Baco Blanc

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Baco Blanc ist eine weiße Rebsorte. Es handelt sich um eine Neuzüchtung zwischen Folle Blanche x Noah; aufgrund des Anteils der Sorte Noah handelt es sich um eine interspezifische Sorte. Die Kreuzung der Hybridrebe erfolgte im Jahr 1898 durch den französischen Rebzüchter François Baco. Sie wurde seither hauptsächlich als Keltertraube und für die Produktion von Rosinen verwendet. Baco Blanc besitzt zwittrige Blüten und ist somit selbstfruchtend. Beim Weinbau wird der ökonomische Nachteil vermieden, keinen Ertrag liefernde, männliche Pflanzen anbauen zu müssen.

Bis zu Anfang der 1970er-Jahre war sie der Hauptbestandteil des Weinbrands Armagnac und wurde dann durch das generelle EU-Verbot von Hybridreben von der Rebsorte Ugni Blanc abgelöst. Sie wurde seitdem stark gerodet und war offiziell nur noch bis Ende 2010 zugelassen. Nachdem bei der Erhebung im Jahr 1958 noch 24.427 Hektar Rebfläche erhoben wurden, waren es laut der letzten Erhebung von ONIVINS waren im Jahr 2007 nur noch 827 Hektar, die im Südwesten Frankreichs mit Baco Blanc bestockt waren [1], [2].

Der amerikanische Weinbau-Pionier und Zeitungsredakteur Philip Wagner importierte einige der Rebsorten aus der Zucht von François Baco und verkaufte Baco Blanc sehr erfolgreich an Weinbauregionen an der Ostküste der USA. Man findet sie auch in Kanada und Neuseeland. In Frankreich ist von drei bekannten Klonen nur Nummer 1086 für den Anbau von Wein zugelassen. Gemäß einem Dekret vom 18. April 2008 gehört die Rebsorte wieder zu den offiziell zugelassenen Rebsorten für den gewerblichen Anbau, da im Erbgut der Pflanze Anteile der Edelrebe Vitis vinifera enthalten sind [3]

Siehe auch die Artikel Weinbau in Frankreich, Weinbau in Kanada, Weinbau in Neuseeland sowie Weinbau in den Vereinigten Staaten sowie die Liste der Rebsorten.

Siehe auch den Artikel Baco Noir.

Synonyme: Baco 22A, Baco 221, Maurice Baco , Piquepoul de Pays.

Abstammung: Folle Blanche X Noah

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten]

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist stark weißwollig mit ganz leicht rötlichem Anflug behaart. Die gelblichen Jungblätter sind feinflammig behaart.
  • Die dunkelgrünen Blätter (siehe auch den Artikel Blattform) sind meist dreilappig und nur leicht gebuchtet. Die Stielbucht ist V-förmig offen. Das Blatt ist gesägt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten groß. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb.
  • Die walzenförmige Traube ist mittelgroß und lockerbeerig. Die rundlichen Beeren sind mittelgroß und von gelbgoldener Farbe. Die Beeren haben den typischen Fox-Ton der Hybridreben.

Baco Blanc reift ca. 20 Tage nach dem Gutedel und gehört damit zu den Rebsorten der zweiten Reifungsperiode (siehe das Kapitel im Artikel Rebsorte). Sie neigt zu Phytoplasmabefall. Der Phytoplasmenbefall führt zu Vergilbungskrankheiten wie die Goldgelbe Vergilbung (franz.: Flavescence dorée) oder auch die Schwarzholzkrankheit. [4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. LES CEPAGES BLANCS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu weißen Rebsorten je Großregion, Teil 1, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008
  2. LES CEPAGES BLANCS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu weißen Rebsorten je Großregion, Teil 2, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008
  3. http://www.droit.org/jo/20080430/AGRP0806778A.html Arrêté du 18 avril 2008 relatif au Catalogue officiel des espèces et variétés de plantes cultivées en France Veröffentlicht im JORF n°0102 vom 30 April 2008
  4. Horst Dietrich Mohr: Farbatlas Krankheiten, Schädlinge und Nûtzlinge an der Weinrebe, Seite 80, ISBN 3-8001-4148-5

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  P. Galet: Cépages et vignobles de France. Tome 1: Les vignes américaines. 2. édition entièrement refondue. Paysan du Midi, Montpellier 1988, ISBN 2-902771-03-7.
  •  Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, Paris 2000, ISBN 2-01-236331-8.
  •  Jancis Robinson: Das Oxford-Weinlexikon. 3. vollständig überarbeitete Auflage. Hallwag, München 2007, ISBN 978-3-8338-0691-9.