Bad Goisern am Hallstättersee

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Bad Goisern am Hallstättersee
Wappen von Bad Goisern am Hallstättersee
Bad Goisern am Hallstättersee (Österreich)
Bad Goisern am Hallstättersee
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Gmunden
Kfz-Kennzeichen: GM
Hauptort: Goisern
Fläche: 112,26 km²
Koordinaten: 47° 39′ N, 13° 37′ O47.64166666666713.616666666667500Koordinaten: 47° 38′ 30″ N, 13° 37′ 0″ O
Höhe: 500 m ü. A.
Einwohner: 7.527 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 67 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4822
Vorwahl: 06135
Gemeindekennziffer: 4 07 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untere Marktstraße 1
4822 Bad Goisern
Website: www.bad-goisern.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Peter Ellmer (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(37 Mitglieder)
23 SPÖ, 7 ÖVP, 5 FPÖ, 1 BZÖ, 1 Grüne
Lage der Gemeinde Bad Goisern am Hallstättersee im Bezirk Gmunden
Altmünster Bad Goisern Bad Ischl Ebensee Gmunden Gosau Grünau im Almtal Gschwandt Hallstatt Kirchham Laakirchen Obertraun Ohlsdorf Pinsdorf Roitham St. Konrad (Oberösterreich) St. Wolfgang im Salzkammergut Scharnstein Traunkirchen Vorchdorf OberösterreichLage der Gemeinde Bad Goisern am Hallstättersee im Bezirk Gmunden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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BadGoisern.JPG
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Bad Goisern am Hallstättersee ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Gmunden im Salzkammergut mit 7527 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Bad Ischl.

Geografie[Bearbeiten]

Goiserer Tal mit Hallstätter See und Dachsteinmassiv

Bad Goisern liegt auf 500 m Höhe im Traunviertel im Inneren Salzkammergut. Das Bad Goiserer Becken ist ein Talbecken des Trauntals. Im Westen liegt die Osterhorngruppe, im Osten das Tote Gebirge.

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 16,8 km, von West nach Ost 13,6 km. Die Gesamtfläche beträgt 112,6 km². 67,2 % der Fläche sind bewaldet, 12,4  % der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 31 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Anzenau (29)
  • Au (400)
  • Edt (213)
  • Goisern (2010)
  • Görb (111)
  • Gschwandt (615)
  • Herndl (193)
  • Kogl (72)
  • Lasern (349)
  • Muth (21)
  • Obersee (58)
  • Pichlern (56)
  • Posern (177)
  • Pötschen (34)
  • Primesberg (72)
  • Ramsau (244)
  • Rehkogl (107)
  • Reitern (347)
  • Riedln (68)
  • St. Agatha (338)
  • Sarstein (223)
  • Solbach (35)
  • Stambach (409)
  • Steeg (197)
  • Steinach (150)
  • Unterjoch (108)
  • Untersee (487)
  • Weißenbach (203)
  • Wiesen (85)
  • Wildpfad (57)
  • Wurmstein (57)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Goisern, Lasern, Obersee, Ramsau und Untersee.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Strobl Sbg. Bad Ischl Altaussee Stmk.
Nachbargemeinden Bad Aussee Stmk.
Rußbach am Paß Gschütt Sbg. Gosau  Hallstatt Obertraun

Wappen[Bearbeiten]

Offizielle Beschreibung des 1952 zugleich mit der Markterhebung verliehenen Gemeindewappens: Geteilt und halbgespalten; oben in Silber ein schwarzer, rot bewehrter und gewaffneter, widersehender Drache; unten rechts in Grün ein goldener, schrägrechter Wellenbalken, belegt mit zwei schwarzen, gleichfalls gewellten, schmalen Bändern, links dreimal von Silber und Rot gespalten.

Der Lindwurm erinnert an die Sage, dass einst am Reichenstein („Wurmstein“) ein prächtiges Königsschloss gestanden sein soll, das durch den Ausbruch eines im Berg eingeschlossenen Ungeheuers von zu Tale stürzendem Wasser (Mure) zerstört wurde. Der Wellenbalken symbolisiert die Jodschwefel-Heilquelle, die weiß-roten Pfähle sind dem Landeswappen entnommen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bad Goisern im Inneren Salzkammergut ist ein Ort mit langer Geschichte - urkundlich fassbar allerdings erst seit dem 14. Jahrhundert unter dem Namen Gebisharn (in einem Passauer Urbar, um 1325).

Der Ortsteil Steeg am See ist eine alte Lände des Hallstätter Salzes. Als Teil des Ischllands wurde Goisern 1278 habsburgisch, nach dem Sieg König Rudolf I. in der Schlacht von Dürnkrut/Jedenspeigen um das Erbe der Babenberger. Um 1290 macht man im Raum Goisern neue Sole- und Sulzenfunde, die den Salzkrieg zwischen Herzog Albrecht I. und dem Salzburger Erzbischof Konrad IV. auslösten. Das Ischlland wurde 1298 Erbbesitz der Elisabeth von Görz, und damit Privatbesitz der österreichischen Erzherzöge, und wurde ab 1490 zu Österreich ob der Enns gerechnet. Mutterpfarre war das Benediktinerinnen-Kloster Traunkirchen, 1573 wurde Traunkirchen aufgelöst, die Salzkammergutpfarren 1621 dem neugegründeten Jesuitenkolleg in Passau als Mensalgut zugegeben.

1595–1607 baute man über Goisern die Soleleitung zum neuen Pfannhaus in Ebensee (Saline Ebensee).

1770 wurde die Wildensteiner Pflegschaftskanzlei von der abgebrannten Burg Wildenstein nach Goisern ins Schloss Neuwildenstein[2] (heute Forstamt) verlegt, das bis 1850 als Pflegschaftskanzlei (Pflegeamt und das Pflegegericht) des Kammerhofes Gmunden (Obersalzamt in Gmunden) diente, dann übernahm die neue k.k. Salinen- und Forstdirektion in Gmunden die Verwaltung des Salzkammerguts.

Seit 1931 ist Goisern Heilbad, sowie Luftkurort und 1952 folgte die Erhebung zum Markt. Den amtlichen Beinamen Bad führt die Gemeinde seit 1955. Am 26. Juni 2008 beschloss der Gemeinderat von Bad Goisern den Namen der Gemeinde in Bad Goisern am Hallstättersee zu ändern. Der entsprechende, bestätigende Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung folgte am 25. August 2008.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1869: 3961 Einwohner
  • 1951: 6183 Einwohner
  • 1991: 6949 Einwohner
  • 2001: 7609 Einwohner
  • 2003: 7604 Einwohner (31. Dezember 2003)[4]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof
Bad Goisern-Jodschwefelbad
Bahnhof Bad Goisern
Bahnhof Steeg-Gosau
Straße

Bad Goisern liegt an der Salzkammergut-Bundesstraße (B145) die Bad Goisern mit Vöcklabruck, Gmunden und Bad Ischl verbindet. Im Süden des Orts, nördlich des Hallstätter Sees teilt sich diese Straße, die B145 führt weiter nach Liezen, die (B166) führt entlang des Hallstätter Sees über Pass Gschütt nach Golling an der Salzach. Von der Abzweigung der B166 beim Hallstätter Sees führt eine Landesstraße über Hallstatt und Obertraun zur B145 in Bad Aussee. Die B145 ist in Bad Goisern ähnlich einer Schnellstraße ausgebaut.

Bahn

In Bad Goisern liegen vier Bahnhöfe, einer davon im Norden, einer im Zentrum, einer im Süden im Ortsteil Steeg nebst Hallstättersee und eine Haltestelle in Obersee ebenfalls neben dem Hallstättersee gelegen. Alle Bahnhöfe gehören zur Salzkammergutbahn.

Bad Goisern-Jodschwefelbad Dies ist der nördlichste Bahnhof von Bad Goisern. Im Bahnhofsgebäude gibt es einen Warteraum und ein öffentliches WC, daneben befindet sich ein Park-and-ride-Gelände. Es gibt derzeit zwei ebenerdige Bahnsteige, wie es an der Salzkammergutbahn üblich ist. 2007 wurde der Bahnhof zur Haltestelle herabgestuft und zwei Bahnsteige entfernt. (Bis dahin hatte es vier Bahnsteige gegeben.)

Bad Goisern Der eigentliche Bahnhof Bad Goisern liegt nur wenige hundert Meter vom Ortskern entfernt. Im Bahnhofsgebäude gibt es einen Fahrkartenschalter, ein öffentliches WC und einen Warteraum. Daneben befindet sich ein Park-and-ride-Gelände. Es gibt zwei Bahnsteige in 33 cm Höhe.

Steeg-Gosau Dieser Bahnhof liegt in Au, einem Ortsteil von Bad Goisern, er ist nur etwa hundert Meter vom Hallstätter See entfernt. Im Bahnhofsgebäude gibt es einen Warteraum, einen Fahrkartenschalter und neben dem Gebäude ein Park-and-ride-Gelände. Die beiden Bahnsteige sind ebenfalls 33 cm hoch.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindeamt

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister Bad Goiserns ist Peter Ellmer und wird von der SPÖ gestellt.

Gemeinderatswahlen[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahlen in Oberösterreich am 27. September 2009 führten zu folgendem Ergebnis:

Partei Stimmenanteil Sitze ±
SPÖ  57,06 % 23 - 1
ÖVP 18,54 % - 1
FPÖ 14,79 % 5 ± 0
BZÖ 4,93 % 1 + 1
Grüne 4,68 % 1 + 1

Die Zahlen in der Spalte „±“ geben die Veränderung gegenüber der Wahl 2003 wieder.

Tourismus und Fremdenverkehr[Bearbeiten]

Um 1800 begann die touristische Erschließung der Region, der touristische Aufschwung begann aber erst richtig mit der Einführung der Eisenbahn, die das Gebiet leicht erreichbar machte. Seither ist das Innere Salzkammergut eine beliebte Tourismusdestination, was mit der Ernennung zum Welterbe 1997 auch international gewürdigt wurde. Bad Goisern am Hallstättersee gehört seit 2001 zum Mehrgemeindigen Tourismusverband Inneres Salzkammergut, gemeinsam mit den Nachbarorten Gosau, Hallstatt und Obertraun. 2009 wurde die Region von Inneres Salzkammergut auf den wesentlich besser passenden Wortlaut „Ferienregion Dachstein Salzkammergut“ umbenannt. Mit einer durchschnittlichen Bettenanzahl von ca. 14.000 und 115 Betrieben erzielt Bad Goisern jährlich rund 164.000 Nächtigungen (2009/10). Speziell im Bereich Mountainbiken und Wandern im Sommer sowie Rodeln und Langlaufen im Winter konnte sich Bad Goisern als beliebtes Reiseziel etablieren.

Vor allem traditionelle Veranstaltungen wie die Gamsjagatage, der Bläserurlaub für Holz- und Blechblasinstrumente und der Geigentag in der Kirchengasse locken viele Freunde des Brauchtums in das Goiserertal. Bad Goisern ist auch der Austragungsort der größten Mountainbike-Veranstaltung Österreichs – der Salzkammergut Mountainbike Trophy. Mit über 4.000 Startern aus 32 Nationen hat sich dieses Sportevent weltweit unter den besten Mountainbike-Marathonrennen etabliert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bad Goisern am Hallstättersee
Heimat- und Landlermuseum
Mühle Anzenaus
  • Pfarrkirche St. Martin: Vom gotischen Bau (1487) der Kirche ist heute noch der einjochige netzrippengewölbte Chor und das spitzbogige nördliche Marmorportal aus dem Jahr 1530 unverändert erhalten. Der heutige Hochaltar (1691) mit einer Darstellung des Heiligen Martin wurde 1957 aus der Kirche von Niederthalheim nach Bad Goisern übertragen. Im Chor befinden sich sechs gotische beidseitig bemalte Tafelbilder aus der Werkstatt des Salzburger Meisters Rueland Frueauf d. Ä. (1440-1507).
  • Die Evangelische Pfarrkirche wurde 1782 errichtet und 1813–1816 durch Pastor Johann Georg Overbeck neu erbaut. Der Nordturm trägt einen Spitzhelm von 1857. Der Innenraum wurde 2008 umfangreich saniert.
  • Die Filialkirche St.  Agatha (Kalvarienbergkirche) liegt südöstlich von Bad Goisern in der Ortschaft St.  Agatha. Die spätgotische Kirche wurde in den Jahren 1395-1399 erbaut. Im Chor befindet sich eine Kalvarienbergszene, die im Jahr 1712 eingefügt wurde. Die beiden Seitenaltäre von 1674 und 1685 zeigen Die Geburt Christi und die Hl. Katharina.
  • Chorinsky-Klause im Weissenbachtal. Das Stauwerk aus Kalksteinquadern ist ein technisches Denkmal aus dem frühen 19. Jahrhundert und diente der Holztrift.
  • Erlebnismuseum Anzenaumühle: Das Freilichtmuseum ist ein für das Salzkammergut typischer Paarhofverband mit Wohnhaus, Stallstadl, Mühle und Säge. Das Museum ist der älteste Paarhof des Salzkammergutes mit Rauchkuchl, Getreidemühle, Sägemühle und Stallstadl. Das etwa 600 Jahre alte Anwesen war früher ein ansehnlicher Wirtschaftsbetrieb. Auch heute wird noch im alten Steinbackofen der Schwarzen Kuchl das bekannte Anzenaumühlnerbrot gebacken.
  • Das Heimat- und Landlermuseum zeigt unter anderem die Kultur der Siebenbürger Altösterreicher in Bad Goisern, die als Protestanten Mitte des 18. Jahrhunderts nach Siebenbürgen deportiert worden waren.
  • Das Josef-Putz-Denkmal befindet sich in der Nähe des Marktplatzes. Es wurde zur Erinnerung an den im Jahre 1926 verstorbenen Landtagsabgeordneten Kommerzialrat Josef Putz errichtet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Bläserurlaub Bad Goisern, jährlich stattfindende internationale Meisterkurse im August
  • Salzkammergut Mozartfestival, jährlich stattfindendes Festival im Juli und August
  • Gamsjagatage, jährliche Brauchtumsveranstaltung Ende August
  • Salzkammergut Mountainbike Trophy, jährlich stattfindendes Radrennen Mitte Juli
  • Kunstmue Festival Bad Goisern, jährlich stattfindendes alternatives Musikfestival Ende Juli[5]

Der Goiserer Schuh[Bearbeiten]

Bekannt ist Bad Goisern auch für den Goiserer Schuh, der mundartlich auch grobgnater Schua („grob genähter Schuh“) genannt wird. Es ist ein Bergschuh von hoher Qualität. Der „Goiserer“ wird auf Bestellung gefertigt und findet prominente Abnehmer, wie zum Beispiel Arnold Schwarzenegger und Helmut Kohl. Das äußerst einfache, aber bewährte Profil wird auch in anderen Modellen verwendet, etwa modernen Wanderschuhen oder militärischem Schuhwerk.

Sport[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Konrad Deubler

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zum Ort[Bearbeiten]

  • Arnolt Bronnen (1895-1959), Schriftsteller, war 1. Bürgermeister von Goisern nach dem 2. Weltkrieg.
  • Andreas Tiefenbacher (* 1961), Sozialpädagoge und Autor, lebt im Ort.
  • Gerhard Pilz (* 1965), fünffacher Weltmeister im Naturbahnrodeln, lebt im Ort.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Goisern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Die Herrschaft Neuwildenstein. bad-goisern.net
  3. Bad Goisern AKTUELL - INTERESSEN: Marktgemeinde "Bad Goisern am Hallstättersee". bad-goisern.ooe.gv.at
  4. Statistik Austria
  5. Kunstmue Festival Bad Goisern