Bad Königshofen im Grabfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Königshofen im Grabfeld
Bad Königshofen im Grabfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Königshofen im Grabfeld hervorgehoben
50.29920710.466943275Koordinaten: 50° 18′ N, 10° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Höhe: 275 m ü. NHN
Fläche: 69,52 km²
Einwohner: 5961 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97631
Vorwahl: 09761
Kfz-Kennzeichen: NES, KÖN, MET
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 141
Stadtgliederung: 17 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 2
97631 Bad Königshofen i.Grabfeld
Webpräsenz: http://www.badkoenigshofen.de/stadt/
Erster Bürgermeister: Thomas Helbling (CSU)
Lage der Stadt Bad Königshofen im Grabfeld im Landkreis Rhön-Grabfeld
Fladungen Hausen (Rhön) Bundorfer Forst Burgwallbacher Forst Forst Schmalwasser-Nord Forst Schmalwasser-Süd Mellrichstadter Forst Steinacher Forst rechts der Saale Sulzfelder Forst Weigler Willmars Nordheim vor der Rhön Sondheim vor der Rhön Stockheim (Unterfranken) Mellrichstadt Mellrichstadt Ostheim vor der Rhön Oberelsbach Bischofsheim an der Rhön Bischofsheim an der Rhön Sandberg Schönau an der Brend Hohenroth Niederlauer Burglauer Strahlungen Salz (Unterfranken) Bastheim Oberstreu Unsleben Wollbach (Unterfranken) Bad Neustadt an der Saale Heustreu Hendungen Hollstadt Rödelmaier Wülfershausen an der Saale Höchheim Saal an der Saale Aubstadt Herbstadt Trappstadt Großeibstadt Großbardorf Sulzfeld (im Grabfeld) Bad Königshofen im Grabfeld Bad Königshofen im Grabfeld Sulzdorf an der Lederhecke Thüringen Landkreis Haßberge Landkreis Schweinfurt Hessen Landkreis Bad KissingenKarte
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Bad Königshofen im Grabfeld ist eine Kleinstadt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Die Kurstadt an der Fränkischen Saale liegt im Grabfeld zu Füßen der Haßberge und ist umgeben von den Naturparks Rhön und Thüringer Wald.

Geographie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Bad Königshofen i.Grabfeld gliedert sich in 17 Stadtteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Althausen, Aub, Bad Königshofen i.Grabfeld, Bundorfer Forst, Eyershausen, Gabolshausen, Ipthausen, Merkershausen und Untereßfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Reichspräsident Hindenburg beim Ehrentrunk (1930)

Der Ort wurde 741 erstmals urkundlich erwähnt.[3] Allerdings war er bereits deutlich zuvor besiedelt. Dies zeigten Grabfunde aus der Zeit um 600 die im Bereich der heutigen Festungsstraße gemacht wurden. Dabei sind in diesem Gräberfeld teils christliche und teils heidnische Bestattungen vorhanden. Zu den Grabbeigaben zählen unter anderem ein Langschwert und diverse Tonwaren. Eine noch ältere Siedlung, die im 4. Jahrhundert bewohnt war, wurde an der Bamberger Straße nachgewiesen.[4]Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte in der Zeit um 1235.

Königshofen war ab 1200 Eigentum der Grafen von Henneberg und kam durch zwei Erbteilungen der Linie Henneberg-Schleusingen in den Jahren 1347 und 1353 an die Erbtochter Elisabeth von Henneberg-Schleusingen († 1389), welche mit Graf Eberhard II. von Württemberg verheiratet war. Dieser verkaufte den Ort 1354 an das Hochstift Würzburg. Die Würzburger Bischöfe bauten Königshofen zu einer Festung aus.

Die Grafen von Henneberg-(Aschach-)Römhild erwarben die Burg und das Amt Königshofen im Jahr 1400 pfandweise, 1412 durch Kauf vom Hochstift Würzburg zurück.[5] Im Jahr 1485 erfolgte die erste Teilung in der Römhilder Linie, wobei Königshofen an den Römhildischen Teil unter Graf Friedrich II. von Henneberg-Aschach († 1488) fiel. Der Ort fiel später durch Wiedereinlösung des Pfands an das Hochstift Würzburg zurück.[6]Danach wurde die Stadt Sitz eines bischöflichen Amtmanns.

1631 bis 1635 war Königshofen von den Schweden besetzt. Nach 1650 wurde die Stadt zu einer starken bastionären Festung ausgebaut. Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde das Amt Königshofen 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert und im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen. Mit diesem fiel es 1814 endgültig an das Königreich Bayern.

Im Jahr 1893 wurde die Stadt mit der Grabfeldbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Königshofen war seit Beginn des 19. Jahrhunderts bayerische Kreisstadt und Sitz eines königlichen Landgerichts. Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Königshofen aufgelöst. Am 14. September 1974 wurde die Stadt zum Bad erhoben.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Gabolshausen, Ipthausen und Untereßfeld eingegliedert. Am 1. April 1972 kam Eyershausen hinzu. Althausen folgte am 1. Juli 1972.[8] Merkershausen wurde am 1. Juli 1976 eingegliedert. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Aub am 1. Mai 1978 abgeschlossen.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 5610[7]
  • 1970: 5715[7]
  • 1987: 5901
  • 2000: 6914
  • 2010: 6907

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Thomas Helbling (CSU). Im Stadtrat mit insgesamt 20 Sitzen hat die CSU 7, die SPD 2, der Block freier Wähler und der Bürgerblock der Stadtteile 3, die Liste Merkershausen 2 sowie die Junge Liste, die Liste Eyershausen und die Aktiven Bürger Bad Königshofen jeweils einen Sitz.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3.523.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1.211.000 Euro.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kommunale Allianz[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Königshofen im Grabfeld ist Mitglied in der Kommunalen Allianz Fränkischer Grabfeldgau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Das Kur- und Freizeitzentrum FrankenTherme mit den Heilquellen Urbani und Regius sowie Hotels, Gaststätten und Pensionen sind in der Kurstadt von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 24, im produzierenden Gewerbe 1277 und im Bereich Handel und Verkehr 399 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 849 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1855. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 150 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 4629 Hektar, davon waren 4086 Hektar Ackerfläche und 536 Hektar Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • 218 Kindergartenplätze mit 196 Kindern (Stand: 2011)
  • zwei Volksschulen mit 50 Lehrern und 677 Schülern (Stand: 2010/11)
  • eine Realschule mit 42 Lehrern und 542 Schülern (Stand: 2011/12)
  • ein Gymnasium mit 44 Lehrern und 560 Schülern (Stand: 2013/14)
  • die Berufsfachschule für Musik (seit 1982)
  • die Kreismusikschule Rhön-Grabfeld (seit 1987)
  • die Volkshochschule Rhön und Grabfeld
  • das Unterfränkische Volkshochschulheim am Sambachshof

Es gibt weitere, sonstige Einrichtungen (Stand: 2013):

Friedhof[Bearbeiten]

Im Ortsteil Ipthausen besteht seit 1920 ein Jüdischer Friedhof, auf dem die ansässigen jüdischen Familien aus Königshofen und Umgebung ihre Verstorbenen begruben. Ein Mahnmal gegenüber dem Eingang erinnert an jüdisches Leben und die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Einwohner in der Shoa.[9]

Freizeit[Bearbeiten]

Der Ort ist unter anderem bei Wohnmobil-Besitzern beliebt, da sie direkt vom Wohnmobilstellplatz zu den Kuranwendungen in der FrankenTherme gehen können. Am Sambachshof gibt es einen Freizeitpark mit Fahrgeschäften für kleinere Kinder und ein Wildgehege.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • Johann W. Rost: Versuch einer historisch-statistischen Beschreibung der Stadt und der ehemaligen Festung Königshofen und des königlichen Landgerichts-Bezirkes Königshofen, Würzburg 1832.
  • Ludwig Bechstein: Der Sagenschatz des Frankenlandes I.: Die Sagen des Rhöngebirges und des Grabfeldes, Würzburg 1842.
  • Valentin Hummel: Die altherkömmlichen Trachten des Grabfeld-Gaues, Königshofen 1852.
  • Carl Wilhelm Eulenhaupt: Kurze Beschreibung des Königlichen Bezirksamtes Königshofen, Würzburg 1877.
  • Hans Karlinger: Kunstdenkmäler von Bayern Bezirksamt Königshofen, München 1915.
  • Alois Hippeli: Königshofen, die Metropole des Grabfelds. Königshofen 1927. Festschrift zur 750 Jahrfeier der Stadt Königshofen in Franken, Hofheim 1930.
  • Adolf Beckerle: Königshofen und das Grabfeld, eine heimatgeschichtliche Skizze, Königshofen 1937.
  • Josef Braun: Landkreis Königshofen im Grabfeld. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Unterfranken I, München 1963, S.16-17.
  • Erich Keyser, Heinz Stoob (Hrsg.): Bayerisches Städtebuch, Bd. 1, Stuttgart 1971, S. 307-309.
  • Josef Sperl: Stadt und Festung Königshofen im Grabfeld, Bad Königshofen 1974.
  • Reinhold Albert: Geschichte der Juden im Grabfeld, Bad Königshofen i. Gr. 1990 (=Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld e.V. ; H. 2).
  • Eugen Schöler: Fränkische Wappen erzählen Geschichte und Geschichten (Beiträge zur Genealogie, Heraldik, Kultur und Geschichte 1), Neustadt a. d. Aisch 1992, S. 155-156.
  • Reinhold Albert: Kriegsende 1945 und Nachkriegszeit im Königshöfer Grabfeld. Zeitzeugen berichten, Bad Königshofen i. Gr. 1995 (=Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld e.V. ; H. 7).
  • Reinhold Albert: Geschichte des Kapuzinerklosters und der Klosterkirche Königshofen i. Gr., Bad Königshofen i. Gr. 1997 (=Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld e.V. ; H. 12).
  • Otto Meyer, u.a.:Die Christianisierung Frankens: Sankt Kilian vor dem Hintergrund des irischen Einflusses auf das frühmittelalterliche Europa. In: Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte Nr. 47/2006, S. 45f.
  • Mariä Himmelfahrt Bad Königshofen. Schnell Kunstführer Nr. 240, Verlag Schnell & Steiner, Regensburg, 5. Auflage 1997, ISBN 3-7954-4199-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Königshofen im Grabfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Bad Königshofen im Grabfeld – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1600&attr=OBJ&modus=automat&tempus=20111120/173512&hodie=20111120/173512
  3. Text und Übertragung der Urkunde Kaiser Ludwigs des Frommen von 822
  4. Mainpost: BAD KÖNIGSHOFEN Gräber sind rund 1400 Jahre alt aktualisiert: 4. November 2011
  5. Die Grafen von Henneberg, S.106
  6. Königshofen im Rhönlexikon
  7. a b c d  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 740 und 741.
  8.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 499.
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 1995, S. 117. ISBN 3-89331-208-0
  10. Main-Post vom 12. November 2007: Spuren der RAF im Haßgau und im Grabfeld | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt