufe an Quellfluren, Bächen, in Gräben und im Saum fließender Gewässer häufig auf.

Verwendung[Bearbeiten]

Als Salat, verdauungsfördernd, viel Vitamin C. Vorsicht vor überdüngten Bächen und Parasiten. Möglichst am Oberlauf des Baches sammeln. Darüber hinaus empfiehlt Emil Adolf Roßmäßler Veronica beccabunga zur Einrichtung eines der heimischen Natur nachempfundenen Aquariums.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • M. A. Fischer, W. Adler und K. Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5
  • R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verbreitungskarte Euro+Med
  2. Rossmässler, Emil Adolf (1857): Das Süßwasser-Aquarium. Eine Anleitung zur Herstellung und Pflege desselben. Seite 9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bachbunge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien