Bad Fischau-Brunn
| Bad Fischau-Brunn | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Niederösterreich | |
| Politischer Bezirk: | Wiener Neustadt-Land | |
| Kfz-Kennzeichen: | WB | |
| Hauptort: | Bad Fischau | |
| Fläche: | 20,66 km² | |
| Koordinaten: | 47° 50′ N, 16° 10′ O47.83333333333316.166666666667288Koordinaten: 47° 50′ 0″ N, 16° 10′ 0″ O | |
| Höhe: | 288 m ü. A. | |
| Einwohner: | 3.003 (1. Jän. 2012) | |
| Bevölkerungsdichte: | 145 Einw. pro km² | |
| Postleitzahlen: | 2700, 2721, 2752 | |
| Vorwahl: | 02639 | |
| Gemeindekennziffer: | 3 23 01 | |
| NUTS-Region | AT122 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Wr. Neustädter Str. 1 2721 Bad Fischau-Brunn |
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| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Reinhard Knobloch (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (2010) (21 Mitglieder) |
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| Lage der Marktgemeinde Bad Fischau-Brunn im Bezirk Wiener Neustadt-Land | ||
Thermalbad (rechts) und Kirche |
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| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Bad Fischau-Brunn ist eine Marktgemeinde mit 3003 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Wiener Neustadt-Land in Niederösterreich.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Bad Fischau-Brunn liegt im Industrieviertel in Niederösterreich etwa 50 km südlich von Wien am Rand des Wiener Beckens. Sie liegt am Westrand des Steinfeldes an der Thermenlinie. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 20,59 Quadratkilometer. 36,22 Prozent der Fläche sind bewaldet.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Bad Fischau-Brunn gliedert sich in zwei Katastralgemeinden, die auch zugleich zwei einzelne Ortschaften bilden:
- Bad Fischau
- Brunn an der Schneebergbahn
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
| Markt Piesting (die gemeinsame Grenze ist wenige hundert Meter lang) | Wöllersdorf-Steinabrückl | |
| Winzendorf-Muthmannsdorf | Wiener Neustadt | |
| Weikersdorf am Steinfelde |
Geschichte [Bearbeiten]
Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.
Ein früh- bis mittellatènezeitliches Gräberfeld mit Körper- und Brandbestattungen wurde im Ortsteil Brunn an der Schneebergbahn ausgegraben. Die einzelnen Gräber sind teils mit Steinpackungen zugedeckt worden. Im Grab eines keltischen Kriegers wurden Bronzeblechbeschläge im Cheshire-Cat-Stil als Grabbeigaben vorgefunden.[1]
Später unter den Römern lag das heutige Bad Fischau-Brunn dann in der Provinz Pannonia.
1130 wurde Bad Fischau erstmals urkundlich erwähnt. Die jetzige Marktgemeinde entstand 1969 durch die Zusammenlegung der bis dahin unabhängigen Gemeinden Brunn an der Schneebergbahn und Bad Fischau.
Funde belegen, dass im Gemeindebereich Bad Fischau-Brunn schon im fünften vorchristlichen Jahrtausend Menschen gelebt haben. Auch in der Bronzezeit lassen sich Spuren der vorgeschichtlichen Bewohner nachweisen. Einige Jahrhunderte vor Christus drangen hier die Kelten ein. Sie hatten am Töpferboden der Malleiten eine beachtliche Ansiedlung. Die erste Ortsbezeichnung „Vscaia“ geht auf sie zurück.
Um Christi Geburt kamen die Römer in das Gebiet. Sie ließen sich hier an der wichtigen Heeres- und Handelsstraße nach Vindobona (Wien) nieder. Germanen verdrängten die Römer im 5. Jahrhundert, die Völkerwanderung setzte ein. Awaren und Slawen siedelten hier auf längere Zeit, bis Karl der Große sie im 8. Jahrhundert vertrieb und zwei Grenzmarken errichtete. Bad Fischau-Brunn gehörte zum nördlichsten Teil von Karantanien (aus der später die Steiermark hervorging) und wurde von Salzburg aus kirchlich betreut. 865 wurde zu „Fiscere“ eine Taufkirche und ein Weghospiz errichtet.
Urkundliche Nachweise über Fischau und Brunn sind erst ab dem 12. Jahrhundert erhalten, die Schlösser in Fischau und Brunn dürften aus dieser Zeit stammen. Die Münze wurde in diesem Jahrhundert von Neunkirchen nach Fischau verlegt, wodurch Fischau zum Markt wurde und einige politische Bedeutung erhielt. In den Kriegen zwischen dem Babenberger Jasomirgott und dem steirischen Herzog Ottokar IV. wurde Fischau 1175 niedergebrannt. Ende des 15. Jahrhunderts fielen die Magyaren ein, später wüteten hier die Türken. Am Beginn des 18. Jahrhunderts ließ Fürst Esterhazy das Schloss in Barockstil wiederaufbauen; ein großes Erdbeben (1768) richtete am Schloss und im Pfarrhof großen Schaden an; er wurde 1798 umgebaut und renoviert.
Es wird angenommen, dass der Ortsname Fischau keltischen Ursprungs ist. Er ist in verschiedenen Schreibweisen überliefert:
- 805 „Fiskaha“,
- 1151 „Vischa“,
- 1277 „Uischere“,
und wurde von einem Fluss übernommen, der nach seinem Fischreichtum benannt war. Die zusätzliche Bezeichnung „Bad“ wurde 1929 der Gemeinde zuerkannt.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]

Religion [Bearbeiten]
Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 75,3 % der Einwohner römisch-katholisch und 4,2 % evangelisch. 2,7 % sind Muslime, 0,9 % gehören orthodoxen Kirchen an. 15,0 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.
Politik [Bearbeiten]
Bürgermeister der Marktgemeinde ist Reinhard Knobloch, Amtsleiter Richard Zeiß.
Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 bei insgesamt 21 Sitzen folgende Mandatsverteilung: Liste ÖVP 13, SPÖ 5, BÜLI 2, FPÖ 1, andere keine Sitze.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Thermalbad: 1363 erste Erwähnung eines Badebetriebes. Das im 19. Jahrhundert (1871-1873) erbaute Thermalbad steht unter Denkmalschutz (18 °C, Rheuma- und Trinkkuren), und ist bedeutsam für den Kur- und Tagesfremdenverkehr.
- Pfarrkirche St. Martin
- Schloss Fischau: 12. Jahrhundert erbaut, 1728 und 1830 erneuert, 2003 renoviert und heute Ort verschiedenster kultureller Veranstaltungen
- Eisensteinhöhle Bad Fischau-Brunn: die Eisensteinhöhle wurde durch Zufall 1855 entdeckt, und ist heute eine Schauhöhle
- Höhlenmuseum Eisensteinhöhle: Eisensteinhöhle-Höhlenführungen jedem 1. und 3. Wochenende im Monat oder nach Voranmeldung, Eintritt frei; offen Mai-Oktober Do-So 10.00-17.00 Uhr, Telefon 0043/2639-7577
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Alois Windisch (1888–1958), österreichischer Offizier und Generalmajor der Wehrmacht im Ersten und im Zweiten Weltkrieg
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Landwirtschaft, Fremdenverkehr, Gastronomie, Betriebe (Baumärkte, Mittelbetriebe)
Literatur [Bearbeiten]
- Rudolf F. Marwan-Schlosser: Kasernen, Soldaten, Ereignisse: Kasernen und militärische Einrichtungen in Wiener Neustadt, Bad Fischau, Wöllersdorf, Katzelsdorf, Felixdorf-Grossmittel-Blumau. Weilburg, Wiener Neustadt 1983, ISBN 3-900100-09-8
Weblinks [Bearbeiten]
- Seite der Gemeinde
- Seite Schloss Fischau
- Eintrag über Bad Fischau-Brunn in der Datenbank „Gedächtnis des Landes“ zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Landesmuseum Niederösterreich)
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Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 269.
