Bad Essen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Essen
Bad Essen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Essen hervorgehoben
52.3213888888898.34113Koordinaten: 52° 19′ N, 8° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Höhe: 113 m ü. NHN
Fläche: 103,31 km²
Einwohner: 15.040 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49152
Vorwahl: 05472
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 003
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenstraße 41/43
49152 Bad Essen
Webpräsenz: www.badessen.de
Bürgermeister: Timo Natemeyer (SPD)
Lage der Gemeinde Bad Essen im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Vechta Osnabrück Alfhausen Ankum Bad Essen Bad Iburg Bad Laer Bad Rothenfelde Badbergen Belm Berge (Niedersachsen) Bersenbrück Bippen Bissendorf Bohmte Bramsche Dissen am Teutoburger Wald Eggermühlen Fürstenau Gehrde Georgsmarienhütte Glandorf Hagen am Teutoburger Wald Hasbergen Hilter am Teutoburger Wald Melle Kettenkamp Menslage Merzen Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück) Nortrup Ostercappeln Quakenbrück Rieste Voltlage WallenhorstKarte
Über dieses Bild
Blick über Bad Essen vom Wiehengebirge zum Stemweder Berg

Bad Essen ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen. Bad Essen liegt mit seinem historischen Ortskern an der Deutschen Fachwerkstraße und im Natur- und Geopark TERRA.vita.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bad Essen liegt am Übergang der Mittelgebirge zum Norddeutschen Tiefland. Das Wiehengebirge bedeckt ungefähr das südliche Drittel der Gemeinde und erreicht mit 211 m ü. NN seine größte Höhe auf dem Schwarzen Brink im Ortsteil Lintorf. Die höchste Erhebung Bad Essens liegt jedoch mit 215 m ü. NN auf einer Ackerfläche im Norden von Büscherheide. Der mittlere Teil der Gemeinde ist eben, liegt durchschnittlich 50 m ü. NN und gehört zum Naturraum des Lübbecker Lößlandes. Der Norden des Gemeindegebiets gehört bereits zur Rahden-Diepenauer Geest. Die Hunte durchfließt Bad Essen von Süden nach Norden und kreuzt im Ortsteil Wittlage den Mittellandkanal, der das Gemeindegebiet in west-östlicher Richtung durchquert.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bad Essen grenzt – im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend – an folgende Städte und Gemeinden: Stemwede, Preußisch Oldendorf (beide Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen), Melle, Bissendorf, Ostercappeln und Bohmte.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in 17 Ortsteile:

Eine Besonderheit ergibt sich für die ca. 160 Einwohner des Ortsteils Büscherheide, welcher postalisch zum nordrhein-westfälischen Preußisch Oldendorf zählt, wohin auch die Schüler zur Schule gehen. Auch für die Kirchgänger sind die Evangelische Kirche von Westfalen und das hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen gelegene Erzbistum Paderborn zuständig, da Büscherheide zur Pfarrgemeinde des Preußisch Oldendorfer Stadtteils Börninghausen zählt. Angesichts dieser Lage gibt es im Ortsteil Bestrebungen, nach Preußisch Oldendorf eingemeindet zu werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Dorfstraße um 1900

(Bad) Essen wurde erstmals im Jahr 1075 urkundlich erwähnt. Um diesen Zeitraum herum wurden die Kirchspiele Barkhausen, Essen und Lintorf gegründet.

Im Jahre 1309 wurde der Bau der Burg Wittlage begonnen, um hierdurch die Besitzansprüche des Bischofs von Osnabrück über das Gebiet zu sichern.

Durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 und dem Übergang vom Hochstift Osnabrück zum Fürstentum Osnabrück, kam Essen zum Kurfürstentum Hannover. Im Jahr 1806 fand dann schon wieder ein Wechsel der Obrigkeit statt, man gehörte nun zum Königreich Preußen. Im Folgejahr 1807 wurde man westfälisch, das heutige Gemeindegebiet gehörte nun zum Königreich Westphalen unter Jérôme Bonaparte, dem Bruder von Napoleon Bonaparte. 1811 gelangte das Gebiet unter die Hoheit des napoleonischen Frankreich, es entstand der Kanton Essen im Arrondissement Osnabrück. Nach dem Ende der Franzosenzeit kam Essen erneut, gemeinsam mit dem Fürstentum Osnabrück, an Hannover, um dann im Jahr 1866 als Folge des Deutschen Kriegs preußisch zu werden.

1899 wurde in Bad Essen der erste Spatenstich für die normalspurige Eisenbahnstrecke der Wittlager Kreisbahn ausgeführt. Das erste Teilstück führte von Bohmte über Bad Essen zum Bahnhof in Holzhausen-Heddinghausen und konnte im Jahr 1900 eingeweiht werden. Das Gemeindegebiet erhielt mit neun Bahnhöfen und Haltestellen Anschluss an eine wichtige Infrastruktur, die einen wirtschaftlichen Aufschwung für das Gebiet bewirkte und auch den öffentlichen Personennahverkehr erheblich erleichterte.

Seit 1902 darf Bad Essen offiziell den Titel „Bad“ tragen. Durch Entscheidung vom 1. April 1905 wurde der Bau des westlichen Teilstücks des Mittellandkanals zwischen Bergeshövede (Anschluss an den Dortmund-Ems-Kanal) und Hannover genehmigt, nachdem das Preußische Abgeordnetenhaus zunächst 1903 den Bau abgelehnt hatte. Dieses erste Teilstück des Kanals führt auch durch Bad Essen und zerschnitt das Gemeindegebiet in eine nördliche und südliche Hälfte. Bei dem Bau wurden in der Gemeinde rund 90 Hektar Fläche in Anspruch genommen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Bad Essen wurde durch eine Gemeindegebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, aus den selbständigen Gemeinden Bad Essen, Barkhausen, Brockhausen, Büscherheide, Dahlinghausen, Eielstädt, Harpenfeld, Heithöfen, Hördinghausen, Hüsede, Linne, Lintorf, Lockhausen, Rabber, Wehrendorf, Wimmer und Wittlage gebildet. Der damalige Landkreis Wittlage wurde aufgelöst.[2] Die neu entstandene Gemeinde Bad Essen gehört seitdem zum Landkreis Osnabrück. Der Landkreis Wittlage war bis dahin einer der wenigen deutschen Landkreise, deren Sitz in einer Gemeinde ohne Stadtrechte lag.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Bad Essen seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Bad Essen im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen [3] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden.[2]

Jahr Einwohner
1961 11.066
1970 11.529
1987 12.051
1990 12.967
1995 14.876
2000 15.480
2005 15.778
2010 15.612
2011 15.592

Ortsname, Herkunft[Bearbeiten]

Bad Essener Rathaus

Alte Bezeichnungen: Essene, Esne, Defessene. Die trockene und sandige Lage des Ortes weist darauf hin, dass der Ortsname vielleicht wie Esebeck, Esbeck, Asse bei Wolfenbüttel, Assel, Assapa, Asbach und der Kahle Asten im Sauerland zu einer Wurzel mit der Bedeutung „trocken“ gehört, die in „Esse“ „Feuerstelle“ und „Asche“ vermutet wird.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 32 Mitglieder aus drei Parteien oder Gruppen. Hinzu kommt der direkt gewählte Bürgermeister als stimmberechtigtes Mitglied des Rates.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Bad Essen: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD GRÜNE FDP Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1996–2001 61,4 20 31,0 10 6,0 1 1,6 0 100 31 72,4
2001–2006 59,6 20 32,6 10 4,4 1 3,4 1 100 32 64,3
2006–2011 61,7 20 30,2 10 4,8 1 3,3 1 100 32 59,1
2011–2016 57,46 18 32,61 11 8,91 3 1,02 0 100 32 57,37
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[5], Landkreis Osnabrück[6][7].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet, da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Bad Essen zeigt einen gezinnten roten Schildhaupt mit drei Scharten in Silber ein achtschaufliges blaues Mühlrad über blauem Wellen-Schildfuß. Da Bad Essen früher zum Amt Wittlage gehörte, soll durch das Zinnen-Schildhaupt die Beziehung zur Burg Wittlage ausgedrückt werden. Das begrifflich zum „Bad“ gehörende Wasser wird durch die Wellen im Schildfuß dargestellt. Das Wassermühlrad ist die Figur des alten Wappens, welches Bad Essen führte, bevor es 1972 mit sechzehn benachbarten Gemeinden zusammengeschlossen wurde. Die Farben Rot und Silber sind aus dem Wappen des früheren Fürstbistums Osnabrück und seines Amtes Wittlage entnommen. Der Wappenentwurf wurde 1975 von dem Osnabrücker Heraldiker Hans Heinrich Reclam angefertigt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Essen unterhält Partnerschaften zum französischen Bolbec und zum polnischen Wałcz (Deutsch Krone).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße B 65 durchquert die Gemeinde Bad Essen in West-Ost-Richtung. Die Bundesautobahnen Bundesautobahnen A 1, A 30 und A 33 sind ca. 20 km vom Gemeindegebiet entfernt.

Mittellandkanal bei Bad Essen

Wasser- und Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Der Mittellandkanal durchquert die Gemeinde von West nach Ost. Häfen gibt es in Bad Essen und Wehrendorf. Im Ortsteil Lockhausen befindet sich ein Sportboothafen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Seit 1900 befährt die Wittlager Kreisbahn (heute: Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück) eine Bahnstrecke, die von West nach Ost durch das Gemeindegebiet führt. Die Strecke führte ursprünglich von Damme nach Holzhausen-Heddinghausen. Sie ist heute nur noch zwischen Bohmte und Preußisch Oldendorf befahrbar. Die Strecke wird noch gelegentlich von Zügen der Museumseisenbahn Minden und für den Güterverkehr genutzt. Über eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der alten Strecke der Wittlager Kreisbahn wird jedoch seit längerem nachgedacht. Über den Bahnhof Bohmte besteht ein Anschluss an die Bahnstrecke Bremen–Osnabrück. Nächster ICE-Halt ist Osnabrück Hauptbahnhof.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Zwischen Bad Essen und Bohmte befindet sich ein Flugplatz, der für den Motor- und Segelflug genutzt wird. Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Münster/Osnabrück in Greven.

Busverkehr[Bearbeiten]

Der Bad Essener Busverkehr wird durch die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück geleistet. Es bestehen Linien in die Nachbargemeinden und nach Osnabrück. Am Wochenende besteht eine Nachtbusverbindung nach Osnabrück. Im Stundentakt fährt von Bad Essen die Linie 276 über Ostercappeln, Belm nach (und von) Osnabrück sowie in der anderen Richtung nach Pr. Oldendorf. Ferner gibt es mit den Linien 373, 393 einige Busverbindungen über Schledehausen nach (und von) Osnabrück. Einzelne Busverbindungen bestehen auch nach Bohmte und Melle.

Medien[Bearbeiten]

In Bad Essen ist das Wittlager Kreisblatt ansässig. Das Wittlager Kreisblatt ist eine Regionalausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung. In Bad Essen wird der gemeinsame Lokalteil für Bad Essen und die beiden Nachbargemeinden Bohmte und Ostercappeln produziert. Zusätzlich gibt es eine regionale Zeitschrift, das sogenannte Linde-(Eichen-, Kastanien-) Blatt. Es wird in Bad Essen (Linden) Ostercappeln (Kastanien) und Bohmte (Eichen) verteilt. In ihm findet man Werbung für Festivitäten in der Region, sowie allerhand Kleinanzeigen und Berichte über die Kommunalpolitik.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Kinderkrippe in Bad Essen und Wittlage
  • Kindergärten in Bad Essen, Brockhausen, Lintorf, Wehrendorf und Wittlage
  • Grundschulen in den Ortsteilen Bad Essen, Lintorf und Wehrendorf
  • Oberschule in Bad Essen
  • Gymnasium in Bad Essen
  • Kreismusikschule
  • Kunstschule
  • Volkshochschule Osnabrück Land, Außenstelle Bad Essen

Gesundheitseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Paracelsus-Berghofklinik, Essenerberg – Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen
  • Paracelsus-Wiehengebirgsklinik, Hüsede – Psychosomatische Fachklinik zur stationären Behandlung alkohol- und medikamentenabhängiger Patientinnen und Patienten unter gleichzeitigem Einschluss orthopädischer Indikationen
  • Paracelsus-Wittekindklinik, Essenerberg – Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen
  • Dr. Becker Klinikgesellschaft, Bad Essen – Vitalis Wohnpark
  • Dr. Becker Klinikgesellschaft, Bad Essen – Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen
Landesgartenschau Niedersachsen 2010
Kurpark im Jahr 2011; im Hintergrund die 2010 errichtete „Sole-Arena“, ein kleines Gradierwerk

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Landesgartenschau 2010[Bearbeiten]

Vom 23. April bis zum 17. Oktober 2010 fand in Bad Essen die 4. Niedersächsische Landesgartenschau statt. Die Entscheidung hierzu fiel am 31. März 2009, also rund ein Jahr vor Beginn der Landesgartenschau, da ursprünglich die Stadt Wiesmoor den Zuschlag für die Schau erhalten hatte, ihre Bewerbung aber kurzfristig zurückgezog.[8][9]

Trotz der knappen Vorbereitungszeit war die Landesgartenschau in Bad Essen ein Erfolg. Rund 500.000 Gäste, 100.000 Gäste mehr als ursprünglich geplant, besuchten die Landesgartenschau.[10] Ein Kerngebiet der Landesgartenschau war der Schlosspark Ippenburg. Die Landesgartenschau hinterließ einen neu gestalteten Sole- und Kurpark mit der „Sole-Arena“, einem Mini-Gradierwerk und der Himmelsterrasse, eine 300 Quadratmeter große Terrasse an der Waldkante zum Sole- und Kurpark, die für Open-Air-Veranstaltungen genutzt werden kann.[11]

Museen[Bearbeiten]

Auf Schloss Hünnefeld wird ein Privatmuseum zur Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner betrieben.

In der Aula der Haupt- und Realschule sind technische Geräte der vergangenen Jahrhunderte, die zu den Vorläufern der modernen Informationstechnologie gehören, zur Ansicht und nach Absprache zum Ausprobieren ausgestellt. Das Thema lautet „Handy und CO – wie wir uns früher informierten“.

Naturdenkmal[Bearbeiten]

Saurierfährten in Barkhausen

Im Ortsteil Barkhausen kann man in einem alten Steinbruch die ca. 150 Mio. Jahre alten Dinosaurierfährten von Barkhausen ansehen und über den DiVa Walk erwandern. Die Spuren stammen vom Elephantopoides barkhausensis und vom Megalosauropus teutonicus, die zu den Dinosauriern des Jura gehören.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswert ist der historische Bad Essener Ortskern mit seinen zahlreichen schmucken Fachwerkbauten und hier vor allem der malerische Kirchplatz mit der St.-Nikolai-Kirche im Zentrum. Am Kirchplatz befindet sich auch das Hünnefelder Totenhaus, das von 1752 bis 1850 Grabstätte der Familie von dem Busche-Hünnefeld war. Über dem Eingang befindet sich eine Inschrift aus dem Jahr 1752. Aus dem Jahr 1663 stammt der frühere Wehrspeicher, das Kleine Haus. Der Wehrspeicher wurde zweistöckig in Fachwerkbauweise errichtet und später um ein weiteres Geschoss aufgestockt. Er ist heute Teil eines gastronomischen Betriebs.

Am südlichen Ortsausgang Bad Essens liegt die historische Wassermühle, die gleichzeitig das Wahrzeichen Bad Essens ist und das Gemeindewappen ziert. Die Mühle ist heute noch funktionstüchtig und wird gelegentlich zu Mahlvorführungen genutzt.

Zwischen den Ortsteilen Harpenfeld und Wehrendorf befindet sich nördlich des Mittellandkanals das erstmals im Jahre 1146 erwähnte Schloss Hünnefeld. Das heutige Herrenhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert, der schön anzusehende Taubenturm aus dem Jahre 1710. Das Schloss hat ein eigenes Museum zur Familiengeschichte des Hauses Hünnefeld.

Unweit von Schloss Hünnefeld liegt im Ortsteil Lockhausen das Schloss Ippenburg. Graf Wilhelm von dem Bussche ließ 1862 bis 1867 das sehenswerte Schloss im Stil der Neugotik errichten. Auf Schloss Ippenburg finden jährlich Gartenausstellungen statt.

Im Ortsteil Wittlage befindet sich die Stiftsburg Wittlage. Sie wurde im Jahr 1310 auf Veranlassung des Bischofs von Osnabrück erbaut und diente der Sicherung gegen die Grafschaft Ravensberg und dem Bischof von Minden. Von der ursprünglichen Burganlage ist noch der Turm und die Toreinfahrt erhalten.

Auf dem Kamm des Wiehengebirges steht der Sonnenbrinkturm, von dem man eine schöne Aussicht in die norddeutsche Tiefebene und über die Wälder des Wiehengebirges genießen kann.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Drachenbootrennen während des Hafenfestes
  • Am 1. Mai Tag der offenen Tür am örtlichen Sportflugplatz Bohmte/Bad Essen mit Auto- und Gewerbeschau.
  • Im Frühjahr findet die „Monte-Saurus Mountainbike-Tour“ statt, eine dreitägige Mountain-Bike-Tour im Wiehengebirge für sportliche Mountainbiker
  • Im Juni finden auf Schloss Hünnefeld die „Hünnefelder Hoffestspiele“ statt.
  • Im Juli findet in jedem Jahr eine Open-Air-Operetten-Aufführung auf dem Bad Essen Kirchplatz statt.
  • Ende Juli treten die Bad Essener Ortsteile in einem Drachenbootrennen auf dem Mittellandkanal im Rahmen des Hafenfestes gegeneinander an.
  • Am zweiten Wochenende im August findet im Ortsteil Hüsede das Blüten- und Erntefest statt.
  • Am letzten Wochenende im August findet im Bad Essener Ortszentrum der Historische Markt statt.
  • Weihnachtsmärkte in Bad Essen (1. Advent) und Lintorf (2. Advent)
  • Weiterhin gibt es über das Jahr verteilt in den verschiedenen Ortsteilen Schützenfeste, Maifeste und Dorffeste.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Otto Hugo (* 22. April 1878; † 1. Februar 1942 in Osnabrück), Politiker (DVP), Mitglied der Nationalversammlung 1919 und des Reichstages 1920–1933
  • Helmuth Hörstmann (* 1909; † 1993), Arzt und Oberbürgermeister von Celle
  • Manfred Hugo (* 1942), Jurist und Landrat des Landkreises Osnabrück

Literatur[Bearbeiten]

  • Arbeitskreis Ortsgeschichte und Volksleben in Bad Essen und VHS Osnabrücker Land (Hrsg.): Bad Essen – Geschichte und Geschichten. Kölle-Druck 2010
  • Wolfgang Huge: Bad Essen. Sutton Verlag 2006, ISBN 978-3-86680-046-5
  • Wolfgang Huge: Bad Essen. Heilbad am Wiehengebirge. BOD 2013 (2. Auflage), ISBN 978-3-8482-4111-8.
  • Wolfgang Huge: Bad Essen. Bilder im Spiegel der Zeit. BOD 2011, ISBN 978-3-8423-5947-5
  • Wolfgang Huge: Bad Essen vor 25 Jahren. Fotodokumentation zur Ortskernsanierung 1985–1999. BOD 2012, ISBN 978-3-8482-3066-2
  • Anselm Jaenicke, Michael Brackmann: Bad Essen. Sehenswert – lebenswert. Rasch Verlag
  • Premke, Wübbeler, Richter, Bulthaup: Bad Essen – Levern und der Mittellandkanal. In Bildern, Gedichten und Geschichten. Rasch Verlag
  • Walter Komber: Hüsede – Bilder aus der Vergangenheit Arbeitskreis Hüseder Chronik, 1993

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 260.
  3. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  4. Der "Ortsnamenforscher" auf NDR 1 Niedersachsen. Recherche Prof. Jürgen Udolph.
  5. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  6. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (PDF; 528 kB)
  7. Landkreis Osnabrück, Die Kommunalwahl Osnabrücker Land vom 10. September 2006; Amtliche Endergebnisse (PDF; 3,4 MB)
  8. Niedersächsische Staatskanzlei: Landesgartenschau kommt nach Bad Essen http://www.stk.niedersachsen.de/master/C54658388_L20_D0_I484.html
  9. http://www.badessen.de/magazin/artikel.php?artikel=148&type=&menuid=30&topmenu=30
  10. 4. Niedersächsische Landesgartenschau – ein Erfolg! (PDF; 153 kB), abgerufen am 14. Oktober 2012
  11. Niedersächsische Landesgartenschau Bad Essen – Die Himmelsterrasse, abgerufen am 14. Oktober 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Essen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Essen – Reiseführer