Bad Blankenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Blankenburg
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Bad Blankenburg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 41′ N, 11° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saalfeld-Rudolstadt
Höhe: 220 m ü. NN
Fläche: 35,56 km²
Einwohner: 7281 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07422
Vorwahl: 036741
Kfz-Kennzeichen: SLF
Gemeindeschlüssel: 16 0 73 005
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
07422 Bad Blankenburg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Frank Persike (Die Linke)
Lage der Stadt Bad Blankenburg im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
Karte

Bad Blankenburg ist eine Kleinstadt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Thüringen. Sie ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und bezeichnet sich selbst als Lavendelstadt.

Die Stadt hat 7.327 Einwohner (Stand 31. Dezember 2006) und eine Fläche von 35,56 km².

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

In Bad Blankenburg mündet die Rinne in die Schwarza.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zu Bad Blankenburg gehören 8 Ortsteile:

  • Böhlscheiben, 90 Einwohner
  • Cordobang, 102 Einwohner, 410 m ü. NN
  • Fröbitz, 72 Einwohner, 380 m ü. NN
  • Großgölitz, 90 Einwohner
  • Kleingölitz, 96 Einwohner
  • Oberwirbach, 120 Einwohner
  • Watzdorf, 169 Einwohner
  • Zeigerheim, 1363 erstmalig erwähnt, 148 Einwohner

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Bechstedt, Rottenbach, die Stadt Rudolstadt, Saalfelder Höhe und Schwarzburg.

[Bearbeiten] Geschichte

Blankenburg mit Burgruine um 1900
Blankenburg mit Burgruine um 1900

Die Stadt wurde 1267 erstmals urkundlich erwähnt. Das Stadtrecht ist seit 1323 urkundlich verbürgt. 1911 bekam Blankenburg durch den damaligen Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt den Titel Bad verliehen.

Am 19. Juni 1992 wurden Böhlscheiben und Zeigerheim eingemeindet, am 23. März 1993 folgten Gölitz und Oberwirbach und am 8. März 1994 Cordobang.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

  • 1834: 1.256
  • 1933: 4.557
  • 1939: 5.307
  • 1960: 10.126
  • 1994: 8.323
  • 1995: 8.197
  • 1996: 8.136
  • 1997: 8.076
  • 1998: 8.037
  • 1999: 7.963
  • 2000: 7.909
  • 2001: 7.764
  • 2002: 7.688
  • 2003: 7.658
  • 2005: 7.462
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Nach der Kommunalwahl am 27. Juni 2004 ergab sich folgende Verteilung der 20 Sitze:

CDU 9 Sitze
Die Linke 4 Sitze
FWG 3 Sitze
SPD 2 Sitze
FDP 2 Sitze

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „In Grün ein aufgerichteter hersehender goldener Löwe mit roter Zunge und Bewehrung“

[Bearbeiten] Städtepartnerschaft

Seit 1990 besteht eine Städtepartnerschaft mit der nordhessischen Stadt Hofgeismar.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen neben der Burg Greifenstein das Wohnhaus von Friedrich Fröbel, der in Bad Blankenburg 1840 den ersten Kindergarten der Welt nach seinem pädagogischen Konzept gründete und führte, sowie das jährlich stattfindende Lavendelfest.

Bad Blankenburg war früher Tagungsort des Vertreterconvents (VC), des Verbands der Turnerschaften, vgl. Studentenverbindungen. In Bad Blankenburg wurde vom VC eine Sportstätte für die Turnfeste errichtet, die heute die Landessportschule Thüringen beherbergt. Ebenso errichteten die Mitglieder des VC die Stadthalle und restaurierten den Turm auf Burg Greifenstein.

Heute findet in Bad Blankenburg jährlich im Herbst die Greifensteintagung des Coburger Convents (CC) statt.

Ein im Jahre 2001 errichteter Gedenkstein auf dem Gelände des evangelisch-kirchlichen Anna-Luisen-Stiftes erinnert an die mehr als 200 behinderten Kinder, die dort in den 1920er Jahren bis in die 1940er Jahre Opfer von Vernachlässigung und der Preisgabe ihres Lebens wurden. 54 von ihnen wurden 1941 in die Thüringer Landesheilanstalt Stadtroda verbracht, von denen 24 nicht zurückkehrten, weil sie mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Euthanasieprogramm T4 zum Opfer fielen.[2]

Im Ortsteil Dörfchen wurde 1985 ein Gedenkstein aufgestellt für die Opfer des Todesmarsches von Häftlingen des KZ Buchenwald, der den Ort im April 1945 passierte.[3]

[Bearbeiten] Verkehr

Der Bahnhof von Bad Blankenburg liegt an der Bahnstrecke Arnstadt–Saalfeld. Außerdem verläuft die Bundesstraße 88 (IlmenauRudolstadt) durch den Ort.

[Bearbeiten] Sonstiges

Die Städte Bad Blankenburg, Rudolstadt und Saalfeld/Saale arbeiten seit 1997 als Städteverbund „Städtedreieck am Saalebogen“ zusammen und begannen eine Diskussion über einen möglichen festeren Zusammenschluss. Ein Ergebnis ist u.a. die Zusammenlegung der Wirtschaftsförderungen zu einer regionalen Wirtschaftsförderagentur im Juli 2007.


Bad Blankenburg ist Sitz der Deutschen Evangelischen Allianz (Netz, in dem sich die evangelischen Christinnen und Christen aus Landeskirche, Freikirchen und Werken auf der Grundlage von 1. Johannes 5,1 zu gemeinsamem Beten, Glauben und Handeln verknüpfen).

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten

  • Friedrich Fröbel (1782–1852), Pädagoge, gründete in Blankenburg den ersten Kindergarten Deutschlands
  • Eleonore Heerwart (1835–1911), Pädagogin, lebte zeitweise in Blankenburg
  • Anna Thekla von Weling (1837-1900) Schriftstellerin, Übersetzerin und Gründerin der Blankenburger Allianzkonferenz, hier gestorben
  • Ernst Modersohn (1870–1948), evangelischer Theologe, lebte ab 1906 in Bad Blankenburg
  • Marlies Göhr (* 1958), Leichtathletin, besuchte die Sportschule in Bad Blankenburg

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. Holger Spierig: "Herr, vergib uns unsere Schuld". Kirchliches Pflegeheim in Bad Blankenburg arbeitet die dunklen Stellen seiner Geschichte auf, = Glaube und Heimat Nr. 37 vom 15. September 2002
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 232, ISBN 3-88864-343-0

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Bad Blankenburg – Bilder, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge