Backarc-Becken

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Schematische Darstellung einer Subduktionszone mit Backarc-Spreizung.

Backarc-Becken (engl. Back-arc basin) und Forearc-Becken (engl. Fore-arc basin oder outter arc) sind Becken oder, falls besonders stark entwickelt, sogar Seebecken, die bei der Subduktion einer ozeanischen Platte unter eine andere ozeanische Platte oder kontinentale Platte entstehen und stark unterschiedlich ausgeprägt auftreten. Die englischen Vorsilben back (hinter) und fore (vor) beziehen sich hierbei auf die Lage im Bezug zum durch Vulkanismus geprägten Inselbogen, welcher sich zwischen diesen Becken befindet. Im Gegensatz zum eigentlichen Inselbogen an sich gibt es auf den Inseln, welche das Forearc-Becken abschließen, keinen Vulkanismus.

Dort wo die subduzierte Platte unter die aufliegende Platte abtaucht, befindet sich eine Tiefseerinne. Zwischen der Tiefseerinne und dem Inselbogen befindet sich der Forearc Bereich, also vor dem magmatischen Bereich des Inselbogens, dieser Bereich wird deshalb auch magmatische Lücke genannt. Hier entsteht durch das von der subduzierenden Platte angelieferte und ansedimentierte Material ein Akkretionskeil, manchmal bildet sich aber anstatt der Keilform eine Erhebung (welche manchmal auch die Meeresoberfläche erreicht, wie beispielsweise bei Kreta und Barbados), und ein Becken (siehe Abbildung).

Auf der anderen Seite des Inselbogens, also quasi hinter dem magmatischen Bereich, befindet sich der Backarc Bereich, hier kann es zu Dehnungen der Kontinentalplatten kommen und durch magmatische geprägte Spreizungszonen können manchmal sogar ganze Meere entstehen. Backarc-Becken entstehen bevorzugt an Inselbögen, in deren Subduktionszonen relativ alte, d. h. schwere ozeanische Kruste subduziert wird. Die subduzierte ozeanische Platte taucht hier in einem relativ steilen Winkel unter den Inselbogen ab. Dadurch entstehen Zugkräfte an der Platte, unter die die ozeanische Platte abtaucht (dieser Prozess wird engl. Slab roll-back genannt). So kann es hinterhalb (daher engl. back arc) des magmatischen Bogens (Inselbogens) zur Bildung von Bruchzonen und Gräben (Bruchtektonik) kommen, an denen sich neue ozeanische Kruste bildet. Die gebildeten Bruchzonen innerhalb des magmatischen Bogens können sich zu relativ kleinen ozeanischen Becken ausweiten, die aus relativ junger ozeanischer Kruste bestehen. Ein anderes Modell geht von einem Abreißen von subduzierter ozeanischer Kruste und einem anschließenden Mantel-upwelling aus, wodurch es zu extensionalen tektonischen Bewegungen im Backarc Bereich kommt, dieses Modell wird engl. als sogenannter slab break-off (deutsch in etwa Platten-Abriss) bezeichnet.[1]

Beispiele für relativ große Backarc-Becken sind das japanische Becken zwischen dem asiatischen Festland und Japan, das Südchinesische Meer sowie die Sulu-See und die Celebes-See.

Beispiele für aktive Backarc-Spreizungszonen sind der Marianen-Trog im Backarc-Bereich des Marianen-Bogens im östlichen Philippinischen Meer[2] und der Havre-Trog (Lau-Becken) zwischen dem Kermadec-Tonga-Rücken und dem Colville-Lau-Rücken nordöstlich von Neuseeland.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einführung in die Tektonik. Vorlesungsskript, ETH Zürich
  2. Toshitsugu Yamazaki, Nobukazu Seama, Kazuya Kitada, Masato Joshima, Hirokuni Oda, Jiro Naka: Spreading process of the northern Mariana Trough: Rifting-spreading transition at 22°N. Geochemistry, Geophysics, Geosystems. Bd. 4, Nr. 9, 2003, 1075 doi:10.1029/2002GC000492
  3. E. Ruellan, J. Delteil, I. Wright, T. Matsumoto: From rifting to active spreading in the Lau Basin – Havre Trough backarc system (SW Pacific): Locking/unlocking induced by seamount chain subduction. Geochemistry, Geophysics, Geosystems. Bd. 4, Nr. 5, 2003, 8909 doi:10.1029/2001GC000261

Weblinks[Bearbeiten]