Bad Bibra
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Burgenlandkreis | |
| Verbandsgemeinde: | An der Finne | |
| Höhe: | 152 m ü. NN | |
| Fläche: | 49,76 km² | |
| Einwohner: |
2865 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 58 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 06647 (Ortsteile abweichend) | |
| Vorwahl: | 034465 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 84 015 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Bahnhofstraße 2a 06647 Bad Bibra |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Dr. Hartmut Spengler (CDU) | |
| Lage der Stadt Bad Bibra im Burgenlandkreis | ||
Bad Bibra ist eine Kleinstadt im Süden Sachsen-Anhalts und ein staatlich anerkannter Erholungsort. Die Stadt ist Sitz der Verbandsgemeinde An der Finne, der neben den Städten Eckartsberga und Bad Bibra weitere fünf Gemeinden angehören.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Die Stadt liegt unweit der Landesgrenze zu Thüringen im Tal des Biberbachs, der fünf Kilometer weiter nordöstlich bei Burgscheidungen in die Unstrut fließt.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Nachbargemeinden sind Nebra im Norden, Finneland und Kaiserpfalz im Westen, An der Poststraße und Balgstädt im Süden und Laucha und Karsdorf im Osten.
Gliederung [Bearbeiten]
Die Stadt Bad Bibra besteht aus dem Verwaltungssitz Bad Bibra und weiteren Ortschaften, die sich wiederum in Ortsteile unterteilen.
| Ortschaft | Einwohner | Ortsteile | |
|---|---|---|---|
| Altenroda | 554 | Altenroda, Birkigt und Wippach | |
| Bad Bibra | 1.540 | Bad Bibra, Kalbitz, Steinbach und Wallroda | |
| Golzen | 693 | Golzen und Krawinkel | |
| Thalwinkel | 182 | Bergwinkel und Thalwinkel |
Geschichte [Bearbeiten]
Zu Beginn des 9. Jahrhundert wird Bibra in einem Verzeichnis der Güter des vom Erzbischof Lullus († 786) von Mainz erbauten Klosters Hersfeld als Bibraho erstmals urkundlich erwähnt. Der Lage am Biberbach verdankt Bibra seinen Namen.
Im 10. Jahrhundert (nach 919) stand hier eine Burg des königlichen altsächsischen Geschlechtes der Liudolfinger. 963 stiftet Graf Billung auf dem kaiserlichen Fiskalgut Bibra ein Benediktinerkloster. Um das Jahr 1107, vielleicht auch schon früher, trat an die Stelle des Benediktinerklosters in Bibra ein Augustiner-Chorherrenstift.
1124 bekam Bibra die Marktrechte, 1550 wurde der Ort nicht als Stadt, sondern als Fleck bezeichnet. Durch die Reformation wurde das Kloster aufgelöst. 1657 fiel Bibra an das Herzogtum Sachsen-Weißenfels. In der Verantwortung der Herzöge wurde der Gesundbrunnen gefasst. Bibra entwickelte sich zum Modebad des Herzogtums. Der Ort unterstand dem Amt Eckartsberga. Bibra war die Wirkstätte des großen barocken Kantatendichters Erdmann Neumeister. Im 19. Jahrhundert blüht der Badetourismus erneut auf, seit 1925 darf der Ort sich Bad nennen.
Am 1. Juli 2009 fusionierten die Gemeinden Altenroda, Golzen, Thalwinkel und die Stadt Bad Bibra.[2]
Bad Bibra hat das Ziel Kneippkurort zu werden.
Kirche [Bearbeiten]
Von 1869-1871 wurde an Stelle der ehemaligen baufälligen Stiftskirche die heutige Maria-Magdalenen-Kirche erbaut. Die Stadtkirche verfügt über eine Orgel aus der Werkstatt Wilhelm Heerwagen mit 24 Registern auf zwei Manualen und Pedal aus dem Jahre 1871. Das Instrument ist das größte der von 1855 bis 1892 in Klosterhäseler ansässigen Firma in der Region. Der Orgelprospekt bildet eine architektonische Einheit mit dem neogotischen Kirchenschiff.
Politik [Bearbeiten]
Der Stadtrat von Bad Bibra setzt sich aus 14 Mitgliedern zusammen:
- CDU: 5 Sitze
- Wählergruppen: 5 Sitze
- FDP: 3 Sitze
- Die Linke: 1 Sitz
(Stand: Kommunalwahlen am 13. Juni 2004)
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 2. November 2009 durch den Landkreis genehmigt.
Blasonierung: „Geteilt von Silber über Grün; oben eine wachsende grüne Tanne, unten ein goldbewehrter silberner Biber über blauem Boden.“[3]
Die Farben der Stadt sind Weiß - Grün.
Historisches Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „In Silber vor einem grünen Nadelbaum auf grüner Wiese und über blauem Wasser ein natürlicher Biber.“
Das redende Stadtwappen erinnert an einen Volksstamm, der in Hessen an der Biber, einem linken Zufluss der Kinzig, ansässig war und hier siedelte. Der Ortsname bedeutet Biberbach.[4]
Flagge [Bearbeiten]
Die Flagge ist Weiß - Grün (1:1) gestreift.[3]
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Einst – beginnend am 10. Dezember 1909 mit dem Abteufen des Schachtes „Orlas“ rund zwei Kilometer westlich der Ortslage Wippach auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei – waren die Schachtanlagen der Kaliwerke „Gewerkschaft Orlas“ und „Gewerkschaft Nebra“ die dominanten Arbeitgeber. Abgebaut wurden hier Hartsalz, Carnallitit sowie in geringem Umfang auch Kainit und Sylvin.
