Bad Salzdetfurth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Salzdetfurth
Bad Salzdetfurth
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Salzdetfurth hervorgehoben
52.06527777777810.009166666667118Koordinaten: 52° 4′ N, 10° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Höhe: 118 m ü. NHN
Fläche: 67,11 km²
Einwohner: 13.229 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31162
Vorwahlen: 05063, 05060, 05064
Kfz-Kennzeichen: HI, ALF
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 005
Adresse der
Stadtverwaltung:
Oberstraße 6
31162 Bad Salzdetfurth
Webpräsenz: www.bad-salzdetfurth.de
Bürgermeister: Erich Schaper (SPD)
Lage der Stadt Bad Salzdetfurth im Landkreis Hildesheim
Landkreis Hildesheim Niedersachsen Landkreis Holzminden Landkreis Northeim Landkreis Goslar Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Hameln-Pyrmont Region Hannover Landkreis Peine Landwehr Winzenburg Everode Freden (Leine) Lamspringe Coppengrave Harbarnsen Sehlem Sehlem Neuhof Woltershausen Adenstedt Bockenem Alfeld (Leine) Duingen Sarstedt Algermissen Harsum Giesen Nordstemmen Hildesheim Elze Betheln Gronau Gronau Eime Diekholzen Despetal Diekholzen Schellerten Schellerten Söhlde Bad Salzdetfurth Holle Weenzen Marienhagen Hoyershausen Banteln Rheden Brüggen Eberholzen Sibbesse Westfeld AlmstedtKarte
Über dieses Bild
Bad Salzdetfurth aus der Luft

Bad Salzdetfurth ist eine rund 13.500 Einwohner zählende Kleinstadt im Landkreis Hildesheim im südlichen Niedersachsen. Die Stadt ist ein regional bedeutender Erholungs-, Kur-, Klinik- und Industriestandort.[2][3] Sie ist als Sole- und Moorheilbad staatlich anerkannt.[4]

Bad Salzdetfurths Geschichte ist eng mit der Stein- und Kalisalzgewinnung verbunden. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt lässt sich auf das Jahr 1194 zurückführen. Die ersten Bewohner der Stadt waren aller Wahrscheinlichkeit nach Salzsieder.[5] Die Kaliwerke Salzdetfurth AG, die älteste Vorläufergesellschaft der heutigen K+S Aktiengesellschaft, hatte von 1889 bis 1971 ihren Stammsitz in Bad Salzdetfurth. Der für die lokale Wirtschaft bedeutsame Kalibergbau wurde im Jahr 1992 eingestellt.

Das Stadtgebiet in seinen heutigen Grenzen entstand im Jahre 1974 durch den Zusammenschluss mit 12 umliegenden Gemeinden.

Bad Salzdetfurth liegt etwa 11 km südlich von Hildesheim. Die nächstgelegenen Großstädte sind Salzgitter (etwa 24 km nordöstlich), Hannover (39 km nördlich) und Braunschweig (etwa 42 km nordöstlich).

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Landschaft bei Heinde

Bad Salzdetfurth liegt im Innerstebergland, einem Teilraum der Naturräumlichen Region Niedersächsisches Bergland.[6] Das Stadtgebiet wird durch eine Vielzahl landschaftlicher Erscheinungsformen geprägt, es besteht hauptsächlich aus landwirtschaftlichen und Waldflächen, während etwa ein Sechstel des Stadtgebietes Siedlungs- und Verkehrsfläche ist. Die Stadt grenzt im Norden an die fruchtbaren und intensiv ackerbaulich genutzten Lössböden der Hildesheimer Börde und im Süden an das Harzvorland.

Das Stadtgebiet ist etwa 67 Quadratkilometer groß. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 12 km, die maximale Ost-West-Ausdehnung 8 km.

Das Stadtgebiet wird im Norden zwischen den Ortschaften Hockeln, Listringen, Heinde, Klein Düngen und Groß Düngen sowie dem Gut Walshausen in westlicher Richtung von der Innerste durchflossen.

Der Hauptort Bad Salzdetfurth ist eingebettet in die Buchenmischwälder des Hildesheimer Waldes (Westen) und der Sauberge (Osten).[7] Die Lamme durchfließt den Ort in nördlicher Richtung und mündet bei Groß Düngen in die Innerste.

Der höchste Berg Bad Salzdetfurths ist der Bösenberg im Salzdetfurther Wald mit ca. 339 Metern über Normalnull.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Salzdetfurth besteht aus den folgenden 13 Ortsteilen:[8]

Ortsteil Einwohner
Bad Salzdetfurth 4.785
Bodenburg 1.827
Breinum 627
Detfurth 437
Groß Düngen 1.153
Heinde 1.286
Hockeln 198
Klein Düngen 392
Lechstedt 697
Listringen 183
Östrum 393
Wehrstedt 1.078
Wesseln 883

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Salzdetfurth grenzt im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten, an die Gemeinde Schellerten, die Gemeinde Holle, die Stadt Bockenem, die Samtgemeinde Lamspringe, die Samtgemeinde Sibbesse, die Gemeinde Diekholzen und die Kreisstadt Hildesheim.

Klima[Bearbeiten]

Bad Salzdetfurth befindet sich in der gemäßigten Klimazone im Übergangsbereich vom maritimen Klima zum eher kontinentalen Klima. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 17 °C, der kälteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 0°C. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 8,6 °C.[9] Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich 700 mm Niederschlag. Diese verteilen sich über das ganze Jahr. [10]

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Besiedlung, Stadtgründung und Mittelalter[Bearbeiten]

Das „Soltmänneken“ an der St. Georgskirche: Darstellung eines Geschworenen der Salzpfännergilde

Es ist wahrscheinlich, dass auf dem Gebiet des heutigen Bad Salzdetfurth bereits während der Wärmeperioden der letzten Kaltzeit die ersten Menschen lebten. Als Urzelle der Stadt wird das Land nördlich und südlich des Engpasses der Lamme angesehen. Nördlich des Lamme-Engpasses kreuzte ein alter Handelsweg in Nord-Süd-Richtung in einer Furt den Fluss. Hier entstand bereits vor der Christianisierung eine erste bäuerliche Kleinsiedlung mit dem Namen Detfurth (auch: Detvorde, Thietforde oder Detforde, von „Det“ bzw. „Thiet“, das Volk bzw. die Leute). Die günstige Verkehrslage sorgte dafür, dass hier etwa im 9. Jahrhundert ein erstes Gotteshaus errichtet wurde, das den Rang einer Archidiakonatskirche erhielt. Südlich des Lamme-Engpasses reichen die Anfänge der Ortsteile Bodenburg und Wehrstedt wohl bis ins 9. und 10. Jahrhundert zurück.

Es ist nicht bekannt, wann und von wem der Ort Bad Salzdetfurth gegründet wurde. Die lokale Sage berichtet davon, dass ein Ritter von Steinberg sich in seinen ausgedehnten Waldgebieten bei der Jagd nach einem Hirsch verirrte. Vom Durst geplagt trank er von einer Quelle, die er am Fuße der Lamme fand. Anstelle frischen Süßwassers sprudelte hier allerdings salzhaltiges Wasser (Solewasser) hervor. Nach einem augenblicklichen Unbehagen realisierte der Ritter, welcher Reichtum ihm durch diese Entdeckung erwachsen könnte. Speisesalz war zur damaligen Zeit ein begehrtes und kostbares Handelsgut. Der Ritter ließ Salzsieder kommen, die den Wald rodeten und Siedekoten mit Salzpfannen erbauten.[11]

Das dadurch entstandene Dorf wurde zunächst als Teil des schon vorhandenen Dorfes Detfurth angesehen und als „dat Solt to Detforde“ bezeichnet. Geschichtlich belegt ist von dieser Sage lediglich, dass die Familie von Steinberg über reiche Besitzungen im Hildesheimer Land verfügte.

Die erste urkundliche Erwähnung Bad Salzdetfurths erfolgte durch den Bischof Hartbert von Hildesheim, welcher im Jahr 1214 bezeugte, dass Konrad von Steinberg im Jahr 1194 dem Benediktinerkloster Lamspringe vier Pfannen nebst dem dazugehörigen Wald bei dem bereits bestehenden Dorf „Thietforde“ für 25 Mark verkauft hat.

Bei den ersten Einwohnern Bad Salzdetfurths handelte es sich wohl um Salzsieder. Diese gewannen das Salz in eigens errichteten Salzsiedehütten bzw. Pfannstallen durch Erhitzung der Sole. Als Brennmaterial wurde das in der Umgebung reichlich vorhandene Holz verwendet. Die Salzsieder waren zunächst Leibeigene der Herren von Steinberg und erlangten erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts mehr Freiheiten. Im Jahr 1360 gründeten sie die noch heute existierende „Salzpfännergilde“, deren Mitglieder bereits um 1400 fast alle Salzpfannen ihr eigen nennen konnten.

Bad Salzdetfurth entwickelte sich zu einem lokal bedeutenden Handels- und Umschlagplatz. Förderlich wirkte die Lage an der alten Frankfurter Heerstraße, einem bedeutenden Handelsweg, der Nord- und Süddeutschland miteinander verband und heute ungefähr dem Verlauf der Bundesstraße 243 entspricht. Die Salzträger und Fuhrleute brachten ihre Ware u.a. bis nach Hannover, Göttingen und Braunschweig.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Das 17. Jahrhundert wurde vor allem durch die zwei großen Brandkatastrophen von 1605 und 1695 überschattet, die fast alle Häuser im Ortsgebiet zerstörten. Ein Großteil der heutigen Altstadt und die St. Georgskirche wurden im Rahmen des jeweils folgenden Wiederaufbaus errichtet.

Da durch die ständige Steigerung der Salzproduktion das vorhandene Brennmaterial nicht mehr ausreichte, entschied man sich im Jahr 1746 zum Bau des ersten Gradierwerkes.

Im Jahr 1794 wurde Bad Salzdetfurth erneut von einem Großbrand heimgesucht, der einen Großteil der in der Oberstraße befindlichen Hinterhäuser vernichtete.

Im Jahr 1814 wurde Bad Salzdetfurth zudem von einer zerstörerischen Überflutung heimgesucht.

Das 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Stammwerk der Salzdetfurth AG (heute K+S) in Bad Salzdetfurth, um 1900
Förderturm „Schacht I“

Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege begann der Salzabsatz zu stagnieren. Maßgeblich hierfür waren zunächst Handelshemmnisse, die aus Steuer- und Zollstreitigkeiten zwischen dem Königreich Hannover und dem neu gegründeten Herzogtum Braunschweig resultierten.[12]

Nachdem das Königreich Hannover im Jahre 1866 von Preußen annektiert wurde, brach der Absatz des Bad Salzdetfurther Salzes deutlich ein. Bad Salzdetfurths eher ungünstige Verkehrsanbindung, die steigenden Holzpreise, die erhobene Salzsteuer und die zeitweise unterlassenen Investitionen führten zu einer mangelnden Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere gegenüber den Salzwerken in Lüneburg und Staßfurt. Zugleich erhöhte sich infolge der Entwicklung der bergmännischen Salzgewinnung und der Aufhebung des preußischen Salzmonopols im Jahr 1968 das am Markt vorhandene Angebot.

