Bad Dürrenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Dürrenberg
Bad Dürrenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Dürrenberg hervorgehoben
51.30194444444412.07104Koordinaten: 51° 18′ N, 12° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Saalekreis
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 36,13 km²
Einwohner: 11.800 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 327 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06231
Vorwahl: 03462
Kfz-Kennzeichen: SK, MER, MQ, QFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 88 020
Adresse der
Stadtverwaltung:
Fichtestraße 6
06231 Bad Dürrenberg
Webpräsenz: www.stadt-bad-duerrenberg.de
Bürgermeister: Árpád Nemes (CDU)
Lage der Stadt Bad Dürrenberg im Saalekreis
Sachsen Thüringen Burgenlandkreis Halle (Saale) Landkreis Anhalt-Bitterfeld Landkreis Mansfeld-Südharz Salzlandkreis Bad Dürrenberg Bad Lauchstädt Barnstädt Braunsbedra Farnstädt Kabelsketal Landsberg (Saalekreis) Leuna Wettin-Löbejün Merseburg Mücheln (Geiseltal) Nemsdorf-Göhrendorf Obhausen Petersberg (Saalekreis) Querfurt Salzatal Schkopau Schraplau Steigra TeutschenthalKarte
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Bad Dürrenberg ist eine Stadt im Saalekreis im Land Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Dürrenberg liegt an der Saale zwischen Leipzig, Merseburg und Weißenfels. Im Süden der Stadt mündet der Ellerbach rechtsseitig in die Saale.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ortschaft Einwohner Ortsteile
Nempitz Bad Dürrenberg Tollwitz Oebles-Schlechtewitz SaalekreisDistricts of Bad Dürrenberg.svg
Über dieses Bild
Bad Dürrenberg 10.805 Bad Dürrenberg, Balditz, Goddula, Keuschberg, Kirchfährendorf, Lennewitz, Ostrau und Vesta
Nempitz 293 Nempitz
Oebles-Schlechtewitz 209 Oebles-Schlechtewitz
Tollwitz 1.175 Ellerbach, Kauern, Ragwitz, Teuditz, Tollwitz und Zöllschen

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Leuna im Norden, Markranstädt (Landkreis Leipzig) im Osten, Lützen (Burgenlandkreis) im Süden und Weißenfels (Burgenlandkreis) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Altes Salzamt

Der Stadtteil Keuschberg ist der älteste Teil der Stadt. Am 5. Juli 993 wurde der Ort durch Otto I. erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsteil Kirchdorf wurde im Jahr 1248 und Fährendorf erstmals zu Beginn des 14. Jahrhunderts erwähnt. Zu dieser Zeit muss bereits eine namensgebende Fähre existiert haben. Dürrenberg wurde 1431 erwähnt, als Christoph von Schidingen ein Lehnbrief des Merseburger Bischofs Johann II. Bose für Dürrenberg und Puhrendorff (?) nebst Kirchdorff erhielt.[2] Das Standesamt, das ehemalige Salzamt, ist das älteste Steingebäude der Stadt und ist bereits in Urkunden aus dem Hochmittelalter als Königsgut nachgewiesen.

Bahnhof
Kurpark

1741 unternahm der kurfürstlich-sächsische Bergrat Johann Gottfried Borlach bei Keuschberg Bohrversuche. Die Bohrung war erst 1763 erfolgreich, seitdem gibt es dort einen ständigen Solefluss mit 10,63 % Salzgehalt. Über diesem ersten Solebrunnen entstand 1765 ein wuchtiger Soleförderturm, der nach ihm benannte Borlachturm befindet sich in unmittelbarer Nähe der Gradierwerke. Das Museum im Turm würdigt die Leistungen von Borlach und dokumentiert die Geschichte der Salzgewinnung, die Verarbeitung der Dürrenberger Sole zu Siedespeisesalz und die Entwicklung Dürrenbergs zum Badeort.[3]

Erstmals an das Eisenbahnnetz angebunden werden sollte der Ort im Jahr 1826 mit der Errichtung einer Pferdeeisenbahn von Leipzig nach Dürrenberg; die Pläne wurden jedoch verworfen. Im Jahr 1836 wurde die 4,5 Kilometer lange Tollwitz-Dürrenberger Eisenbahn mit einer Spurweite von 585 mm und der erste, 133 m lange Eisenbahntunnel Deutschlands errichtet. Am 22. März 1856 nahm die Bahnstrecke von Leipzig nach Corbetha über Barneck, Markranstädt, Kötschau und Dürrenberg ihren Betrieb auf.

