Bad Lauterberg im Harz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Lauterberg im Harz
Bad Lauterberg im Harz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Lauterberg im Harz hervorgehoben
51.63166666666710.470555555556296Koordinaten: 51° 38′ N, 10° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osterode am Harz
Höhe: 296 m ü. NHN
Fläche: 41,54 km²
Einwohner: 10.813 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 260 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37431
Vorwahl: 05524
Kfz-Kennzeichen: OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 56 002
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ritscherstr. 6–8
37431 Bad Lauterberg im Harz
Webpräsenz: www.badlauterberg.de
Bürgermeister: Dr. Thomas Gans (SPD)
Lage der Stadt Bad Lauterberg im Harz im Landkreis Osterode am Harz
Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Lauterberg im Harz Bad Sachsa Elbingerode Hattorf am Harz Hattorf am Harz Herzberg Hörden am Harz Osterode am Harz Walkenried Wieda Wulften am Harz Zorge Harz (Landkreis Osterode am Harz) Landkreis Osterode am Harz Niedersachsen Thüringen Landkreis Göttingen Landkreis Northeim Landkreis Goslar Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Bad Lauterberg im Harz ist eine Stadt im Landkreis Osterode am Harz im Süden von Niedersachsen (Deutschland). Die ehemalige Bergbaustadt im Harz ist heute staatlich anerkanntes Kneipp-Heilbad und Schroth-Kurstadt mit rund 11.080 Einwohnern.

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf den östlichen Teil Bad Lauterbergs vom Hausberg
Blick auf den Ortsteil Bartolfelde
Odertalsperre

Lage[Bearbeiten]

Bad Lauterberg befindet sich an den Südausläufern des Oberharzes und ist ringsum von Bergen des Naturparks Harz umgeben, die im Rahmen des Stöberhai (gemeindefreies Gebiet Harz) bis 720 m ü. NN hoch und von Mischwäldern bedeckt sind; direkt nördlich der Stadtmitte erheben sich der Kummelberg (536 m) und der Hausberg (ca. 420 m), westlich davon die Heibeeksköpfe (465,2 m) und östlich der Ortschaft erhebt sich der Scholben (575,1 m). Die Stadt ist etwa 40 km von Göttingen und knapp 72 km (jeweils Luftlinie) von Braunschweig entfernt. Sie liegt auf 296 m Höhe an der Oder, in die in Bad Lauterberg die Lutter mündet. Nordöstlich der Ortschaft befindet sich die Odertalsperre, im Süden der Wiesenbeker Teich, ein Stauteich des Oberharzer Wasserregals.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Zu den Nachbargemeinden gehören im Westen Herzberg am Harz, im Norden Sankt Andreasberg, im Nordosten Braunlage und im Südosten Bad Sachsa.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Seit der Gebietsreform am 1. Juli 1972 ist die Stadt Bad Lauterberg wie folgt aufgeteilt:

  • Bad Lauterberg (darin enthalten sind u. a. das Zentrum, die Aue und das Odertal)
  • Barbis (darin enthalten sind u. a. Oderfeld, Altbarbis und Königshagen)
  • Bartolfelde
  • Osterhagen

Geschichte[Bearbeiten]

Bad Lauterberg um 1900

Errichtung der Burg Lutterberg[Bearbeiten]

Im Jahr 1183 ließ Graf Siegebodo II. aus Scharzfeld auf dem Hausberg die Burg Lutterberg errichten. 1202, rund 20 Jahre später, wurde diese zusammen mit anderen Burgen im Harzer Umland erstmals dokumentarisch erwähnt. Der letzte Graf der Burg Lutterberg, Graf Heidenreich III., starb 1398, woraufhin Ritter Hans von Minningerode die Burg für vier Jahre besetzte, bis sie schließlich an den Grafen von Hohnstein übergeben wurde. 1415 wurde die Burg Lutterberg infolge eines Streites zwischen dem Herzog von Grubenhagen und den Grafen von Hohnstein vollständig zerstört und bis heute nicht wieder aufgebaut.
siehe auch Burg Frauenstein

Entwicklung des Bergbaus[Bearbeiten]

Der Grafschaft Lutterberg wurde 1521 die Bergfreiheit erlassen, die den Bergleuten dort besondere Rechte gab. Dadurch sollte erreicht werden, dass erfahrene Bergleute aus dem Erzgebirge in die Stadt kamen. Aus dem kleinen Ort Lutterdorf am Fuße des Hausberges wuchs nun eine Bergbausiedlung heran. 1619 erhält die Stadt die Erlaubnis, zweimal pro Jahr einen Jahrmarkt zu veranstalten.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt im Jahr 1641 geplündert und fast vollständig niedergebrannt. Lediglich drei Häuser blieben vom Feuer verschont. Nach dem Wiederaufbau wurde 1705 die Kupferhütte im Luttertal und 1733 das Hüttenwerk Königshütte errichtet. Letztere wurde 1820 um eine Gießerei und ein Hochofenwerk erweitert. Die Gießerei blieb bis 2001 in Betrieb. Zwischen 1830 und 1868 endete der Kupferbergbau bei Lauterberg. Der Abbau von Schwerspat in der Grube Wolkenhügel wurde bis Juni 2007 fortgesetzt.

Entwicklung zur Kurstadt[Bearbeiten]

Schon 1839 erkannte Dr. Ernst H. B. Ritscher den Bedarf an Alternativen zum Bergbau und schuf eine Kaltwasserheilanstalt. Im Jahre 1900 zählte man 5004 Kurgäste und 5305 Einwohner.[2] 1866 wurde mit dem zehnjährigen Bau des Kurparks begonnen. Vierzig Jahre später wurde der Ort von der Bezirksregierung Hildesheim zum Bad ernannt und trug von nun an den Namen Bad Lauterberg im Harz. Sanitätsrat Dr. Josef Mayer aus München führte im Jahr 1926 die Kneippsche Therapie und später auch das Schrothkurverfahren ein. Im gleichen Jahr wurde der örtliche Kneippverein gegründet.

1929 erhielt Bad Lauterberg das Stadtrecht. Im Folgejahr wurde angefangen, den Damm für die Odertalsperre zu bauen, dessen Fertigstellung im Jahre 1934 erfolgte. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges gab es harte Kämpfe um Bad Lauterberg, wobei 54 Häuser und 153 Wohnungen zerstört wurden, was einem Zerstörungsgrad von 8 % entsprach.[3] Die Stadt wurde schließlich von amerikanischen Truppen eingenommen, es gehörte anschließend zur Britischen Besatzungszone.

Nach 1945 wuchs die Einwohnerzahl durch den Zuzug von Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten erheblich an. Tausende Menschen aus Schlesien, Pommern, dem Sudetenland und Ostpreußen fanden im Ort eine neue Heimat. Eine wichtige Rolle bei der Ansiedlung der Vertriebenen spielte dabei das nach Kriegsende leer stehende Gemeinschaftslager Odertal (Fremdarbeiterlager). Ab 1949 konnten viele Neubürger mit ERP-Mitteln im Ortsteil Aue neu gebaute Wohnungen in Mehrfamilienhäusern beziehen. Parallel dazu entstanden ebenfalls in der Aue viele Einfamilienhäuser.

1949 erhielt die Kurstadt offiziell die Bezeichnung Kneipp-Heilbad und wurde 1968 zum staatlich anerkannten Kneipp-Heilbad, 1982 schließlich auch zum Schroth-Kurort.

Im Jahr 2005 wurde der Bahnhaltepunkt Bad Lauterberg-Barbis feierlich eröffnet. 2008 feierte die Stadt ihr 825-jähriges Bestehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Barbis, Bartolfelde und Osterhagen eingegliedert.[4]

Einwohnerzahlentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[5] Veränderung
1961 14.832
1970 14.573 01,75 %
1987 12.884 − 11,59 %
1990 13.318 + 03,37 %
1995 12.901 03,13 %
2000 12.169 05,67 %
2005 11.717 03,71 %
2010 11.124 05,06 %
2011 11.080 00,40 %

(Einwohnerzahlen: 1961 am 6. Juni, 1970 am 27. Mai, jeweils Volkszählungsergebnisse einschließlich der später eingemeindeten Orte[4], danach jeweils zum 31. Dezember)

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[6][7]
Wahlbeteiligung: 57,51 % (2006: 48,51 %)
 %
40
30
20
10
0
36,77 %
36,05 %
12,75 %
8,05 %
3,03 %
1,80 %
1,54 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,02 %p
+4,54 %p
-0,87 %p
+4,96 %p
-0,61 %p
-0,13 %p
-2,89 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Wählergruppe Bürgerinitiative Bad Lauterberg e.V.

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtrat nach der Kommunalwahl am 10. September 2006:

Stadtrat nach der Kommunalwahl am 11. September 2011[8]

  • SPD: 9 Sitze
  • CDU: 9 Sitze
  • BI: 3 Sitze
  • GRÜNE: 2 Sitze
  • NPD: 1 Sitz
Die Scholmzeche am Kurpark
Wiesenbeker Teich
Wappen

Eine Beschreibung des Wappens findet sich bei Liste der Wappen im Landkreis Osterode am Harz (Blasonierungen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Besucherbergwerk Scholmzeche: Der 1837 angelegte Eisenstein-Suchstollen Scholmzeche wurde 1989 für Besucher geöffnet und lässt in den Bergbau vergangener Zeiten einblicken. Bei der Führung wird nicht nur die Scholmzeche, sondern auch der Stollen Aufrichtigkeit, in dem früher Kupfererze abgebaut wurden, besichtigt.
  • Kinderland- und Spielzeugmuseum: Zu sehen sind hier Waren aus der Welt der Spielzeuge der letzten 150 Jahre.
  • Königshütte mit Südharzer Eisenhüttenmuseum: Das Gelände der alten Gießerei Königshütte ist ein besonderes und für Norddeutschland einzigartiges Industriedenkmal, das in die Eisenverhüttung der letzten Jahrhunderte einblicken lässt. Durch Führungen kann man das Areal mit den alten Gebäuden erkunden und sich auch das dort eingerichtete Eisenhüttenmuseum anschauen.
  • Heimatmuseum: Im Heimatmuseum wird die über 800-jährige Geschichte der Stadt begonnen vom Bergbau bis hin zur Kurstadt dokumentiert und ausgestellt. Das Museum befindet sich in der Ritscherstraße im ehemaligen Wohnhaus von Ernst Benjamin Ritscher, dem Gründer des Heilbades.

Bauwerke[Bearbeiten]

Bismarckturm auf dem Kummelberg (Kummel)
  • Bismarckturm: Der 15 Meter hohe Aussichtsturm steht seit 1904 auf dem 536 m hohen Kummelberg und ist beliebtes Wanderziel. Nebenan befindet sich eine Waldgaststätte.
  • Das im Fachwerkstil erbaute Rathaus befindet sich im Kurpark.
  • Burgseilbahn Bad Lauterberg am Hausberg: Direkt in der Stadtmitte nahe dem Kirchplatz liegt die Talstation der Burgseilbahn Bad Lauterberg. Sie zählt mit 63 Prozent Steigung zu den steilsten Deutschlands, es werden etwa 111 Meter Höhenunterschied überwunden. Auf dem Berg steht eine Gaststätte mit Terrasse.
  • Staudamm der Odertalsperre: Die Odertalsperre wurde 1934 in Betrieb genommen und staut seitdem das Wasser der Oder auf. Der Staudamm ist 53 Meter hoch und 316 Meter lang. Die Odertalsperre ist ein beliebtes Ausflugsziel, da man hier angeln, segeln, surfen, schwimmen und auch campen kann. Durch den Bau der Odertalsperre entfielen die sonst regelmäßigen Überschwemmungen des Ortsteils Aue. In der Folge konnte dort ein neuer Ortsteil entstehen, der insbesondere nach 1949 intensiv bebaut wurde.
  • Wiesenbeker Teich: Der Wiesenbeker Teich ist ein weiterer Stausee, der schon Anfang des 18. Jahrhunderts angelegt wurde, um große Wasserräder für das Bergwerk Aufrichtigkeit anzutreiben. Er ist Bestandteil des Oberharzer Wasserregals und gehört damit auch zum Weltkulturerbe Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft.
  • St.-Andreas-Kirche: Der Vorgängerbau der heutigen Kirche wurde 1571 errichtet und 1641 sowie 1667 bei Bränden stark beschädigt. Da aus Platzmangel - die Kirche befindet sich an der Hauptstraße in der Stadtmitte - eine räumliche Erweiterung nicht möglich war, baute man 1736 bei einer Grunderneuerung der Kirche eine zweite Empore ein, die von 52 Holzpfeilern gestützt wird. Da für einen Kirchturm kein Platz war, konnte lediglich ein Dachreiter mit einer "Welschen Haube" gebaut werden, der 1878 in seiner ursprünglichen Form erneuert wurde. Bei dieser Gelegenheit erhielt die Kirche ihr prunkvoll ausgestattetes Inneres. Die Kirche erhielt bei einer Renovierung 1911/12 ihre heutige farbenfrohe Ausmalung, die 1957 erneuert wurde. Davor waren die Wände schlicht weiß. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche durch Artilleriebeschuss beschädigt, so dass das Dach 1957 vollständig erneuert werden musste. Im Innern der Kirche ist der Kanzelaltar von 1736 besonders bemerkenswert, der Altaraufsatz stammt noch aus der Zeit nach 1667. Er zeigt eine Kreuzigungsgruppe sowie die Evangelisten Lukas (mit einem Stier) und Johannes (mit einem Adler). Die Evangelisten Markus (mit einem Löwen) und Matthäus sind neben der Kanzel zu sehen. Das Deckengemälde über dem Chorraum zeigt St. Andreas, den Schutzpatron der Bergleute. Die Orgel aus dem Jahre 1988 wurde in das hölzerne Gehäuse aus früherer Zeit eingefügt. An der Brüstung der Orgelempore sind vier Gemälde, vermutlich aus dem frühen 18. Jahrhundert, beachtenswert. Sie zeigen David und Jonathan sowie Joseph und den Pharao. - In der Andreaskirche finden regelmäßig Gottesdienste sowie Konzerte statt.
  • Ritscher-Denkmal
  • Ehemaliger Bahnhof Bad Lauterberg. Das im Fachwerkstil errichtete Bahnhofsgebäude im Westen der Stadt stand ursprünglich in Hildesheim, wo es am 12. Juli 1846 eingeweiht wurde.[9] Als die Stadt Hildesheim bereits nach wenigen Jahrzehnten einen größeren Bahnhof benötigte, wurde es zu Beginn der 1880er Jahre Stück für Stück abgetragen und in Bad Lauterberg wieder aufgebaut und in Betrieb genommen.[10]
  • Der ehemalige Haltepunkt Bad Lauterberg-Kurpark an der Sebastian-Kneipp-Promenade wurde im typischen Stil der 1960er Jahre aus gelben Klinkern errichtet und nach der Stilllegung der Bahnlinie in ein Wohnhaus umgebaut. Sein ursprünglicher Zweck ist jedoch noch gut erkennbar, da der Bahnsteig mit der Bahnsteigkante sowie die breite Treppe am Eingang gut erhalten sind.

Parks[Bearbeiten]

Das Denkmal für
Hermann von Wissmann
Blick in den Wissmann-Park
Rathaus
Ehem. Bahnhof
Ehem. Haltepunkt Bad Lauterberg-Kurpark
  • Kurpark Bad Lauterberg: Der vor 130 Jahren sehr großzügig angelegte und 20 ha große Kurpark lädt zum Spazierengehen und Erholen ein. Der Park kann über viele Wege, vorbei an Teichen und alten Bäumen, durchquert werden. Außerdem befinden sich hier Spielplätze, ein Tennisplatz, Wassertretstellen, ein Minigolfplatz, ein historischer Brunnenpavillon sowie ein alter Konzertpavillon. Direkt an den Park grenzen mehrere Hotels, das Kurhaus aus dem Jahre 1910, das Haus des Gastes sowie der Fluss Oder.
  • Kleiner Kurpark: Der kleine Kurpark ist eine Grünfläche zwischen Wissmannstraße, Sebastian-Kneipp-Promenade, Kurhaus und Rathaus. In dem Park befinden sich das Kriegerdenkmal, eine Brunnenanlage sowie ein Teil des Mühlengrabens.
  • Wissmannpark: Im Wissmannpark steht das von dem Berliner Bildhauer Johannes Götz geschaffene und am 4. September 1908 in Anwesenheit eines offiziellen Vertreters des Deutschen Kaisers feierlich enthüllte Bronzestandbild des Afrikaforschers Hermann von Wissmann. Wissmann weilte während seiner Heimataufenthalte gerne in Bad Lauterberg, weil dort seine Mutter wohnte.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • Hauptstraße: Die Hauptstraße ist die Einkaufsstraße der Stadt. Sie ist als verkehrsberuhigter Bereich bzw. an Samstagen und bei besonderen Veranstaltungen als Fußgängerzone angelegt. Hier findet sich ein beachtliches Angebot an Geschäften, Boutiquen, Cafés, Kneipen, Bars, internationalen Restaurants u. a. Seit 2007 findet man hier auch eine Kaffeerösterei. Die Hauptstraße und deren Nebenstraßen gehören zur Altstadt, die aus vielen alten Fachwerkhäusern und engen Gassen besteht.
  • Marktplatz: Der Marktplatz liegt direkt an der Hauptstraße und neben der St.-Andreas-Kirche. Hier finden jährliche Veranstaltungen, wie z. B. das Weinfest oder das Weihnachtsdorf statt. Des Weiteren wird hier jeden Freitag der Wochenmarkt veranstaltet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Traditionelles Osterfeuer auf dem Heikenberg
  • Schützenfest
  • Weinfest
  • Frühjahrs- und Herbst-Happening (verkaufsoffene Sonntage mehrmals im Jahr)
  • Bad Lauterberger Weihnachtsdorf

Musik[Bearbeiten]

  • Musiktage
  • Kur- und Sonderkonzerte
  • Tanztee
  • Nightbeat (Musikfestival mit Livemusik in zahlreichen Kneipen und Bars)

Das Musiklabel unterm durchschnitt aus Köln hatte im Ortsteil Barbis seinen Ursprung.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Sowohl seine idyllische Tallage, als auch das Privileg, ein staatlich anerkanntes Kneipp-Heilbad und Schroth-Kurort zu sein, machen die Stadt zu einem beliebten Kur-, Urlaubs- und Ausflugsziel. Aus diesem Grund ist der Tourismus einer der Hauptwirtschaftszweige. Die Zahl der Kurgäste stieg von anfangs zwölf auf aktuell weit über 100.000 pro Jahr, bei etwa 600.000 Übernachtungen im gleichen Zeitraum. Durch die Gesundheitsreformen und den Rückgang der Kuranwendungen bieten einige Hotels nunmehr Wellness-Anwendungen an.

In der Stadt befinden sich viele Kurheime, Kliniken, Pensionen sowie mehrere große Hotels. Insgesamt sind im Stadtgebiet mehr als 3800 Betten vorhanden. Außerdem findet man in Bad Lauterberg die Kirchberg-Therme sowie das bekannte Vitamar-Hallenwellenbad, welches durch sein tropisches Klima im Guinness-Buch der Rekorde seinen Eintrag fand, da dort Bananen wachsen. An der Odertalsperre und am Wiesenbeker Teich gibt es jeweils einen Campingplatz.

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Einzelhandel. Die Stadt verfügt über eine beeindruckende Shopping-Meile, die verglichen mit der Anzahl der Einwohner beachtlich viele Geschäfte und Boutiquen mit einem breit gefächerten Angebot zu bieten hat.

Zu den größeren Unternehmen der Stadt gehören z. B. die Exide, welche Batterien für Flurförderfahrzeuge, Automobile und U-Boote herstellen oder die Deutsche Baryt-Industrie Dr. Rudolf Alberti GmbH & Co. KG, die Schwerspat-Produkte für die Farben- und Lackindustrie, die Kunststoff- und Gummiindustrie sowie für moderne Fußbodenbeläge, Gläser, Bremsbeläge und als Schalldämmstoff produziert. Weitere große Unternehmen und Arbeitgeber sind Hemeyer Verpackungen, Petrusky Stahlbau, Kunststoff-Fröhlich, Finstral, Wistoba Pinselfabrik u. a.