Mit der Errichtung eines ersten Solebadehauses versuchte die Stadt, alternative Einnahmequellen zu erschließen. Am 28. Mai 1857, dem Geburtstag des damaligen Königs von Hannover, Georg V., wurde der Kurbetrieb in Bad Salzdetfurth eröffnet. Die Zahl der Kurgäste wuchs in den folgenden Jahrzehnten beständig. In den 1880er Jahren wurden jährlich bereits etwa 3.000 Kurgäste empfangen.[13] Da die Gästeunterkünfte in Privathäusern nicht mehr ausreichten, wurde im Jahr 1888 ein Logierhaus, das Gildehaus, errichtet.

Der industrielle Kalibergbau erreichte Bad Salzdetfurth im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1891 wurde zwischen der Aktiengesellschaft für Bergbau und Tiefbohrung zu Goslar und den Grundbesitzern Bad Salzdetfurths der erste „Salzgewinnungsvertrag“ abgeschlossen. Dieser erlaubte im Gegenzug für eine Entschädigung die bergmännische Ausbeutung der Grundstücke. 1893 wurde bei einer Bohrung unterhalb der „Welfenhöhe“ in einer Tiefe von etwa 630 Meter ein erstes Kalilager entdeckt und 1896 schließlich mit den ersten Abteufarbeiten begonnen. Im Jahr 1900 wurde der Stammsitz der Aktiengesellschaft für Bergbau und Tiefbohrung zu Goslar nach Bad Salzdetfurth verlegt und das Unternehmen in „Kaliwerke Salzdetfurth AG“ umbenannt. Der Kaliabbau wuchs beständig. Im Jahr 1907 wurde etwas weiter südlich des bereits bestehenden Schachtes ein zweiter Schacht abgeteuft, im Jahr 1914 ein dritter.

Das rasche Wachstum der Kaliindustrie bescherte Bad Salzdetfurth hohe Steuereinnahmen und einen erheblichen Ausbau der Infrastruktur. Zu Beginn des ersten Weltkrieges war das Kaliwerk längst zum größten Arbeitgeber in der Umgebung aufgestiegen. Es beschäftigte etwa 650 Mitarbeiter.

Im Ersten Weltkrieg wurden von den 2.300 Einwohnern etwa 300 zum Wehrdienst einberufen. Am Ende des Krieges hatte Bad Salzdetfurth 94 Gefallene und Vermisste zu beklagen. Zudem ist davon auszugehen, dass zahlreiche Zivilisten - insbesondere im Steckrübenwinter 1916/17 - infolge von Unterernährung starben.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Durch Erlass des Preußischen Staatsministeriums wurde Bad Salzdetfurth am 10. Dezember 1921 die Zusatzbezeichnung „Bad“ verliehen. Die wirtschaftliche Lage Bad Salzdetfurths in den 1920er Jahren lässt sich als angespannt bezeichnen.

In den frühen 30er Jahren erhielt die NSDAP auch in Bad Salzdetfurth starken Zulauf. Bei den Reichstagswahlen im Jahr 1933 erhielt die NSDAP im Landkreis Hildesheim etwa 29 Prozent der etwa 19.000 abgegebenen Stimmen.[14] Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten begannen in Bad Salzdetfurth rege Bautätigkeiten, bei denen unter anderem auch die (inzwischen stillgelegte) Jugendherberge und das Freibad errichtet wurden.

Während des Zweiten Weltkriegs ging das Leben in Bad Salzdetfurth zunächst (scheinbar) seinen gewohnten Gang. Die Ernährungslage war insgesamt auskömmlich.[15] Während des Luftangriffs auf Hildesheim am 22. März 1945 schlugen Bomben vereinzelt auch in Bad Salzdetfurther Stadtgebiet ein und zerstörten unter anderem in der Göttingstraße zwei Häuser. Noch kurz vor Kriegsende wurde unter der Kreuzbergtreppe ein Bunker gebaut. Der Zweite Weltkrieg endete in Bad Salzdetfurth mit dem friedlichen Einmarsch amerikanischer Soldaten am 8. April 1945[16].

Seit dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von einer starken Zuwanderung aus den ehemaligen Ostgebieten geprägt. Es herrschte eine große Wohnungsnot. Diese konnte erst durch eine etwa 1948 einsetzende Neubautätigkeit gemindert werden, welche insbesondere durch das Kaliwerk finanziell unterstützt wurde. Der Zustrom der Vertrieben führte - trotz der ab 1948 sich rasch erholenden wirtschaftlichen Lage - auch in Bad Salzdetfurth zu Spannungen im sozialen Leben der Stadt.[17]

Das Kaliwerk selbst hatte bereits im Herbst 1945 seinen Betrieb wiederaufgenommen und beschäftige im Jahr 1948 bereits etwa 1.100 Personen. Im Jahre 1948 wurde die Bad Salzdetfurther Saline stillgelegt.

Die Gemeinde Bad Salzdetfurth wurde am 1. Dezember 1949 zur Stadt erklärt. Im Jahr 1968 erfolgte die staatliche Anerkennung als Heilbad.

Seit den 1950er Jahren hielt im Kalibergbau ein erheblicher Produktivitätsschub Einzug, welcher zu einem allmählichen Arbeitsplatzabbau führte.

Am 1. März 1974 wurden infolge der Gebietsreform die Gemeinden Bodenburg (Flecken), Breinum, Detfurth, Groß Düngen, Heinde, Hockeln, Klein Düngen, Lechstedt, Listringen, Östrum, Wehrstedt und Wesseln eingegliedert.[18]

Aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Kaliwerk Bad Salzdetfurth - obwohl seine Vorräte noch viele Jahrzehnte gereicht hätten - im Jahr 1992 stillgelegt und der Salzabbau in Bad Salzdetfurth damit beendet. Die Geschichte der Stadt Bad Salzdetfurth ist seither von einem Strukturwandel geprägt.

Ortsname[Bearbeiten]

Frühere Ortsnamen von Salzdetfurth waren im 12. Jahrhundert Thietforde sowie in den Jahren 1207 Detvforde, 1214 Thietforde, 1305 Ditforde und 1458 Detforde. Der Ort entwickelte sich an einer Saline südlich von Detfurth und trägt deren Namen. Das Bestimmungswort zeigt heute das hochdeutsche Wort "Salz-", in der Überlieferung niederdeutsch "solt" und lateinisch "salinae" für "Salzwerk, Salzlager, Saline". Der ältere Name Detfurth ist eine Zusammensetzung in dessen Grundwort heute hochdeutsch "-furt", zunächst aber mittelniederdeutsch "ford" für "Furt, Übergang", vorliegt. Im Allgemeinen versteht man darunter "einen allgemein benutzten Flussübergang oder eine große, beliebte Furt".[19]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung Bad Salzdetfurths entwickelte sich von 1890 bis 1970 gemäß der Volkszählungsergebnisse folgendermaßen:

Jahr Einwohner
1890 835
1900 1.875
1933 2.737
1947 5.218
1953 6.271

Eine Verdopplung der Einwohnerzahl erfolgte sowohl nach der Ansiedlung des industriellen Kalibergbaus von 1890 bis 1900 als auch durch den Zuzug aus den ehemaligen Ostgebieten in den Jahren 1945 bis 1953. Alleine aus Schlesien strömten zu jener Zeit etwa 1.400 Vertriebene in den Ort. Ortsvertriebene stellten nach dem Zweiten Weltkrieg die Bevölkerungsmehrheit in Bad Salzdetfurth.

Nach der Eingemeindung der umliegenden Ortschaften im Jahr 1974 hat sich die Bevölkerung wie folgt entwickelt:[20]

Jahr Einwohner
1974 14.559
1975 14.427
1976 14.249
1977 14.131
1978 14.138
1979 14.119
1980 14.017
Jahr Einwohner
1981 13.969
1982 13.881
1983 13.875
1984 13.703
1985 13.644
1986 13.583
1987 13.633
1988 13.602
1989 13.757
1990 13.959
Jahr Einwohner
1991 14.034
1992 14.011
1993 14.026
1994 13.986
1995 14.188
1996 14.309
1997 14.352
1998 14.462
1999 14.475
2000 14.479
Jahr Einwohner
2001 14.528
2002 14.527
2003 14.437
2004 14.425
2005 14.336
2006 14.208
2007 14.040
2008 13.832
2009 13.773
2010 13.616
Jahr Einwohner
2011 13.525
2012 13.420

Bad Salzdetfurth ist eine schrumpfende Stadt. Der erzielte Wanderungsgewinn (37 Personen im Jahr 2011) reicht nicht aus, um das strukturelle Geburtendefizit (129 Personen, 2011) auszugleichen. Die Bevölkerung hat in den letzten fünf Jahren (2006-2011) um etwa 4,8 Prozent und in den letzten 10 Jahren (2001-2011) um rund 6,9 Prozent abgenommen.

Die Bertelsmann Stiftung prognostiziert für das Jahr 2030 einen Rückgang der Bevölkerung um weitere 12,8 Prozent (Basis: 2009) und ein auf 51,5 Jahre ansteigendes Durchschnittsalter.[21]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 zählte Bad Salzdetfurth 6.850 weibliche und 6.570 männliche Einwohner. Die Ausländerquote beträgt etwa 4,9 Prozent. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 46,0 Jahren.[22]

Politik[Bearbeiten]

Seit der Reform des niedersächsischen Kommunalverfassungsrechts im Jahre 1996 kommt in Bad Salzdetfurth die Süddeutsche Bürgermeisterverfassung zur Anwendung.

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2011[23][24]
Wahlbeteiligung: 58,7 % (2006: 56,3 %)
 %
50
40
30
20
10
0
49,6 %
35,6 %
11,8 %
2,2 %
0,8 %
n. k.
Unabh.d
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,3 %p
-1,3 %p
+5,0 %p
+2,2 %p
+0,8 %p
-1,4 %p
Unabh.d
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Die Unabhängigen

Gemäß dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) ist der Rat das Hauptorgan einer niedersächsischen Gemeinde (§ 45 NKomVG). Er wird alle fünf Jahre von den Gemeindebürgern gewählt (§ 47 NKomVG). Der Stadtrat von Bad Salzdetfurth setzt sich aus insgesamt 30 Ratsfrauen und -herren zusammen.

Seit den Kommunalwahlen im September 2011 besteht im Bad Salzdetfurther Stadtrat die folgende Sitzverteilung:

  • SPD: 15 Sitze
  • CDU: 11 Sitze
  • GRÜNE: 3 Sitze
  • Die Unabhängigen: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Dem Bürgermeister kommt im niedersächsischen Kommunalrecht eine starke Stellung zu: Er ist neben dem Rat und der Verwaltung das dritte Organ einer Gemeinde, vertritt die Gemeinde nach außen und leitet zugleich die Gemeindeverwaltung. Der Bürgermeister wird alle acht Jahre per Direktwahl von den Bürgern gewählt.

