Bad Rippoldsau-Schapbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach
Bad Rippoldsau-Schapbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach hervorgehoben
48.3894444444448.3122222222222501Koordinaten: 48° 23′ N, 8° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Freudenstadt
Höhe: 501 m ü. NHN
Fläche: 73,14 km²
Einwohner: 2155 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77776
Vorwahlen: 07440, 07839
Kfz-Kennzeichen: FDS, HOR
Gemeindeschlüssel: 08 2 37 075
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
77776 Bad Rippoldsau-Schapbach
Webpräsenz: www.bad-rippoldsau-schapbach.de
Bürgermeister: Bernhard Waidele (CDU)
Lage der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach im Landkreis Freudenstadt
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Über dieses Bild

Bad Rippoldsau-Schapbach ist das höchstgelegene Mineral- und Moorbad des Schwarzwaldes und eine Gemeinde im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in 370 bis 950 Meter Höhe im Wolftal 15 km südwestlich von Freudenstadt am Südabhang des Kniebis.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach besteht aus den beiden ehemaligen Gemeinden Bad Rippoldsau und Schapbach mit insgesamt 35 Dörfern, Zinken, Höfen und Häusern.

Zur ehemaligen Gemeinde Bad Rippoldsau gehören die Zinken Absbach (Apsbach), Burgbach, Dollenbach, Holzwald, Klösterle, Reichenbach, Vor Seebach und Wolf, die Siedlung Althaus und die Häuser An der Talstraße, Beim Bad, Bergle, Gaisbach, Grafenbach, Kastelbach, Schwabach, Tös, Vor Burgbach und Vor Dollenbach. Zur ehemaligen Gemeinde Schapbach gehören das Dorf Schapbach, die Zinken Glaswald, Hirschbach, Holdersbach, Salzbrunnen, Seebach, Sulz und Wildschapbach, die Gemeindeteile Obertal und Untertal und die Häuser Bäch, Kupferberg, Löchle, Rinken, Schwarzenbruch, Settig, Steig und Vor Seebach.

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Schapbach liegt die Wüstung Schmiedsberg sowie das Schlössle, Standort einer 1428 erwähnten Burg.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Rippoldsau wurde erstmals 1179 urkundlich erwähnt. Die erste Erwähnung von Schapbach erfolgte 1220. Beide Gemeinden gehörten zum Besitz derer von Fürstenberg, die es 1803 im Rahmen der Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses an das Großherzogtum Baden abtreten mussten. In Baden kamen Rippoldsau und Schapbach zum Bezirksamt Wolfach, aus dem 1939 der Landkreis Wolfach entstand. Als einzige Gemeinden dieses Landkreises kamen sie 1973 zum Landkreis Freudenstadt. Am 1. Juli 1974 erfolgte die Vereinigung der Gemeinden Bad Rippoldsau und Schapbach zur Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach.
siehe auch Romburg

Die katholische Pfarrkirche St. Cyriak in Schapbach

Religionen[Bearbeiten]

In Rippoldsau wurde 1537 von Graf Wilhelm von Fürstenberg die Reformation eingeführt, aber bereits 1549 wieder zurückgenommen, sodass der Ort und vor allem das dort befindliche Priorat wieder römisch-katholisch wurden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: Bad Rippoldsau: 1.228; Schapbach: 1.402
  • 2005: 2.349
  • 2012: 2.222 Bad Rippoldsau: 892; Schapbach: 1.330

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
FWV Freie Wählervereinigung 58,3 7 43,9 5 41,7 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 41,7 5 56,1 7 46,4 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 11,9 1
Gesamt 100 12 100 12 100 12
Wahlbeteiligung 65,1 % 69,3 %


Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist nur über Landesstraßen zu erreichen. Über die L96 ist ein Anschluss an die Bundesstraße 28 gegeben.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Peterstaler Mineralquellen
  • Schwarzwaldklinik Bad Rippoldsau Trägergesellschaft (seit 16. April 2011 bis auf Weiteres geschlossen)

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Mineral-Thermalbad 32 °C in Bad Rippoldsau (seit 16. April 2011 bis auf Weiteres geschlossen)
  • Freibad in Schapbach
  • Beachvolleyballplätze in beiden Ortsteilen
  • Minigolfanlagen in beiden Ortsteilen
  • Kunstrasenfußballplatz
  • Tennisplätze (Sand)
  • Leichtathletikanlage in Schapbach
  • Alternativer Wolf- und Bärenpark Schwarzwald. Besichtigung von Wölfen und Bären in gestalteter Natur
Bad Rippoldsau: Wallfahrtskirche Mater Dolorosa im Weinbrenner-Stil

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Wallfahrtskirche Mater Dolorosa in Bad Rippoldsaue wurde 1829 von dem Weinbrenner-Schüler Christoph Arnold errichtet. Sie gilt hinter den beiden Karlsruher Gotteshäusern Friedrich Weinbrenners als drittschönste Kirche des klassizistischen Weinbrenner-Stiles in Baden. Beachtlich ist vor allem ihre Ausführung als Doppel-Turm-Anlage, eine Rarität im Weinbrenner-Klassizismus (insgesamt nur drei Ausführungen). Monumental ist auch der den Eingang freigebende Triumphbogen. Den Reiz dieses Kleinods vollendet das Zusammenspiel mit der Enge des Tales und der Kontrast der strengen Formensprache der Architektur mit der Weichheit der umgebenden Natur. Über dem Hauptaltar der Kirche befindet sich das Wallfahrtsbild, eine Skulptur der schmerzhaften Gottesmutter. Hauptwallfahrtstag ist der Schmerzensfreitag vor dem Palmsonntag.
  • Katholische Pfarrkirche St. Cyriak in Schapbach: Gotische, mehrfach erweiterte Kirche mit Doppelturmfassade im Westen.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Wanderwege[Bearbeiten]


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Georg Gaisser (1595–1655), Prior in St. Nikolaus und Herr im Klosterbad Rippoldsau während des Dreißigjährigen Krieges
  • Christian Haldenwang (1770–1831), Künstler und Kupferstecher, bestattet in Bad Rippoldsau
  • Christoph Arnold (1779–1844), Architekt, Erbauer der Rippoldsauer katholischen Kirche
  • Joseph Victor von Scheffel (1826–1887), Schriftsteller, Dichter von Die Entstehung von Rippoldsau oder die Geschichte von Bruder Rippold und Die Schweden in Rippoldsau
  • Heinrich Hansjakob (1837–1916), Schriftsteller, Autor zahlreicher Erzählungen über das Wolftal
  • Marc Rosenberg (1852-1930), Kunsthistoriker, Philologe und Sammler, Besitzer des "Schlössle" auf dem Schmiedsberg in Schapbach, wo Teile seiner Sammlungen untergebracht waren[3]
  • Otto Goeringer (1853–1920), Hotelier und Betreiber des Kurbads
  • Rainer Maria Rilke (1875–1926), Lyriker, Kurgast in Bad Rippoldsau
  • Anna Schmid (1928–2010), langjährige Leiterin des Rippoldsauer Altenwerkes, Trägerin des Bundesverdienstordens
  • Adolf J. Schmid (1934-2011), Historiker, Heimatforscher, Verfasser mehrerer Chroniken über das obere Wolftal, Ehrenbürger der Gemeinde
  • Ralf Bernd Herden (*1960), Rechtsanwalt, Lehrbeauftragter, Publizist, Historiker, Bürgermeister von 1991-2007

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Geiger: Vom Rippoldsauer Sauerbrunnen. Faksimiledruck des Textes von 1591. Hrsg. Sabine Schmid-Geiges. Freiburg 1991.
  • Ralf Bernd Herden: Irma Goeringer - die vergessene Literatin von Bad Rippoldsau. In: Die Ortenau, Jahrgang 2013, S. 195-216.Text auf der Internetseite der Hochschule Kehl: [1] (PDF; 506 kB)
  • Ralf Bernd Herden: Der Hofstaat des Führerhauptquartiers (auf dem Kniebis). In: Die Ortenau, Jahrgang 2013, S. 443-452.
  • Ralf Bernd Herden: Anmerkungen zur Verkehrsgeschichte des Wolftales. In: Die Ortenau. Jahrgang 1996, S. 661-664.
  • Ralf Bernd Herden: 1222 – 1997, 775 Jahre Schapbach : ein Blick auf die Entwicklung und Geschichte unseres Schwarzwalddorfes. In: Badische Heimat. – 78. 1998. – S. 293–298.
  • Ralf Bernd Herden: Bad Rippoldsau-Schapbach Die Modellgemeinde im Naturpark Schwarzwald. In: Badische Heimat. 2002, S. 121 ff.
  • Ralf Bernd Herden: Bad Rippoldsau und die badische Konsensunion. In: Die Ortenau. Jahrgang 2005, S. 135-142.
  • Ralf Bernd Herden: Der Karsamtagsmord von 1945 in Bad Rippoldsau. In: Die Ortenau. Jahrgang 2012, S. 173-198.
  • Ralf Bernd Herden: Refugium für Tier und Mensch : In Bad Rippoldsau-Schapbach soll ein Bärenpark entstehen. Jahrbuch für den Landkreis Freudenstadt 2007, S. 59.
  • Ralf Bernd Herden: Das „Führerhauptquartier Tannenberg“ auf dem Kniebis. In: Martin Ruch (Hrsg.): Die Ortenau. Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden. 82. Jahresband 2002, Bühl 2002, S. 681–684.
  • Ralf Bernd Herden: Der "Hofstaat" des Führerhauptquartiers : mit dabei in Tannenberg ... Freudenstädter Heimatblätter 36.2005.11. S. 4
  • Ralf Bernd Herden: Diplomatenausflug anno 1937 : "Ehrengäste des Führers" im Wolftal. Jahrbuch für den Landkreis Freudenstadt 2004, S. 161
  • Ralf Bernd Herden: 1908: Mord in der Sommerfrische : wie ein Gast am Glaswaldsee Opfer eines Raubmordes wurde. Freudenstädter Heimatblätter 34.2003.10. S. 1
  • Ralf Bernd Herden: Geschichte und Bedeutung der schmerzhaften Gottesmutter von Bad Rippoldsau. Freudenstädter Heimatblätter 35.2004,2 – S. 4
  • Ralf Bernd Herden: Mord in Schapbach Jahrbuch für den Landkreis Freudenstadt 2003, S. 175
  • Ralf Bernd Herden: Das Schwarzwalddorf Schapbach: Ein Blick auf die Entwicklung. Jahrbuch für den Landkreis Freudenstadt 1999/2000, S. 117
  • Ralf Bernd Herden: 775 Jahre Schapbach: Entwicklung und Geschichte eines Schwarzwalddorfes. Die Gemeinde, Organ des Gemeindetags Baden-Württemberg, 121.1998, S. 143
  • Adolf Schmid: Kloster und Pfarrei Bad Rippoldsau – eine heimatgeschichtliche Studie. Hrsg.: Kath. Pfarramt Bad Rippoldsau. 1965.
  • Adolf Schmid: Bad Rippoldsau – 800 Jahre Heimatgeschichte. Hrsg.: Gemeinde Bad Rippoldsau. 1966.
  • Adolf Schmid: Bad Rippoldsau – Geschichte eines Schwarzwälder Kurtales. Selbstverlag der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach, 1979.
  • Adolf Schmid: Das Projekt Wolftalbahn – Ein verhinderter Fortschritt zu Beginn unseres Jahrhunderts? In: Die Ortenau. Jahrgang 1983, S. 175 ff.
  • Adolf Schmid: Rilke in Rippoldsau: 1909 und 1913 – Sympathische Seiten im Gästebuch des verlässlichen Kurtales. Selbstverlag, Freiburg 1984.
  • Sabine und Adolf Schmid: Bad Rippoldsau in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel Niederlande 1987.
  • Adolf Schmid: Wie einstmals …? – J. V. von Scheffel in Rippoldsau. Selbstverlag, Freiburg 1988.
  • Adolf Schmid: Schapbach im Wolftal – Chronik einer Schwarzwaldgemeinde. Hrsg.: Gemeindeverwaltung Bad Rippoldsau-Schapbach. 1989.
  • Adolf Schmid: Hansjakob und das Wolftal – Ein Lesebuch. Selbstverlag, Freiburg 1992.
  • Adolf Schmid: Lehrerbildung im Kurbad – 1941–1947: Turbulente Jahre in Bad Rippoldsau. In: Die Ortenau. Jahrgang 1997, S. 559 ff.
  • Adolf Schmid: Reformen ja, aber Revolution? Das obere Wolftal 1848/49. In: Die Ortenau. Jahrgang 1999, S. 341 ff.
  • Adolf Schmid: Der Kniebis und seine katholische Kirche St. Josef. Schillinger, Freiburg 1999.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Rippoldsau-Schapbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 629–631
  3. Hermann Fautz: Das Schlößle auf dem Schmiedsberg. In: Die Ortenau 1970, 330-333.