Baco Noir

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Baco Noir (auch Baco noir) ist eine Rotweinsorte, die 1902 durch François Baco (1865–1947) gezüchtet wurde. Da bei der Kreuzung von Folle Blanche × Vitis riparia auf amerikanische Urreben zurückgegriffen wurde, handelt es sich um eine Hybridrebe (auch interspezifische Kreuzung genannt).

Die früh reifende Sorte war in Frankreich weit verbreitet. Durch das EU weite Verbot zur gewerblichen Nutzung von Hybridreben ist die Sorte dort praktisch nicht mehr bekannt. Gemäß einem Dekret vom 18. April 2008 gehört die Rebsorte jedoch zu den offiziell zugelassenen Rebsorten für den gewerblichen Anbau, da im Erbgut der Pflanze Anteile der Edelrebe Vitis vinifera enthalten sind [1] Baco noir besitzt zwittrige Blüten und ist somit selbstfruchtend. Beim Weinbau wird der ökonomische Nachteil vermieden, keinen Ertrag liefernde, männliche Pflanzen anbauen zu müssen.

1951 wurde Baco noir in den USA eingeführt, wo sie in vielen kühleren Weinbauregionen (New York (→ Weinbau in New York, 240 Hektar Rebfläche mit Baco noir), Michigan (→ Weinbau in Michigan), Mississippi (→ Weinbau in Mississippi), Wisconsin (→ Weinbau in Wisconsin), New Hampshire (→ Weinbau in New Hampshire) und Pennsylvania (→ Weinbau in Pennsylvania)) auch heute noch von großer Bedeutung ist. Seit 1955 ist die Rebsorte auch in Kanada in Gebrauch. In Kanada wird in der Regel der George-Klon verwendet. Kleine Bestände sind auch in der Schweiz bekannt. (1,1 Hektar, Stand 2007, Quelle: Office fédéral de l'agriculture OFAG [2])

Baco noir ergibt körperreiche, säurereiche Rotweine, die angenehm und fruchtig sein können. Daher wird aus der reich tragenden Rebsorte auch Roséwein hergestellt.

Wegen seines frühen Austriebs ist Baco noir stark spätfrostgefährdet.

Synonyme: Baco 1, Baco N°1, Baco #1, Bacoi, Bago, Bakon, Bako Speiskii.

Abstammung: Folle Blanche × Vitis riparia

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.droit.org/jo/20080430/AGRP0806778A.html Arrêté du 18 avril 2008 relatif au Catalogue officiel des espèces et variétés de plantes cultivées en France Veröffentlicht im JORF n°0102 vom 30 April 2008
  2. Das Weinjahr 2008 (PDF), Herausgeber Office fédéral de l'agriculture OFAG

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]