Bad Krozingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Krozingen
Bad Krozingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Krozingen hervorgehoben
47.9180555555567.7025233Koordinaten: 47° 55′ N, 7° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 233 m ü. NHN
Fläche: 35,66 km²
Einwohner: 17.070 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 479 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79189
Vorwahl: 07633
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 006
Adresse der
Stadtverwaltung:
Basler Straße 30
79189 Bad Krozingen
Webpräsenz: www.bad-krozingen.de
Bürgermeister: Volker Kieber
Lage der Stadt Bad Krozingen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild

Bad Krozingen (Alemannisch scrozinga) ist eine Stadt und ein Kurort im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Bad Krozingen liegt im Breisgau, etwa 15 km südlich von Freiburg im Breisgau und 45 km von Basel entfernt. Die Stadt bildet gemeinsam mit Staufen im Breisgau ein Mittelzentrum. Im Breisgau gelegen, ist Bad Krozingen von Mais- und Tabakfeldern umgeben. Durch die Stadt fließt der kleine Fluss Neumagen, der auf dem Stadtgebiet bei Biengen in die Möhlin mündet, die bei Breisach den Rhein erreicht.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden Bad Krozingens sind, von Norden aus im Uhrzeigersinn: Breisach am Rhein, der Freiburger Stadtteil Munzingen, Schallstadt, Ehrenkirchen, Staufen im Breisgau, Heitersheim, Eschbach und Hartheim.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Bad Krozingen gehören die vor der baden-württembergischen Gemeindereform der 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden Biengen, Hausen an der Möhlin, Schlatt und Tunsel mit Schmidhofen. Die ehemaligen Gemeinden sind identisch mit den Ortsteilen der Stadt. Die vier Ortsteile Biengen, Hausen an der Möhlin, Schlatt und Tunsel sind Ortschaften mit Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und einem Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.[2]

Zu den Ortsteilen:[3]

  • Zum Kernort Bad Krozingen gehören auch die Gemeindeteile Kems und Oberkrozingen.
  • Biengen wurde erstmals im Jahre 770 urkundlich erwähnt. Zu Biengen gehört der Weiler Dottighofen sowie die abgegangene Ortschaft Innighofen. Biengen wurde 1971 nach Bad Krozingen eingemeindet.
  • Hausen an der Möhlin wurde erstmals im Jahre 1147 urkundlich erwähnt. Es wurde 1973 nach Bad Krozingen eingemeindet.
  • Schlatt wurde erstmals im Jahre 1130 urkundlich erwähnt. Der Johanniterorden in Heitersheim erwarb Schlatt im Jahre 1371. 1973 wurde es nach Bad Krozingen eingemeindet.
  • Tunsel wurde erstmals im Jahre 852 oder 860 urkundlich erwähnt. Zu Tunsel gehören die Weiler Schmidhofen und Burghöfe sowie die abgegangene Ortschaft Muttikofen. Tunsel wurde 1974 nach Bad Krozingen eingemeindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Es gibt einige Funde (Vorratsgefäß und trapezförmiges Steinbeil), die darauf hinweisen, dass die Region schon in der Jungsteinzeit besiedelt war. In der vorchristlichen Zeit und weit darüber hinaus war die Region von Kelten und Merowinger besiedelt. Gewann-, Fluss- und Ortsnamen wie zum Beispiel Neumagen, Möhlin, Kems, Tunsel, Belchen oder Rhein bezeugen dies bis auf den heutigen Tag. Um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. eroberten die Römer den heutigen Südwesten. Aus der folgenden Zeit fand man auf der Gemarkung Bad Krozingens u. a. die Überreste einer römischen Straßenstation, Teile von Töpfereien mit Brennöfen, einen röm. Brunnen und Fundamente mehrerer Gutshöfe. Ab dem 4. Jahrhundert waren die Alemannen hier sesshaft. Erstmals wurde Krozingen als „Scrozzinga“ im Jahr 808 n. Chr. in den Urkundenbüchern des Klosters St. Gallen erwähnt, vermutlich nach dem Geschlecht des alemannischen Adligen Crozzo genannt. Der Ort entstand aus dem alten Siedlungskern Oberkrozingen, Kems und Unterkrozingen als alemannische Siedlung am Übergang der Römerstraße Basel-Offenburg über den Neumagen.

Pfirt’sches Schlösschen

Bis zum Übergang an das Kurfürstentum Baden mit dem Frieden von Pressburg im Jahr 1805 gehörte Krozingen zum vorderösterreichischen Breisgau und hatte wechselnde Ortsherren. Dies waren die Schnewlin von Landeck, die Herren von Schauenburg und die Herren von Pfirt.[4] Nach ihnen ist das ehemalige Pfirt’sche Schlösschen benannt, in dem die Ortsherrschaft ihren Sitz hatte und das heute die Volksbank beherbergt.[5]

Bei der Suche nach Erdöl, das im Oberrheingraben vermutet wurde, stieß man 1911 statt auf das erwartete Öl auf Thermalwasser, das für die Zukunft Krozingens als Kurort entscheidend sein sollte. Nach weiteren Bohrungen und dem Beginn eines Kurbetriebs wurde Krozingen im Jahre 1933 das Prädikat „Bad" verliehen. Ein modernes Kurhaus wurde 1959 fertiggestellt.

Im Zuge einer Verwaltungsreform in den 1970er Jahren wurden die damals selbständigen Gemeinden Biengen (am 1. Dezember 1972), Hausen an der Möhlin (am 1. September 1973), Schlatt (am 1. Januar 1973) und Tunsel (am 1. Januar 1974) nach Bad Krozingen eingemeindet. Vom aufgelösten Landkreis Müllheim kam die Gemeinde zum neu geschaffenen Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Am 1. September 2005 wurde Bad Krozingen zur Stadt ernannt[6] – die Gemeinde war mit etwa 16.000 Einwohnern zur zweitgrößten Gemeinde des Landkreises geworden.

Siehe auch: Burg Dottighofen, Burg Tunsel

Politik[Bearbeiten]

Rathaus von Bad Krozingen

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 26 gewählten Vertretern und dem Bürgermeister, der stimmberechtigter Vorsitzender ist.

Nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 ergab sich in Bad Krozingen bei einer Wahlbeteiligung von 46,4 % (- 3,9) folgende Sitzverteilung:[7]

Partei/Liste Stimmenanteil + / - Sitze + / -
CDU 44,0 % - 5,0 12 - 2
SPD 16,4 % - 3,9 4 - 1
FDP/Freie Bürgerliste 18,8 % + 3,0 5 + 1
Bad Krozinger Bürgerforum (KBF) 20,8 % + 5,9 5 + 1

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten]

Mit der Gemeinde Hartheim besteht eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.

Wappen[Bearbeiten]

In Blau über einer goldenen Weltkugel ein von Strahlen umgebenes goldenes Gottesauge. Das merkwürdige Wappenbild beruht auf einer allmählichen Umgestaltung und Umdeutung des alten Siegelbildes und Ortszeichens der Gemeinde. Das älteste bekannte Siegel, an einer Urkunde aus dem Jahre 1686 überliefert, zeigt innerhalb der Umschrift "Gemeinde Crotzingen" ein geometrisches Gebilde. Es stellt möglicherweise in vereinfachter Form einen Sester (Getreidemaß) dar. Dieses Zeichen begegnet einem in verschiedenen Varianten nicht selten als Dorfmarke und ist wohl auch hier als solche anzusehen. Eine Herleitung aus dem Rad im Wappen des Ortsadels ist ebenso unwahrscheinlich wie die Deutung als Armbrustebene mit einem aufgesetzten gestürzten Pfeil (Stadler) oder gar die Erklärung als über der Weltkugel schwebendes Gottesauge. Im 19. Jahrhundert kam die Deutung des Siegelbildes als Weltkugel und Gottesauge auf. Die Gemeinde beharrte auf diesen Symbolen und ihrer Deutung, als das Generallandesarchiv 1901 einen historisch begründeten Entwurf für ein neues Wassern vorlegte. 1921 wurde die bisher gebräuchliche Wappenzeichnung, in der das "Gottesauge" mit den üblichen Strahlen versehen ist, festgelegt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Seit 1985 besteht mit den südfranzösischen Kommunen Gréoux-les-Bains und Esparron-de-Verdon eine Städtepartnerschaft.
  • Seit 2004 ist die Gemeinde auch mit Naoiri in Japan in einer Städtepartnerschaft verbunden, die 1989 mit einer Städtefreundschaft begann. Seit 2005 ist Naoiri eine Teilgemeinde der Stadt Taketa.
  • Eine Städtefreundschaft besteht seit 1993 mit Bojnice in der Slowakei. Im Juli 2011 wurde im Rahmen des Krozinger Lichterfestes ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet, der diese Städtefreundschaft zu einer Städtepartnerschaft macht.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten]

  • Die katholische Kirche St. Alban ist urkundlich im Jahre 1144 erstmals erwähnt. Der erste Kirchenbau an dieser Stelle erfolgte zeitlich früher, der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt. Bei einem Brand am Palmsonntag 2002 wurden die Barockdecke und die Orgel stark beschädigt und der Hochaltar fast zerstört. Zwei Jahre später war die Kirche wieder hergestellt. Zerstörte Teile wurde restauriert und die Aufteilung des Hochaltars leicht verändert.
  • Nach der Reformationszeit ist Krozingen katholisch geblieben, weil es zu Vorderösterreich gehörte. 1556 erfolgte die Reformation in Baden. Der erste evangelische Geistliche, Vikar Funk, förderte sehr tatkräftig den Bau der ersten evangelischen Kirche. Die Christus-Kirche wurde 1935 durch den damaligen Landesbischof eingeweiht. Eine besondere Sehenswürdigkeit sind die von Georg Meistermann 1982 entworfenen modernen Kirchenfenster (Thema: Erscheinungen Gottes in der Welt).
Fresko in der Glöcklehofkapelle
  • In der romanischen Glöcklehofkapelle (erbaut im 10./11. Jahrhundert) finden sich Fresken mit einer der ältesten Christusdarstellungen nördlich der Alpen. Sie wurden 1938 von einem kunstverständigen Kurgast entdeckt.
  • Im südlichen Ortsgebiet von Bad Krozingen liegt in einem kleinen Park das sich in Privatbesitz befindliche Renaissance-Schloss der Freiherren von Gleichenstein. Ursprünglich war es im Jahre 1579 als Propsteigebäude des Benediktinerklosters St. Blasien durch Abt Caspar II. erbaut worden. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es von Johann Caspar Bagnato umgebaut. Die Schlosskapelle aus dem 17. Jahrhundert wurde im 18. Jahrhundert im Stil des Rokoko umgestaltet. Die Kapelle ist nicht öffentlich zugänglich.
  • Die St. Fridolinskapelle steht mitten auf einer Straßenkreuzung am Rande des Ortsteiles Kems. Sie wurde wahrscheinlich nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet; den Altar hatte 1602 der Abt Martin I. von St. Blasien gestiftet.
  • Die St. Josefskapelle steht in einem Hofbezirk, der einst dem Kloster St. Trudpert gehörte. Nach der Säkularisation wurde die Kapelle von den ersten privaten Besitzern zum Dank für die Übergabe diese Hofes errichtet.

Museen[Bearbeiten]

Museum im Litschgihaus mit archäologischer Abteilung

Das Museum hat zwei Säle: im ersten ist ein geschichtliches Museum eingerichtet. Neben der Darstellung der Geschichte ab der Altsteinzeit ist ein Schwerpunkt der historische Hausbau, der anhand von Modellen dargestellt ist. Im zweiten Saal werden wechselnde Ausstellungen gezeigt. Das an der Bundesstraße 3 gelegene Museum ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Sammlung Historischer Tasteninstrumente „Neumeyer-Junghanns-Tracey“

Im Schloss befindet sich seit 1974 eine Sammlung von rund 50 historischen Tasteninstrumente, die der Cembalist Professor Fritz Neumeyer (1900 bis 1983) zusammengetragen hatte. Einige dieser Instrumente sind regelmäßig bei den Bad Krozinger Schlosskonzerten zu hören. Die Sammlung kann im Rahmen der Konzerte besichtigt werden.

Museum im Rathaus Biengen

Das Museum im Rathaus Biengen wurde nach zweijähriger Vorbereitung und viel ehrenamtlicher Arbeit im Juli 2005 eröffnet. Viele Bürgerinnen und Bürger arbeiten – unter dem Dach des Dorfvereins Biengen e. V. – ehrenamtlich und in ihrer Freizeit bei der Besucherbetreuung, der Zusammenstellung von Sonderausstellungen und bei den notwendigen Renovierungsarbeiten und Umbauten mit. Das Museum will einen Einblick geben in die Alltagsgeschichte der Menschen, die hier vor Generationen gelebt haben.

Mediathek[Bearbeiten]

Gegenüber dem Rathaus befindet sich eine öffentliche Bibliothek (Mediathek). Der Medienbestand der Bibliothek umfasst etwa 25 000 Medien zu allgemeinen, gesellschaftlichen, kulturellen und naturwissenschaftlichen Themen. Ein Umzug in ein neues Gebäude am Bahnhof (im Bau) ist in naher Zukunft geplant.

Litschgikeller / Josefshaus[Bearbeiten]

Im Litschgihaus werden kulturelle Veranstaltungen wie Kabarett, Theater oder Circus, Stand Up-Comedy, politisches Kabarett, Musik oder satirisches Theater, aber auch kulturelle Veranstaltungen allgemeiner Art angeboten. Zusätzlich gibt es dort eine kammermusikalische Reihe „Piano & Mehr“. Hier steht ein Bechsteinflügel im Mittelpunkt, der in unterschiedlichsten Kombinationen mit anderen Instrumenten, aber auch mit Gesang zur Geltung kommt.

Kino im Josefshaus (JOKI)

Das JOKI wurde im Oktober 2002 gegründet. Erstmals steht seither im Kurort ein 35 mm-Projektor sowie eine große Leinwand zur Verfügung, die es ermöglichen, freitags und samstags aktuelle Kinofilme im Kinoformat zu zeigen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bad Krozingen liegt an der Rheintalbahn und hat einen Bahnhof, der im Taktverkehr von den Regionalzügen der Strecke OffenburgBasel Badischer Bahnhof bedient wird. Außerdem zweigt hier die Münstertalbahn der SWEG nach Staufen und Münstertal von der Hauptstrecke der Deutschen Bahn ab.

Durch die Kernstadt führte die Bundesstraße 3, die den Kurort sehr belastete; sie ist seit dem Sommer 2009 als Umgehungsstraße angelegt. Beim Ortsteil Hausen befindet sich ein Anschluss an die Bundesautobahn 5, über den die benachbarten Großstädte Basel, Mülhausen und Freiburg sowie der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg gut erreicht werden können.

Am 31. Oktober 2003 wurde der Verein Bürgerbus Bad Krozingen unter Beteiligung vieler Bürger gegründet. Zunächst einmal ist ein Bürgerbus ein ganz normales öffentliches Verkehrsmittel, das nach Fahrplan auf einer konzessionierten Linie fährt. Das Besondere daran ist, dass nach dem Motto Bürger fahren für Bürger der Bürgerbus von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern gesteuert wird. Der Bürgerbus, ein Kleinbus mit acht Fahrgastplätzen, kann dort eingesetzt werden, wo gewerblicher Linienverkehr wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist. Dadurch kann er auch in nachfrageschwachen Bereichen oder - Zeiten die Mobilität der Bürger gewährleisten ohne übermäßige Kosten zu verursachen. Der eigentliche Betrieb wurde am 1. Juli 2004 aufgenommen. Im Augenblick sind drei Linien in Betrieb.

Außerdem wird Bad Krozingen mit den Regionalbussen der Südbadenbus GmbH ans Umland angebunden.

Kurbetrieb[Bearbeiten]

Mit der Erbohrung der ersten Thermalquelle 1911 begann die Entwicklung zum Kur- und Badeort. 1933 erhielt der Ort das Kurortprädikat „Bad“ und weitere Bohrungen folgten.[9] Im Laufe der Jahre entstand ein Gesundheitszentrum aus Vita Classica-Therme, Kur-Park, Reha-Kliniken, und Herzzentrum. Das Mineral-Thermalwasser ist je nach Becken zwischen 29 und 36 Grad Celsius warm und hat einen Mineraliengehalt von über 4.000 Milligramm pro Liter. Mit 2180 Milligramm Kohlensäure pro Liter besitzt das Wasser außerdem eine der höchsten Kohlensäurekonzentrationen weltweit.[10]

Kirchliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Evangelische Christuskirche
Katholische Kirche St. Alban

Katholische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Bad Krozingen war Sitz des Dekanats Neuenburg des Erzbistums Freiburg. Seit 2008 ist dieses Bestandteil des Dekanats Breisach-Neuenburg, dessen Sitz ebenfalls in Bad Krozingen ist. Ab 2015 werden die Seelsorgeeinheit Bad Krozingen und Seelsorgeeinheit Hartheim zusammengelegt.

In Bad Krozingen existieren die folgenden Pfarrgemeinden:

  • St. Alban in Bad Krozingen
  • St. Leodegar in Biengen
  • St. Michael in Tunsel
  • St. Sebastian in Schlatt

Evangelische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Im Ort sind folgende evangelische Einrichtungen ansässig:

  • Pfarramt der Christuskirche
  • Haus der Kurseelsorge
  • Diakonisches Werk
  • Krankenhaus-Seelsorge
  • Ökumenische Kurseelsorge

Das Dekanat zieht nach Bad Krozingen um. Spatenstich für ein neues Zentrum des evangelischen Kirchenbezirks war im Juni 2014. Bisher war es in Müllheim beheimatet.

Weitere Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

  • Freie Christengemeinde
  • Neuapostolische Kirche
  • Freie Christus-Gemeinde

Bildung[Bearbeiten]

  • Grund-, Haupt- und Werkrealschule Johann-Heinrich-von-Landeck mit der ARCHE (Tagesbetreuung der Schulkinder)
  • Grundschulen in den Ortsteilen Biengen, Hausen, Tunsel und Schlatt
  • Max-Planck-Realschule in Bad Krozingen mit dem "Hort an der Schule" (Nachmittagsbetreuung)
  • Kreisgymnasium Bad Krozingen
  • Schulartübergreifender Hort ab Klasse 5 (Sitz: Max-Planck-Realschule)
  • Volkshochschule Südlicher Breisgau mit Sitz in Bad Krozingen
  • Jugendmusikschule Südlicher Breisgau
  • Im Kernort Bad Krozingen gibt es vier Kindergärten, dazu je ein Kindergarten in den Ortsteilen Tunsel, Schlatt, Biengen und Hausen.
  • diverse Eltern-Baby-Spiel- und Krabbelgruppen

Medien[Bearbeiten]

Über das Lokalgeschehen in Bad Krozingen berichtet die Wochenzeitung ReblandKurier. Außerdem gibt es noch eine Reihe weiterer Zeitungen, die in Bad Krozingen gelesen werden, etwa die in Freiburg im Breisgau täglich erscheinende Badische Zeitung. Das kostenlose Amtsblatt der Gemeinde, der „Stadtanzeiger“, wird wöchentlich an alle Haushalte verteilt.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Sporthallen für Grund- und Hauptschule, Realschule und Gymnasium, auch in den Ortsteilen
  • Fußballplatz mit Tribüne und Kunstrasenplatz im Kernort, weitere Plätze in den Ortsteilen
  • Freizeit- und Hallenbad Aquarado mit Riesenröhren-Rutsche, Innen- und Außenbecken, Trampolinanlage, Kinder-Matsch-Spielplatz, Beachvolleyball, Mini-Fußballfeld, Sauna und Bräunungstudio, über 15.000 m² große Liegewiese
  • Kurpark mit Duft- und Kräutergarten sowie regelmäßigen fachkundigen Führungen
  • Minigolfplatz
  • Bogenschießanlage
  • Tennisplätze
  • öffentlicher Bouleplatz

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

April

  • Mozart-Fest

Mai

  • Erdbeer- und Spargelfest in Schlatt
  • Frühjahrskonzert der Gemeindekapelle Bad Krozingen

Juni

  • Vita Classica Nacht
  • Oldie-Night
  • Ökumenisches Kirchenfest
  • Schlossfest

Juli

  • Alpenrock-Nacht
  • Lichter- und Quellenfest im Kurpark mit Feuerwerk
  • Open Air im Park
  • Open Air Sommernachtskonzert der Gemeindekapelle Bad Krozingen

August

  • Vita Classica Reitturnier

September

  • DiGa – Die Gartenmesse im Kurpark
  • Gesundheitsmesse

Oktober

  • Vita Classica Ball

November

  • Herbstlauf
  • Großer Kunsthandwerkermarkt
  • Cäcilienkonzert der Gemeindekapelle Bad Krozingen

Schlosskonzerte (übers Jahr verteilt)

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Bad Krozingen geboren[Bearbeiten]

Mit Bad Krozingen verbunden[Bearbeiten]

  • Werner von Staufen (1170/1175–1213), Dorfherr von Bad Krozingen-Schlatt und Mitbegründer des Hauses des heiligen Lazarus in Schlatt
  • Marquard Herrgott (1694–1762), Propst, Benediktinermönch, Priester, Diplomat und Historiker, Bibliothekar, Kaiserlicher Rat und Gesandter
  • Fritz Raschig (1863–1928), Chemiker und Politiker, ließ in Krozingen nach Erdöl bohren; dabei wurde eine Kohlensäurequelle entdeckt, die Grundlage für den Kurbetrieb wurde.
  • Zenta Mauriņa (1897–1978), Schriftstellerin; lebte ab 1966 in Bad Krozingen
  • Fritz Neumeyer (1900–1983), Cembalist, Pianist, Musikwissenschaftler und Komponist; sammelte historische Tasteninstrumente, die heute in der Sammlung historischer Tasteninstrumente „Neumeyer-Junghanns-Tracey“ in Bad Krozingen zu sehen sind.
  • Rolf Junghanns (1945–1993), Pianist und Musikwissenschaftler, erbte und betreute die Instrumentensammlung von Fritz Neumeyer
  • Karin Gündisch (* 1948), Schriftstellerin im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur; lebt hier
  • Bradford Tracey (1951–1987), Pianist und Cembalist; Kurator der Sammlung historischer Tasteninstrumente Fritz Neumeyer im Schloss Bad Krozingen
  • Walter Scheel (* 1919), Bundespräsident von 1974–1979, lebt seit Ende 2008 in Bad Krozingen
  • Oliver Baumann (* 1990), Fußballspieler des SC Freiburg, erlernte das Fußballspielen in der Jugend des FC Bad Krozingen

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Seit 1950 wurde folgenden bereits verstorbenen Personen die Ehrenbürgerwürde verliehen:[11]

  • Berthold Allgaier († 1999), Verleihungsjahr: 1973, Bad Krozingen
  • Anton Dichtel (1901–1978), Verleihungsjahr: 1967, Bad Krozingen
  • Dr. Wolfgang Fuchs (1935–2008), Altbürgermeister, Verleihungsjahr: 2004, Bad Krozingen
  • Josef Hansert († 1997), Verleihungsjahr: 1973, Bad Krozingen
  • August Laub († 1981), Verleihungsjahr: 1968, Biengen
  • Franz Lauber († 1974), Verleihungsjahr: 1955, Bad Krozingen
  • Anton Münkel († 1975), Verleihungsjahr: 1963, Schlatt
  • Hermann Person (1914–2005), Politiker (CDU) und Regierungspräsident von Südbaden, Verleihungsjahr: 1979, Bad Krozingen
  • Adalbert Seifriz (1902–1990), Politiker (CDU), Verleihungsjahr: 1969, Bad Krozingen
  • Louis Spahr († 1959), Verleihungsjahr: 1955, Biengen
  • Joseph Vomstein († 1962), Verleihungsjahr: 1950, Bad Krozingen
  • Linus Wick († 1986), Verleihungsjahr: 1969, Biengen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Bad Krozingen vom 26. Juli 2004, zuletzt geändert am 17. September 2007 (PDF; 74 kB)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Bd 4. Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1978, S.65–69. ISBN 3-17-007174-2
  4. Manfred Hermann: St. Alban Kirche. seelsorgeeinheit-bad-krozingen.de, abgerufen am 3. Februar 2014.
  5. Pfirt'sches Schlösschen, heute Volksbank (Lammplatz). bad-krozingen.de, abgerufen am 3. Februar 2014.
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  7. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  8. Badische Zeitung, 26. Juli 2011
  9. Horst Ossenberg: Das Bürgerhaus in Baden. Band 25, E. Wasmuth, Tübingen 1986, ISBN 978-3-8030-0037-8, S. 137 (Auszug in der Google-Buchsuche)
  10. Heilwasseranalyse des Freiburger Wasserinstituts Dr. Zipfel vom 4. März 1996 nach den Begriffsbestimmungen für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen nach: Jürgen Krohn: Das kohlensäurereiche Mineral-Thermalwasser - das natürliche Heilmittel von Bad Krozingen, Onlinemagazin MedicalWellness, Zugriff am 25. August 2011
  11. Website der Stadt

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Schoppe: Wasser statt Öl. Bad Krozingen, Geschichte eines großen Irrtums. in: Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg. Hrsg. v. W. Niess, S. Lorenz. Markstein, Filderstadt 2004. ISBN 3-935129-16-5
  • Bad Krozingen auf einen Blick, Hrsg. Kulturamt der Gemeindeverwaltung Bad Krozingen, 2000

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Krozingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Krozingen – Reiseführer