Bad Hönningen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Hönningen
Bad Hönningen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Hönningen hervorgehoben
50.5177777777787.308611111111165Koordinaten: 50° 31′ N, 7° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Bad Hönningen
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 20,09 km²
Einwohner: 5719 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 285 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53557
Vorwahl: 02635
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 004
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktstraße 1
53557 Bad Hönningen
Webpräsenz: www.bad-hoenningen.de
Stadtbürgermeister: Guido Job (SPD)
Lage der Stadt Bad Hönningen im Landkreis Neuwied
Neuwied Buchholz (Westerwald) Asbach (Westerwald) Windhagen Neustadt (Wied) Rheinbreitbach Unkel Bruchhausen (Landkreis Neuwied) Erpel Vettelschoß Linz am Rhein Kasbach-Ohlenberg Ockenfels Sankt Katharinen (Landkreis Neuwied) Dattenberg Leubsdorf (am Rhein) Bad Hönningen Rheinbrohl Hammerstein (am Rhein) Leutesdorf Isenburg (Westerwald) Kleinmaischeid Großmaischeid Stebach Marienhausen Dierdorf Oberdreis Woldert Rodenbach bei Puderbach Ratzert Niederwambach Steimel Döttesfeld Puderbach Dürrholz Hanroth Raubach Harschbach Niederhofen Dernbach (Landkreis Neuwied) Urbach (Westerwald) Linkenbach Breitscheid (Westerwald) Waldbreitbach Roßbach (Wied) Hausen (Wied) Datzeroth Niederbreitbach Hümmerich Oberhonnefeld-Gierend Oberraden Straßenhaus Kurtscheid Bonefeld Ehlscheid Rengsdorf Melsbach Hardert Anhausen Rüscheid Thalhausen Meinborn Nordrhein-Westfalen Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Ahrweiler Landkreis Mayen-Koblenz Koblenz Marienhausen WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Bad Hönningen ist eine Stadt und ein Heilbad im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz, am rechten Ufer des Mittelrheins gelegen. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Bad Hönningen ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Bade- und Weinort liegt rechtsrheinisch zwischen Koblenz im Süden und Bonn im Norden im Naturpark Rhein-Westerwald. Die Uferpromenade entlang des Rheins ist 1,5 Kilometer lang, der Stadtwald bietet 60 Kilometer Wanderwege. Der Hönninger Schlossberg ist mit neun Hektar der größte zusammenhängende Weinberg am Mittelrhein.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Bad Hönningen gehören noch die Stadtteile Ariendorf, Girgenrath und Reidenbruch.

Geschichte[Bearbeiten]

Römerzeit[Bearbeiten]

Beim Bau von Gebäuden wurden im 19. und 20. Jahrhundert Relikte aus der Römerzeit und aus der Frankenzeit gefunden. Die heutige Stadt Bad Hönningen lag nördlich, in unmittelbarer Nähe des Limes. Aufgrund der Funde aus der Römerzeit kann davon ausgegangen werden, dass hier bereits vor rund 1.800 Jahren gesiedelt wurde.
Siehe auch separaten Artikel Kleinkastell Rheinbrohl.

Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Das Hohe Haus. Hinterseite mit Anbau

In einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. und seiner Gemahlin Kunigunde an das Bamberger Domkapitel wurde Hönningen erstmals im Jahr 1019 als Besitztum „Hohingen im Ingerisgowe“ (Engersgau) urkundlich erwähnt. Bis Anfang des 15. Jahrhunderts wurde dieses Besitztum „St. Georgenhof“, nach anderen Quellen „sand (Sankt) Jürgenhoff“, genannt. Dieser Hof stand an der Stelle, an der später das „Hohe Haus“ errichtet wurde. Im Jahre 1422 (nach anderen Quellen 1424) verkaufte das Bamberger Domkapitel diesen Besitz an Erzbischof Otto von Trier für 1500 Gulden.[3]

Ein zweites Hofgut zu „Hoinga“ schenkte 1041 die Witwe Gerbrich, eine Schwester des Gaugrafen Otto von Hammerstein, dem Trierer Erzbischof Poppo. Dieser schenkte es dem damals neu gegründeten St. Simeonsstift in Trier.[3]

1204 wurde erstmals die „Pfarrei Hönningen“ genannt, die eine gemeinsame Gründung des Hochstifts Bamberg und des Trierer Simeonsstifts war. Bereits vorher, 1135, war es zwischen Bamberg und Trier zu Streitigkeiten über die Verteilung des Zehnten gekommen. Papst Hadrian IV. bestätigte 1155 dem Simeonsstift den Zehnten zu „Hoinga“. Die Pfarrei Hönningen erstreckte sich am Rhein vom Bach in Ariendorf im Norden bis zum früheren Verlauf des Limes an der Grenze nach Rheinbrohl. Auf den ersten Höhen des Westerwaldes gehörten zu Pfarrei der Hof Reidenbruch und jenseits der Wasserscheide zur Wied hin der Hof Girgenrath.[3] Bis auf eine geringfügige Grenzkorrektur im 20. Jahrhundert entspricht der Pfarrbezirk dem heutigen Stadtgebiet von Bad Hönningen.

Der Trierer Kurfürst und Erzbischof Raban von Helmstatt ließ um das Jahr 1438 das „Hohe Haus“ errichten. Hönningen gehörte zu der Zeit zur Herrschaft Arenfels. Im Dreißigjährigen Krieg brennt Hönningen im Jahr 1632 bis auf zwölf Häuser ab. 1670 geht das Lehen Arenfels mit allen Besitztümern und Rechten auf das Haus von der Leyen über.

Im Jahre 1209 wurde der heute noch zum Teil existierende Mönchshof gebaut.

Schloss Arenfels[Bearbeiten]

Schloss Arenfels
Detail

Das heutige Schloss Arenfels geht auf die in den Jahren 1258 und 1259 (Westflügel und Bergfried) durch Gerlach von Isenburg erbaute Burg zurück. 1848 erwarb Reichsgraf Ludolf Friedrich von Westerholt das Schloss Arenfels. Er ließ es durch den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner neugotisch umbauen.

Schloss Arenfels ist im Besitz des Baron Antonius Geyr von Schweppenburg.[4]

Entwicklung zur Kur- und Badestadt[Bearbeiten]

Im Jahr 1894 wurde die erste Kohlensäurequelle erbohrt. Weitere Quellen folgten, und im Jahre 1895 wurde das erste Badehaus erbaut. 1950 erhielt die Gemeinde von der Landesregierung Rheinland-Pfalz den Titel „Bad“. Am 12. Juli 1969 erhielt Bad Hönningen die Stadtrechte.[5]

Artus Mineralbrunnen[Bearbeiten]

Der Artus Mineralbrunnen GmbH war ein Unternehmen, das aus den 1896/97 gegründeten Firmen Hubertus Sprudel und Arienheller Kohlensäurewerk entstand. Die Quellen wurden 1894 von dem Breisiger Bürger Peter Lang erbohrt. Die Hubertusquelle hat eine Tiefe von 294, die Arienheller Quelle eine Tiefe von 380 Metern.

Anfang der 1970er Jahre übernahm die Firma auch den Brunnen in Bornheim-Roisdorf. Dort soll bereits seit Römerzeit Mineralwasser gefördert worden sein. Seit 2002 befand sich Artus im Insolvenzverfahren. Das Unternehmen wurde am 31. Mai 2008 geschlossen.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bad Hönningen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][2]

Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1682 868 1815 1.336 1950 4.902
1752 1.141 1835 1.507 1961 5.671
1782 1.398 1871 1.794 1970 5.732
    1905 3.080 1987 5.454
    1939 4.312 2005 5.733

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Bad Hönningen besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[7]

Wahl SPD CDU GRÜNE WGR Gesamt
2014 10 10 2 22 Sitze
2009 12 8 2 22 Sitze
2004 11 9 2 22 Sitze
1999 12 9 1 22 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „In Silber zwei rote Balken, bedeckt von einer geschwungenen und berankten grünen Weinrebe mit zwei grünen Blättern und zwei blauen Trauben“.

Die beiden Balken, das Stammwappen der Edelherren von der niederen Grafschaft Isenburg, verweisen darauf, dass Hönningen seit dem 11. Jahrhundert isenburgische Vogtei und nachmals bis 1664 Hauptort der Herrschaft Isenburg-Arenfels war. Die Burgunderrebe bezieht sich auf den althergebrachten Hönninger Rotweinanbau. Das Wappen in dieser Form - Schild jedoch spitzförmig - erscheint schon im Hönninger Schöffensiegel von 1346.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Städtepartnerschaft zwischen Bad Hönningen und Saint Pierre lès Nemours in Frankreich wurde im Jahre 1980 begründet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burg Ariendorf
Altes Stadtweingut
Tempelhof
Burghaus

Sport[Bearbeiten]

Sportlich ist Bad Hönningen überregional hauptsächlich durch den Handballverein HSG Römerwall bekannt, dessen 1. Seniorenmannschaft 2001 die westdeutsche Meisterschaft errang und somit in den Profibereich durchbrach.

Tourismus[Bearbeiten]

Hochwassermarkierungen entlang des Rheins

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • "Matjes im Mai" Traditionelles Matjesfest in der Neustrasse von Bad Hönningen
  • „Mittelalterliches Pfingstspectaculum“ in den Rheinanlagen mit mittelalterlichem Markt und Ritterspielen.
  • „Weinblütenfest“ Anfang Juni auf dem Marktplatz, das jährlich erste Weinfest am Mittelrhein.
  • „Hopfenfest“ Mitte Juni in der Innenstadt und in der Fußgängerzone.
  • „St.-Peter-und-Paul-Kirmes“ Ende Juni mit festlichen Umzügen des Junggesellen-Vereins durch die Stadt.
  • „Antik Trödelmarkt“ Anfang Juli in den Rheinanlagen.
  • „Sommernachtsfest“ Ende Juli in den Rheinanlagen, das traditionelle „Fest der tausend Lichter“ mit einem Großfeuerwerk über dem Rhein.
  • Tag des offenen Denkmals im Hohen Haus; ... am 2. Sonntag im September.
  • „Federweißefest“ Anfang November, frischer Federweißer und Zwiebelkuchen mit Live-Unterhaltung auf dem Alten Schulplatz.
  • „Nostalgischer Weihnachtsmarkt“ Anfang Dezember in der Innenstadt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

  • Kohlensäurewerk Deutschland, gegründet 1912
  • Bad Hönninger Fruchtsäfte GmbH, seit 1912 im Familienbesitz
  • Solvay GmbH, früher Kali-Chemie

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Autofähre Sankta Maria

Bad Hönningen liegt direkt an der B 42 und hat über diese Anschluss an die Autobahn A 48 (Abfahrt Bendorf (Nr. 11)) und A 59 (Autobahnkreuz Bonn-Ost (Nr. 42)). Die Landesstraße 257 verbindet Bad Hönningen direkt mit dem Wiedtal und dem Westerwald. Mit einer Autofähre an der Grenze zu Rheinbrohl ist die B 9 im linksrheinischen Bad Breisig zu erreichen. Eine Personenfähre verbindet Bad Hönningen mit Bad Breisig.

In Bad Hönningen beginnt die Deutsche Limes-Straße welche nach 700 Kilometern in Regensburg an der Donau endet. Durch Bad Hönningen führt auch der Rheinische Sagenweg, welcher in Düsseldorf beginnt und in Mainz endet.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Bad Hönningen

Der Bahnhof Bad Hönningen an der rechtsrheinischen Bahnstrecke KölnKoblenz wird im Halbstunden-Takt angefahren und verbindet die Stadt im Stunden-Takt direkt mit dem Flughafen Köln/Bonn. Bad Hönningen gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel an.

Schifffahrt[Bearbeiten]

In den Sommermonaten wird Bad Hönningen auch von den Schiffen der „Weißen Flotte“ und den Schiffen der Köln-Düsseldorfer angefahren.

Rad- und Wanderwege[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Bad Hönningen geboren[Bearbeiten]

mit Bad Hönningen verbunden[Bearbeiten]

  • Willi Fischer (1920–1991), Politiker; 1958 bis 1963 Amtsbürgermeister in Bad Hönningen
  • Hermann Ilaender (* 1933), Politiker, Verwaltungsbeamter und Forst-Verbandsfunktionär, 1983 bis 1999 Bürgermeister der Verbandsgemeinde
  • Heinz Schwarz (* 24. Juli 1928 in Leubsdorf) ehemaliger Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz
  • Bernd Knopp Radiomoderator (z.B. bei RPR 1, 107.8 Antenne AC, Top FM und domradio Köln) und Buchautor

Literatur[Bearbeiten]

  • Jakob Weiler: Bad Hönningen. Chronik einer jungen Stadt 1019-1969, Bad Hönningen, Selbstverlag, 1969.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Hönningen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. a b c d Marx, Thielen, Volk: Geschichte der Pfarreien der Dekanate Trier, Konz und Engers, Matthias Schuler (Hrsg.), 1932, S. 446 ff
  4. Bernd Willscheid: Schloss Arenfels und seine Bewohner. Zur 750-Jahrfeier am 4. September 2009. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied 2011, ISBN 3-9809797-8-4, S. 79–89.
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 203 (PDF; 2,6 MB)
  6. „Artus Mineralquellen schließen im Mai“; Rhein-Zeitung vom 22. Februar 2008
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. http://www.geologie-rheinlauf.de