Bad Nauheim

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Dieser Artikel behandelt die Kurstadt im Wetteraukreis. Für die Gemeinde Nauheim im Landkreis Groß-Gerau, siehe Nauheim.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Nauheim
Bad Nauheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Nauheim hervorgehoben
50.3666666666678.75148Koordinaten: 50° 22′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 148 m ü. NHN
Fläche: 32,55 km²
Einwohner: 30.879 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 949 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61231
Vorwahl: 06032
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 002
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Parkstraße 36–38
61231 Bad Nauheim
Webpräsenz: www.bad-nauheim.de
Bürgermeister: Armin Häuser (CDU)
Lage der Stadt Bad Nauheim im Wetteraukreis
Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach v.d. Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Bad Nauheim ist eine Kurstadt und nach Bad Vilbel die zweitgrößte Stadt im Wetteraukreis in Hessen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Luftaufnahme 2007

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 148 m über NN, 28 km (Luftlinie) nördlich von Frankfurt am Main, am Ost-Rand des Taunus. Sie wird von der Wetter und der Usa durchflossen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Nauheim grenzt im Norden an die Gemeinde Rockenberg, im Osten an die Gemeinde Wölfersheim, im Süden an die Kreisstadt Friedberg, mit der sie gemeinsam ein Mittelzentrum mit oberzentralen Teilfunktionen bildet, sowie im Westen an die Gemeinde Ober-Mörlen (alle im Wetteraukreis).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Bad Nauheim gliedert sich in die Kernstadt, Nieder-Mörlen, Rödgen, Schwalheim, Steinfurth und Wisselsheim.

Blick vom Johannisberg auf Bad Nauheim, März 2014

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Seit der Steinzeit sind im Umkreis der Bad Nauheimer Solequellen Siedlungsspuren nachgewiesen. Die Siedlung wurde sehr bedeutend, als die Kelten aus der Sole systematisch Salz gewannen. Bei archäologischen Ausgrabungen im Zentrum der Stadt wurden Teile einer riesigen keltischen Salinenanlage freigelegt. Deren durch den Salzgehalt des Bodens gut konservierte hölzerne Leitungs- und Beckensysteme dokumentieren eine Salzgewinnung in nahezu industrieller Produktionsweise. Auch während der römischen Zeit hatte Bad Nauheim Bedeutung, die Saline wurde weiter genutzt, ein Kastell im Bereich der späteren Stadt und auf dem Johannisberg ein Signalturm errichtet, der den Limes mit dem Kastell Friedberg verband.

Hauptartikel: Johannisberg (Bad Nauheim)

Mittelalter[Bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung von Nauheim als Niwiheim befindet sich in einem Zinsregister des Klosters Seligenstadt aus der Zeit um 900. Im 14. Jahrhundert wurde die Saline erstmals erwähnt. Ende des 15. Jahrhunderts kam Nauheim als Kompensation und Entschädigung für Schulden, die das Kloster Seligenstadt bei Graf Philipp I. von Hanau-Münzenberg hatte, zur Grafschaft Hanau-Münzenberg. Hier wurde Nauheim 1597 dem neu gebildeten Amt Dorheim zugeschlagen.

1231 wird erstmals von einem Pfarrer berichtet, 1307 von einer eigenständigen Pfarrei. Kirchliche Mittelbehörde der im Erzbistum Mainz gelegenen Gemeinde war das Archidiakonat von St. Maria ad Gradus in Mainz, Dekanat Friedberg. Das Patronatsrecht hatte zunächst das Kloster Seligenstadt inne, ab 1255 das Mainzer Domkapitel.

Neuzeit[Bearbeiten]

Gradierbau I, eines der fünf noch erhaltenen Gradierwerke
Windmühlenturm zwischen den Gradierbauten IV/V, der sogenannten Langen Wand
Das Große Rad: Wasserrad (9,8 m) bei Bad Nauheim-Schwalheim, 1745–1748 erbaut und von der Wetter angetrieben

In der Grafschaft Hanau-Münzenberg wurde Mitte des 16. Jahrhunderts nach und nach die Reformation eingeführt. Dies geschah zunächst im lutherischen Sinn. In einer „zweiten Reformation“, wurde die Konfession der Grafschaft Hanau-Münzenberg erneut gewechselt: Graf Philipp Ludwig II. verfolgte ab 1597 eine entschieden reformierte Kirchenpolitik. Er machte vom Jus reformandi, seinem Recht als Landesherr Gebrauch, die Konfession seiner Untertanen zu bestimmen, und setzte dies für die Grafschaft Hanau-Münzenberg weitgehend als verbindlich durch, so auch in Nauheim.

Als die Grafen von Hanau-Münzenberg 1642 ausstarben, fiel ihr Erbe an Graf Friedrich Casimir aus dem lutherischen Haus der Grafen von Hanau-Lichtenberg. Graf Friedrich Casimir und seine Nachfolger förderten die lutherischen Gemeinden, auch gegen den Widerstand der weiter bestehenden Mehrheit ihrer reformierten Untertanen. Dadurch wurde auch Nauheim innerhalb einiger Jahrzehnte faktisch bikonfessionell. In den Jahren 1731–1733 wurde deshalb neben der mittelalterlichen Kirche von Nauheim (Nachfolgegebäude ist die Wilhelmskirche), die weiter reformiert blieb, eine zweite Kirche für die lutherische Minderheit im Amt Dorheim errichtet, die Reinhardskirche.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736 erbte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel aufgrund eines Erbvertrages aus dem Jahr 1643 die Grafschaft Hanau-Münzenberg und damit auch das Amt Dorheim und das Dorf Nauheim. Die Saline gelangte zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu neuer Blüte. Ein neues Verfahren, die Schwarzdorngradierung, reduzierte den Holzverbrauch und damit die Kosten des Betriebs drastisch. Das Große Rad, ein Wasserrad, das von der Wetter angetrieben wurde, wurde 1745–1748 erbaut und hatte einen Durchmesser von 9,8 Meter. Ein 886 Meter langes Gestänge (heute noch: 170 Meter) übertrug dessen Kraft auf die Pumpen, mit denen das Wasser auf die Gradierwerke gehoben wurde.

1803 wurde die Landgrafschaft Hessen-Kassel zum Kurfürstentum Hessen erhoben. Während der napoleonischen Zeit stand das Amt Dorheim ab 1806 unter französischer Militärverwaltung, gehörte 1807–1810 zum Fürstentum Hanau, und dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Anschließend fiel es wieder an das Kurfürstentum Hessen zurück.

1818 beschlossen die Pfarrer der lutherischen und der reformierten Kirche im Fürstentum Hanau den Zusammenschluss ihrer beiden Kirchen in der Hanauer Union.

Nach der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, im Rahmen derer Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise eingeteilt wurde, ging Nauheim im neu gebildeten Kreis Hanau auf. 1854 wurde dem Ort durch den letzten hessischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. das Stadtrecht verliehen. Nach dem verlorenen Krieg von 1866 annektierte das Königreich Preußen das Kurfürstentum Hessen. Allerdings wurde das Amt Dorheim im Friedensvertrag vom 3. September 1866 von Preußen in einem Gebietstausch an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt weitergegeben. Dort wurde Nauheim dem Kreis Friedberg, der zur Provinz Oberhessen gehörte, zugeschlagen.

Entwicklung als Heilbad[Bearbeiten]

Sprudelhof
Flügel des Sprudelhofes
Brunnen im Sprudelhof

In der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Balneologie und Bad Nauheim wurde ein Heilbad für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 1846 wurde der Große Sprudel gefunden. Die Besonderheit lag in der Entdeckung und Anwendung der heilsamen Wirkung der natürlich vorkommenden Kohlensäure in der Thermalsole. 1854 erhielt Nauheim Stadtrechte. Entscheidend für die Entwicklung der Stadt zu einem Kurbad von zeitweise internationaler Bedeutung war der Übergang der Stadt an das Großherzogtum Hessen, dessen Regierung eine Spielbank konzessionierte, deren Abgaben den rapiden Ausbau finanzierten.[2] 1869 erhielt die Stadt den Namenszusatz Bad.

Als Kurort hatte Bad Nauheim um 1900 Weltrang mit Tausenden von Gästen. Die Kur diente nicht nur gesundheitlichen Zwecken, sondern auch der Geselligkeit mit internationaler Prominenz. Die gewandelten hygienischen und ästhetischen Vorstellungen machten um die Jahrhundertwende die Einrichtung neuer Badehäuser unumgänglich. Unter der Leitung des Großherzoglichen Regierungsbauinspektors Wilhelm Jost kam es zwischen 1901/1902 und 1912 zu einer einheitlichen Gestaltung der Bade-, Kur- und Wirtschaftsanlagen. Zunächst erbaute Jost 1902 inmitten des Kurparks ein Inhalatorium, heute Stadtbücherei.

Hauptbauwerk der neuen Badeanlagen war der Sprudelhof, ein Jugendstilbauwerk hohen Ranges.

Hauptartikel: Sprudelhof

Zwischen 1910 und 1912 entstand die Trinkkuranlage. Hufeisenförmig umschließt sie einen Innenhof mit einer Trinkhalle, Wandelgängen und einer großen Konzertmuschel, der ein rechteckiges Wasserbecken vorgelagert ist. Am Ende der westlichen Wandelhalle befindet sich der Kurbrunnen, der durch einen Gang mit der Trinkhalle verbunden ist. In deren Mitte spendet ein achteckiger Brunnen mit goldener Kuppel und Bekrönung heilkräftiges Wasser.

Auch das 1862–64 erbaute Kurhaus wurde in dieser Zeit umgestaltet und ausgebaut: Terrasse und Kurgarten wurden erweitert, ein Musiktempel errichtet, ein reich mit abstrakten und figürlichen Jugendstil-Malereien geschmückter Konzertsaal erbaut. Um das Stadtzentrum mit den Kuranlagen entstanden Villenviertel und zahlreiche luxuriöse Hotelneubauten, darunter Carlton, Bristol, Waldorf-Astoria und Kaiserhof, große Etablissements internationaler Hotelkonzerne. Unter der Leitung Josts entstand auch eine für jene Zeit äußerst fortschrittliche technische Infrastruktur: ein Elektrizitätswerk und ein Heizwerk, das die größeren Gebäude im gesamten Stadtgebiet mit Fernwärme versorgte. Die dazu erforderlichen Einrichtungen wurden in einem von Jost entworfenen Jugendstil-Gebäudekomplex östlich des Bahnhofs zusammengefasst, der annähernd unverändert erhalten geblieben ist und mit seiner Einmaligkeit ein bedeutendes Architekturdenkmal darstellt.

Auch nach dem Ersten Weltkrieg behielt Bad Nauheim seinen Ruf als mondänes Luxusbad. Neben zahlreichen Mitgliedern des exilierten russischen Hochadels fanden sich bald auch wieder Prominente aus den USA in Bad Nauheim ein. In den eleganten Hotelbars spielten bekannte Tanzorchester der Weimarer Republik, darunter das in Bad Nauheim gegründete Orchester Bernard Etté. Die Comedian Harmonists gastierten in der Stadt. Hier spielten auch zahlreiche Schachspieler wie etwa Tal, Keres und Aljechin ihre Partien.

Berühmte Badegäste[Bearbeiten]

Kurhaus um 1900
Kurstraße

Sowie:

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkriegs wurden in den Kureinrichtungen und mehreren beschlagnahmten Hotels Lazarette eingerichtet, darunter auch solche für kriegsgefangene alliierte Offiziere. Vermutlich aus diesem Grund blieben Luftangriffe auf die Stadt fast aus. Bad Nauheim überstand den Krieg ohne nennenswerte Schäden und verfügte nach dem Ende des Krieges über eine intakte Strom- und Wärmeversorgung.

Am 29. März 1945 wurde Bad Nauheim von Truppen der 3. US Army besetzt.[3]

Nach 1945[Bearbeiten]

In dem Haus Goethestr. 14 lebte
Elvis Presley vom 3. Februar 1959
bis zum 2. März 1960.
Das Bad Nauheimer Burgtor bildete die Kulisse für das Cover der Elvis-Presley- Single A Big Hunk o' Love[4]

In den ersten Nachkriegsmonaten richteten sich aufgrund der geringen Kriegsschäden mehrere militärische und zivile Verwaltungsstellen der US-Zone in Hotels und Villen ein, darunter die Nachrichtenagentur DANA, eine Vorläuferinstitution der dpa. Auch der spätere Hessische Rundfunk begann seinen Sendebetrieb als Radio Frankfurt aus Studios in Bad Nauheim.

Im Unterschied zu den meisten deutschen Städten war Bad Nauheim von den allgemeinen Entbehrungen der Nachkriegszeit nur eingeschränkt betroffen. Nach amerikanischen Beobachtungen gehörte die Stadt zu den Orten, in denen es noch einen Teil der alten Oberschicht gab, dessen Leben – auch aufgrund finanzieller Möglichkeiten sowie Beziehungen – wenig beeinträchtigt war und über gute Ernährung, Kleidung und Wohnraum verfügte.[5] Schon bald gewann dieser erneut Einfluss im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben.[6]

In den 1950er Jahren erlebte der Glanz des Prominentenbades eine kurze Renaissance: von Oktober 1958 bis März 1960 lebte der im benachbarten Friedberg als Wehrdienstleistender stationierte Elvis Presley in Bad Nauheim. 1959 hielt sich Saud ibn Abd al-Aziz, König von Saudi-Arabien, mit großem Hofstaat in der Stadt auf; in den 60er Jahren folgten viele weitere Würdenträger aus dem arabischen Raum. Unterdessen wandelte sich jedoch das Gesicht der Stadt. Durch die neu geschaffenen Sozialsysteme wurden Kuraufenthalte in großem Umfang auch ärmeren Bevölkerungsschichten zugänglich. Die Zahl der Kurgäste stieg enorm, mehrere große Kliniken der Sozialversicherungsanstalten wurden gebaut, während der Ruf der Stadt als Treffpunkt der internationalen High Society allmählich verblasste.

Infolge der Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen verlor auch der Krankenkassen-Kurbetrieb seit Mitte der 1980er Jahre mehr und mehr an Bedeutung: Neue Behandlungsmethoden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen machten die teuren Kuraufenthalte medizinisch überflüssig. Seinen Status als Gesundheitsstadt sichert Bad Nauheim heute vorwiegend durch mehrere große Krankenhäuser und Spezialkliniken. Die Herzforschung und die damit verbundenen Kongresse und Tagungen haben dort eine lange Tradition. Die Stadt beherbergt das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (W.-G.-Kerckhoff-Institut) und Einrichtungen der Landesärztekammer Hessen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde am 31. Dezember 1971 die kurzlebige Gemeinde Wettertal, die erst am 1. Februar 1971 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Rödgen und Wisselsheim gebildet wurde, eingegliedert. Am 1. Februar 1972 kam die Gemeinde Schwalheim hinzu. Am 1. August 1972 folgten die Gemeinden Nieder-Mörlen und Steinfurth.[7] Ebenfalls am 1. August 1972 ging der Kreis Friedberg im Wetteraukreis auf.

Einwohner[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1939: 09.039
  • 1961: 13.431
  • 1970: 14.242
  • 1998: 29.806
  • 1999: 30.017
  • 2000: 30.199
  • 2001: 30.459
  • 2002: 30.411
  • 2003: 30.342
  • 2004: 30.365
  • 2006: 30.929
  • 2011: 30.313

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Bad Nauheim gehört heute zum Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Nach der Hanauer Union von 1818 wurde die Reinhardskirche aufgegeben und der nun gemeinsame Gottesdienst in der größeren Wilhelmskirche gefeiert. 1906 zog die Gemeinde dann in die neu errichtete Dankeskirche um.

Die jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Die Anfänge jüdischen Gemeindelebens in Nauheim datieren, wie in vielen Ortschaften der Wetterau, in das ausgehende Mittelalter, vermutlich ins 14. Jahrhundert. Von 1468 bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts lebten hier einige wenige jüdische Familien. Im 18. Jahrhundert siedelte sich erneut eine kleine jüdische Gemeinde an, die mit dem Aufstieg der Stadt zu einem Kurort von internationalem Rang stark wuchs. 1867 oder 1886 wurde eine erste Synagoge eingeweiht, die 1929 durch einen architektonisch hoch modernen Bau ersetzt wurde, der auch das Pogrom vom 9. November 1938 überstand und unmittelbar nach der Besetzung der Stadt durch US-amerikanische Truppen am 29. März 1945, noch vor Kriegsende, Ort des ersten jüdischen Gottesdienstes in dem von den Alliierten besetzten Teil Deutschlands war. Heute gehören der Gemeinde etwa 350 Gläubige an.

Hauptartikel: Synagoge (Bad Nauheim)

Bad Nauheim ist Sitz des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Buber-Rosenzweig-Stiftung; im Jahre 2005 fand die bundesweit beachtete Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an den Dirigenten Daniel Barenboim im Bad Nauheimer Kurtheater statt.

Römisch-Katholische Kirche[Bearbeiten]

Mit den Kurgästen, steigender religiöser Toleranz und Mobilität entstand im 19. Jahrhundert auch wieder eine römisch-katholische Gemeinde in Bad Nauheim. Sie feierte ihren Gottesdienst zunächst in der angemieteten Reinhardskirche. 1905 setzte sie mit der Kirche St. Bonifatius der parallel entstehenden neugotischen evangelischen Dankeskirche ein gleichwertiges Bauwerk an die Seite.

Die russisch-orthodoxe Gemeinde[Bearbeiten]

Die russisch-orthodoxe Gemeinde von Bad Nauheim, die vor dem Ersten Weltkrieg aufgrund der vielen russischen Kurgäste bedeutend war, nutzt seit 1907 die Reinhardskirche.

Hauptartikel: Reinhardskirche

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[8]

Kommunalwahl 2011 in Bad Nauheim
 %
40
30
20
10
0
36,3 %
17,7 %
17,3 %
16,7 %
5,3 %
3,8 %
2,9 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,5 %p
+1,5 %p
+8,6 %p
-4,9 %p
-1,1 %p
-8,1 %p
+2,9 %p
-1,3 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,3 16 33,8 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,7 8 16,2 7
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 17,3 8 8,7 4
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 16,7 8 21,6 10
FDP Freie Demokratische Partei 5,3 2 6,4 3
3B Bürger-Bündnis Bad Nauheim 3,8 2 11,9 5
Anders Politik-Anders 2,9 1
WIR Liste WIR 1,3 1
Gesamt 100 45 100 45
Wahlbeteiligung in % 49,6 38,9

