Bad Birnbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Bad Birnbach
Bad Birnbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Bad Birnbach hervorgehoben
48.4513.083333333333376Koordinaten: 48° 27′ N, 13° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Bad Birnbach
Höhe: 376 m ü. NHN
Fläche: 68,81 km²
Einwohner: 5526 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 84364,
84371 (Dachsbergau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08563
Kfz-Kennzeichen: PAN, EG, GRI, VIB
Gemeindeschlüssel: 09 2 77 113
Marktgliederung: 85 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: VG Bad Birnbach
Neuer Marktplatz 1
84364 Bad Birnbach
Webpräsenz: www.badbirnbach.de
Bürgermeister: Josef Hasenberger (CSU)
Lage des Marktes Bad Birnbach im Landkreis Rottal-Inn
Geratskirchen Zeilarn Wurmannsquick Wittibreut Unterdietfurt Triftern Tann (Niederbayern) Stubenberg (Niederbayern) Simbach am Inn Schönau (Rottal) Roßbach (Niederbayern) Rimbach (Landkreis Rottal-Inn) Reut Postmünster Pfarrkirchen Mitterskirchen Massing Malgersdorf Kirchdorf am Inn (Bayern) Julbach (Inntal) Johanniskirchen Hebertsfelden Gangkofen Falkenberg (Niederbayern) Ering Egglham Eggenfelden Dietersburg Bad Birnbach Bayerbach (Rottal-Inn) Arnstorf Landkreis Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Passau Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf am Inn ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Darstellung der Thermalquelle
Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Bad Birnbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Bad Birnbach. Der Ort im Niederbayerischen Bäderdreieck ist durch sein Thermalbad, die Rottal Terme, bekannt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bad Birnbach liegt etwas erhöht über dem sanften Tal der Rott in der Region Landshut an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit, sowie an der B 388 etwa 12 km östlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, 20 km westlich von Pocking, 27 km südlich von Vilshofen sowie 43 km von Passau entfernt. Bad Birnbach bildet zusammen mit Bad Griesbach und Bad Füssing das so genannte niederbayerische Bäderdreieck.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Bad Birnbach hat 85 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Bayerbach, Bad Griesbach im Rottal, Egglham, Kößlarn und Pfarrkirchen und etwas weiter entfernt Bad Füssing, Eggenfelden, Passau, Schärding (Oberösterreich) und Vilshofen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 812 wurde Perinpah erstmals urkundlich erwähnt, als am 24. Juni dieses Jahres die Ritter Ruman und Gerhart ihre Besitzungen in Tuttinga und Perinpah dem Bischof von Passau schenkten. Pfarrer Maximilian Hartmann identifizierte in einem Beitrag in den Ostbairische Grenzmarken Perinpah mit Birnbach.

Seit dem 9. Jahrhundert war Birnbach Pfarrsitz mit einer großen Pfarrökonomie. Schon im 12. Jahrhundert ist in Birnbach ein Adelsgeschlecht erwähnt. Von 1241 bis 1248 war Albert Behaim Pfarrer in Birnbach. Seit dem 14. Jahrhundert war es ein herzogliches Amt. Während des Bayerischen Erbfolgekrieges wurde der Ort 1504 eingeäschert. Danach entwickelte sich das neue, im Kern noch heute erhaltene Birnbach. 1673 wurde es zur geschlossenen Hofmark Birnbach erhoben. Die 1483 erbaute spätgotische Kirche brannte 1675 nieder, wurde aber bald darauf wieder aufgebaut. Ihren Turm erhielt sie erst 1828 bis 1831.

1677 erhielt Birnbach durch einen Kurfürstlichen Gnadenbrief erstmals das Recht, Märkte abzuhalten. Im 19. Jahrhundert erwarben die Grafen von Arco-Valley das mittelalterliche Gut unweit der Kirche und bauten eine große Brauerei auf die Grundstücke des einstigen Adelssitzes. Die Gräfliche Brauerei Arco-Valley besteht in Bad Birnbach noch heute.

1939 bohrte die Bayerische Mineralölindustrie AG bei Birnbach nach Erdöl. Statt auf Erdöl stieß man auf Thermalwasser. Auf Verfügung der Reichsregierung musste die Bohrung wieder zugeschüttet werden. Erst 1973 wurde erneut nach dem Thermalwasser gebohrt, und am 21. September 1973 entdeckte man in 1700 Metern Tiefe eine Thermalquelle. Am 23. September begutachtete man das Wasser, das sich auf einer Wiese dampfend in eine Badewanne ergoss. Der 1973 gegründete Zweckverband Thermalbad Birnbach trug die Entwicklung. 1974 erfolgte die Grundsteinlegung für ein Kurmittelhaus, das dem Typ des bayerischen Vierseithofes nachgebildet wurde. Vom Kurzentrum räumlich getrennt entstand nördlich von Birnbach der reine Urlaubsbereich.

Im Juli 1976 wurde die Rottal Therme eröffnet. 1979 folgte die Anerkennung von Birnbach als Erholungsort und von Rottal Terme® als Heilquellenkurbetrieb. Am 11. Dezember 1979 konnte ein Erweiterungsbau der Rottal Terme eröffnet werden. Birnbach veränderte sein Erscheinungsbild wesentlich, es entstand ein eigener Marktplatz, umgeben von Geschäften mit Arkadengängen, ein neues Rathaus, Verkehrsamt und Postamt, Hotels, Banken und Betriebe. 1984 wurde Birnbach zur Marktgemeinde erhoben, 1987 das Prädikat Bad verliehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde Birnbach um das Gebiet der bis dahin selbständigen Gemeinde Untertattenbach vergrößert. Am 1. Januar 1972 kam ein Teil von Kindlbach hinzu. Am 1. Juli 1972 erfolgte der Zusammenschluss mit Asenham und Hirschbach.[3]

Religionen[Bearbeiten]

Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört zur römisch-katholischen Kirche. Jedoch werden neben den in der Pfarrkirche abgehaltenen katholischen Gottesdiensten, im Atrium auch evangelische Gottesdienste abgehalten.

Politik[Bearbeiten]

1. Bürgermeister ist Josef Hasenberger (CSU).[4]

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und 20 Marktgemeinderatsmitgliedern zusammen.

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

2002 2008
CSU 6 6
Freie Wählergemeinschaft Hirschbach-Brombach 4 4
Tattenbacher Liste 2 2
SPD 2 1
Wählergemeinschaft Asenham 2 2
Wählergemeinschaft Schwertling 2 1
Unabhängige Wähler 1 1
Wählergemeinschaft Schwaibach 1 2
Freie Bürgerliste n.a. 1
Gesamt 20 20

Wappen[Bearbeiten]

Aus mehreren ehemaligen Adelsherrschaften wurden für eine Repräsentation im neuen Gemeindewappen wegen ihrer besonderen Bedeutsamkeit für die geschichtliche Entwicklung der beteiligten Orte eine Seitenlinie der Grafen von Tattenbach als Hofmarksinhaber in Hirschbach (mit dem redenden Wappen einer Hirschstange) sowie die ab 1670 in Birnbach ansässige Familie von Schmid, aus der der bayerische Kanzler Caspar von Schmid (*1622 | †1693) entstammte (Wappen: Rosenzweig), ausgewählt. Durch die Farbgebung Silber und Rot wird zudem auch der Gemeindeteil Brombach angesprochen, da diese Farben in den Wappen einiger Inhaber dieser früheren Hofmark, namentlich der Familien v. Prachbeck, v. Venningen und v. Molzer dominieren.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Der größte Wirtschaftsfaktor in Bad Birnbach ist der Tourismus. Durch die Eröffnung der Rottal Terme wurden seit 1976 viele Hotelanlagen und Appartementhäuser errichtet wodurch die Übernachtungskapazität mittlerweile bei etwa 4280 Gästebetten liegt. Die Anzahl der Unterkünfte beläuft sich auf 146 Stück.

Rottal-Terme[Bearbeiten]

Das Kurmittelhaus Rottal-Terme Bad Birnbach ist als Heilquellenkurbetrieb staatlich anerkannt und beihilfefähig. Die Auslauftemperatur der Chrysantiquelle bzw. Konradsquelle beträgt je nach Entnahmemenge bis zu 70 °C. Beide Quellen gehören dank der hohen Wassertemperatur zu den wärmsten Thermal-Mineralquellen Mitteleuropas. Insgesamt verfügt die Rottal-Terme über 31 Becken. Die Therme ist unterteilt in Therapiebad und Vitarium. Das Vitarium ist zudem unterteilt in eine Thermenwelt und eine Sauna-Erlebniswelt.

Heilwasseranalyse[Bearbeiten]

Die Thermalquellen der Rottal Terme sind Fluoridhaltige Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Quellen. Behandelt werden damit u.a. deformierende Gelenkerkrankungen, chronische entzündliche rheumatische Erkrankungen, chronisch degenerative Wirbelsäulenerkrankungen und Weichteilrheumatismus.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Bad Birnbach sind eine Grund- und Mittelschule sowie eine Musikschule und eine staatlich anerkannte Berufsfachschule für Krankengymnasten, Masseure und med. Bademeister ansässig.

Freizeit[Bearbeiten]

Das Freizeitangebot des Kurortes umfasst ein Sport- und Freizeitzentrum mit mehreren Tennisplätzen und -hallen, Fußballplätzen, einer Inlineskatebahn, einer Minigolfanlage, Luftgewehrschießstände, Bogenschützenplatz und vieles mehr. Zudem verfügt Bad Birnbach und dessen Umgebung eine große Zahl an Wegen zum Wandern, Nordic Walking und außerdem zahlreiche Ausgangspunkte für Radtouren mit unterschiedlichen Ansprüchen. Die Strecken für Nordic Walking erstrecken sich über insgesamt 51 km.

Der Golfpark Bella Vista in Bad Birnbach, der vom Markt Bad Birnbach angelegt wurde, wurde im August 2007 eingeweiht. Dieser verfügt über einen 18-Loch-Platz, einen 9-Loch-Kurzplatz und eine 280 Meter lange „Driving Range“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die spätgotische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt wurde 1483 erbaut und 1675 nach einem Brand erneuert. Der Turm entstand 1828. In ihrem Inneren besitzt die Kirche gotische und barocke Bauteile. Der Hochaltar ist neugotisch, der Chrysanthus-Altar in der Seitenkapelle im Rokokostil.

Das Anfang 2001 fertiggestellte Artrium dient als kultureller Treffpunkt. Dort werden in drei Veranstaltungsräumen u.a. Kabaretts, Konzerte und Seminare abgehalten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Bräunlfest, Anfang Mai
  • Habergoaß, Hexn und Rauhwuggerl, Ende November
  • Erntedankfest, Ende September
  • Christkindlmarkt, Ende November bis Anfang Dezember

Bauwerke und weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • spätgotische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt
  • Marienkapelle (Lengham)
  • Hansl-Huber-Brunnen
  • Aunhamer Hügelgräber


Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Bad Birnbach

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger:
  • Alois Peter, Geistlicher Rat, Pfarrer in Birnbach seit 1. August 1948, verliehen am 19. Februar 1959.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111129/221913&attr=OBJ&val=795
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 474.
  4. www.pnp.de 1. Bürgermeister Josef Hasenberger
  5. www.belocal.de Kurfürstlicher bayerischer Geheimer Ratskanzler Caspar von Schmid

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Birnbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Birnbach – Reiseführer