Bad Iburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Iburg
Bad Iburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Iburg hervorgehoben
52.1591666666678.0472222222222104Koordinaten: 52° 10′ N, 8° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 36,44 km²
Einwohner: 10.528 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 289 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49186
Vorwahl: 05403
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 004
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Gografenhof 4
49186 Bad Iburg
Webpräsenz: www.badiburg.de
Bürgermeisterin: Annette Niermann (Grüne)
Lage der Stadt Bad Iburg im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Vechta Osnabrück Alfhausen Ankum Bad Essen Bad Iburg Bad Laer Bad Rothenfelde Badbergen Belm Berge (Niedersachsen) Bersenbrück Bippen Bissendorf Bohmte Bramsche Dissen am Teutoburger Wald Eggermühlen Fürstenau Gehrde Georgsmarienhütte Glandorf Hagen am Teutoburger Wald Hasbergen Hilter am Teutoburger Wald Melle Kettenkamp Menslage Merzen Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück) Nortrup Ostercappeln Quakenbrück Rieste Voltlage WallenhorstKarte
Über dieses Bild
Schloss Iburg mit dem Bennoturm
Kalksteinbruch am Langenberg 1906

Bad Iburg ist eine Stadt und ein staatlich anerkanntes Kneipp-Heilbad im Südwesten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.

Bedeutendstes Bauwerk ist das über der Stadt thronende Schloss Iburg mit ehemaliger Benediktinerabtei, das über sieben Jahrhunderte die Residenz der Osnabrücker Bischöfe war.

Bad Iburg gehörte zur Westfälischen Hanse und seit 1980 zur Neuen Hanse.

Durch Bad Iburg führt die Friedensroute, ein Radwanderweg, der an den Friedensschluss von 1648 zur Beendigung des Dreißigjährigen Kriegs erinnert, der in Osnabrück und Münster verhandelt wurde. Der Hermannsweg, ein Wanderweg, führt durch das Gebiet der Stadt auf dem Dörenberg und dem Großen Freeden.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Teutoburger Wald bedeckt etwa die nördliche Hälfte Bad Iburgs. Die Stadt ist eine der waldreichsten Kommunen im westlichen Niedersachsen. Höchste Erhebung ist der Dörenberg (331,2 Meter) an der Nordgrenze der Stadt. Im Stadtgebiet liegt der Freeden mit dem Großen Freeden (269 Meter) und dem Kleinen Freeden (200 Meter), der zum Europäischen Naturerbe gehört. Nahe dem Freeden liegt im Stadtgebiet der Hohnsberg (241,9 Meter), an dem die Düte entspringt. Der Berg wurde seit dem 19. Jahrhundert geologisch erforscht und trägt mit dort gefundenen Fossilien wie der Farnwedel-Versteinerung Zamites iburgensis Hosius u. v. d. Marck und dem Muschel-Fossil Pinna iburgensis Weerth den Namen des Fundorts in die Welt der geologischen Wissenschaft. Teilweise zum Stadtgebiet gehört der dem Hohnsberg benachbarte Limberg (194,3 Meter), an dem 1910 der Zeppelin LZ 7 „Deutschland“ abstürzte. Nordwestlich des Stadtzentrums befindet sich der Urberg (213 Meter), an dem sich von 1964 bis 1998 ein katholisches Mütter-Kurheim befand. An mehreren Bergen im Iburger Stadtgebiet wurde im 19. und 20. Jahrhundert Kalkstein abgebaut, so am Hagenberg (139,2 Meter) und am Langenberg (206 Meter).

Die südlichen Stadtteile schließen an das Münsterland an. Im Staatsforst Palsterkamp bei Glane entsteht durch den Zusammenfluss des Kohlbaches und Fredenbaches die Glane, die hier noch den Namen Glaner Bach trägt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Iburg grenzt im Norden an Hagen am Teutoburger Wald und Georgsmarienhütte, im Osten an Hilter am Teutoburger Wald, im Süden an Bad Laer und Glandorf sowie im Westen an das nordrhein-westfälische Lienen (Kreis Steinfurt).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss und Kloster Iburg vor 1752, Ausschnitt aus einer Federzeichnung von Renier Roidkin

Die Fränkischen Reichsannalen erwähnen eine Iburg 753, als dort der Erzbischof von Köln Hildegar von den Sachsen getötet wurde.[2] 772 eroberte Karl der Große die erhabene Königsburg Iburg gegen seinen Widersacher Herzog Widukind. Zum zweiten Mal eroberten 783 fränkische Soldaten die Iburg. Über die Region hinaus erhielt Iburg Bedeutung im elften Jahrhundert. Bischof Benno I. errichtete zwischen 1052 und 1068 eine Burg. Der bedeutendste Bauherr war Bischof Benno II., der erste Bischof des Osnabrücker Landes. Er ließ 1068 bis 1088 auf den Trümmern der alten Karlsburg eine Stiftsburg und ein Benediktinerkloster errichten. Benno hatte besonderes historisches Gewicht durch seine Vermittlung im Investiturstreit zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV., seinem Freund, und Papst Gregor VII. beim Gang nach Canossa im Jahr 1077.

Um 1100 wurde die Iburg nach dem großen Brand in Osnabrück ständiger Wohnsitz der Osnabrücker Bischöfe.

Im Jahr 1226 wurde der Bau der Fleckenskirche St. Nikolaus begonnen. Damit erhielten auch die Menschen, die sich am Fuß des Burgberges angesiedelt hatten, eine eigene Kirche. 1254 erhielt Iburg durch Fürstbischof Bruno von Isenberg Stadtrechte; er befestigte den Ort. 1293 wurde Iburg als „oppidum“, als stadtähnliche Siedlung, mit einer „porta“ im Osten erwähnt. Blitzschlag und ein dadurch verursachtes Feuer zerstörten 1349 die Burg und das Kloster. Im Jahr 1359 erhielt Iburg das Wigboldprivileg. Damit wurden Burg und Ortschaft mit einem Rat und gemeinsamer Verfassung zusammengeführt. Der Flecken wurde 1455 bis 1482 unter Fürstbischof Konrad III. mit Mauern umgeben; drei Tore ermöglichten den Zugang. Eine Wasserversorgung erhielt Iburg 1518, als Prior Frerking eine Wasserleitung von Dörenberg zum Kloster legen ließ. 1534 wurden die Täufer von Münster auf Veranlassung von Bischof Franz von Waldeck im Bergfried des Schlosses, dem so genannten Bennoturm, gefangen gehalten und bis auf einen später hingerichtet. Siehe auch: Täufer im Bergfried des Iburger Schlosses

1552 wurde südlich des Fleckens Burg Scheventorf als Wasserburg erbaut.

Feuer vernichtete 1585 im Flecken Iburg 53 Wohnungen mit Nebengebäuden und Stallungen, also etwa die Hälfte der Wohngebäude. 1625 wurde Franz Wilhelm von Wartenberg, der aus einer Nebenlinie der Wittelsbacher stammte, Bischof von Osnabrück. 1633 besetzten schwedische Truppen Iburg und schenkten die Burg Gustav Gustavson.

Sophie Charlotte, die spätere erste Königin in Preußen, wurde 1668 in Iburg geboren

Im Westfälischen Frieden zu Münster 1648 wurde wegen der konfessionellen Vermischung als Kompromiss die „Alternatio“ (Wechselfolge) erarbeitet. Katholische und evangelische Fürstbischöfe wechselten sich damit ab. Erster evangelischer Landesbischof wurde Kurfürst Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg. 1650 kehrte Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg in die Residenz in Iburg zurück. 1657 erhielt der der Flecken Iburg das Privileg zur Abhaltung einers Jahrmarktes. 1662 wurde Kurfürst Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg erster evangelischer Fürstbischof von Osnabrück, entsprechend dem Friedensvertrag von 1648, der einen Wechsel zwischen katholischen und evangelischen Bischöfen vorsah. 1668 wurde seine Tochter Sophie Charlotte auf der Iburg geboren. Sie wurde später erste Königin in Preußen, Mutter des Soldatenkönigs und Großmutter Friedrichs des Großen. Nach ihr sind auch das Schloss Charlottenburg und der gleichnamige Stadtteil in Berlin benannt. 1672 endete die Ära der Osnabrücker Bischöfe in Iburg, als Ernst August I. das neue Schloss Osnabrück bezog. Die Iburger Residenz wurde aufgegeben.

Zwischen 1750 und 1755 wurde auf dem Burgberg ein großzügiger barocker Klosterneubau durch den westfälischen Barockbaumeister und kurfürstlichen General Johann Conrad Schlaun errichtet. Das Kloster bestand noch bis 1803, als es aufgrund der Säkularisation aufgehoben wurde. 1885 nahm die Verwaltung des Kreises Iburg ihren Sitz im Schloss.

Mit der Gründung des Verschönerungsvereins im Jahr 1887 wurde im Flecken die erste Grundlage für die spätere touristische Entwicklung gelegt. Der Verein machte es sich zur Aufgabe, Wanderwege anzulegen und Ruhebänke aufzustellen.

Schnautgangstein am Dörenberg

Am 28. Juni 1910 strandete das Luftschiff LZ 7 „Deutschland“ am Limberg. Menschen kamen bei diesem Zeppelin-Unglück nicht zu Schaden.

1929 wurde die Bauerschaft Mäscher nach Iburg eingemeindet. 1932 wurde der Kreis Iburg aufgelöst; der Sitz des Landrats befand sich fortan in Osnabrück. 1932 und 1933 wurde der Charlottensee am Fuße des Schlossbergs angelegt. Initiator war der Iburger Kurverein, der auf Anregung des späteren Ehrenbürgers Robert Hülsemann 1932 gegründet worden war.

1934 wurde im Schloss Iburg die SA-Sportschule eingerichtet, die bis 1939 bestand. Von 1942 bis 1945 befand sich im Schloss die Deutsche Heimschule Schloß Iburg. 1948 wurde die Niedersächsische Heimschule Iburg im Schloss untergebracht. Sie bestand bis 1971.

Britische Truppen besetzten Iburg in der Osterwoche 1945 kampflos. Zuvor hatte Bürgermeister Hermann Rinklake die letzten Soldaten der Wehrmacht dazu veranlasst, den Flecken zu verlassen. Rinklage wurde am 3. September 1946 auf Beschluss des Gemeinderats zum Ehrenbürgermeister ernannt.

1953 wurde aus der Sommerfrische aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und dem Luftkurort der 1920er Jahre der Kneipp-Kurort Iburg.

1959 erhielt Iburg wegen seiner bedeutenden geschichtlichen Vergangenheit im Mittelalter die Stadtrechte wiederverliehen. 1967 wurde Iburg als Kneipp-Heilbad staatlich anerkannt. Die Stadt trägt seither den Namen Bad Iburg.

1964 wurde am Urberg ein katholisches Mütter-Kurheim eröffnet, das bis 1998 bestand.

Von 1973 bis 2004 war im Iburger Schloss eine Ausbildungsstätte der Polizeischule des Landes Niedersachsen untergebracht.

1980 besiegelten Bad Iburg und der Berliner Bezirk Charlottenburg ihre Städtepartnerschaft. Sie wurde am 10. November beurkundet. Als Zeichen der Verbundenheit wurde die Rennbahn um den Charlottensee in Charlottenburger Ring umbenannt.

In jüngerer Zeit wurde in Bad Iburg die Tradition des Schnatgangs wiederbelebt. Auf dem Karlsplatz des Dörenbergs wurde zur Erinnerung an den Schnautgang 2002 ein Gedenkstein aufgestellt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1970 wurden die Ortsteile Glane-Visbeck, Sentrup und Ostenfelde zur Gemeinde Glane zusammengefasst. Am 1. Juli 1972 wurden die Stadt Bad Iburg mit der Gesamtgemeinde Glane vereinigt und die Einheitsgemeinde Bad Iburg gegründet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Bad Iburg seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Bad Iburg im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen [4] auf der Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich Glane.[3]

Jahr Einwohner
1961 6069
1970 6964
1987 9815
1990 10416
1995 11371
2000 11708
2005 11535
2010 11560
2011 11601

Ortsname[Bearbeiten]

Frühere Ortsnamen von Iburg waren in den Jahren 753 Iuburg, 754 Iburg, 1070 Yburg, 1175 Yburch, 1350 Yburgh. Der Ortsname ist vermutlich eine Bildung mit dem Grundwort "-burg". Der erste Namensbestandteil geht auf das mittelniederdeutsche Wort "iwe" für "Eibe" zurück. Wahrscheinlich hieß der Platz auf dem die Burg errichtet wurde ursprünglich "Iw-berg" für "Eibenberg".[5]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat hat gegenwärtig 27 Mitglieder aus vier Parteien oder Gruppen und einen Einzelbewerber (Moormann). Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Vorsitzender des Rates.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Stadt Bad Iburg: Wahlergebnisse und Stadträte
CDU SPD GRÜNE FDP GfB LINKE Einzel-
bewerber
Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1996–2001 60,0 18 27,2 8 5,4 2 2,2 0 5,3 1 100 29 70,8
2001–2006 61,3 19 25,6 7 8,4 2 4,7 1 100 29 62,8
2006–2011 49,5 14 19,4 5 9,0 3 6,8 2 15,3 4 100 28 55,9
2011–2016 50,36 15 19,80 5 19,60 5 5,72 2 1,33 0 3,20 1 100 28 55,49
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen,[6] Landkreis Osnabrück.[7][8]
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Politische Entwicklung[Bearbeiten]

Am 15. Juli 2005 trat der überwiegende Teil des Rates zurück. Auch die Stellvertreter verzichteten auf ihr Mandat. Lediglich die beiden Ratsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen behielten ihr Mandat. Ursprünglich war eine Neuwahl für November 2005 geplant gewesen. Am 30. August 2005 erklärte das Verwaltungsgericht Osnabrück die Rücktrittserklärungen der 27 Ratsmitglieder jedoch für ungültig, da diese den Zweck hatten, den Stadtrat aufzulösen und eine Neuwahl herbeizuführen. Die von den Ratsmitgliedern durch Massenrücktritte initiierte Ratsauflösung sei rechtsmissbräuchlich und daher rechtsunwirksam, entschied das Gericht. Die Berufung beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg wurde zugelassen. Der Rat legte nach Prüfung der rechtlichen Begründung des Urteils keinen Widerspruch ein. Lediglich das Ratsmitglied Andreas Heuer von der Gemeinschaft für Bad Iburg (GfB) legte Widerspruch ein. Damit wurde Bad Iburg ohne Rat verwaltet. Ratsmitglieder vertraten die Meinung, der damalige Stadtdirektor Karl Schade wollte sich vor dem Ende seiner Amtszeit als Stadtdirektor ins Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters hieven. Die Kommunalaufsicht hob die Rücktritte auf. Damit waren alle Ratsmitglieder wieder im Amt, bis auf Andreas Heuer, der Widerspruch eingelegt hatte. Auf den Bestand des Rats als Gesamtorgan hatte dieses keinen Einfluss. Damit konnte der Rat nach Ablauf der Rechtbehelfsmittelfrist ab dem 27. November 2005 wieder zusammentreten. Nach Ablauf der Amtsperiode fanden ordentliche Wahlen statt.Bei der vorgezogenen Bürgermeisterwahl im März 2006 wurde Drago Jurak (parteilos) zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister Bad Iburgs gewählt.