Der Schacht Nebra befindet sich rund einen Kilometer nördlich des Orlas-Schachtes in einem Waldgebiet. Die Grubenbaue der „Gewerkschaften Orlas und Nebra“ erstrecken sich über eine Länge von rund 2,5 Kilometern in streichender Richtung und einer Breite von rund 700 Metern. Beide Schachtanlagen waren über die 467-Meter-Sohle miteinander verbunden. Das Fördergut wurde Übertage gemahlen und mittels einer Drahtseilbahn zur Verladeanlage in Kleinwangen gebracht. Von dort gingen die Salze über Schiene und Achse zur Weiterverarbeitung in die Fabrikanlage der Schachtanlage Roßleben. Sämtliche Übertageanlagen wurden 1934 abgebrochen. Auf dem Gelände beim Nebra-Schacht liegt nur noch ein kleiner Rest der Abteufhalde.
Heute ist eine Molkerei größter Arbeitgeber im Ort.
Verkehr [Bearbeiten]
Von Westen her erreicht man Bad Bibra über die Bundesautobahn 4, Ausfahrt Mellingen und die B 87 sowie über die B 250, von Nordosten über die Bundesautobahn 9 und die B 176.
Die Finnebahn Laucha–Kölleda, an der Bad Bibra einen Bahnhof besaß, ist nicht mehr in Betrieb. Die im Bau befindliche Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle führt im 6466 Meter langen Bibratunnel nördlich am Ort vorbei.
Tourismus [Bearbeiten]
Bad Bibra liegt in der Fremdenverkehrsregion Naturpark Saale-Unstrut-Triasland. Der Ort bietet Kremserfahrten, Orchideenwanderungen im Forst Bibra und zwei Viadukte im Wald, die zu der 1993 stillgelegten Eisenbahnverbindung Laucha–Lossa gehörten. Die Gesundheitslehre nach Sebastian Kneipp wird durch Führungen und ein Kneipp-Informationszentrum vermittelt. Kneippsche Wasseranlagen sind vorhanden.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Die Herzöge von Sachsen-Weißenfels schätzten die Heilquelle und waren prominente Stammgäste Bibras: Herzog August (1614–1680) ließ seinen Leibarzt Dr. Siebold die Heilwirkung Quelle wissenschaftlich untersuchen, sein Sohn Herzog Johann Adolf I. (1649–1697) ließ die Quelle einfassen, Herzog Johann Georg (1677–1712) kam regelmäßig, und nachdem 1727 Herzog Christian (1682–1736) durch wiederholte Verwendung des Gesundbrunnenwassers von einem Augenleiden geheilt wurde, ließ er den Brunnen reinigen und neu einfassen und blieb bis zu seinem Tod 1736 ein treuer Kurgast.
- Erdmann Neumeister (1671–1756), Kirchenliederdichter, Poetiker und Theologe; ab 1696 Pfarrer in Bibra und um 1700/1702 Verfasser des Gedichtes "Nachdenckliche Betrachtungen des curieusen Brunnengastes zu Biebra“.
- Christoph Förster (1693–1745), Komponist und Violinist
- Bürgermeister Pieroth: im Jahr 1874 Bürgermeister von Bibra und Initiator der "Actien-Gesellschaft zur Hebung des Bades Bibra".
- Dr. Stockmann: der Arzt aus Bibra wurde im Jahre 1848 zum Abgeordneten in Berlin gewählt
- Friedrich (Karl) Zippel (1887-1960) war ein evangelischer Pfarrer, Mitglied der Bekennenden Kirche (BK), NS-Opfer und Häftling im KZ Dachau.
- Hildegard Rothe-Ille geb. Ille (1899–1942), Mathematikerin
Literatur [Bearbeiten]
- Christoph Georg Kreysig: Historische Nachricht vom Stift Bebra (Bibra). In: Beyträge zur Historie derer Chur- und Fürstlichen Sächsischen Lande, 1. Band, Altenburg 1754, S. 319ff
- Johann Christian Hesse: Das wiederlebende Bebra in dem allda wiederhergestellten herrlichen martialischen Gesundbrunnen, 1766
- Louis Naumann: Das Stift Bibra und die Reformation. In: Skizzen und Bilder zu einer Heimatskunde des Kreises Eckartsberga, Veröffentlicht von Eckartshaus-Verlag, 1903
- Louis Naumann: Das Archidiakonat Bibra - eine Legende: ein Beitrag zur Geschichte der kirchlichen Einteilung Thüringens im Mittelalter, 1910
- Fr. W. Schulze: Das Stift Bibra. In: Zeitschrift des Vereins für Kirchengeschichte in der Provinz Sachsen 7, 1910, S. 42-86
- Rudolf Tomaszewski: Bausteine einer Chronik: 1200 Jahre Bad Bibra, Liberal Demokratische Zeitung (LDZ), 15 Teile, 1986
- K. Kuminek: Bibraho 786 - Bad Bibra 1986: 1200 Jahre Ersterwähnung, Rat der Stadt Bad Bibra, 1986
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2011 (PDF; 168 KiB) (Hilfe dazu)
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
- ↑ a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt Nr. 14/2009 Seite 383 (PDF; 187 kB)
- ↑ Lexikon Städte und Wappen der DDR
Weblinks [Bearbeiten]
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