Bekannt ist Bad Lauterberg auch für die Liköre Schierker Feuerstein und Harzer Grubenlicht, die ebenfalls hier hergestellt und abgefüllt werden.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Durch das Stadtgebiet verläuft die Südharzstrecke NortheimNordhausen. Am Haltepunkt Bad Lauterberg im Harz-Barbis halten stündlich Regionalbahnen der DB Regio. Busse stellen den Anschluss zur Ortsmitte her (Linien 450 und 471), wobei zur Bushaltestelle in Richtung Stadtmitte ein Fußweg von gut 10 Minuten zurückzulegen ist. Der alte Bahnhof Bad Lauterberg sowie der Haltepunkt Bad Lauterberg Kurpark im Zentrum Bad Lauterbergs, an der früher von Scharzfeld ausgehenden Bahnstrecke Scharzfeld–St. Andreasberg nach Sankt Andreasberg wurden bereits vor Jahren stillgelegt, die Gleise inzwischen entfernt. Der am Ortsrand von Scharzfeld gelegene Bahnhof Scharzfeld wurde zudem zugunsten des neuen Haltepunktes Barbis geschlossen.

ÖPNV[Bearbeiten]

Bad Lauterberg ist mit 2 Busverbindungen ans Umland angeschlossen. Allerdings verkehrt nur die Linie 450 auch an Sonn- und Feiertagen, zudem verkehrt sie wesentlich öfter. Die Linie 471 erschließt aber neben dem Ortsteil Barbis noch die beiden abgelegenen Ortsteile Bartolfelde und Osterhagen.

  • 450: Herzberg am Harz – Scharzfeld – Barbis – Bad Lauterberg – Odertal – St. Andreasberg
  • 471: Bad Sachsa – Steina – Osterhagen – Barbis – Bad Lauterberg

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Bad Lauterberg liegt an den Bundesstraßen 27 (Blankenburg–Göttingen) und 243 (Hildesheim–Nordhausen). Seit Ende 2008 verfügt die Stadt über eine neue Teilortsumgehung (B 27n), die den Stadtteil Aue vom Verkehr entlastet. Zur besseren Anbindung an das Autobahnnetz und zur Entlastung der Stadtteile Barbis und Osterhagen wird zurzeit die B 243 vierspurig als weitere Umgehungsstraße neugebaut. Diese Strecke wird voraussichtlich im August 2014 für den Verkehr freigegeben.

Vom westlichen Ortseingang bis hin zur Odertalsperre im Osten befinden sich auf der über 7 Kilometer langen Strecke durchgängig ein bzw. mehrere Fahrradwege direkt an der Durchgangsstraße.

Bildung[Bearbeiten]

Es befinden sich folgende Schulen in der Stadt:

  • Grundschule am Hausberg
  • Grundschule Barbis
  • Grundschule Bartolfelde
  • KGS (Kooperative Gesamtschule)
  • Lutterbergschule
  • Berufsfachschulen

Außerdem verfügt die Stadt über eine städtische Bibliothek, die sich im Haus des Gastes befindet.

Sport[Bearbeiten]

  • Wassersport: Mehrere Bäder und Seen stehen Touristen und Einheimischen zum Schwimmen zur Verfügung. Dazu gehören das Vitamar-Erlebnisbad, die Kirchbergtherme, das Freibad in Barbis oder der Wiesenbeker Teich. Für weitere Wassersportarten wie Segeln, Angeln oder Surfen kann die große Odertalsperre genutzt werden. Hervorzuheben sind auch die vielen Wassertretstellen, die man im Kurpark und an einigen Waldwegen findet.
  • Wandern: Um Bad Lauterberg herum gibt es Wanderwege mit einer Gesamtlänge von rund 120 Kilometern. Auf mehreren Bergen findet man Aussichtspunkte und Gaststätten. Die Wege sind ausgeschildert und zeigen die verschiedenen Wanderziele mit jeweiliger Entfernung an. Der bekannte Karstwanderweg führt durch Bad Lauterberg und seine Ortsteile.
  • Nordic-Walking: Es sind mehrere Nordic-Walking-Wege je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedlich ausgeschildert.
  • Mountainbiken: Auch zum Mountainbiken gibt es zahlreiche Wege und Routen.
  • Wintersport: Es gibt eine Skiabfahrt mit Lift, außerdem gibt es eine Langlaufloipe, die an das Loipennetz Harz angeschlossen ist.
  • Tennis: Insgesamt gibt es drei Tennishallen sowie mehrere Plätze im Freien, u. a. auch im Kurpark oder in Barbis.
  • Fußball: Im Stadtgebiet Bad Lauterberg sowie in den Ortsteilen Osterhagen, Bartolfelde und Barbis finden sich mehrere Fußballplätze.
  • Fitness: In der Stadt sind mehrere Fitnesscenter zu finden.
  • Sportveranstaltungen: Einmal im Jahr gibt es den Winternachtslauf, der im Dunkeln bei Schnee stattfindet. Die Wege werden hierbei von den Zuschauern mit Fackeln erleuchtet. Hier kann gelaufen oder gewalkt werden.

Religionen[Bearbeiten]

St.-Benno-Kirche

An der Hauptstraße befindet sich die historische St.-Andreas-Kirche (siehe "Bauwerke"). 1965/66 wurde im Westen der Stadt, am Stollenweg, die St.-Paulus-Kirche erbaut, und 1972/73 um ein Gemeindehaus ergänzt. Die Gemeinden beider Kirchen gehören zum evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Herzberg. Weitere evangelisch-lutherische Kirchen befinden sich in den Ortsteilen Barbis, Bartolfelde und Osterhagen.

Die katholische St.-Benno-Kirche befindet sich am Kirchberg. Sie wurde von Josef Fehlig entworfen und 1963 geweiht. Bereits 1920 wurde von der katholischen Kirche ein ehemaliges Schülerpensionat gekauft, das spätere Kneipp-Sanatorium St.-Benno-Stift am Lönsweg. Dort fanden bis zur Einweihung der St.-Benno-Kirche die Gottesdienste statt. Das Pfarrheim der Gemeinde wurde nach Joseph Müller benannt, der in Bad Lauterberg seine erste Pfarrstelle hatte. Die Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Nörten-Osterode im Bistum Hildesheim, heute gehören zu ihr auch die katholischen Kirchen in Bad Sachsa, Braunlage, Sankt Andreasberg und Walkenried.

Eine Neuapostolische Kirche befindet sich an der Straße An den Lutterhöfen, ihre Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Göttingen. Bereits 1881 wurde im heutigen Ortsteil Bartolfelde eine bis 1993 bestehende neuapostolische Gemeinde gegründet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt oder gelebt haben[Bearbeiten]

  • Friedrich August Crome (1757-1825), Pastor an St. Andreas
  • Joseph Müller (1894–1944), Priester und Märtyrer, 1931–1934 Seelsorger in der katholischen Pfarrgemeinde St. Benno, von den Nationalsozialisten 1944 hingerichtet
  • Hermann von Wissmann (1853–1905), deutscher Afrikaforscher und Gouverneur der Kolonie Deutsch-Ostafrika (heute Tansania)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. W. Keil: Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, S. 594. Leipzig 1905
  3. Niedersächsisches Städtebuch. Braunschweig 1952
  4. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215.
  5. Statistische Erhebungen, Homepage Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen LSKN-Online
  6. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/156002_000014/index.html
  7. http://wahlen.kds.de/2006kw/Daten/LAU/6_MAIN_E_GEMEINDEWAHL_2006.html
  8. Kommunale Datenverarbeitungszentrale Südniedersachsen: Schnellmeldung zur Gemeindewahl 2011 am 11. September 2011
  9. Stefan Bölke: Die Elektrische in Hildesheim, S. 11. Hildesheim 2008
  10. Jens-Uwe Brinkmann. Hildesheim - wie es war, S. 83. Düsseldorf 1976

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Heinrich Edmund von Berg: Lauterberg am Harz und seine Umgebung, Clausthal 1841 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Lauterberg im Harz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien