Bad Füssing
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern | |
| Landkreis: | Passau | |
| Höhe: | 320 m ü. NN | |
| Fläche: | 55,04 km² | |
| Einwohner: |
6898 (31. Dez. 2011)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 125 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 94072 | |
| Vorwahl: | 08531 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 75 116 | |
| Gemeindegliederung: | 40 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rathausstraße 6 94072 Bad Füssing |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Alois Brundobler (CSU) | |
| Lage der Gemeinde Bad Füssing im Landkreis Passau | ||
Bad Füssing ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau und ein Kurort im Niederbayerischen Bäderdreieck. Das Thermalbad Füssing ist der wirtschaftliche Mittelpunkt der 1971 aus den Gemeinden Safferstetten, Egglfing am Inn, Würding und Aigen neu gebildeten Gemeinde Bad Füssing.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Bad Füssing liegt im südlichen Landkreis Passau in der flachen Pockinger Heide und am Inn, über den eine Brücke ins österreichische Obernberg am Inn führt.
Gemeinsam mit Bad Birnbach und Bad Griesbach im Rottal bildet Bad Füssing das „niederbayerische Bäderdreieck“.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Bad Füssing hat 40 amtlich benannte Ortsteile[2]:
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Geschichte [Bearbeiten]
Im Jahr 735 verschenkte Bayernherzog Hugibert das Gut Saferstetten an das Fürsterzbistum Salzburg. 1441 tauschte das Chorherrenkapitel zu Mattighofen mit dem Passauer Bischof Leonhard von Laiming die Hofmark Safferstetten gegen die Hofmark Reding ein.
Der Ortsteil Aigen am Inn wird um das Jahr 1010 erstmals in historischen Urkunden erwähnt und ist auch für seine Leonhardifahrt bekannt, die jährlich am ersten Sonntag im November Reiter aus Bayern und den Alpenländern anzieht. Bereits seit dem Mittelalter ist die Verehrung des hl. Leonhard in Aigen bezeugt. Die Ortschaft gilt als Keim der in Niederbayern weit verbreiteten Verehrung dieses Heiligen.
Bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803, mit dem die seit 1175 passauische Herrschaft Riedenburg sowie das gesamte Hochstift Passau an das Kurfürstentum und spätere Königreich Bayern kamen, gehörte vom Gemeindegebiet nur der Weiler Füssing dem Kurfürstentum Bayern an, der Rest war passauisch. Mit dem bayerischen Gemeindeedikt von 1818 entstanden die politischen Gemeinden Safferstetten, Egglfing am Inn, Würding und Aigen.
Nachdem 1938 bei der Suche nach Öl Thermalquellen im damaligen Safferstettener Ortsteil Füssing gefunden wurden, begann in den 1950er-Jahren der Kurbetrieb. 1969 wurde dem Ortsteil Füssing der Titel „Bad“ verliehen. Mit der Gemeindegebietsreform wurde am 1. April 1971 aus den Gemeinden Safferstetten, Egglfing am Inn und Würding die Gemeinde Bad Füssing neu gebildet. Aigen kam am 1. Januar 1972 hinzu.[3] 1999 eröffnete in Bad Füssing eine konzessionierte Spielbank.
Bad Füssing entwickelte sich binnen weniger Jahrzehnte mit rund drei Millionen Übernachtungen pro Jahr zu einem bedeutenden Kurort.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 wie folgt zusammen:
- CSU: 7 Sitze (29,3 % der Stimmen)
- Bürgerliche Einigkeit Würding: 3 Sitze (16,2 % der Stimmen)
- Wählergruppe Aigen: 3 Sitze (13,0 % der Stimmen)
- Einigkeit Egglfing: 2 Sitze (12,4 % der Stimmen)
- UBG: 2 Sitze (8,3 % der Stimmen)
- WG Einigkeit Bad Füssing-Safferstetten: 1 Sitz (6,7 % der Stimmen)
- WG Irching: 1 Sitz (5,7 % der Stimmen)
- SPD: 1 Sitz (4,5 % der Stimmen)
Bürgermeister [Bearbeiten]
Erster Bürgermeister ist Alois Brundobler (CSU), der am 2. März 2008 ohne Gegenkandidaten mit 94,73 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde. Der zweite Bürgermeister ist der Diplom-Kulturwirt (Univ.) Günter Köck (CSU). Dritter Bgm. ist der Landwirt Leonhard Brauneis(WG Aigen/Inn).
