Bad Endorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Bad Endorf
Bad Endorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Bad Endorf hervorgehoben
47.912.3522Koordinaten: 47° 54′ N, 12° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 522 m ü. NHN
Fläche: 40,11 km²
Einwohner: 8039 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83093
Vorwahl: 08053
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 128
Marktgliederung: 49 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Bahnhofstraße 6
83093 Bad Endorf
Webpräsenz: www.bad-endorf.de
Bürgermeisterin: Gudrun Unverdorben (Überp.Wgem.Freie Wähler e.V.)
Lage des Marktes Bad Endorf im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde) Chiemsee (Gemeinde) Chiemsee Österreich Landkreis Altötting Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Miesbach Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Traunstein Rosenheim Rotter Forst-Süd Rotter Forst-Nord Albaching Amerang Aschau im Chiemgau Babensham Bad Aibling Bad Endorf Bad Feilnbach Bernau am Chiemsee Brannenburg Breitbrunn am Chiemsee Bruckmühl Edling Eggstätt Eiselfing Feldkirchen-Westerham Flintsbach am Inn Frasdorf Griesstätt Großkarolinenfeld Gstadt am Chiemsee Halfing Höslwang Kiefersfelden Kolbermoor Neubeuern Nußdorf am Inn Oberaudorf Pfaffing (Landkreis Rosenheim) Prien am Chiemsee Prutting Ramerberg Raubling Riedering Rimsting Rohrdorf (am Inn) Rott am Inn Samerberg Schechen Schonstett Söchtenau Soyen Stephanskirchen Tuntenhausen Vogtareuth Wasserburg am InnKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Bad Endorf (bis 1987 amtlich: Endorf i.OB) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Rosenheim, der 1987 als Heilbad staatlich anerkannt wurde. Seit 1988 führt der Ort die Bezeichnung „Bad“ im Ortsnamen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Markt befindet sich rund 15 km nordöstlich von Rosenheim, 20 km südlich von Wasserburg am Inn, 30 km westlich von Traunstein, 8 km nördlich von Prien am Chiemsee und 13 km von der Bundesautobahn 8 (Anschlussstelle Bernau am Chiemsee) entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Bad Endorf hat 49 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

In der Zeit der römischen Herrschaft (Provinz Raetia) führte eine Römerstraße von Salzburg nach Augsburg über das heutige Gemeindegebiet. 924 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung in den Archiven des Erzbischofs von Salzburg mit der Schreibweise „Zennidorf“. Endorf war lange Zeit ein Amt der Herrschaft Wildenwart, die zusammen mit der Herrschaft Hohenaschau mit der Hochgerichtsbarkeit ausgestattet war. Bad Endorf wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern nach 1803 eine selbständige politische Gemeinde. Hirnsberg wird um 1100 erstmals erwähnt.

1860 wurde Endorf an die Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg angeschlossen. Im Jahre 1963 wurde in 4848 m Tiefe das jodhaltige Heilwasser durch Zufall bei einer Erdölbohrung entdeckt. Danach begann der Aufbau des Heilbades.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurden Teile der aufgelösten Gemeinde Mauerkirchen eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Teile von Hirnsberg hinzu.[3]

Am 19. August 1973 wurde Endorf zum Markt erhoben. Hemhof und Teile der aufgelösten Gemeinde Pietzing wurden am 1. Mai 1978 eingegliedert.[4] Seit 1988, nach der Anerkennung als Heilbad 1987, hat sich Endorf dafür entschieden, die Bezeichnung „Bad“ im Ortsnamen zu führen.

Politik[Bearbeiten]

20 ehrenamtliche Gemeinderäte bilden zusammen mit der hauptamtlichen Bürgermeisterin den Gemeinderat von Bad Endorf. Nach der Wahl vom 2. März 2008 setzt er sich so zusammen:[5]

Partei Sitze
CSU 7
ÜWG 6
EFL 4
SPD 3

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

13 Kilometer von Bad Endorf entfernt befindet sich die Anschlussstelle Bernau am Chiemsee der Bundesautobahn 8. Diese ist über die Staatsstraße 2092, welche auch Bad Endorf mit Prien am Chiemsee verbindet, erreichbar. Die Staatsstraße 2095 stellt eine schnelle Verbindung in das Stadtzentrum von Rosenheim her.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde Bad Endorf verlaufen die Bahnstrecken Rosenheim–Salzburg und die Bad Endorf–Obing. Die Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg wird im Kursbuch der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 951 geführt. An dieser liegt auch der Bahnhof Bad Endorf (Oberbay). Die Bahnstrecke Bad Endorf–Obing wird heute nur noch von Museumsbahnzügen befahren. Die Züge der Museumsbahn beginnen ebenfalls im Bahnhof Bad Endorf (Oberbay). Sie bedienen dann noch den Haltepunkt Bad Endorf Flugplatz, um ihre Fahrt in Richtung Obing fortzusetzen.[6]

Am 7. Mai 1860 wurde die Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg eröffnet, an der der Bahnhof Endorf entstand. Im Bahnhof Endorf waren zwei Kreuzungsgleise und ein Wasserhaus vorhanden. Der Bahnhof hatte außerdem eine große Bedeutung für Güter aus der Region, die an der Laderampe und am Güterschuppen verladen wurde. Neben dem Bahnhof Endorf nahm man mit der Streckeneröffnung den Haltepunkt Bergham in Betrieb. Dieser lag ebenfalls in der Gemeinde Bad Endorf. Am 15. Oktober 1908 wurde eine Lokalbahn von Endorf nach Obing eröffnet, woraufhin ein weiteres Umfahrgleis, auf dem die Lokalbahnlokomotiven umsetzen, errichtet wurde. 1963 ging im Bahnhof Bad Endorf ein Drucktastenstellwerk in Betrieb. Auf der Lokalbahn nach Obing stellte die Deutsche Bundesbahn am 26. Mai 1968 den Personen- und am 1. Januar 1996 auch den Güterverkehr ein. Am 1. Juli 2006 wurde die Strecke von der Chiemgauer Lokalbahn als Museumsbahn wiedereröffnet.[7] Der heute als Bad Endorf (Oberbay) bezeichnete Bahnhof besitzt ein Durchfahrtsgleis und drei Bahnsteiggleise, die an einem Hausbahnsteig mit Zungenbahnsteig und an einem Außenbahnsteig liegen.[8] Der Bahnhof wird heute im Stundentakt von Regional-Express-Zügen der Relation MünchenGrafingRosenheim–Bad Endorf–Prien am ChiemseeTraunsteinFreilassingSalzburg bedient. Zudem halten in Bad Endorf noch drei Fernverkehrszüge. Auf der Museumsbahn ist nur im Sommer Betrieb. Der Haltepunkt Bergham an der Bahnstrecke von Rosenheim nach Salzburg wurde stillgelegt.[9]

Busverkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bad Endorf ist durch drei Buslinien an das Liniennetz des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) angeschlossen. Es bestehen Busverbindungen in Richtung Rosenheim, Prien am Chiemsee, Halfing und Eggstätt.[10]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Gesundheitswelt Chiemgau AG (Abk. GWC, Holding seit 1998, Aktienmehrheit im Besitz des Marktes) mit den Tochterunternehmen:

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Bundespolizeisportschule Bad Endorf ist das Leistungszentrum der Bundespolizei für die Wintersportarten Ski alpin, Nordische Kombination, Skilanglauf, Skispringen, Biathlon, Eisschnelllauf, Short Track, Bob, Rennrodeln und Skeleton. Die Ausbildung erfolgt im sogenannten „Bad Endorfer Modell“, das heißt die Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten und im Leistungssport erfolgt parallel.

Auf dem Gebiet der Altgemeinde Bad Endorf (offiziell bis 1987 Endorf i.OB)

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Endorf gehörten ursprünglich Anzing, Bergham, Dorfbach, Engling, Eisenbartling, Hemberg, Hofham, Jolling, Kurf, Landing, Patersdorf, Stock, Stockham, Stötten, Teisenham und Unterkurf. Mit der Gebietsreform wurden die Gemeinden Hemhof, Hirnsberg und Mauerkirchen-Antwort samt deren Ortsteilen eingegliedert:

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Bemerkungen
Hemhof 1978 mit Bach, Batterberg, Daumberg, Gaben, Hartmannsberg, Lemberg, Pelham, Rankham, Schlicht, Stephanskirchen und Thal
Hirnsberg 1972 mit Achthal, Anger, Asbichl, Gries, Holzberg, Holzen, Kreuzbichl, Kronlohe, Letten, Moos, Rain, See (am Simssee), Stauden, Thalkirchen, Ulperting und Unterachthal
Mauerkirchen-Antwort 1971 mit Rachenthal und Ströbing


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Ortsmotiv mit Jakobuskirche
  • Pfarrkirche St. Jakobus aus dem Jahr 1857.
  • Schloss Hartmannsberg zwischen Schloßsee und Langbürgner See.

Tourismus[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Partnerorte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Walter Kindermann (1936–2013) war von 1984 bis 2002 Bürgermeister. Der Ehrenbürger des Marktes ist 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.
  • Maria Stadler (1914–1994) wurde 1988 mit dem Bundesfilmband in Gold (Bundesfilmpreis, heute Deutscher Filmpreis) für ihre besonderen Verdienste um das deutsche Kino ausgezeichnet. Die Regisseurin Doris Dörrie hat ihr, der “Kino Maria”, mit ihrem Erstlingswerk „Ob’s stürmt oder schneit“ ein filmisch-dokumentarisches Denkmal gesetzt.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111022/165447&attr=OBJ&val=502
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 561.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 587 und 588.
  5. http://www.bad-endorf.de/buergerservice/mgde_rat.htm
  6.  Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3.
  7.  Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 128–129.
  8. Bahnsteiginformationen zum Bahnhof Bad Endorf (Oberbay). In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn. Abgerufen am 1. April 2013.
  9.  Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 130.
  10. Liniennetz des RVOs (PDF; 2,1 MB) In: rvo-bus.de. RVO. 2011. Abgerufen am 1. April 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Endorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Endorf – Reiseführer