Bad Säckingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Säckingen
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Bad Säckingen hervorgehoben
Koordinaten: 47° 33′ N, 7° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 291 m ü. NN
Fläche: 25,34 km²
Einwohner: 16.815 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 664 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 79701–79713
Vorwahl: 07761
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 096
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 1
79713 Bad Säckingen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Martin Weissbrodt

Bad Säckingen ist eine Kurstadt im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg (Deutschland) am Hochrhein, ca. 35 km flussaufwärts von Basel gelegen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Bad Säckingen liegt am Rhein, der hier die Grenze zur Schweiz ist. Die Stadt befindet sich am südlichen Rand des Hotzenwalds, der der südliche Ausläufer des Schwarzwalds ist.

[Bearbeiten] Orte in der Umgebung

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Die Stadt Bad Säckingen besteht aus den früher selbstständigen Gemeinden Harpolingen, Rippolingen, Säckingen und Wallbach. Zur ehemaligen Gemeinde Harpolingen gehören das Dorf Harpolingen, die Höfe Lochmühle und Rüttehof und die Häuser Holdmatt. Zur ehemaligen Gemeinde Rippolingen gehören das Dorf Rippolingen, das Gehöft Flut und die Häuser Santihof. Zur ehemaligen Stadt Säckingen gehören die Stadt Säckingen, der Stadtteil Obersäckingen und die Häuser Am Bergsee. Zur ehemaligen Gemeinde Wallbach gehört das Dorf Wallbach.[2]

[Bearbeiten] Geschichte

Wortinhaltlich gilt Säckingen (1978 Bad Säckingen, 878 Seckinga) als Gründung des Alamannen Secco. Der Name der Stadt ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Eindeutschung einer römischen Ortsbezeichnung entstanden (Aachen, Baden-Baden u.a.).

Im lateinischen Text der Fridolinsvita (970) heißt Säckingen Secanis und Seconis (Lautung a>o) und urkundlich 1207 auch Seconia.

Seconis ist als Ortskasus von Seconia zu deuten, das sprachgeschichtlich problemlos aus Sequaniacum (= Heiligtum der Sequana) abgeleitet werden kann. Nach dem Glauben der Kelten offenbarte sich die Göttin der Quellen, Heilkunst und Gesundheit im sumpfigen Erdreich der Kochsalztherme Säckingens (seik - „tröpfelnd fließen“, Sequana „Tochter der Quellen“).

Der Verfasser der Fridolinsvita stützte sich auf ein Konzept, das vermutlich bereits im 8. Jahrhundert entstanden war und den voralamannischen Ortsnamen bevorzugt hatte. Das entstehende Steuerkataster der Franken jedoch konnte auf Seckinga nicht verzichten.

In den Dokumenten des 13. Jahrhunderts wurde dann als Zeichen der Gelehrsamkeit der keltorömische Ortsname erneut verwendet: 1275 Sigillum Civium Seconiensium = Siegel der Bürger der Stadt Seconis (Seconiis „beim Seconia-Tempel“).

Holzbrücke über den Rhein
Holzbrücke über den Rhein

Die Stadt Säckingen entstand im Umfeld des gleichnamigen Klosters, dessen Gründung dem heiligen Fridolin zugeschrieben wird. Die in ihrem Quellenwert als unsicher eingeschätzte Heiligenvita des Fridolin berichtet die Klostergründung als unter dem Schutz des im Auftrag des Franken-Königs Chlodwig I. stehend. Eine derartig frühe Entstehung wird mittlerweile jedoch angezweifelt. Stattdessen wird die Klostergründung für das 7. Jahrhundert angenommen, also während der Regierung Chlodwigs II. Das Kloster ist im 9. Jahrhundert in bemerkenswerter Nähe zu den Karolingern bezeugt, als dort zumindest eine Tochter Ludwigs des Deutschen, Berta, und die Ehefrau Karls III. namens Richardis Äbtissinnen waren. Auch bestand eine ferne Verbindung zu dem Herrschergeschlecht der Ottonen. Im 10. Jahrhundert war Reglind, Großmutter Adelheids, der Frau Ottos des Großen, Äbtissin des Klosters Säckingen. Als im Jahr 1272 ein Brand große Teile der Stadt zerstörte (darunter auch die Stiftskirche), wurde um 1300 mit dem Bau des gotischen Münsters begonnen, das den Namen Fridolinsmünster trägt.

Bevor der rechte Rheinarm im Jahre 1830 zugeschüttet wurde, lag die Stadt auf einer Rheininsel und war durch Brücken mit dem Umland verbunden. Heute gibt es zwei Brücken von der deutschen Seite (Bad Säckingen) auf die Schweizer Seite (Stein): Die Holzbrücke ist mit 203,7 Metern die längste gedeckte Holzbrücke Europas. Die St. Fridolins-Brücke für den Kraftfahrzeugverkehr wurde im Jahre 1979 eingeweiht. Auf dieser Brücke steht eine Fridolinsstatue des Schweizer Bildhauers Rolf Brem.

Wasserkraft wird in Bad Säckingen intensiv genutzt durch ein Flusskraftwerk im Rhein (eingeweiht 1966) und ein Kavernenkraftwerk (eingeweiht 1967) (ein Pumpspeicherkraftwerk) mit einem Speicherbecken in Egg (Eggbergbecken).

Das Prädikat „Bad“ wurde der Stadt im Jahre 1978 verliehen.

1997 fanden in Bad Säckingen und dem benachbarten Wehr die Heimattage Baden-Württemberg statt.

Im Rahmen des europaweiten Wettbewerbes Entente Florale wurde Bad Säckingen am 19. September 2003 zu einer der fünf schönsten Städte Europas gekürt. Von der internationalen Jury wurden besonders die Lage am Rhein, die herrlichen Parkanlagen (u.a. der Schlosspark), die restaurierten Gebäude, die renaturierten Wasserläufe im Stadtgebiet (Schöpfebach), die Revitalisierung des Bergseeufers und die nachhaltig gestaltete Innenstadt hervorgehoben.

[Bearbeiten] Politik

Nach der Gemeinderatswahl vom 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Partei Sitze
CDU 10
SPD 6
Freie Wähler 5
B 90/GRÜNE 4
FDP 3
Gesamt 28

Bürgermeister ist seit 3. Januar 2004 Martin Weissbrodt (CDU).

[Bearbeiten] Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Unter rotem Schildhaupt in Schwarz ein (lederner) silberner Geldbeutel (Säckel).“

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Gericht und Einrichtungen

Bad Säckingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Waldshut-Tiengen und Oberlandesgerichtsbezirk Karlsruhe gehört.

Die Stadt hat auch ein Kinder- und Jugendhaus.

[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen

In Bad Säckingen gibt es zahlreiche Bildungseinrichtungen:

Statue des Trompeters im Park von Schloss Schönau
Statue des Trompeters im Park von Schloss Schönau

[Bearbeiten] Kultur und Freizeit

Säckingen ist durch das Erstlingswerk von Joseph Victor von Scheffel (Der Trompeter von Säckingen, erschienen 1854) weltberühmt geworden. Dieses Werk war in den Siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts in Deutschland sehr populär, beschreibt es doch die Dramatik der Liebesbeziehung des bürgerlichen Trompeters mit einer adligen Tochter. Victor Ernst Nessler komponierte die gleichnamige Oper, die 1884 in Leipzig uraufgeführt wurde. Seither führt Säckingen auch den Beinamen „Trompeterstadt“. An vielen Stellen in der Stadt wird an die Geschichte erinnert. Regelmäßige Stadtführungen mit einem Trompeter in historischem Gewand lassen die Geschichte wieder lebendig werden.

Im Park des Schlosses Schönau finden im Sommer regelmäßig Aufführungen der Oper statt.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 954–959

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge