Bad Nauheim

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Dieser Artikel behandelt die Kurstadt im Wetteraukreis. Für die Gemeinde Nauheim im Landkreis Groß-Gerau, siehe Nauheim.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Nauheim
Bad Nauheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Nauheim hervorgehoben
50.3666666666678.75148Koordinaten: 50° 22′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 148 m ü. NN
Fläche: 32,55 km²
Einwohner: 30 959 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 951 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61231
Vorwahl: 06032
Kfz-Kennzeichen: FB
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 002
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Parkstraße 36-38
61231 Bad Nauheim
Webpräsenz:
Bürgermeister: Bernd Witzel (UWG)
Luftaufnahme 2007

Bad Nauheim ist eine Kurstadt und nach Bad Vilbel die zweitgrößte Stadt im Wetteraukreis in Hessen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Geographische Lage

Die Stadt liegt 28 km (Luftlinie) nördlich von Frankfurt am Main, am Ost-Rande des Taunus. Sie wird von der Wetter und der Usa durchflossen.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Bad Nauheim grenzt im Norden an die Gemeinde Rockenberg, im Osten an die Gemeinde Wölfersheim, im Süden an die Stadt Friedberg sowie im Westen an die Gemeinde Ober-Mörlen (alle im Wetteraukreis).

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Bad Nauheim gliedert sich in Steinfurth, Nauheim-Kernstadt, Nieder-Mörlen, Rödgen, Schwalheim, und Wisselsheim. Die Kernstadt wiederum gliedert sich in die folgenden Stadtviertel:

Innenstadt: Die Bad Nauheimer Innenstadt wird im Norden durch die Parkstraße begrenzt, im Westen durch Friedrichstraße, Marktplatz und Mittelstraße, im Süden durch den Ernst-Ludwig-Ring und im Osten durch die Zanderstraße. Zentral verläuft die als Fussgängerzone ausgewiesene Stresemannstraße in Ost-West-Richtung durch die Innenstadt. Auf der Kur- und Parkstraße sind die das Bad Nauheimer Stadtbild besonders prägenden Jugendstilfassaden sehr präsent. In der Innenstadt ist das Zentrum des Bad Nauheimer Geschäftslebens mit den meisten Geschäften auf der Park- und Stresemannstraße, sowie um den Aliceplatz mit dem Kaufhaus. Der Marktplatz ist das Zentrum der Bad Nauheimer Kneipenszene.

Burg: Die Burg schließt sich westlich der Innenstadt an. Hier sind die ältesten noch erhaltenen Gebäude zu finden. Weltberühmt wurde die Bad Nauheimer Burgpforte durch das Cover der Single "A Big Hunk O' Love" von Elvis Presley (1959). Im Norden wird das Viertel von der Parkstraße (in der Verlängerung Gustav-Kayser-Str.) begrenzt, im Süden durch Ernst-Ludwig-Ring, Jahnstraße und Hauptstraße, im Osten durch die Friedrichstraße. Neben den Überresten der alten Burg sind die alte Feuerwache, sowie die älteste Gaststätte Bad Nauheims in der Burgstraße erwähnenswert. Ansonsten wird das Viertel von teils historischen Fachwerkhäusern und den für Hessen so typischen Hofreiten geprägt.

Hochwald: Das Hochwald-Viertel wird im Westen durch den Bad Nauheimer Stadtwald, den Hochwald, begrenzt. Im Norden bilden Steingasse, Hauptstraße, Jahnstraße und Ernst-Ludwig-Ring die Begrenzung. Im Osten verläuft das Viertel bis zur Mittelstraße und Homburger Straße. Im Süden bildet die Straße "Im Sichler" und in der Verlängerung das städtische Krankenhaus die Begrenzung. Der Hochwald zählt zu den prestigeträchtigsten Wohngegenden in Bad Nauheim und ist überwiegend von Villen, sowie Ein- und Zweifamilienhäusern der gehobenen Kategorie geprägt. Lediglich im nördlichen Teil finden sich auch Mehrfamilien- und Reihenhäuser. Das Viertel wurde überwiegend in den 1960er und 70er Jahren erbaut.

Sichler: Südlich an den Hochwald schließt sich der Sichler an. Er wird im Norden durch die gleichnamige Straße begrenzt, im Osten durch die Homburger Straße. Im Süden verläuft das Viertel bis zur Stadtgrenze und im Westen bildet der Stadtwald die Grenze. Das relativ junge Wohnviertel wird in erster Linie durch Mehrfamilienhäuser geprägt, die größtenteils in den 1990er entstanden. Des weiteren sind die zahlreichen Gesundheitseinrichtungen am Carl-Oelemann-Weg wichtig: das städtische Krankenhaus, die Schwesternschule, das Schulungszentrum der Landesärtekammer Hessen, sowie ein großes Altersheim. Großangelegte Grünflächen und Spielplätze, sowie die nahem Waldteiche tragen zur Beliebtheit des Viertels bei jung und alt bei. Im Süden des Viertels, am Wilhelm-Jost-Ring, sind in den 2000er Jahren einige hochwertige Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften entstanden.

Südlicher Kurpark: Das Viertel umschließt den namensgebenden Südlichen Kurpark und wird im Western von Mittel- und Homburger Straße, im Süden von der Schwalheimer Straße, in Norden vom Ernst-Ludwig-Ring und im Osten vom Solgraben begrenzt. Prägend für das Viertel sind die Gradierwerke. Die beiden bedeutendsten der vier noch erhaltenen Bauwerke befinden sich im südlichen Kurpark. Der weitaus größte Teil der Bebauung befindet sich westlich des Parkes. Am südlichen Teil der Kurstraße befinden sich mehrere Kliniken, sowie Altenpflegeeinrichtungen. Für die Kernstadt von zentraler Bedeutung ist die größte Grundschule der Stadt, die Stadtschule an der Wilhelmskirche. Bedeutende architektonische Akzente setzen die Synagoge an der Karlstraße, sowie das heute zu einem Wohnhaus umgebaute ehemalige Grand Hotel und das aus dem 18. Jhd. stammende Gebäude der ehem. Salinenverwaltung (heute ebenfalls Wohnhaus). Der restliche Teil der Wohnbebauung stammt überwiegend aus den 1950er und 1960er Jahren.

Südstadt: Die Südstadt wird im Westen durch die Homburger Straße und im Norden durch die Schwalheimer Straße begrenzt. Im Osten bildet der Fluss Usa die natürliche Grenze, im Süden endet das Viertel mit der Stadtgrenze. Der westliche Teil des Viertels, welches durch die Friedberger Straße in Nord-Süd Richtung geteilt wird, ist überwiegend durch den Stadtfriedhof und sich anschließende Flächen einer Gärtnerei geprägt. Östlich der Friedberger Straße finden sich überwiegend Mehrfamilienhäuser, die größtenteils in den 1970er und 1980er Jahren, teils im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus, erbaut wurden. Hier finden sich die höchsten Wohnhäuser Bad Nauheims. Dadurch bedingt zählt das Viertel zu den weniger prestigeträchtigen Wohnvierteln. Aufgelockert wird die Bebauung durch Reihen- und auch Einfamilienhäuser. Im Süden des Viertels befinden sich mit Sportpark, Reitstall und Sportpark Bad Nauheim mehrere wichtige Freizeiteinrichtungen.

Schützenrein: Hierbei handelt es sich zugegebenermaßen um kein "echtes" Stadviertel, da reines Gewerbegebiet. Im Norden wird das Gebiet durch die Schwalheimer Straße begrenzt, im Westen durch den Fluss Usa, im Süden durch die Stadtgrenze und im Osten durch die Bahntraße. An der Schwalheimer Straße befinden sich ein großes Autohaus und die Feuerwache, die Straßen "In der Hub", "Auf dem Hohenstein" und "Auf dem Schützenrain" wurden in den 2000er Jahren erfolgreich als neue Gewerbeflächen ausgewiesen. Hier haben sich unter anderem ein Dialysezentrum und eine Großküche niedergelassen.

Dichterviertel: Das Dichterviertel wird südlich durch die Schwalheimer Straße begrenzt. An dieser Stelle befinden sich zwei Gradierwerke. Im Osten bildet die Frankfurter Straße den Abschluss, im Norden Bahnhofsallee und Ludwigstraße, im Westen Zanderstraße, Eleonorenring und Solgraben. Namensgebend sind mehrere nach Dichtern benannte Straßen im Viertel, u.a. die Lessing-, Goethe- und Schillerstraße. Der südliche Teil des Viertels, welches durch den Eleonorenring geteilt wird, ist durch das Schulzentrum am Solgraben geprägt und verfügt ansonsten überwiegend über Einfamilienhäuser aus der Nachkriegszeit. Manchmal wird der südliche Teil auch separat als Komponistenviertel bezeichnet. Dies hat sich jedoch nicht allgemein durchgesetzt. Der nördliche Teil zählt zu den prestigeträchtigsten Wohngegenden Bad Nauheims und verfügt überwiegend über Mehrfamilienhäuser aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die größtenteils aufwändig restauriert wurden. Ein architektonisches Highlight stellt das ehem. Hotel Bristol auf der Lugwigstr. dar, welches inzwischen aufwändig saniert und zu Eigentumswohnungen umgebaut wurde. Ein Wohnheim für Spätaussiedler in der Luisenstraße wurde inzwischen geschlossen.

Bahnhofsviertel: Das Bahnhofsviertel wird westlich durch die Frankfurter Straße, östlich durch die Bahnstrecke und südlich durch den Eleonorenring begrenzt. In nördlicher Richtung bilden Blumen- und Bodestraße die Begrenzung. Herzstück des Viertels bildet der Bahnhof und die auf ihn zuführende Bahnhofsallee. In diesem Bereich, wie auch entlang der Moritz-Arnd-Str. finden sich schmucke Mehrfamilienhäuser aus der ersten Hälfte des 20. Jhds., die inzwischen größtenteils hochwertig renoviert wurden. So zum Beispiel das ehem. Hotel Astoria, welches direkt an den Bahnhofsvorplatz angrenzt, oder auch die Villa Royal auf der Frankfurter Str. Im südlichen Bereich entlang der Frankfurter Str. befindet sich ein gemischtes Wohn-Gewerbegebiet. Hier steht auch das höchste Wohnhaus Bad Nauheims. Nördlich der Rittershausstr. befindet sich ein Gebiet aus Mehrfamilien- und Reihenhäusern aus den 1950er bis 1970er Jahren.

Kurviertel: Das Kurviertel wird im Osten durch die Frankfurter Str. im Süden durch Bahnhofsallee, Ludwigstr. und Parkstr. und im Westen durch die Terrassenstr. begrenzt. Im Norden bildet die Grenze der Kernstadt zu Nieder-Mörlen die Begrenzung. Das Kurviertel umfasst den größten Teil der Bad Nauheimer Kuranlagen, sowie eine große Anzahl Kliniken und das Thermalsolebad. Die Wohnbebauung besteht überwiegend aus Mehrfamilienhäusern der gehobenen Kategorie, die zum größten Teil in der ersten Hälfte des 20. Jhds, erbaut wurden.

Nördlicher Park/Kaiserberg: Diese Stadtviertel erstreckt sich entlang des Hanges des Johannisbergs und zählt zu den besten Wohnlagen Bad Nauheims. Südlich wird es durch die Gustav-Kayser- und Parkstraße, östlich durch die Terrassenstraße, westlich durch den Johannisberg und nördlich durch die Grenze zum Stadtteil Nieder-Mörlen begrenzt. Im nördlichen Teil befindet sich der Golfclub und die Eissporthalle, ferner einige Kliniken und Altenpflegeeinrichtungen. Im östlichen Teil an der Terrassenstraße befindet sich das ehem. Hotel Grunewald, in dem einst Elvis Presley wohnte, gegenüber das Kurhaus mit Theater. Ein sehr sehenswertes Gebäude befindet sich im Höhenweg, das vom Architekten Johannes Peter Hölzinger entworfene Terrassenhaus.

Goldstein: Das Goldstein-Viertel befindet sich östlich der Bahntrasse und wird im Süden und Osten von der B3 begrenzt. Im Norden bildet der nördliche Abschluss des Goldsteinparks die Begrenzung. Der südliche Teil des Viertels, südlich des Rödger Wegs und die Dieselstr. sind ein gemischtes Wohn-Gewerbegebiet. Hier befindet sich der u.a. Kaufpark Bad Nauheim, eine Ansiedlung von mehreren großen Einzelhandelsgeschäften, Baumarkt und Elektrofachhandel, die von überregionaler Bedeutung sind. Im mittleren Teil zwischen Rödger Weg und Wisselsheimer Weg befinden sich größtenteils Einfamilienhäuser einfacherer Bauart aus der Nachkriegszeit bis 1960er Jahren. Im nördlichen Teil, nördlich des Wisselsheimer Wegs befand sich bis 2002 ein Reifenrunderneuerungswerk. Nachdem dieses stillgelegt und der Boden aufwändig saniert wurde, entstand hier zwischen 2004 und 2008 - in unmittelbarer Nähe zu Bahnhof, Innenstadt und Goldsteinpark das hochwertigste Neubaugebiet Bad Nauheims. Auf 7,5 ha Land wurden 175 hochwertige Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Stadtvillen errichtet. Dabei steigen die Grundstückspreise von Süden nach Norden stark an; die hochwertigsten Immobilien befinden sich im Sperber- und Milanweg, direkt am Goldsteinpark. Inzwischen wird das Neubaugebiet nach Osten noch einmal um 2,5 ha und 45 Grundstücke erweitert. Durch den Einbezug des Goldsteinparks in das Areal der Landesgartenschau 2010 wird dieser derzeit grundlegend renoviert und das Viertel wird eine weitere Aufwertung erfahren.

Taubenbaum:


Lee Boulevard:

[Bearbeiten] Geschichte

Blick aus Friedberg auf Bad Nauheim

[Bearbeiten] Erste Siedlungen

Schon vor über 4.000 Jahren gab es Besiedelungen an der Stelle, an der später Nauheim gegründet wurde. Die altzeitliche Siedlung wuchs und wurde wohl sehr wohlhabend, als die Kelten aus dem Wasser der auch heute noch sprudelnden Quellen Salz gewannen. In den letzten Jahren (ab etwa 1997) wurden bei archäologischen Grabungen im Zentrum der Stadt Teile einer riesigen keltischen Salinenanlage freigelegt, deren durch den Salzgehalt des Bodens gut konservierte hölzerne Leitungs- und Beckensysteme eine Salzgewinnung in bereits industriellem Maßstab dokumentieren.

[Bearbeiten] Erste urkundliche Erwähnung

Um 900 wurde Nauheim als „Niwiheim“ erstmals in einem Zinsregister des Klosters Seligenstadt erwähnt. Im 14. Jh. wurde die Saline erstmals erwähnt und gelangte zu Beginn des 18. Jh. zur Blüte. Die Einführung der Schwarzdorngradierung war entscheidend, denn somit konnte der Holzverbrauch drastisch reduziert werden.

[Bearbeiten] Entwicklung als Heilbad

In der Mitte des 19. Jh. entwickelte sich die Balneologie und Bad Nauheim wurde ein Heilbad für Herz- Kreislauf- Erkrankungen. Die Besonderheit lag in der Entdeckung und Anwendung der heilsamen Wirkung der natürlich vorkommenden Kohlensäure in der Thermalsole. 1854 erhielt Bad Nauheim Stadtrechte. Entscheidend für die Entwicklung der Stadt zu einem Kurbad von zeitweise internationaler Bedeutung war der Umstand, dass das seit 1806 kurhessische Nauheim im Jahre 1866 infolge des preußisch-österreichischen Krieges und der Annexion des Kurfürstentums Hessen-Kassel durch Preußen im Zuge eines Gebietsausgleichs an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt fiel. Der großherzogliche Hof förderte den Ausbau der Kureinrichtungen in Bad Nauheim intensiv und unter Einsatz enormer finanzieller Mittel. 1869 erhielt die Stadt den Namenszusatz „Bad“.

Als Kurort hatte Bad Nauheim um 1900 Weltrang mit Tausenden von Gästen. Die Kur diente nicht nur gesundheitlichen Zwecken, sondern auch der Geselligkeit mit internationaler Prominenz. Die gewandelten hygienischen und ästhetischen Vorstellungen machten um die Jahrhundertwende die Einrichtung neuer Badehäuser unumgänglich. Großherzog Ernst Ludwig zu Hessen und bei Rhein, in dessen Großherzogtum Bad Nauheim lag, war fortschrittlich und kunstsinnig. Der Großherzog dachte auch wirtschaftlich, so sollte Kunst und ein viel versprechender Wirtschaftszweig nach dem Motto werden: „Mein Hessenland blühe und gedeihe und in ihm die Kunst.“ Bad Nauheimer Neubauten sollten dies anschaulich machen.

Unter der Leitung des Großherzoglichen Regierungsbauinspektors Wilhelm Jost kommt es zwischen 1901/1902 bis 1912 zu einer einheitlichen Gestaltung der Bade-, Kur- und Wirtschaftsanlagen. Zunächst erbaute Jost 1902 inmitten des Kurparks ein Inhalatorium, heute Stadtbücherei.

Zwischen 1905 und 1912 erbaute Jost als neues Herz der Kuranlagen den Sprudelhof, Bad Nauheims Wahrzeichen und wichtigstes Baudenkmal. Der riesige Gebäudekomplex, der um die drei als Sprudel aus der Erde tretenden, von Jost neu gefassten heißen Heilquellen gruppiert ist, beherbergt insgesamt 240 Badezimmer, darunter luxuriös ausgestattete Fürstenbäder. Mit seinen reich verzierten Badehäusern, den üppig ornamentierten Wartesälen und Schmuckhöfen zählt er zu den eindrucksvollsten Zeugnissen des deutschen Jugendstils. Schmuckhöfe und Warteräume der sechs Badehäuser wurden individuell mit zahlreichen künstlerischen Details gestaltet. Die Ornamentik der Brunnen, Figuren und Dekore bezieht sich auf das Wasser als gesundheitsspendende Kraft. Besonders eindrucksvoll sind die prachtvollen Glasmalereien der vielen hundert Jugendstilfenster. Um einen möglichst effizienten Ablauf des Kurbetriebs zu gewährleisten und das elitäre Publikum nicht durch Reinigungs- und Transportarbeiten in seiner Erholung stören zu müssen, wurde der Sprudelhof mit einem komplexen Labyrinth unterirdischer Anlagen versehen; sämtliche Badewannen konnten, für die Kurgäste unsichtbar, nach Gebrauch mechanisch in den Böden der Badehäuser versenkt werden, um in den Versorgungsgängen gereinigt zu werden. Über lange Verbindungsstollen wurden die notwendigen Versorgungsgüter unterirdisch in den Sprudelhof gebracht und sogar die beim Badebetrieb anfallende Wäsche zu einer außerhalb der Innenstadt gelegenen Großwäscherei transportiert.

Zwischen 1910 und 1912 entstand die Trinkkuranlage. Die hufeisenförmige Anlage umschließt einen Innenhof mit einer Trinkhalle, Wandelgängen und einer großen Konzertmuschel, der ein rechteckiges Wasserbecken vorgelagert ist. Am Ende der westlichen Wandelhalle befindet sich der Kurbrunnen. Mit einem Gang verbunden ist die Trinkhalle in deren Mitte ein achteckiger Brunnen mit goldener Kuppel und Bekrönung heilkräftige Wasser spendet.

Die Bahnhofsallee, Blick vom Sprudelhof

Auch das 1862–64 erbaute Kurhaus wurde in dieser Zeit umgestaltet und ausgebaut: Terrasse und Kurgarten wurden erweitert, ein Musiktempel errichtet. Ein reich mit abstrakten und figürlichen Jugendstil-Malereien geschmückter Konzertsaal wurde erbaut. Um das Stadtzentrum mit den Kuranlagen entstanden Villenviertel und zahlreiche luxuriöse Hotelneubauten, darunter mit „Carlton“, „Bristol“, „Waldorf-Astoria“ und „Kaiserhof“ große Etablissements internationaler Hotelkonzerne. Unter der Leitung Josts entstand auch eine für jene Zeit äußerst fortschrittliche technische Infrastruktur; Bad Nauheim erhielt u. a. ein eigenes Elektrizitätswerk und ein Heizwerk, das die größeren Gebäude im gesamten Stadtgebiet mit Fernwärme versorgte. Die dazu erforderlichen Einrichtungen wurden in einem von Jost entworfenen Jugendstil-Gebäudekomplex zusammengefasst, der annähernd unverändert erhalten geblieben ist und mit seiner Einmaligkeit ein bedeutendes Architekturdenkmal darstellt.

Jahrzehnte lang kamen prominente Gäste zur Kur. Bereits 1859 hatte sich Otto von Bismarck in Bad Nauheim einer Wasserkur unterzogen; nach 1871 folgten u. a. das deutsche und das österreichische Kaiserpaar, der bulgarische Zar Ferdinand I., Alfred Krupp, August Bebel, Richard Strauss und Karl May. 1891 hielt sich der damals neunjährige spätere US-Präsident Franklin D. Roosevelt mit seinen Eltern für mehrere Monate in Bad Nauheim auf und besuchte sogar für einige Zeit die öffentliche Volksschule, an deren Gebäude heute eine Gedenktafel auf den berühmten Schüler hinweist. Besonderes Aufsehen erregte im Jahre 1910 der Kuraufenthalt der russischen Zarenfamilie; eine um 1900 geweihte russisch-orthodoxe Kirche mit bis heute aktivem Gemeindeleben erinnert an die Beliebtheit der Stadt bei Kurgästen aus Osteuropa.

In der Weimarer Zeit behielt Bad Nauheim seinen Ruf als mondänes Luxusbad; neben zahlreichen Mitgliedern des exilierten russischen Hochadels fanden sich bald auch wieder Prominente aus den USA in Bad Nauheim ein, darunter die Schauspielerinnen Marion Davies und Lillian Gish sowie der Pressemagnat William Randolph Hearst. Zu ihnen gesellten sich Berühmtheiten wie Albert Einstein, Erich Kästner, Rabindranath Tagore und Hans Albers. In den eleganten Hotelbars spielten bekannte Tanzorchester der Weimarer Zeit, darunter das in Bad Nauheim gegründete Orchester Bernhard Etté; auch die Comedian Harmonists gastierten in der Stadt.

In Bad Nauheim spielten auch zahlreiche Schachspieler wie z.B.: Tal, Keres und Aljechin ihre Partien.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden in den Kureinrichtungen und mehreren beschlagnahmten Hotels große Lazarette eingerichtet, darunter auch solche für kriegsgefangene alliierte Offiziere. Vermutlich aus diesem Grunde blieben Luftangriffe auf die Stadt weitestgehend aus. Bad Nauheim überstand den Krieg ohne nennenswerte Schäden und verfügte über eine intakte Strom- und Wärmeversorgung. In den ersten Nachkriegsmonaten richteten sich daher mehrere militärische und zivile Verwaltungsstellen der US-Zone in Hotels und Villen ein, darunter die Nachrichtenagentur DANA, eine Vorläuferinstitution der dpa. Auch der Hessische Rundfunk begann seinen Sendebetrieb aus Studios in Bad Nauheim.

In den 50er Jahren erlebte der Glanz des Prominentenbades eine kurze Renaissance: von Oktober 1958 bis März 1960 lebte der formell im benachbarten Friedberg als Soldat stationierte Elvis Presley in Bad Nauheim. 1959 hielt sich Saud ibn Abd al-Aziz, König von Saudi-Arabien, mit großem Hofstaat in der Stadt auf; in den 60er Jahren folgten viele weitere Würdenträger aus dem arabischen Raum. Unterdessen wandelte sich jedoch das Gesicht der Stadt. Durch die neu geschaffenen Sozialsysteme wurden Kuraufenthalte in großem Umfang auch ärmeren Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht. Die Zahl der Kurgäste stieg daher enorm, mehrere große Kliniken der Sozialversicherungsanstalten wurden gebaut, während der Ruf der Stadt als Treffpunkt der internationalen High Society allmählich verblasste.

Infolge der Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen verlor auch der Krankenkassen-Kurbetrieb seit Mitte der 80er Jahre mehr und mehr an Bedeutung; neue Behandlungsmethoden der Heilung von Herz-Kreislauferkrankungen machten die teuren Kuraufenthalte medizinisch überflüssig. Seinen Status als Gesundheitsstadt sichert Bad Nauheim heute vorwiegend durch mehrere große Krankenhäuser und Spezialkliniken. Die Herzforschung und damit verbundenen Kongresse und Tagungen haben hier eine lange Tradition; die Stadt beherbergt u. a. das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (W.G. Kerckhoff-Institut).

[Bearbeiten] Einwohner

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998: 29.806
  • 1999: 30.017
  • 2000: 30.199
  • 2001: 30.459
  • 2002: 30.411
  • 2003: 30.342
  • 2004: 30.365
  • 2005:
  • 2006: 30.929

[Bearbeiten] Religionen und Konfessionen

[Bearbeiten] Die jüdische Gemeinde

Die Anfänge jüdischen Gemeindelebens in Nauheim datieren wie in vielen Ortschaften der Wetterau in das ausgehende Mittelalter, vermutlich ins 14. Jahrhundert. Von 1468 bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts lebten einige wenige jüdische Familien in dem damals noch unbedeutenden Dorf; im 18. Jahrhundert siedelte sich erneut eine kleine jüdische Gemeinde an. Erst mit Beginn des Aufstiegs der Stadt zu einem Kurort von internationalem Rang nahm ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Zahl der in Bad Nauheim lebenden Juden stark zu; zahlreiche jüdische Ärzte und Geschäftsleute ließen sich in der aufstrebenden Badestadt nieder; 1867 wurde eine erste Synagoge eingeweiht. In den Jahrzehnten vor dem 1. Weltkrieg kamen besonders viele orthodoxe Juden aus ganz Europa zu Kuraufenthalten nach Bad Nauheim; die Einrichtung einer jüdischen Kinderheilstätte, israelitischer Männer- und Frauenkurheime trugen den Bedürfnissen der Gäste Rechnung.

Aufgrund der Beliebtheit der Stadt bei jüdischen Kurgästen und des zahlenmäßigen Wachstums der ortsansässigen jüdischen Gemeinde entschloss man sich Ende der 20er Jahre zu einem Synagogenneubau. Das 1929 fertiggestellte repräsentative Gotteshaus wurde in damals äußerst fortschrittlichen Architekturformen im Stil der neuen Sachlichkeit gestaltet; das Gebäude zählt zu den letzten in Deutschland vor dem Beginn der NS-Diktatur errichteten Synagogen.

Nach Hitlers Machtergreifung ging die Zahl der jüdischen Einwohner Bad Nauheims nach kurzzeitigem Anstieg schnell zurück, da Repressionen und der Boykott der ortsansässigen jüdischen Einzelhandelsgeschäfte viele Familien zur Auswanderung zwangen. Bei dem Pogrom vom 9. November 1938 wurde die Synagoge geschändet und die Inneneinrichtung stark beschädigt; das erst neun Jahre alte Gebäude blieb jedoch erhalten und wurde in den folgenden Jahren als Lagerhaus zweckentfremdet. 1942 erfolgte die Deportation der etwa 100 noch in der Stadt lebenden Juden in die Vernichtungslager.

Unmittelbar nach der Besetzung der Stadt durch US-amerikanische Truppen im Frühjahr 1945, noch vor der Kapitulation des NS-Regimes, fand in der provisorisch wiederhergestellten Synagoge unter der Leitung eines amerikanischen Feldgeistlichen der erste jüdische Gottesdienst im befreiten Teil Deutschlands statt. Mit Unterstützung der amerikanischen Besatzungsstellen entstand unter Mitarbeit von US-Soldaten, Holocaust-Überlebenden und zurückgekehrten Emigranten bald eine neue jüdische Gemeinde. Die Synagoge wurde renoviert; eine umfangreiche Sanierung folgte in den 80er Jahren. Die jüdische Gemeinde entwickelte sich in den Jahrzehnten nach Gründung der Bundesrepublik zu einem wichtigen, am Kulturleben der Stadt in vielfältiger Weise beteiligten Faktor des gesellschaftlichen Lebens; gegenwärtig (Frühjahr 2006) gehören ihr etwa 350 Gläubige an. Bad Nauheim ist Sitz des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Buber-Rosenzweig-Stiftung; im Jahre 2005 fand die bundesweit beachtete Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an den Dirigenten Daniel Barenboim im Bad Nauheimer Kurtheater statt.


[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,8 15 42,9 19
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,2 7 28,9 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,7 4 9,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 6,4 3 6,1 3
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 21,6 10 12,4 6
3B Bürger-Bündnis Bad Nauheim 11,9 5
WIR Liste WIR 1,3 1
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 0,7 0
Gesamt 100,0 45 100,0 45
Wahlbeteiligung in % 38,9 44,3

Stadtverordnetenvorsteher: Friedrich-Karl Feyerabend

[Bearbeiten] Bürgermeister

Bernd Witzel (UWG) wurde am 12. Juni 2005 im zweiten Wahlgang mit 58,0 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 44,1 %.

Hauptamtlicher Magistrat:

  • Bernd Witzel (Bürgermeister, UWG)
  • Erster Stadtrat: Armin Häuser (CDU)

[Bearbeiten] Wappen

Auf dem Wappen ist ein Schild zu erkennen, den ein mit neun silbernen Salzkristallen bestückter Balken horizontal halbiert. Auf der oberen Hälfte ist vor blauem Hintergrund ein golden gekrönter und golden bewehrter, fünfmal von rot und silber geteilter Löwe erkennbar und unten vor schwarzem Hintergrund ein silberner Sprudel über silbernem Becken.

Die Salzkristalle heben die besondere Bedeutung der Gradierbauten (Holzkonstruktionen) für Bad Nauheim hervor. Der rot-silberne Löwe ist das Wappentier des Landes Hessens, wiederzufinden im hessischen Wappen. Der Sprudelhof ist ein Wahrzeichen Bad Nauheims.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Bad Nauheim unterhält Partnerschaften mit Buxton in der englischen Grafschaft Derbyshire, mit dem französischen Chaumont im Département Haute-Marne, mit dem belgischen Oostkamp in Westflandern sowie mit dem thüringischen Bad Langensalza.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Die Volkssternwarte

Im Turm einer spätgotischen Kirchenruine auf dem Johannisberg ist die Volkssternwarte Wetterau untergebracht.

[Bearbeiten] Sprudelhof, Jugendstil in Bad Nauheim

Der Sprudelhof gilt, zusammen mit der Trinkkuranlage und den zugehörigen technischen Gebäuden, als ein hervorragendes Beispiel des Jugendstils und stellt eines der gelungensten und geschlossensten Bauwerke dieser Stilepoche da. Er wurde in den Jahren 1906–1911 auf Veranlassung des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein durch Regierungsbaumeister Wilhelm Jost erbaut. Bei der künstlerischen Ausgestaltung der Nauheimer Bade- und Kuranlagen wirkten mehrere Künstler der Darmstädter Künstlerkolonie mit: u. a. Albin Müller, Wilhelm Kleukens, Heinrich Jobst und Ernst Riegel. Die Skulpturen am Großen Sprudelbecken wurden 1978 erneuert. Wegen seines einzigartigen und relativ gut erhaltenen Ensembles von Jugendstil-Bauten ist Bad Nauheim als einzige deutsche Stadt Mitglied im Réseau Art Nouveau Network, in dem 19 europäische Städte zusammengeschlossen sind.

[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen

Als Heilbad und Gesundheitszentrum von internationalem Rang verfügt Bad Nauheim über eine Vielzahl attraktiver Freizeiteinrichtungen.

Beliebtestes innerstädtisches Erholungsareal ist der historische Kurpark mit seinem alten Baumbestand und dem Großen Teich, einem im 18. Jahrhundert als Wasserreservoir angelegten kleinen Stausee, auf dem im Sommer Bootsfahrten angeboten werden und alljährlich die traditionelle Großherzog-Ernst-Ludwig-Ruderregatta stattfindet. Im Park befindet sich der heute von einer internationalen Hotelkette als Luxusherberge betriebene Gebäudekomplex des Kurhauses mit seiner repräsentativen Freitreppe und dem prachtvoll ausgestatteten Jugendstil-Kurtheater.

Am Eingang aus Richtung der stadtnahen Kolonnaden liegt im Kurpark das Gelände des traditionellen Tennisclubs Rot-Weiss Bad Nauheim e.V. mit seinen sechs Rotsand-Außenplätzen. Gäste sind als Spieler ebenso auf der Anlage willkommen, wie im ganzjährig bewirteten Clubrestaurant.

An den Kurpark grenzt der Golfplatz des Golfclubs Bad Nauheim. Das vor mehr als 100 Jahren angelegte Gelände zählt zu den ältesten erhaltenen deutschen Golfplätzen; sein um 1900 im englischen Kolonialstil aus Holz erbautes weißes Clubhaus mit pittoresken Türmchen und Arkaden gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt.

Neben dem Kurpark verfügt die Stadt über zwei weitere große Parkanlagen: der modern gestaltete Südpark wird insbesondere von den Patienten der umliegenden Kliniken und Sanatorien zu erholsamen Spaziergängen genutzt. Der außerhalb der Innenstadt gelegene Goldsteinpark mit seinem historischen, einem römischen Limes-Wachturm nachempfundenen Aussichtsturm wird derzeit als Veranstaltungsgelände für die Hessische Landesgartenschau 2010 neu konzipiert.

Gemeinsam mit der Nachbarstadt Friedberg wird ein zwischen beiden Gemeinden in der Talaue der Usa gelegenes großes Freizeitbad betrieben. Das Anfang der 80er Jahre errichtete Usa-Wellenbad verfügt über einen Hallenkomplex mit 50-m-Wellenbecken, Kinderbecken, Badebrunnen, „Black Hole“-Wasserrutschbahn und großem Wellness-Bereich nebst Restaurant. In den Sommermonaten lockt zusätzlich ein Freibad mit drei Becken und großer Liegewiese die Besucher.

Gästen, die die Heilkraft der Bad Nauheimer Sole nutzen möchten, steht zudem mit der Therme am Park ein in der Innenstadt gelegenes modernes Thermalsole-Hallenbad zur Verfügung, das neben einem Außen- und zwei Innenbecken auch ein Solarium und einen Saunabereich nebst Gastronomie bietet.

Das Colonel-Knight-Eisstadion, Spielstätte des überregional bekannten Eishockeyclubs Rote Teufel Bad Nauheim, wurde im Jahre 1946 auf Weisung des lokalen Befehlshabers der amerikanischen Besatzungsstreitmacht mitten im Stadtgebiet am Rande des Kurparks erbaut. Im Sommer finden hier die Bundesligaspiele der Inlinehockeymannschaft der „Bad Nauheim Grizzlys“ statt. Aufgrund hoher Betriebskosten und erheblichen Sanierungsbedarfs ist die Zukunft der technisch veralteten Anlage derzeit ungewiss.

Westlich grenzt die Stadt an ein großes Waldgebiet, das von einem dichten Wanderwegenetz durchzogen ist. Dort befindet sich auch das Areal des Bad Nauheimer Waldstadions, das während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 von der saudi-arabischen Nationalmannschaft als Trainingsgelände genutzt wurde. An den bewaldeten Hängen des Johannisbergs begegnet der Spaziergänger den Spuren der Bad Nauheimer Vor- und Frühgeschichte. Von der Terrasse des auf dem Gipfelplateau gelegenen Restaurants bietet sich dem Betrachter eine großartige Aussicht auf die Stadt und die östliche Wetterau. Auf dem Hang unterhalb wird seit dem Jahr 1999 auf einer Fläche von ca. 3000 m² wieder Wein angebaut. Diese Fläche wird vom „Freundeskreis Weinanbau Bad Nauheim“ gepflegt, der damit die jahrhundertealte Tradition des Weinanbaus an dieser Stelle wieder aufgegriffen hat.

Ein Freizeit- und Kulturprogramm für Kinder und Jugendliche wird im Kinder- und Jugendhaus "Alte Feuerwache" geboten. Die vorherige Einrichtung wurde von Anfang der 80er Jahre bis 2006 im Rahmen eines Selbstverwaltungsmodells betrieben. Nachdem die entsprechenden Verträge zum Ende des Jahres 2006 gekündigt wurden, kam es zu Ausschreitungen, in deren Verlauf durch autonome Gruppen zahlreiche Sachbeschädigungen begangen wurden.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Bad Nauheim hat eine eigene Autobahn-Anschlussstelle an der A5, der Ortsteil Nieder-Mörlen ist erreichbar durch die Anschlussstelle von Ober-Mörlen an der gleichen Autobahn. Um Bad Nauheim herum führen als Umgehung gemeinsam die Bundesstraße 3 und Bundesstraße 275

Am Bahnhof von Bad Nauheim halten sämtliche Züge der Regionalbahn-Strecke Friedberg–Gießen (Siehe dazu Main-Weser-Bahn) sowie des Mittelhessen-Express. Weiterhin halten dort die Regionalexpress-Züge Frankfurt–Siegen, jedoch nicht die RE von und nach Kassel, dazu muss man, genauso um zur S-Bahn Frankfurt sowie den Intercityzügen zu gelangen, vorher nach Friedberg (Hessen) fahren. Zwischen den Bahnhöfen Friedberg und Bad Nauheim pendeln zusätzlich verschiedene Buslinien, Zum Teil über die Bad Nauheimer Ortsteile Schwalheim, Rödgen usw. In Bad Nauheim selbst fahren Vier verschiedene Stadtbuslinien (11,12,14,15), und fahren dabei auch sämtliche Bad Nauheimer Dörfer an. Meist fahren diese Mo–Fr. + Sa. Vormittag im 30 bzw. 60min Takt, Sa. nachmittag und So. im 60 bzw 120min Takt


[Bearbeiten] Bildung

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die am Ort gewirkt haben

  • Werner Flach (* 1936), Hauptamtlicher Stadtrat in Bad Nauheim und ehemaliger Abgeordneter des Hessischen Landtags (CDU)
  • Fritz Geißler (1903-1960), Bürgermeister von Bad Nauheim (FDP) vom 1. Juli 1954 bis zum 13. Juni 1960
Elvis-Presley-Denkmal in Bad Nauheim
  • Vom 1. Oktober 1958 bis 2. März 1960 war Elvis Presley im benachbarten Friedberg stationiert. Er wohnte während dieser Zeit zunächst im mittlerweile abgerissenen Hilbert’s Park Hotel, dann im Hotel Villa Grunewald und in den letzten 12 Monaten in einem gemieteten Privathaus in der Goethestraße 14. Ein kleines Denkmal und ein nach ihm benannter Platz – angelegt vor dem Hotel Villa Grunewald und gegenüber vom Kurhaus – erinnern an ihn und diese Zeit.
  • Franklin D. Roosevelt, der spätere 32. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (USA), verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Europa, da sein Vater hier beruflich viel unterwegs war. Zwischen 1891 und 1896 besuchte Roosevelt mehrere Monate lang die Schule in Bad Nauheim.

[Bearbeiten] Literatur

  • Susann Barczikowski: In bester Gesellschaft – Persönlichkeiten aus Bad Nauheim. Mit Texten von Susann Barczikowski und Fotografien von Winfried Eberhardt. PR Medienservice und Verlag, Bad Nauheim 2004. ISBN 3-00-014281-9
  • Hiltrud A. M. Hölzinger, Christina Uslular-Thiele: Jugendstil in Bad Nauheim. Geleitwort Bernd Rohde, Vorwort Gerd Weiß, Nachwort Gert Selle. Mit 17 Künstler-Biografien. Langewiesche, Königstein i. Ts. 2005. ISBN 3-7845-7100-X (dt./engl.)
  • Magistrat der Stadt Bad Nauheim (Hrsg.): planen&bauen in Bad Nauheim, Bad Nauheim, 2007

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Kategorie Bad Nauheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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