Partnerschaft [Bearbeiten]
Mit Abano Terme, einem Heilbad in Italien, bestehen partnerschaftliche Beziehungen.[4]
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „In Silber über einer nach dem unteren Schildrand gelegten blauen fünfzehngliedrigen Kette mit offenen Schellen an beiden Enden ein roter zweischaliger Brunnen mit konischer Zentralsäule und blauer mittiger Fontäne aus der kleinen oberen Schale, in zwei Strahlen sich in die untere Schale ergießend.“
Wappenerklärung: Der heraldisch stilisierte Brunnen symbolisiert das Thermalbad Füssing, entstanden 1972 aus den Gemeinden Safferstetten, Egglfing am Inn, Würding und Aigen und steht somit auch für den Namenszusatz „Bad“. Die Kette ist ein Attribut des heiligen Leonhard von Noblat und erinnert an die über lange Zeit bestehende Leonhardiwallfahrt nach Aigen. Bad Füssing führt das Wappen seit 1973 aufgrund des Gemeinderatsbeschlusses und Zustimmung der Regierung von Niederbayern mit Schreiben vom 20. Februar 1973.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Die Gemeinde ist über die Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Pocking), die Bundesstraße 12 und die Bahnstation in Pocking (Bahnlinie Mühldorf-Passau) ans Verkehrsnetz angebunden. Samstäglich ist zu diesem einer der letzten Urlaubs-Intercitys von und nach Hamburg durchgebunden. Daneben verbindet seit 28. Mai 2011 ein täglicher Expressbus der DB-Tochter OVF Nürnberg Hbf mit Bad Füssing. Von Montag bis Samstag ist der Thermalkurort auch durch einen Direktbus der DB-Tochter RBO mit München Hauptbahnhof verbunden. Bad Füssing befindet sich rund 30 Kilometer südlich von Passau, 20 Kilometer von Schärding, 22 Kilometer westlich von Ried im Innkreis, 25 Kilometer von Simbach am Inn und etwa 150 Kilometer östlich der bayerischen Landeshauptstadt München sowie etwa rund 100 Kilometer westlich der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz.
Zwischen 1894 und 1996 durchquerte die Bahnstrecke Simbach am Inn–Pocking das Gemeindegebiet mit einem bis zum 1. Juni 1969 bedienten Halt in Aigen am Inn. Diese wurde bis 2002 vollständig abgebaut.
Entwicklung des Fremdenverkehrs [Bearbeiten]
1947 hatte Safferstetten 80 landwirtschaftliche Anwesen, der Weiler Füssing bestand aus sechs Gehöften.
| Jahr | Einwohner | Betten | Übernachtungen |
|---|---|---|---|
| 1947 | 476 | — | — |
| 1957 | 707 | 230 | 14.060 |
| 1960 | 708 | 730 | 113.800 |
| 1965 | 806 | 1530 | 306.949 |
| 1975 | 6.056 | — | 1.565.000 |
| 1985 | 6.423 | 11.695 | 2.570.508 |
| 2004 | 6.463 | 14.692 | 2.626.837 |
| 2008 | 6.569 | 14.733 | 2.611.683 |
Die Marke von zwei Millionen Übernachtungen pro Jahr erreichte Bad Füssing erstmals 1979.
Kureinrichtungen [Bearbeiten]
Das 56 Grad warme Thermalwasser hilft unter anderem bei Arthritis, Wirbelsäulenleiden, Osteoporose und Stoffwechselkrankheiten wie Gicht. Auch für die Nachbehandlung von chirurgischen Eingriffen und zur Rehabilitation nach einem Herzinfarkt werden Kuraufenthalte in Bad Füssing empfohlen.
Es gibt folgende öffentliche Kureinrichtungen:
- Therme 1
- Europa Therme
- Johannesbad (Johannesbad Unternehmensgruppe)
- Saunahof
Daneben sind mehrere Hotels an die Thermalwasser-Ringleitung angeschlossen und bieten hauseigene Bewegungs- und/oder Sprudelbäder an.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Pfarrkirche Heilig Geist (katholisch) in Bad Füssing
- Christuskirche (evangelisch) in Bad Füssing
- Spielbank Bad Füssing
- Haslinger Hof (Erlebnispark) in Kirchham
- Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt zu St. Leonhard in Aigen
- Leonhardi-Museum in Aigen, Heimatmuseum unter anderem zur Geschichte der Leonhardi-Wallfahrt
- Bernsteinmuseum Bad Füssing
Ehrenbürger [Bearbeiten]
- 1976: Karl Freiherr von Moreau (†), Bezirkstagspräsident von Niederbayern 1970–1978
- 1984: Max Frankenberger (†), Bürgermeister der Gde. Bad Füssing (vorher Safferstetten) 1960-1984
- 1997: Sebastian Schenk (†), Bezirkstagspräsident von Niederbayern 1978–1998
- 1997: Alfred Hanel (†), Lehrer
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111117/173421&attr=OBJ&val=734
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 474
- ↑ Partnerschaft
Weblinks [Bearbeiten]
- Gemeinde Bad Füssing
- Bad Füssing: Wappengeschichte vom HdBG
- Bad Füssing: Amtliche Statistik des LStDV (PDF; 1,24 MB)
Aicha vorm Wald | Aidenbach | Aldersbach | Bad Füssing | Bad Griesbach i.Rottal | Beutelsbach | Breitenberg | Büchlberg | Eging a.See | Fürstenstein | Fürstenzell | Haarbach | Hauzenberg | Hofkirchen | Hutthurm | Kirchham | Kößlarn | Malching | Neuburg a.Inn | Neuhaus a.Inn | Neukirchen vorm Wald | Obernzell | Ortenburg | Pocking | Rotthalmünster | Ruderting | Ruhstorf a.d.Rott | Salzweg | Sonnen | Tettenweis | Thyrnau | Tiefenbach | Tittling | Untergriesbach | Vilshofen an der Donau | Wegscheid | Windorf | Witzmannsberg