Spätgotische Kirche in Kirchfährendorf
Evangelische Kirche
St. Bonifatius

Die Errichtung des ersten Badehauses erfolgte 1845, die erste Saalebrücke wurde 1920 erbaut. Im selben Jahr wurde die Rössener Straßenbahnstrecke in Etappen über Daspig und Spergau bis Fährdorf verlängert, sechs Jahre später dann bis zum Bahnhof Bad Dürrenberg.

Die Großgemeinde Dürrenberg wurde 1930 durch den Zusammenschluss mehrerer kleinerer Gemeinden wie Keuschberg und Kirchfährendorf gebildet. Seit der Verleihung des Prädikates „Bad“ im Jahr 1935 nennt sich Dürrenberg Bad Dürrenberg. Das Stadtrecht wurde dem Ort im Jahr 1946 verliehen. Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Kirchfährendorf und Goddula-Vesta wurden 1950 eingemeindet. Die Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg mit Oebles-Schlechtewitz, Tollwitz sowie seit 1998 Spergau und seit 2006 Nempitz wurde 1994 gebildet.

Blick durch das Gradierwerk in den Kurpark

Der Badebetrieb in Bad Dürrenberg wurde 1964 eingestellt, die Produktion von Siedesalz bereits ein Jahr zuvor. Ein neuer Solebrunnen wurde am 24. Juni 2000 in Betrieb genommen. 2003 sanierte man die ehemalige Trinkhalle im Kurpark, die anschließend wieder für Soleanwendungen geöffnet wurde. 2008 wurde der Stadt das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ verliehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Oebles-Schlechtewitz wurde am 1. Juli 2008 in die Stadt Bad Dürrenberg eingemeindet.[4] Am 1. Januar 2010 folgten die Eingemeindungen von Nempitz und Tollwitz[5], was die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg nach sich zog.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1995 Stichtag 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1990 13.0081
1995 12.214
2000 11.902
2005 11.391
2006 11.287
2012 11.844

1 3. Oktober

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister (seit 1990)[Bearbeiten]

  • bis 2001 Thomas Heilmann
  • bis 2008 Jürgen Elste
  • seit 2008 Árpád Nemes

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Bad Dürrenberg hat 29 stimmberechtigte Mitglieder. Er setzt sich aus 28 Stadträtinnen und Stadträten und dem Bürgermeister der Stadt Bad Dürrenberg zusammen.

Die Mandate verteilen sich seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wie folgt:

  • CDU: 8 Mitglieder
  • FDP: 5 Mitglieder
  • Die Linke: 5 Mitglieder
  • SPD: 2 Mitglieder
  • Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG): 2 Mitglieder
  • Allgemeine Freie Liste (AFL): 2 Mitglieder
  • Wählergemeinschaft Pro Bad Dürrenberg (WG-PBD): 2 Mitglieder
  • Wählergemeinschaft Handwerker und Gewerbetreibende (WG-HuG): 1 Mitglied
  • Neues Forum: 1 Mitglied

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 15. April 1947 durch den Minister des Innern der Provinzialregierung Sachsen-Anhalt genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über blauem Wasser ein silbernes Gebäude mit turmartigem Dach, schwarzen Fenstern, Tür und silberner Eingangstreppe.“

Flagge von Bad Dürrenberg

Das Gebäude im Wappen der Stadt stellt das Wahrzeichen von Dürrenberg, den sogenannten Kunst- oder Borlachturm dar. Die Wellen deuten die geografische Lage der Stadt an der Saale an.[6]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Bad Dürrenberg ist weiß - rot (1:1) gestreift.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Dürrenberg unterhält Partnerschaften zu Caudebec-lès-Elbeuf in Frankreich, Ciechocinek in Polen, Encs in Ungarn und Melle in Niedersachsen (Deutschland).[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gradierwerk
  • Kurpark (10 ha)
  • Größtes zusammenhängendes Gradierwerk Deutschlands (636 m lang)
  • Borlachturm
  • Borlachmuseum über die Geschichte des Salzes in der Region
Borlachmuseum
  • Heimatstube
  • Vogel- und Palmenhaus
  • Naturlehrpfad mit Lehrtafeln; führt durch ein Naturschutzgebiet
  • Trimmpfad
  • Spätgotische Kirche im Ortsteil Fährendorf
  • Saale-Radwanderweg (7 km auf der Gemarkung)
  • Radweg Sole, Kohle und Geschichte vom Geiseltalsee nach Lützen
  • Erster Eisenbahntunnel Deutschlands

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Hunnenstein
  • Kriegerdenkmal auf dem Borlachplatz zur Erinnerung an die 151 Gefallenen des Ersten Weltkrieges, eingeweiht am 23. August 1925
  • Grabstätten für 14 Zwangsarbeiter auf dem Städtischen Friedhof
  • Grabstätten von 18 Zwangsarbeitern auf dem Neuen Friedhof
  • Denkmal aus dem Jahre 1959 auf dem Alten Friedhof für 41 Zwangsarbeiter aus mehreren Nationen
  • Kriegerdenkmal vor der evangelischen Kirche zum Andenken an die Teilnehmer und Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71
  • Kriegerdenkmal an der Kirchfährendorfer Straße im Ortsteil Fährendorf für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges
  • Denkmal auf dem OdF-Platz zur Erinnerung an die „Opfer des Faschismus und des imperialistischen Krieges“
  • Hunnenstein mit dem sagenhaften Abdruck der Hand König Heinrichs I. zur Ungarnschlacht 933
  • Bauernstein

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Brunnenfest: Jeweils drei Tage am letzten Juni-Wochenende; zu den Brunnenfesten wird traditionell das Kleine Borlachspiel aufgeführt. Dabei wird die Erschließung der Quelle dargestellt und es findet eine öffentliche Solemessung statt.
  • Kurkonzerte Mai bis September im Kurpark
  • Ostermarkt am Karsamstag vor dem Palmen- und Vogelhaus
  • Bauernmarkt am ersten Samstag im September, auf dem Borlachplatz/Apothekerberg vor dem Palmen- und Vogelhaus
  • Weihnachtsmarkt am zweiten Adventwochenende, vor dem Palmen- und Vogelhaus
  • Ausstellungen regionaler Künstler im Wasserturm des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung (ZWA)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Haltepunkt Bad Dürrenberg
Straßenbahnlinie 5

Bad Dürrenberg verfügt über einen Haltepunkt an der Strecke Leipzig – Weißenfels mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen nach Leipzig und Weißenfels. Zudem ist die Stadt mit der Straßenbahnstrecke Halle-Ammendorf–Bad Dürrenberg (Halle – Kröllwitz – Merseburg – Leuna – Bad Dürrenberg) an den Nahverkehr der HAVAG angebunden. Die darauf verkehrende Linie 5 ist mit ca. 30 Kilometern die längste Straßenbahnlinie in den Neuen Bundesländern. Busverbindungen gibt es unter anderem nach Markranstädt, Merseburg, Günthersdorf und Kleinkorbetha.

Außerdem liegt die Stadt direkt an der A 9, an der sie eine eigene Anschlussstelle hat.

In Bad Dürrenberg gibt es eine Saaleschleuse.

Tourismus[Bearbeiten]

Touristeninformation im Fachwerkbau

Das ehemalige Salzamt wurde zum Hostel umgebaut, daneben gibt es drei weitere Hotels.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Borlach-Gedenkplakette

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Dürrenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Dürrenberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. N. I Fol. 2b Rep. A 30 a I Nr. 385, Lehnbuch Bischof Johannes Bose, Rittergutsarchiv Wernigerode
  3. Vollständiger Artikel auf Suite101.de über Bad Dürrenberg an der Saale
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  6. Lexikon Städte und Wappen der DDR 1979 Seite 99 ff.
  7. Partnerschaften