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Bad Salzdetfurth ist seit dem Jahr 2001 Erich Schaper (SPD). Seine Amtszeit endet am 31.10.2014.

Bei der Bürgermeisterwahl am 25.5.2014 wurde Henning Hesse (SPD) mit 57,6 Prozent der abgegebenen Stimmen als Nachfolger Schapers gewählt.[25]

Ortsräte[Bearbeiten]

Ortsratswahl Bad Salzdetfurth 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,20 %
28,93 %
12,94 %
3,06 %
2,86 %

Zusätzlich zum Stadtrat existieren in den Ortsteilen Bad Salzdetfurth, Bodenburg, Breinum, Detfurth, Groß Düngen, Heinde, Lechstedt, Wehrstedt und Wesseln Ortsräte mit jeweils zwischen 5 und 7 Mitgliedern.[26] In den Ortsteilen Hockeln, Klein Düngen, Listringen und Östrum werden Ortsvorsteher bestellt.[27]

Im Ortsrat Bad Salzdetfurth besteht seit den Kommunalwahlen im September 2011 folgende Sitzverteilung[28]:

  • SPD: 4 Sitze
  • CDU: 2 Sitze
  • GRÜNE: 1 Sitz

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Bad Salzdetfurth zeigt ein von zwei Salzpfännern gestütztes Wappenschild, das auf rotem Untergrund drei silberne Salzhaken hat.[29] Die erste Verwendung eines Siegels, welches drei Salzhaken abbildet, geht bis ins 14. Jahrhundert zurück.[30] Zudem führt die Stadt eine Flagge in den Farben grün-weiß-grün.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Salzdetfurth unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Escudo de Benicassim.svg Benicassim, Spanien, seit 1986
POL Bochnia COA.svg Bochnia, Polen
Wappen Kelbra.png Kelbra, Sachsen-Anhalt, seit 1991
Flag of the United Kingdom.svg Yate, Vereinigtes Königreich, seit 1985

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Kennzahlen[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 waren etwa 3.320 Personen am Arbeitsort Bad Salzdetfurth beschäftigt. Von diesen waren etwa 50 Prozent im Produzierenden Gewerbe, 34 Prozent in der „Erbringung von Sonstigen Dienstleistungen“ und 15 Prozent in den Bereichen „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe“ tätig. Lediglich 0,3 Prozent der Beschäftigten verdienten ihr Einkommen in der „Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei“.[31]

Die Kaufkraft je Einwohner liegt mit 18.604 Euro (2011, Stadt Hildesheim: 19.449 Euro) unter dem bundesweiten Durchschnitt. Die Kaufkraftkennziffer ist 93,0 (Stadt Hildesheim: 97,2, bundesweiter Durchschnitt: 100).[32]

Die Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2011 rund 9,0 Prozent (Landkreis Hildesheim: 11,1 Prozent).[33] Der Gewerbesteuer-Hebesatz beträgt 400 Prozent.[34]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Auf dem Gelände des ehemaligen Fuba-Werkes befindet sich heute das Gewerbegebiet TecCenter Bad Salzdetfurth. Hier haben sich seit dem Jahr 2003 ca. 20 Unternehmen der Kommunikations-, Automotive- und Dienstleistungsbranche mit rund 1.800 Mitarbeitern angesiedelt.[35]

Im Ortsteil Detfurth befindet sich die Salze Klinik. Die Fachabteilungen für Orthopädie und Psychosomatik (ehemalige Salze Klinik II) werden von der Lielje-Gruppe betrieben, die Fachabteilungen für Akut-Geriatrie, geriatrische Rehabilitation, kardiologische und orthopädische von der Rhön-Klinikum AG. Insgesamt sind an der Salze Klinik etwa 250 Mitarbeiter beschäftigt.[36]

Die K+S Aktiengesellschaft ist weiterhin mit etwa 115 Mitarbeitern am Standort Bad Salzdetfurth vertreten. Die vorhandenen Anlagen des stillgelegten Kaliwerks werden weiterhin verwendet, um für das Unternehmen Mars Deutschland Katzenstreuprodukte für den deutschen und europäischen Markt zu granulieren.[37]

Die Kurbetriebsgesellschaft Bad Salzdetfurth weist eine Stammbelegschaft von ca. 50 Mitarbeitern auf.[38]

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet ist über die Anschlussstellen Raststätte „Hildesheimer Börde“ und „Bockenem“ an die Bundesautobahn A 7 angebunden. Die Bundesstraße 243 (Hildesheim-Nordhausen) durchquert Bad Salzdetfurth in nordwestlich-südöstlicher Richtung. Nahe der Stadt verlaufen die Bundesautobahn A 39 und die Bundesstraße 6. Die Anbindung des Hauptortes an das überörtliche Straßennetz erfolgt über die Landesstraße 490 (Wesseln-Sehlem).

Schiene[Bearbeiten]

Kulturbahnhof Bad Salzdetfurth
Haltepunkt Bodenburg

Das Stadtgebiet wird von der Hauptbahnstrecke Hildesheim-Goslar durchzogen. Von dieser zweigt östlich von Groß Düngen die im Jahre 1901 eröffnete Lammetalbahn ab. Durch diese Nebenbahnstrecke werden auch die Haltepunkte Wesseln, Bad Salzdetfurth Solebad, Bad Salzdetfurth und Bodenburg an Hildesheim angeschlossen. Bis auf den Bahnhof Groß Düngen wurden sämtliche im Stadtgebiet liegende Stationen in den Jahren 2001-2003 einer umfassenden Modernisierung unterzogen.[39]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Die Verbindung Bodenburg-Bad Salzdetfurth-Wesseln-Groß Düngen-Hildesheim wird durch den Schienenpersonennahverkehr bedient. Die Verkehrsleistungen werden seit Dezember 2011 durch die NordWestBahn erbracht.[40] Von montags bis sonntags besteht tagsüber ein Stundentakt. Zum Einsatz kommen Fahrzeuge des Typs LINT 41.

Die Ortsteile Heinde, Lechstedt und Listringen werden durch die Buslinie 2320 (Hildesheim-Holle) des Unternehmens Rizor bedient.

Der übrige Regionalbusverkehr im Stadtgebiet wird durch die Regionalverkehr Hildesheim (RVHI) betrieben. Im Stadtgebiet verlaufen die RVHI-Linien 41 (Bad Salzdetfurth-Bad Gandersheim), 42 (Hildesheim-Bad Salzdetfurth) und 411 (Bad Salzdetfurth/Bodenburg-Bockenem). Zum Einsatz kommen teilweise auch Rufbusse. Die Busfahrpläne sind auf das Bahnangebot der Lammetalbahn abgestimmt. An den Haltepunkten Wesseln, Bad Salzdetfurth und Bodenburg wurden kombinierte Bus-/Bahnsteige eingerichtet.

In den Nächten zu Sams- und Sonntagen werden die meisten Ortsteile durch die "Nachtsbus"-Linien N6 und N7 mit Hildesheim verbunden.[41]

Luftverkehr[Bearbeiten]

Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich bei Hannover. Weiterhin gibt es in Hildesheim einen Verkehrslandeplatz (für Flugzeuge bis 5,7 t). Im Ortsteil Wesseln befindet sich ein Segelfluggelände.

Medien[Bearbeiten]

Bad Salzdetfurth liegt im Verbreitungsgebiet der Hildesheimer Allgemeine Zeitung. Zudem wird im Stadtgebiet das kostenlose Anzeigenblatt RUBS verteilt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Altstadt von Bad Salzdetfurth
Blick auf das Gildehaus und das Hotel Kronprinz
Eines der zwei Gradierwerke im Kurpark
Blick in den nördlichen Teil des Kurparks
Fachwerkhäuser in Bodenburg

In der historischen Altstadt befinden sich zahlreiche, teilweise bereits im 17. Jahrhundert errichtete, Fachwerkhäuser. Viele von ihnen weisen Hausinschriften auf, die neben dem Namen des ersten Eigentümers und des Erbauungsjahres oftmals auch einen Spruch enthalten. Das älteste Gebäude in der Altstadt ist die nach dem Brand von 1605 wieder aufgebaute und von den späteren Feuern verschont gebliebene Steinbersche Mühle in der Mühlenstraße.[42] Das im Jahre 1888 als Logierhaus errichtete Gildehaus und das 1898/99 erbaute Hotel Kronprinz gehören zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt.

Die evangelische St. Georgskirche wurde nach einer Zerstörung durch die Brandkatastrophe von 1695 im gotischen Stil wiederaufgebaut. An ihrer Außenfassade ist das Wahrzeichen von Bad Salzdetfurth, ein steinernes Relief des „Soltmänneken", angebracht. Es stellt einen Geschworenen der Salzpfännergilde bei der Leistung eines Eides dar. Jeden Tag um 12:55 Uhr und um 18:55 Uhr erklingt ein Glockenspiel mit den Liedern „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt“ und „Großer Gott wir loben dich“.

Die ebenfalls evangelische Martin-Luther-Kirche liegt etwas erhöht in der Martin-Luther-Straße. Sie wurde 1954 geweiht. Die katholische Kirche Heilige Familie wurde 1961 oberhalb der Elsa-Brandström-Straße errichtet.

Auf dem Gertrudenberg oberhalb der Stadt wurde die katholische Schönstattkapelle erbaut. Sie ist eine Nachbildung der Kapelle in Schönstatt und wurde im Jahr 1977 von Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht. Das Gebäude neben der Kapelle, Haus Gertrudenberg, wurde ursprünglich als Müttererholungsheim errichtet. Seit dem Jahr 2011 dient es als Wohnheim für geistig behinderte Erwachsene und gehört zur Heimstatt Röderhof.

Im Kurpark befinden zwei Gradierwerke, die etwa in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet wurden und noch heute betrieben werden. Bundesweit gibt es etwa nur noch 30 in Betrieb befindliche Gradierwerke.

In der Stadt existieren zwei Aussichtstürme: Auf der Welfenhöhe befindet sich der Kabus-Turm und auf dem Burgberg der Adolf-Stoffregen-Turm.

Im Kulturbahnhof Bad Salzdetfurth ist seit dem Jahr 2005 die Stadtbücherei untergebracht.

Im Ortsteil Bodenburg befindet sich das Schloss Bodenburg, eine einstige Grafenburg, dessen Ursprünge bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen.

Die Lavesbrücke überspannt seit dem Jahr 2005 bei Groß Düngen für Fußgänger und Radfahrer die Innerste.

Museen und Galerien[Bearbeiten]

Im „Stadthistorischen Museum, Salz- und Kali-Bergbaumuseum Bad Salzdetfurth“ ist eine Dauerausstellung zur Stadthistorie, zur Geschichte des 1992 eingestellten Kalibergbaus in Bad Salzdetfurth, eine Mineralien- und Gesteinssammlung sowie eine Heimatkundliche Abteilung untergebracht.