Stadtverordnetenvorsteher: Friedrich-Karl Feyerabend

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1902–1927: Gustav Kayser (erster hauptamtlicher Bürgermeister)
  • 1927–1935: Karl Ahl
  • 1935–1937: Heinrich Götz (NSDAP)
  • 1937–1945: Wilhelm Hahn
  • 1945–1948: Adolf Bräutigam (SPD)
  • 1948–1954: Krafft-Helmut Voss (parteilos)
  • 1954–1960: Fritz Geißler (FDP)
  • 1960–1981: Herbert Schäfer (SPD)
  • 1981–1993: Bernd Rohde (CDU)
  • 1993–1999: Peter Keller (SPD)
  • 2000–2005: Bernd Rohde (CDU)
  • 2005–2011: Bernd Witzel (UWG)
  • seit 1. September 2011: Armin Häuser (CDU)

Armin Häuser (CDU) wurde am 10. April 2011 in der Stichwahl gegen Amtsvorgänger Bernd Witzel mit 70,3 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 36,9 %.

Hauptamtlicher Magistrat:

  • Armin Häuser (Bürgermeister, CDU)
  • Erste Stadträtin: Brigitta Nell-Düvel (Bündnis'90/Die Grünen)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In dem durch einen Balken von neun silbernen Salzkristallen geteilten Schild oben in Blau ein wachsender, golden gekrönter und golden bewehrter, fünfmal von Silber und Rot geteilter Löwe; unten in Schwarz ein silberner Sprudel über silbernem Becken.

Die Salzkristalle heben die besondere Bedeutung der Gradierbauten (Holzkonstruktionen) für Bad Nauheim hervor. Der silbern-rote Löwe ist das Wappentier des Landes Hessens, wiederzufinden im hessischen Wappen. Der Sprudelhof ist ein Wahrzeichen Bad Nauheims.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Nauheim unterhält Partnerschaften mit Buxton in der englischen Grafschaft Derbyshire, mit dem französischen Chaumont im Département Haute-Marne, mit dem belgischen Oostkamp in Westflandern sowie mit dem thüringischen Bad Langensalza.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Volkssternwarte

Die ältesten sichtbaren baulichen Zeugnisse im Stadtgebiet finden sich nicht im Bereich der Altstadt, sondern auf dem sie flankierenden Johannisberg. Im noch erhaltenen Turm einer Kirchenruine des 13. Jahrhunderts, ihrerseits der Nachfolgebau einer Gründung des 8. Jahrhunderts, ist heute die Volkssternwarte Wetterau untergebracht. Daneben sind die Reste eines römischen Signalturms zu sehen, der der Mitte des 2. Jahrhunderts zuzuordnen ist.

Obwohl die Altstadt allseitig von jüngerer Bebauung umschlossen ist, ist der im 15. Jahrhundert ummauerte und im frühen 19. Jahrhundert entfestigte Ortskern zwischen Stresemannstraße im Norden, Alicenstraße im Osten, Ernst-Ludwig-Ring im Süden und dem Zug der Grabenstraße im Westen noch heute klar als solcher erkennbar. Strukturell hat dieser den Charakter eines um eine Ost-West-Achse (Hauptstraße) aufgezogenen Straßendorfs mit unregelmäßigen Stichstraßen in Nord- und Süd-Richtung.

Die Wilhelmskirche ehemals reformierte Kirche von Nauheim, deren Vorgängerbau die mittelalterliche Dorfkirche von Nauheim war, ist die älteste Kirche des Ortes. Die Reinhardskirche, ehemals lutherische Kirche aus dem 18. Jahrhundert, dient heute der Russisch-Orthodoxen Gemeinde. Die Dankeskirche löste nach einem Entwurf von Ludwig Hofmann Anfang des 20. Jahrhunderts die Vorgängerbauten in ihrer Funktion ab.

In der bürgerlichen Bebauung herrschen bis heute Fachwerkhäuser aus der Wiederaufbauphase nach dem Dreißigjährigen Krieg, also des 17. und überwiegend 18. Jahrhunderts vor. Gut erhaltene und repräsentative Straßenbilder, auch durch die intensivierte Freilegung von verputzten Fachwerkbauten in den letzten Jahrzehnten, sind beispielsweise in der Apfel-, der Born-, der Burg- und der Wilhelmstraße zu finden. Als Einzelbauten sind vor allem die gut erhaltenen Hofanlagen Hauptstraße 29/31 sowie 56 nennenswert.

Der Sprudelhof gilt zusammen mit der Trinkkuranlage und den zugehörigen technischen Gebäuden als ein hervorragendes Beispiel des Jugendstils und ist eines der gelungensten und geschlossensten Bauwerke dieser Stilepoche. Bei der künstlerischen Ausgestaltung der Nauheimer Bade- und Kuranlagen wirkten mehrere Künstler der Darmstädter Künstlerkolonie mit: u. a. Albin Müller, Friedrich Wilhelm Kleukens, Heinrich Jobst und Ernst Riegel. Wegen seines einzigartigen und relativ gut erhaltenen Ensembles von Jugendstil-Bauten ist Bad Nauheim Mitglied im Réseau Art Nouveau Network, in dem Städte zum europäischen Jugendstil-Netzwerk zusammengeschlossen sind.

Am Goldstein steht das 1905 errichtete Fernheizwerk, ein Beispiel für den Jugendstil in technischen Bauten.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Ein beliebtes innerstädtisches Erholungsareal ist der historische Kurpark mit seinem alten Baumbestand und dem Großen Teich, einem im 18. Jahrhundert als Wasserreservoir angelegten kleinen Stausee, auf dem im Sommer Bootsfahrten angeboten werden und alljährlich die traditionelle Großherzog-Ernst-Ludwig-Ruderregatta stattfindet. Im Park befindet sich der heute von einer internationalen Hotelkette als Luxusherberge betriebene Gebäudekomplex des Kurhauses mit seiner repräsentativen Freitreppe und dem prachtvoll ausgestatteten Jugendstil-Kurtheater.

Am Eingang aus Richtung der stadtnahen Kolonnaden liegt im Kurpark das Gelände des traditionellen Tennisclubs Rot-Weiss Bad Nauheim e.V. mit sechs Rotsand-Außenplätzen.

An den Kurpark grenzt der Golfplatz des Golfclubs Bad Nauheim. Das vor mehr als 100 Jahren angelegte Gelände zählt zu den ältesten erhaltenen deutschen Golfplätzen; sein um 1900 im englischen Kolonialstil aus Holz erbautes weißes Clubhaus mit pittoresken Türmchen und Arkaden gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt.

Neben dem Kurpark verfügt die Stadt über zwei weitere große Parkanlagen: der modern gestaltete Südpark wird insbesondere von den Patienten der umliegenden Kliniken und Sanatorien zu erholsamen Spaziergängen genutzt. Der außerhalb der Innenstadt gelegene Goldsteinpark mit seinem historischen, einem römischen Limes-Wachturm nachempfundenen Aussichtsturm wurde als Veranstaltungsgelände für die Hessische Landesgartenschau 2010 neu konzipiert.

Gemeinsam mit der Nachbarstadt Friedberg wird ein zwischen beiden Gemeinden in der Talaue der Usa gelegenes großes Freizeitbad betrieben. Das Anfang der 80er Jahre errichtete Usa-Wellenbad verfügt über einen Hallenkomplex mit 50-m-Wellenbecken, Kinderbecken, Badebrunnen, „Black Hole“-Wasserrutschbahn und großem Wellness-Bereich nebst Restaurant. In den Sommermonaten wird zusätzlich ein Freibad mit drei Becken und großer Liegewiese geöffnet.

Gästen, die die Heilkraft der Bad Nauheimer Sole nutzen möchten, steht mit der Therme am Park ein modernes Thermalsole-Hallenbad in der Innenstadt zur Verfügung, das neben einem Außen- und zwei Innenbecken auch ein Solarium und einen Saunabereich nebst Gastronomie bietet.

Das Colonel-Knight-Eisstadion, Spielstätte des überregional bekannten Eishockeyclubs Rote Teufel Bad Nauheim, wurde im Jahre 1946 auf Weisung des lokalen Befehlshabers der amerikanischen Besatzungsstreitmacht mitten im Stadtgebiet am Rande des Kurparks erbaut. Im Sommer finden dort die Bundesligaspiele der Inlinehockeymannschaft der Bad Nauheim Grizzlys statt. Aufgrund hoher Betriebskosten und erheblichen Sanierungsbedarfs ist die Zukunft der technisch veralteten Anlage derzeit ungewiss.

Westlich grenzt die Stadt an ein großes Waldgebiet, das von einem dichten Wanderwegenetz durchzogen ist. Dort befindet sich auch das Areal des Bad Nauheimer Waldstadions, das während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 von der saudi-arabischen Nationalmannschaft als Trainingsgelände genutzt wurde. An den bewaldeten Hängen des Johannisbergs begegnet der Spaziergänger den Spuren der Bad Nauheimer Vor- und Frühgeschichte. Von der Terrasse des auf dem Gipfelplateau gelegenen Restaurants bietet sich dem Betrachter eine großartige Aussicht auf die Stadt und die östliche Wetterau. Auf dem Hang unterhalb wird seit dem Jahr 1999 auf einer Fläche von ca. 3000 m² wieder Wein angebaut. Diese Fläche wird vom Freundeskreis Weinanbau Bad Nauheim gepflegt, der damit die jahrhundertealte Tradition des Weinanbaus an dieser Stelle wieder aufgegriffen hat.