Bürgermeisterin[Bearbeiten]

Am 23. Februar 2014 wählten die Bürger mit einer absoluten Mehrheit von 53,3 Prozent Annette Niermann zur Bürgermeisterin von Bad Iburg.[9] Niermann war als unabhängige Kandidatin gegen zwei männliche Bewerber der CDU und SPD angetreten und ist die erste Bürgermeisterin in Niedersachsen mit einem grünen Parteibuch.[10]

Wappen[Bearbeiten]

DEU Bad Iburg COA.svg

Das Wappen der Stadt Bad Iburg zeigt auf einem roten Rad mit fünf Speichen einen halben roten Adler. Das Wappen wurde dem damaligen Flecken Iburg im 15. Jahrhundert verliehen. Das fünfspeichige Rad ist an das sechsspeichige im Wappen der Stadt Osnabrück angelehnt. Der Adler stammt aus dem Wappen von Bischof Konrad IV. von Rietberg. Der heutigen Wappenform liegt ein Siegel aus dem Jahr 1531 zu Grunde.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Profanbauten[Bearbeiten]

  • Das Jagdschlösschen, auch als Altes Forsthaus Freudenthal bezeichnet, wurde 1595 von Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel erbaut.
  • Die Schlossmühle wurde ebenfalls von Fürstbischof Philipp Sigismund gebaut. Sie war ehemals eine Holzsägemühle. Das Gebäude dient heute einer gastronomischen Einrichtung.
  • Burg Scheventorf ist ein Renaissancebau, den Johann von Hake 1552 erbaute. Die ehemalige Wasserburg befindet sich in Privatbesitz. Dort soll der Sage nach in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs die schöne Anna Hake lebendig eingemauert worden sein. Ihr setzte Bernhard Köster 1924 mit dem Geschichtsroman Die schöne Anna von Hake auf Scheventorf ein literarisches Denkmal. Von der Schleppenburg, die etwa einen Kilometer südlich lag, sind noch zwei Nebengebäude erhalten. Sie war ebenfalls eine Wasserburg und ein Rittergut.
  • Der Gografenhof, Ende des 18. Jahrhunderts im Stil des Klassizismus erbaut, ist seit 1967 Rathaus der Stadt.
  • Das Kurhaus wurde am 19. Mai 1967 eröffnet.

Kirchen[Bearbeiten]

Eingang zur Evangelischen Schlosskirche

Bad Iburg hat mit der Fleckenskirche St. Nikolaus die älteste Hallenkirche des Osnabrücker Landes aufzuweisen. Die St.-Clemens-Kirche wurde als Klosterkirche der Benediktinerabtei gebaut und ist auf Bischof Benno II. zurückzuführen. Die Evangelisch-lutherische Schlosskirche war zunächst Hofkirche der evangelisch-lutherischen Fürstbischöfe, ehe sie Kirche der Gemeinde wurde. Jüngste katholische Pfarrkirche ist die Kirche St. Jakobus der Ältere in Glane, die 1905 vollendet wurde. Die neogotische Kirche hatte mehrere Vorgängerbauten, darunter eine in einem Dokument von Benno II. 1088 erstmals erwähnte ecclesiola.

Kunstwerke[Bearbeiten]

Bad Iburg besitzt neben der Plastik von Bischof Benno II. des Osnabrücker Künstlers Hans Gerd Ruwe in der Nähe des Gografenhofes und des Uhrenmuseums weitere seiner Werke, darunter den Trommlerbrunnen in Glane. Er erinnert an die Verleihung der Marktrechte an Glane im Jahr 1764. Der Glaner Markt besteht bis heute. Er wird von Trommlern der einstigen Bauerschaft angetrommelt. Der Handwerkerbrunnen an der Großen Straße unterhalb der Fleckenskirche, ebenfalls ein Werk Ruwes, stellt die in Bad Iburg ausgeübten Handwerksberufe dar. Er wurde der Öffentlichkeit am 4. April 1992 übergeben.

Auf dem Alten Friedhof befindet sich das Grab des Osnabrücker Bildhauers und Holzschnitzers Georg Hörnschemeyer (1907–1983). Für das Familiengrab schuf er das Grabmal.

Sport[Bearbeiten]

Der Verein TuS Glane war ab 1987 mit einer Damenmannschaft in der Tischtennis-Bundesliga vertreten und gewann 1993 den ETTU-Cup.

Der VfL Bad Iburg hat die Abteilungen Badminton, Handball, Herzsport, Judo, Ju-Jutsu, Sportabzeichen, Taekwondo, Tai Chi, Tischtennis, Turnen, Freizeit-, Breiten- und Gesundheitssport, Volleyball und Wandern.

Der Schützenverein Iburg von 1869 setzt die Schützentradition des 17. Jahrhunderts im ehemaligen Flecken fort.[11] Der Schützenverein Glane von 1578 beruft sich in seiner Tradition auf das erste nachgewiesene Vogelschießen im 16. Jahrhundert.[12]

Das Freibad zwischen dem Offenen Holz und dem Kurviertel wurde 1952 eröffnet. In den ersten Jahrzehnten wurde das Wasser aus dem Dörenberg ins Freibad geleitet und über eine gemauerte Fläche, die mit Ziegeln belegt war, von der Sonne erwärmt und dann ins Schwimmbecken geleitet. Das Freibad wurde saniert und 1999 wieder eröffnet. Seither verfügt es neben dem Schwimmbecken über ein separates Sprungbecken und eine Wasserrutsche.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Bennofest
  • Iburger Advent (Weihnachtsmarkt im und am Schloss Iburg)
  • Glaner Markt
  • Schützenfest Bad Iburg
  • Schützenfest Glane

Courage-Preis[Bearbeiten]

Seit 1996 wird in Bad Iburg einmal im Jahr im Rittersaal des Schlosses der Courage-Preis verliehen. Mit dem Preis werden Personen und Einrichtungen ausgezeichnet, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Erster Preisträger war Harry Jahns, der Künstlerische Leiter der Schlosskonzerte Bad Iburg, prominenteste Preisträgerin war 2009 Königin Silvia von Schweden als Gründerin der World Childhood Foundation. Bei ihrem Aufenthalt in Bad Iburg trug sich die schwedische Königin im Rathaus in das Goldene Buch der Stadt ein.[13]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 51 durchquert das Stadtgebiet in Nord-Süd-Richtung.

Es gibt im Taktverkehr regelmäßige Busverbindungen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück alle halbe Stunde nach Osnabrück sowie jeweils stündlich nach Glandorf und Bad Rothenfelde.

Seit September 2011 unbefahrbare Trasse der Teutoburger Wald-Eisenbahn
Ehemaliges Bahnhofsgebäude der Teutoburger Wald-Eisenbahn

Von 1901 bis 1968 war der Bahnhof von Bad Iburg Haltepunkt im Personenverkehr der Teutoburger Wald-Eisenbahn-AG (TWE) IbbenbürenLengerichGüterslohHövelhof. Die TWE-Strecke gehört heute der Captrain Deutschland GmbH, die dort im regulären Betrieb jedoch nur noch auf Teilstrecken Güterverkehr betreibt. Außerdem wird der Bahnhof noch von der Teuto-Express-Museumsbahn genutzt. Das Bahnhofsgebäude ist mittlerweile in Privatbesitz.[14]

Seit September 2011 sind die Gleise auf dem Bahndamm bei Glane und Visbeck wegen Böschungs- und Brückenschäden nicht mehr in Richtung Bad Laer und Gütersloh befahrbar.[15] Im Januar 2013 ist auch die Brücke über die Straße „Zwischen den Wellen“ in Ostenfelde und damit die Strecke nach Lienen und Lengerich für den Eisenbahnverkehr gesperrt worden.[16] Weder der „Teuto-Express“ noch andere Züge können seitdem den Bahnhof Bad Iburg erreichen.

Im Januar 2012 gründete sich in der Nachbargemeinde Bad Laer das „Aktionsbündnis pro TWE“, das sich u. a. den langfristigen Erhalt und die regelmäßige Nutzung der Teutoburger Wald-Eisenbahn in den Bereichen Freizeit- und Tourismusverkehr zum Ziel gesetzt hat.[17]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bad Iburg ist Sitz des für den südlichen Landkreis Osnabrück zuständigen Amtsgerichts. Das Amtsgericht ist im Schloss Iburg untergebracht.

Seit Mai 2005 ist Bad Iburg offizieller Sitz der Niedersächsischen Schulinspektion. Die Schulinspektion hat die Aufgabe, die Qualität der Schulen zu sichern und weiter zu entwickeln. Ihren Sitz hat die Schulinspektion im Iburger Schloss.[18]

Im Schloss befindet sich eine Polizeistation, die nicht ständig besetzt ist.

Freiwillige Feuerwehren gibt es in den Ortsteilen Bad Iburg und Glane mit jeweils 4 Fahrzeugen. In Bad Iburg gibt es zusätzlich seit 2000 eine Jugendfeuerwehr, in Glane einen Spielmannszug.

Bildung[Bearbeiten]

Bad Iburg hat drei Grundschulen, eine Hauptschule, eine Realschule und ein Gymnasium.

Eine Besonderheit des Schulwesens in Bad Iburg war die konfessionelle Trennung an kommunalen Schulen bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie war dem Ungleichgewicht zwischen der römisch-katholischen Bevölkerungsmehrheit und der Minderheit der Protestanten geschuldet. Die Einwohnerzahl der Protestanten, die bis Ende des Zweiten Weltkriegs vornehmlich Aufgaben in der Verwaltung des früheren Kreises Iburg wahrnahmen oder etwa im Amtsgericht tätig waren, wuchs nach Kriegsende durch Flüchtlinge und Vertriebene sowie insbesondere seit den 1970er Jahren, als Bad Iburg zu einem bevorzugten Wohnort im südlichen Landkreis Osnabrück wurde. Die konfessionelle Trennung der Schulen wurde erst 1994 vollständig aufgegeben. Von etwa 1900 bis zur Auflösung 1941 bereitete die private Rektoratsschule Iburger Jungen und später auch Mädchen auf den Besuch einer weiterführenden Schule vor, an der sie das Abitur ablegen konnten. Das Schulgebäude wurde abgerissen, zur Erinnerung wurde am früheren Standort nahe der Fleckenskirche St. Nikolaus ein Gedenkstein mit Inschrift aufgestellt. Von 1942 bis 1945 nahm die Deutsche Heimschule Schloß Iburg, eine Gründung der Nationalsozialisten, Iburger Schüler als Externe auf.

Grundschulen sind die Grundschule am Hagenberg im Zentrum Bad Iburgs sowie die Grundschulen in Glane und Ostenfelde. Alle drei Schulen sind so genannte Verlässliche Grundschulen.[19]Die Grundschule am Hagenberg wurde 1959 als Volksschule errichtet, die mit dem achten Schuljahr abschloss. Bis dahin waren die Iburger Schüler seit Ende des Zweiten Weltkriegs in verschiedenen Gebäuden im Zentrum des Fleckens unterrichtet worden. Auf Beschluss des Rats wurde um einen gemeinsamen Schulhof eine zweiflügelige Schulanlage gebaut. Die Evangelische Volksschule war in einem einstöckigen Trakt mit drei Klassen, die Katholische Volksschule in einem zweistöckigen Trakt mit sieben Klassen untergebracht. Die Trakte waren durch einen einstöckigen Bau verbunden, in dem Sanitärräume untergebracht waren. Im September 1959 wurde der Unterricht aufgenommen. Gemischtkonfessionellen Unterricht gab es in Bad Iburg erstmals mit der Einführung des zunächst freiwilligen neunten Schuljahres an Volksschulen in Niedersachsen, anfangs nur für Schüler des neunten Jahrgangs. Die Volksschule wurde 1964 in Grundschule und Hauptschule aufgeteilt. An der Grundschule am Hagenberg wurde bis 1993/1994 nach Konfessionen getrennt unterrichtet.

Die konfessionell getrennten Hauptschulen wurden 1969 zusammengelegt und mit den Hauptschulklassen in Glane, Sentrup und Ostenfelde zusammengeführt. Seit 1972 befindet sich die Hauptschule Bad Iburg im Schulzentrum an der Bielefelder Straße.[20]

Bad Iburg hat eine Realschule und seit 1972 ein Gymnasium in der Trägerschaft des Landkreises Osnabrück. Bis 1971 hatten Iburger Schüler die Möglichkeit, als externe Gymnasiasten die Niedersächsische Heimschule Iburg im Schloss zu besuchen. Das Land Niedersachsen betrieb das Gymnasium in Kurzform zwischen 1948 und 1971 als Internat. Das Gymnasium Bad Iburg, eine Europaschule, wurde 1972 eröffnet und beruft sich in seiner Geschichte auf die Niedersächsische Heimschule Iburg.[21]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Mit der Dörenberg-Klinik hat Bad Iburg seit 1976 eine Rehabilitationsklinik zur ambulanten und stationären Behandlung orthopädischer Erkrankungen.[22][23] Über ein Allgemeinkrankenhaus verfügt die Stadt nicht mehr, seit das katholische St. Franziskus-Krankenhaus in ein Alten- und Pflegeheim umgewandelt wurde. Ein weiteres Alten- und Pflegeheim ist das Evangelische Christophorus-Heim.[24] Das Sanatorium Kassen, ehemals eine Kurklinik, ist ein Wohnheim für psychisch behinderte Menschen.[25]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Wilhelm Westmeyer

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1950 Robert Hülsemann (1868–1950), Kaufmann und Schriftsteller
  • 1987 Elisabeth Bremer, Ärztin [26]
  • 2008 Erwin Uhrmacher, ehemaliger Leiter des Staatshochbauamts Osnabrück [27]

Franz von Papen war am 25. Mai 1933 zum Ehrenbürger ernannt worden; die Ehrenbürgerwürde wurde ihm am 4. März 1948 aberkannt.[28]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Iburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Iburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Kohl,Westfälische Geschichte, 1983, Bd. I,S. 280, Zitat: „..castrum Iuberg (vielleicht eher die engrische Iburg bei Bad Driburg als jene westfälische bei Osnabrück)..“
  3. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 259.
  4. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  5. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  7. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (PDF; 528 kB)
  8. Landkreis Osnabrück, Die Kommunalwahl Osnabrücker Land vom 10. September 2006; Amtliche Endergebnisse (PDF; 3,4 MB)
  9. Annette Niermann ist Bad Iburgs neue Bürgermeisterin In: Neue Osnabrücker Zeitung. 24. Februar 2014.
  10. Grünes Herz: Annette Niermann – Politik-Talk mit Bad Iburgs neuer Bürgermeisterin In: Neue Osnabrücker Zeitung. 4. März 2014.
  11. Geschichte des Schützenvereins Iburg von 1869
  12. Geschichte des Schützenvereins Glane von 1578
  13. Handschlag von der Königin In: Neue Osnabrücker Zeitung vom 17. Oktober 2009
  14. Vor 111 Jahren hielt der erste Zug in Iburg Neue Osnabrücker Zeitung 6. April 2012
  15. Teuto-Express: Sanierung von Gleisen gefordert Neue Osnabrücker Zeitung 22. September 2011
  16. Aktuelles Homepage Eisenbahn-Tradition e.V., abgerufen am 26. Januar 2013.
  17. Bad Laer: Aktionsbündnis will TWE retten Neue Westfälische Zeitung 27. Januar 2012
  18. Niedersächsische Schulinspektion Abgerufen am 24. Februar 2009
  19. Grundschule am Hagenberg
  20. Geschichte der Hauptschule Bad Iburg
  21. Geschichte des Gymnasiums Bad Iburg
  22. Eröffnung der Dörenberg-Klinik 1976
  23. Seite der Dörenberg-Klinik
  24. Alten- und Pflegeheime in Bad Iburg
  25. Sanatorium Kassen
  26. Gerhard Vollbrecht: Iburgs Weg von der Sommerfrische zum Heilbad. in: Heimat-Jahrbuch 2003 Osnabrücker Land. Heimatbund Osnabrücker Land e. V., Georgsmarienhütte 2002, S.53,54. ISSN 1618-5757
  27. Neue Osnabrücker Zeitung. Online-Ausgabe vom 14. Juni 2008.
  28. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formats.h.: Einen Edelkarpfen für den Vizekanzler Franz von Papen. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 14. Juni 2008, abgerufen am 28. Juli 2008.