Der im Jahr 1991 gegründete Kunstverein Bad Salzdetfurth veranstaltet seit dem Jahr 1998 im Kunstgebäude des Schlosses Bodenburg (im Volksmund auch „Bullenstall“) Gruppenausstellungen mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Europa.

Sport[Bearbeiten]

Bad Salzdetfurth hat sich in den letzten Jahren den Ruf einer Sportstadt erworben.

Tennis[Bearbeiten]

Im Ortsteil Detfurth befindet sich seit dem Jahr 1981 die Geschäftsstelle und das Landesausbildungs- und Leistungszentrum des Niedersächsischen Tennisverbandes (NTV) mit drei Hallen- und vier Außenplätzen.

Mountainbike[Bearbeiten]

Im letzten Jahrzehnt hat sich Bad Salzdetfurth zu einem der deutschen Zentren für den Mountainbike-Sport entwickelt. Die Stadt ist einmal im Jahr Gastgeber von national bedeutsamen Mountainbike-Rennen. So war Bad Salzdetfurth bereits Ausrichter der Deutschen Meisterschaften im olympischen Cross Country, des Finales der Internationalen Mountainbike-Bundesliga und der Deutschen Hobbymeisterschaften. Die Rennen ziehen regelmäßig mehrere tausend Zuschauer an. Zudem gibt es in Bad Salzdetfurth seit dem Jahr 2012 einen etwa 5 ha großen Bike-Park.

Golf[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet befindet sich die etwa 86 ha große 18-Loch-Golfanlage des Golfclubs Bad Salzdetfurth-Hildesheim e.V. Zudem befindet sich im Kurpark eine im Jahr 2012 eröffnete Adventure-Golf-Anlage.

Segelflug[Bearbeiten]

Auf dem Steinberg bei Wesseln befindet sich ein Segelflugplatz. In der Saison von April bis Oktober findet dort an den Wochenenden Segelflugbetrieb statt.

Schwimmbäder[Bearbeiten]

In der Sole-Therme im Ortsteil Detfurth kann in etwa 33 Grad warmen Wasser mit drei prozentigem Solegehalt geschwommen werden. Es gibt ein ganzjährig betriebenes Außen- sowie ein Innenbecken.

Ein beheiztes Freibad existiert im Ortsteil Bad Salzdetfurth, ein unbeheiztes im Ortsteil Bodenburg.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Kurpark werden regelmäßig Kurkonzerte veranstaltet. In der Salzpfännerstraße findet jeden Freitag von 14 bis 17 Uhr ein Wochenmarkt statt.

Das i.d.R. jährlich an einem Mai- oder Juni-Wochenende ausgerichtete Altstadtfest erfreut sich überörtlicher Beliebtheit. Die Veranstaltung wird von den ortsansässigen Vereinen und Verbänden organisiert. Sie ist auch als „fröhliche Drei-Tage-Kur an der Lamme“ bekannt.

Ebenfalls einmal jährlich finden das eintägige Rockfestival Teichrock (im Kurpark), das Open-Air-Musikfestival am Vatertag (auf dem Burgberg), das Spektakel im Kurpark und das vom Männergesangsverein und der Freiwilligen Feuerwehr organisierte Herbstvergnügen statt. In den Sommermonaten werden zudem einmal monatlich unter dem Titel „Freitags neunzehn-dreißig“ kostenlose Open-Air-Konzerte auf dem Platz vor dem Hotel Kronprinz organisiert.

Im Ortsteil Groß Düngen wird seit mehr als 30 Jahren (jeweils im Dezember) ein Kunsthandwerklicher Weihnachtsmarkt ausgerichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Kurioses[Bearbeiten]

  • Der „einsame Job“ des Hockelner „Schrankenwärters Laumann“ wurde im Jahr 2006 in der NDR-Satiresendung Extra 3 porträtiert.[43]
  • Überregionale Bekanntheit erlangte die Stadt auch durch die örtliche Diskothek „Mobile“, welche im Jahr 2003 geschlossen wurde.[44]
  • Der Bad Salzdetfurther Bürger Ferdi Vette besang seine Heimatstadt mit selbst komponierten Stücken, u.a. mit dem Salzdetfurther „Kurwalzer“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Oiseau Kalkmann: Die Lamme - Biographie eines Flusses, Verlag Gebrüder Gerstenberg, Hildesheim 2010, ISBN 978-3-8067-8746-7
  • Förderverein Kontakt-Kunst: Der Soltmann in Bad Salzdetfurth, Dokumentation der 21. Kontakt-Kunst-Aktion, Quensen Druck und Verlag, Lamspringe 1986
  • Friedrich Kabus: Sole, Salz und Söder - ein Gang durch die Geschichte von Bad Salzdetfurth, Bad Salzdetfurth 1961.
  • Norbert Hasse: Von der Saline zum Kalibergwerk, Diplomarbeit, Hamburg 1979
  • Diverse Autoren: 800 Jahre Bad Salzdetfurth; vom Salzpfännerdorf zum Heilbad. Chronik und Dokumentation. Bad Salzdetfurth 1983.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Salzdetfurth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Salzdetfurth – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Friedrich Brinkmann und Christoph Toetzke: Die Wirtschaftsstruktur der Region Hildesheim und Entwicklungstendenzen (PDF-Datei; 538 KB)
  3. Landkreis Hildesheim: Regionales Raumordnungsprogramm (RROP) für den Landkreis Hildesheim 2001, S. 13.
  4. Niedersächsischer Landtag (Hrsg.): Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage des Abg. Dieter Möhrmann (PDF, 100 kB). Drucksache 16/3359 vom 16. Februar 2011, S. 3.
  5. Friedrich Kalbus: Sole, Salz und Söder - ein Gang durch die Geschichte von Bad Salzdetfurth, S. 10f. Bad Salzdetfurth 1961.
  6. Bundesamt für Naturschutz: [http://www.bfn.de/0311_landschaft+M5c4379d2f80.html?&cHash=de142aac871908f88626d0b02623dba1 Landschaftssteckbrief Innerstebergland]
  7. Gerhard Meier-Hilbert: Geographische Strukturen (des Hildesheimer Landes) (PDF-Datei; 1,03 MB)
  8. Stadtverwaltung Bad Salzdetfurth: Vorstellung der Ortsteile, Stichtag: 1. Januar 2014.
  9. Climate-data.org: Klimadaten Bad Salzdetfurth
  10. Deutscher Wetterdienst: Niederschlags-Mittelwerte für den Bezugsstandort am Ende der Referenzperiode 1961-1990
  11. Friedrich Kalbus: Sole, Salz und Söder - ein Gang durch die Geschichte von Bad Salzdetfurth, S. 10f. Bad Salzdetfurth 1961.
  12. Friedrich Kalbus: Sole, Salz und Söder - ein Gang durch die Geschichte von Bad Salzdetfurth, S. 45. Bad Salzdetfurth 1961.
  13. Friedrich Kalbus: Sole, Salz und Söder - ein Gang durch die Geschichte von Bad Salzdetfurth, S. 88. Bad Salzdetfurth 1961.
  14. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Landkreis Hildesheim
  15. Friedrich Kalbus: Sole, Salz und Söder - ein Gang durch die Geschichte von Bad Salzdetfurth, S. 55. Bad Salzdetfurth 1961.
  16. Kehrwieder am Sonntag, Ausgabe vom 14. April 1985: Vor 40 Jahren: Wie Bad Salzdetfurth der Zerstörung entging.
  17. Regina Mundel: Die Reihe Archivbilder: Bad Salzdetfurth - Salzstadt mit Tradition, S. 9. Erfurt 1999.
  18.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 210.
  19. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen. Recherche Jürgen Udolph.
  20. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen: Tabelle K1000014: Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung, Stichtag jeweils zum 31.1.
  21. Bertelsmann Stiftung: Wegweiser Kommune: Kommunale Daten
  22. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen: Tabelle K10001244: Bevölkerung am 31.12. in Niedersachsen
  23. Stadt Bad Salzdetfurth: Ergebnisse der Stadtratswahl 2011 in Prozent
  24. Stadt Bad Salzdetfurth: Ergebnisse der Stadtratswahl 2011 - Sitzverteilung
  25. Stadt Bad Salzdetfurth: Wahlergebnisse der Bürgermeisterwahl 2014
  26. Stadt Bad Salzdetfurth: Hauptsatzung der Stadt Bad Salzdetfurth, § 4 (PDF; 33 kB)
  27. Stadt Bad Salzdetfurth: Hauptsatzung der Stadt Bad Salzdetfurth, § 5 (PDF; 33 kB)
  28. Stadt Bad Salzdetfurth: Wahlergebnisse Ortsratswahlen 2011
  29. Stadt Bad Salzdetfurth: Hauptsatzung der Stadt Bad Salzdetfurth, § 2 (PDF; 33 kB)
  30. Friedrich Kalbus: Sole, Salz und Söder - ein Gang durch die Geschichte von Bad Salzdetfurth, S. 4. Bad Salzdetfurth 1961.
  31. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen: Tabelle K70H5103: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort in Niedersachsen, Stichtag 30. Juni 2011
  32. GfK GeoMarketing GmbH in Industrie- und Handelskammer Hannover: Kaufkraft- und Umsatzkennziffern zu Bad Salzdetfurth
  33. Bertelsmann Stiftung: Wegweiser Kommune: Kommunale Daten
  34. Stadt Bad Salzdetfurth Zahlen und Fakten zum Wirtschaftsstandort Bad Salzdetfurth
  35. Industrie- und Handelskammer Hannover: Standortportrait Bad Salzdetfurth
  36. Pressemitteilung CMS Hasche Sigle:CMS Hasche Sigle berät Lielje-Gruppe bei Verkauf einer Geriatrie-Klinik in Bad Salzdetfurth an RHÖN-KLINIKUM AG. Online auf www.cms-hs.com vom 21. Mai 2010.
  37. K+S AG: Ausbildungsstandort Bad Salzdetfurth
  38. Leinetal24.de:Gute Ergebnisse und ein gutes Betriebsklima. Online auf www.leinetal24.de vom 20. Februar 2013.
  39. Broschüre der LNVG aus dem Oktober 2003: Moderne Bahnstationen auf der Lammetalbahn (PDF; 408 kB)
  40. Pressemitteilung der LNVG vom 3. Februar 2011: NordWestBahn übernimmt Weser-/Lammetalbahn (PDF; 225 kB)
  41. Regionalverkehr Hildesheim GmbH: website/ der Regionalverkehr Hildesheim GmbH zum "Nachtsbus"
  42. Friedrich Kalbus: Sole, Salz und Söder - ein Gang durch die Geschichte von Bad Salzdetfurth, S. 98. Bad Salzdetfurth 1961.
  43. NDR, Redaktion extra 3: Schrankenwärter-Blues auf YouTube
  44. Christian Kortmann: Let it rock. In: ZEIT ONLINE. 27. April 2000, abgerufen am 13. Oktober 2013.