Ein Freizeit- und Kulturprogramm für Kinder und Jugendliche wird im Kinder- und Jugendhaus Alte Feuerwache geboten. Die vorherige Einrichtung wurde von Anfang der 80er Jahre bis 2006 im Rahmen eines Selbstverwaltungsmodells betrieben. Nachdem die Verträge zum Ende des Jahres 2006 gekündigt worden waren, kam es zu Ausschreitungen, in deren Verlauf durch autonome Gruppen zahlreiche Sachbeschädigungen begangen wurden.

Museen[Bearbeiten]

Von 1977 bis 1997 befand sich im Teichhauschlösschen ein Salzmuseum.[10] Derzeit informiert der neben dem Gradierwerk gelegene Keltenpavillon über die Geschichte der Salzgewinnung in Bad Nauheim.[11] Der Stadtteil Steinfurth beherbergt ein Rosenmuseum.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Bad Nauheim, Straßenseite. Im Hintergrund der Schornstein der Großwäscherei.

Bad Nauheim hat eine eigene Autobahn-Anschlussstelle an der A 5, der Ortsteil Nieder-Mörlen ist über die Anschlussstelle Ober-Mörlen erreichbar. Um Bad Nauheim herum führen als Umgehung gemeinsam die Bundesstraße 3 und 275.

In Bad Nauheim verkehren vier Stadtbuslinien (FB-11, 12, 14, 15), die sämtliche Bad Nauheimer Stadtteile bedienen. Sie werden von der HLB Hessenbus GmbH im Auftrag der Stadtwerke Bad Nauheim betrieben. Weitere Verbindungen, insbesondere nach Friedberg, werden durch verschiedene Buslinien der VGO Verkehrsgesellschaft Oberhessen mbH hergestellt.

Der Bahnhof Bad Nauheim liegt an der Main-Weser-Bahn und der Butzbach-Licher Eisenbahn. Hier halten sämtliche Züge der Regionalbahn-Verbindung Friedberg–Gießen, der Mittelhessen-Express sowie in der Hauptverkehrszeit die Regional-Express-Züge Frankfurt–Siegen, nicht jedoch die Regional-Express-Züge zwischen Frankfurt und Kassel. Um diese und die S-Bahn nach Frankfurt zu erreichen, muss im Bahnhof Friedberg (Hessen) umgestiegen werden.

In der Nachbargemeinde Ober-Mörlen liegt der Flugplatz Ober-Mörlen, auf dem Segelflugzeuge, Motorflugzeuge und Hubschrauber nach vorheriger Genehmigung starten und landen dürfen. Auf dem Flugplatz ist der Aeroclub Bad Nauheim e.V. zu Hause.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Nauheim verfügt über ein breites Angebote an Schulen und Bildungseinrichtungen. Neben klassischen Gymnasien gibt es eine Waldorfschule und weitere Bildungseinrichtungen:

Die Stadt ist weiterhin "Korporativ Förderndes Mitglied" der Max-Planck-Gesellschaft.[13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die am Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Klaus Neuhöfer
Elvis-Presley-Denkmal in Bad Nauheim
  • Walter Simon (Managementberater) (* 1946), Hochschullehrer und Leiter der Business Online University, Publizist und Buchautor
  • Willy Naue, Musikdirektor (1891–1975), ab 1915 Kapellmeister und Konzertmeister im Windersteinorchester Bad Nauheim; 1926–1975 Dirigent des Staatl. Kurorchesters Bad Nauheim. 1959 Verleihung Bundesverdienstkreuz am Bande von Theodor Heuss.
  • Klaus Neuhöfer (* 1940), ist ein deutscher Denkmalschützer. Er ist Vorsitzender des Fördervereins der Kurstadt Bad Nauheim e.V. und bekannt als „Retter der Gradierbauten“.
  • Werner Flach (Politiker) (* 1936), Hauptamtlicher Stadtrat in Bad Nauheim und ehemaliger Abgeordneter des Hessischen Landtags (CDU)
  • Fritz Geißler (1903–1960), Bürgermeister von Bad Nauheim (FDP) vom 1. Juli 1954 bis zum 13. Juni 1960
  • Alexei Petrowitsch Malzew (1854–1915), russischer orthodoxer Erzpriester und Theologe, war zwischen 1901 und 1910 mehrmals in Bad Nauheim, wo er sich zunächst für den Bau einer russischen Kirche im Kurpark einsetzte und 1907 für die orthodoxe Gemeinde die Reinhardskirche erwarb. Nach ihm wurde am 6. Juli 2003 das Alexej-Maltzew-Gäßchen benannt.
  • Vom 1. Oktober 1958 bis 2. März 1960 war Elvis Presley im benachbarten Friedberg stationiert. Er wohnte während dieser Zeit zunächst im mittlerweile abgerissenen Hilbert’s Park Hotel, dann im Hotel Villa Grunewald und in den letzten 12 Monaten in einem gemieteten Privathaus in der Goethestraße 14. Ein kleines Denkmal und ein nach ihm benannter Platz – angelegt vor dem Hotel Villa Grunewald und gegenüber vom Kurhaus – erinnern an ihn und diese Zeit.
  • Jamshedji Tata (1839–1904), der Gründer der indischen Unternehmensgruppe Tata und Initiator der Industrialisierung Indiens, starb am 19. Mai 1904 in Bad Nauheim.

siehe auch Abschnitt: Berühmte Badegäste

Wissenswert[Bearbeiten]

Die Gradierwerke und die Heilquelle Ludwigsbrunnen, ein stark Kohlensäure haltiger Säuerling, sind frei zugänglich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietwulf Baatz, Fritz-Rudolf Herrmann (Hrsg.): Die Römer in Hessen. Theiss, Stuttgart 1989, ISBN 3-8062-0599-X, S. 237f.
  • Otto Weiss, J. Groedel: Bad-Nauheim : Führer für Aerzte und Kurgäste. 5. Auflage. Bindernagel, Friedberg 1890. (Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf)
  • Susann Barczikowski (Hrsg.): Stadtporträt Bad Nauheim. Stadt- und Reiseführer mit thematischen Ausflügen in die Region. mit Fotografien von Winfried Eberhardt. Bad Nauheim 2010, ISBN 978-3-00-030084-4.
  • Susann Barczikowski: In bester Gesellschaft – Persönlichkeiten aus Bad Nauheim. mit Fotografien von Winfried Eberhardt. Bad Nauheim 2004, ISBN 3-00-014281-9.
  • Peter Bläsing, Christian Welzbacher: Architektur der Zwanziger Jahre in Deutschland - Ein Vermächtnis in Gefahr. Langewiesche Nachf. Köster, Königstein 2009, ISBN 978-3-7845-8044-9.
  • Sara Hamm, Sabine Kübler: Bauen für ein neues Leben. Die Entstehung der Bad Nauheimer Jugendstilanlagen fotografiert von Albert Schmidt 1905 –1911. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-2161-9.
  • Fritz Herrmann: Eine Bad Nauheimer Einwohnerliste aus dem Jahre 1600. In: Wetterauer Geschichtsblätter. 4 (1954), S. 137.
  • Hiltrud A. M. Hölzinger, Christina Uslular-Thiele: Jugendstil in Bad Nauheim. Königstein i. Ts. 2005, ISBN 3-7845-7100-X. (dt./engl.)
  • Magistrat der Stadt Bad Nauheim (Hrsg.): planen&bauen in Bad Nauheim. Bad Nauheim 2007.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehemaligen Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform. = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, OCLC 310616202, S. 150.
  • Britta Spranger: "Jugendstil in Bad Nauheim" Darmstadt und Marburg 1983 ISBN 978-388443-1368
  • Gerhard Kleinfeldt, Hans Weirich: Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum. = Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 16. Elwert, Marburg 1937. (Nachdruck: Elwert, Marburg 1984, ISBN 3-7708-0798-7, S. 27)
  • Heinz Wionski: Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis II. 1. Teil: Bad Nauheim bis Florstadt. ISBN 3-528-06227-4; 2. Teil: Friedberg bis Wöllstadt. ISBN 3-528-06227-4 Braunschweig/ Wiesbaden 1999, S. 68–188. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Nauheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Nauheim – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Henry Lohner: Nur wer tot ist, geht kein Risiko mehr ein: Geschichte der Spielbanken ...; Norderstedt 2012; ISBN 978-3844809770; Kap.: Nauheim, S. 76-9
  3. Hessische Landeszentrale für politische Bildung (Seite 42) (PDF; 2,1 MB)
  4. siehe auch: en:A Big Hunk o' Love
  5. Ulrich Borsdorf und Lutz Niethammer (Hrsg.): Zwischen Befreiung und Besatzung. Analysen des US-Geheimdienstes über Positionen und Strategien deutscher Politik 1945. Peter Hammer Verlag 1975, Wuppertal, ISBN 3-872941-07-0
  6. Helga Grebing: Die Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland 1945-1949. Hrsg. Von Hermann Giesecke. Band a: Die wirtschaftlichen Grundlagen, Verlag Metzler, Stuttgart, Seite 42, ISBN 3-476201-40-6
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360 und 361.
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  9. Städtepartnerschaften
  10. Verein Bad Nauheimer Museen, abgerufen am 21. Oktober 2012.
  11. Keltenpavillon auf der Website der Stadt Bad Nauheim, abgerufen am 21. Oktober 2012.
  12. Website des Rosenmuseums, abgerufen am 21. Oktober 2012.
  13. siehe Liste der Korporativ Förderndes Mitglieder der MPG (PDF; 445 kB)