Bacteroides

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Bacteroides
Bacteroides fragilis im Grampräparat

Bacteroides fragilis im Grampräparat

Systematik
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Abteilung: Bacteroidetes
Klasse: Bacteroidia
Ordnung: Bacteroidales
Familie: Bacteroidaceae
Gattung: Bacteroides
Wissenschaftlicher Name
Bacteroides
Castellani & Chalmers 1919

Bei der Gattung Bacteroides (Syn. Bacteroidacea) handelt es sich um obligat anaerobe, pleomorphe, gramnegative Stäbchenbakterien, die zur Normalflora der Schleimhäute des Intestinaltraktes gehören.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Vertreter der Gattung Bacteroides sind obligat anaerob, sie wachsen nur bei Abwesenheit von Sauerstoff. Sie bilden keine Sporen aus und ihr Stoffwechselweg ist die Fermentation. Sie verwerten verschiedene Zucker in einer Gärung und bilden dabei v. a. Acetat und Succinat. Einige Bacteroides-Arten können auch Citrat verwerten, als Gärungsprodukte entstehen u. a. Acetat und Formiat.[1]

Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass viele Arten der Gattung Bacteroides einen hohen bis überwiegenden Anteil verzweigter Fettsäureketten in ihren Lipidmembranen aufweisen.[2] Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Produktion von Sphingolipiden.[3]

Vorkommen[Bearbeiten]

Im Dickdarm findet man etwa 1011 Exemplare pro Gramm Stuhl, damit sind Bacteroides Spezies die dort zahlenmäßig dominierenden Bakterien.[1] Das Vorkommen der Bacteroides-Arten in den Faeces ist bei einigen Spezies als Bestandteil ihres Namens vermerkt, beispielsweise Bacteroides faecis, Bacteroides caccae oder Bacteroides coprophilus.

Systematik[Bearbeiten]

Einige Arten der Gattung:[4]

Zahlreiche Arten, die an Entzündungen der Zahnwurzel beteiligt sind oder der Mundflora angehören und früher zur Gattung Bacteroides gestellt wurden, sind der Gattung Prevotella (in der Familie der Prevotellaceae) zugeordnet worden (Stand 2013), z. B. Bacteroides oralis ist nun Prevotella oralis, Bacteroides denticola wird nun korrekt als Prevotella denticola bezeichnet.[4]

Medizinische Bedeutung[Bearbeiten]

Durch Bacteroides-Arten werden auch Infektionen verursacht, sie sind vor allem unter den anaeroben Krankheitserregern von Bedeutung.[1] Es handelt sich fast ausschließlich um endogene Infektionen, da diese Bakterien nur geringe Pathogenität aufweisen. Sie verursachen vor allem Peritonitis, intraabdominelle Abszesse und Leberabszesse.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Michael T. Madigan, John M. Martinko, Jack Parker: Brock Mikrobiologie. Deutsche Übersetzung herausgegeben von Werner Goebel, 1. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag GmbH, Heidelberg/Berlin 2000, ISBN 978-3-8274-0566-1, S. 592, 693, 871.
  2. T. Kaneda: Iso- and anteiso-fatty acids in bacteria: biosynthesis, function, and taxonomic significance. In: Microbiol. Rev. 55(2); June 1991: S. 288-302 PMID 1886522 (freier Volltextzugang)
  3.  Krieg, N.R.; Ludwig, W.; Whitman, W.B.; Hedlund, B.P.; Paster, B.J.; Staley, J.T.; Ward, N.; Brown, D.; Parte, A.: Bergey's Manual of Systematic Bacteriology. Volume 4: The Bacteroidetes, Spirochaetes, Tenericutes (Mollicutes), Acidobacteria, Fibrobacteres, Fusobacteria, Dictyoglomi, Gemmatimonadetes, Lentisphaerae, Verrucomicrobia, Chlamydiae, and Planctomycetes. Springer, 2010, ISBN 978-0-387-68572-4, S. 457–467.
  4. a b Jean Euzéby, Aidan C. Parte: Genus Bacteroides. In: List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN). Abgerufen am 30. Oktober 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bacteroides – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien