Bad Salzuflen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Salzuflen
Bad Salzuflen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Salzuflen hervorgehoben
52.08758.750555555555672Koordinaten: 52° 5′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Lippe
Höhe: 72 m ü. NHN
Fläche: 100,05 km²
Einwohner: 52.121 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 521 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 32105, 32107, 32108
Vorwahlen: 05222, in Grenzgebieten 0521, 05221, 05232, 05266, 05208, 05228Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LIP
Gemeindeschlüssel: 05 7 66 008
Stadtgliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rudolph-Brandes-Allee 19
32105 Bad Salzuflen
Webpräsenz: www.stadt-bad-salzuflen.de
Bürgermeister: Wolfgang Honsdorf (SPD)
Lage der Stadt Bad Salzuflen im Kreis Lippe
Niedersachsen Bielefeld Kreis Gütersloh Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke Kreis Paderborn Kreis Höxter Augustdorf Bad Salzuflen Barntrup Blomberg Detmold Dörentrup Extertal Horn-Bad Meinberg Kalletal Lage (Lippe) Lemgo Leopoldshöhe Lügde Oerlinghausen Schieder-Schwalenberg Schlangen (Gemeinde)Karte
Über dieses Bild

Bad Salzuflen ist eine Stadt und ein Thermal-Heilbad im Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen in Deutschland. Seit August 2013 ist Bad Salzuflen als Kneipp-Kurort zertifiziert.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bad Salzuflen liegt am östlichen Rand der Ravensberger Mulde, am Zusammenfluss von Salze und Bega mit der Werre. Im Vergleich zu anderen nordlippischen Gemeinden ist es dicht besiedelt. Dörflich geprägte Ortsteile mit landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben das Stadtzentrum. Nordöstlich von Werre und Bega durchzieht ein großteils bewaldeter Hügelstrang des Lipper Berglands mit Erhebungen bis zu 250 Metern das Stadtgebiet. Tiefster Punkt liegt bei der Werre an der Grenze zu Herford auf etwa 34 Metern. Seit 2008 gehört das Stadtgebiet zum Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge.

Geologie[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet ist durchzogen von den Flussauen der Werre, Bega und Salze. Podsol- und Pseudogley-Braunerden herrschen als Bodentypen vor. Die Podsolböden befinden sich überwiegend auf Unterlagen aus dem Tertiär, die von Bruchfalten aus dem Mesozoikum durchzogen sind.

Charakteristisch für Bad Salzuflen sind die an diesen Falten austretenden salzhaltigen Quellen, denen die Region den Namen „Heilgarten Deutschlands“ verdankt.

Daten der Mineralquellen in Bad Salzuflen[Bearbeiten]

Geothermische Karte von Bad Salzuflen
Name erbohrt Tiefe [m] Temperatur [°C] Verwendung Bild
Paulinenquelle 1802 63 12,2 Inhalation
Gradierung
Paulinenquelle BS.jpg
Loosequelle 1889/91 400 14,25 Trinkkur Loosequelle BS.jpg
Leopold-
Thermalsprudel
1904/6 534 21,7 Bäder D-NW-Bad Salzuflen - Leopoldsprudel.jpg
Neubrunnen 1913 54 12,2 Bäder Neubrunnen BS.JPG
Gustav Horstmann
Thermalsprudel
1919/27 1018 38,0 Bäder Gustav Horstmann Thermalsprudel BS.jpg
Inselquelle 1936 52,4 12,6 Trinkkur Inselbrunnen BS.jpg
Sophienbrunnen 1953 12,5 11,7 Trinkkur Sophienquelle BS.jpg
Thermalsprudel III 1956/60 412,75 21,4 Bäder Therme III BS.jpg
Sophienquellen
(a und b)
1962 49,6
9,0
13,05
13,55
Gradierung
Bäder
Sophienquelle BS.jpg

Die Gegend eignet sich gut bis sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[2]

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Luftbild Bad Salzuflen

Die als „große Mittelstadt“ klassifizierte Stadt Bad Salzuflen erstreckt sich über eine Fläche von 100,06 km². Das Stadtgebiet weist eine in etwa ovale Form auf mit einer maximalen Ausdehnung in Ost-West Richtung von etwa 13 km und in Nord-Süd Richtung von 11 km.

Fläche
nach Nutzungsart[3]
Landwirt-
schafts-
fläche
Wald-
fläche
Gebäude-,
Frei- und
Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Summe
Fläche in km² 57,51 15,01 17,20 6,30 1,22 2,42 0,40 100,06
Anteil an Gesamtfläche in Prozent 57,47 15,00 17,19 6,30 1,22 2,42 0,40 100,00

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Salzuflen grenzt im Osten an die Stadt Lemgo, im Süden an Lage und im Südwesten an Leopoldshöhe. Alle drei Gemeinden gehören zum Kreis Lippe.

Im Westen liegt die kreisfreie Stadt Bielefeld und im Nordwesten die Stadt Herford. Im Norden grenzt Bad Salzuflen an Vlotho im Kreis Herford. Zusammen mit Herford gehört Bad Salzuflen zur Agglomeration Bielefeld.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ortsteile Bad Salzuflens

Die Stadt gliedert sich in die zwölf Ortsteile Bad Salzuflen, Biemsen-Ahmsen, Ehrsen-Breden, Grastrup-Hölsen (mit Hölserheide), Holzhausen (mit Sylbach), Lockhausen, Papenhausen (mit Volkhausen), Retzen, Schötmar, Werl-Aspe (mit Knetterheide), Wülfer-Bexten und den flächenmäßig größten Ortsteil Wüsten (mit Frettholz, Glimke, Hellerhausen, Hollenstein, Pehlen, Pillenbruch, Voßhagen und der Waldemeine). Die bevölkerungsreichsten Ortsteile sind Bad Salzuflen mit etwa 19.700 Einwohnern, Schötmar mit 8900, Werl-Aspe mit 7500 und Wüsten mit 4000 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2006).[4] Zusammen machen diese vier Ortsteile gut 70 % der Bad Salzufler Bevölkerung aus. Die Ortsteile Bad Salzuflen, Schötmar, Werl-Aspe, Holzhausen und Ehrsen-Breden bilden eine durchgängige Siedlungsfläche.

Klima[Bearbeiten]

Bad Salzuflen zeigt das für Mitteleuropa typische gemäßigte vollhumide Klima mit seinem Niederschlagsmaximum im Sommer. Die Jahresmitteltemperatur von 9,3 °C entspricht der Breiten- und der Höhenlage, jedoch liegt die Jahressumme der Niederschläge mit 743 mm einerseits etwas höher als der norddeutsche (640 mm) bzw. der deutsche Durchschnittswert (690 mm), andererseits aber aufgrund der Lage im Regenschatten des Teutoburger Waldes etwas niedriger als der lippische Durchschnittswert (877 mm).

Bad Salzuflen
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
68
 
3
-1
 
 
57
 
5
-1
 
 
62
 
8
1
 
 
58
 
13
4
 
 
72
 
18
8
 
 
83
 
21
11
 
 
73
 
22
13
 
 
68
 
22
13
 
 
64
 
19
10
 
 
53
 
14
7
 
 
66
 
8
3
 
 
78
 
5
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: DWD[5] (1961–1990); wetterkontor.de[6]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bad Salzuflen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3 5 8 13 18 21 22 22 19 14 8 5 Ø 13,2
Min. Temperatur (°C) −1 −1 1 4 8 11 13 13 10 7 3 0 Ø 5,7
Temperatur (°C) 1,3 1,9 4,7 8,3 12,8 15,8 17,2 17,0 13,9 10,2 5,4 2,5 Ø 9,3
Niederschlag (mm) 68,1 57,3 62,2 58,4 72,3 82,8 72,9 67,8 63,7 53,4 66,1 78,3 Σ 803,3
Sonnenstunden (h/d) 1,4 2,6 3,3 5,0 5,2 6,3 5,9 6,0 4,4 3,6 1,7 1,2 Ø 3,9
Regentage (d) 17 15 12 15 13 13 15 15 13 14 16 15 Σ 173
Luftfeuchtigkeit (%) 83 80 77 72 71 73 74 75 80 82 83 84 Ø 77,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3
−1
5
−1
8
1
13
4
18
8
21
11
22
13
22
13
19
10
14
7
8
3
5
0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
68,1
57,3
62,2
58,4
72,3
82,8
72,9
67,8
63,7
53,4
66,1
78,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD[5] (1961–1990); wetterkontor.de[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht der Stadt Salzuflen im Jahre 1647
Verlauf der Stadtmauer
Notgeld der Stadt Bad Salzuflen

Mitte des 11. Jahrhunderts werden die Siedlung „Uflon“ und eine dort befindliche Salzstätte erstmals schriftlich erwähnt. „Uflon“ bedeutet in Althochdeutsch „am Wald“. Später wurde daraus „Uflen“, auch „Mitteluflen“ oder „Dorf Uflen“.[7]

Die Nutzung der salzhaltigen Paulinenquelle führte im Mittelalter zur Errichtung der ersten Saline. Diese Salzwerkstätten befanden sich an einem Ort, der noch heute „Salzhof“ genannt wird und dessen Brunnen im Wappen der Stadt dargestellt ist.

Dank des einträglichen Salzhandels und der Förderung unter Herrschaft der Grafen von Sternberg vergrößerte sich der Ort. Um 1300 wurde eine erste Kapelle auf dem Hallenbrink errichtet. 1377 wird Salzuflen von den Sternbergern an die Grafen von Schaumburg verkauft. Im Jahre 1400 geht Salzuflen schließlich durch Verpfändung in den Besitz der Edelherren zu Lippe.[8]

Während der Soester Fehde wurde das nur wenig befestigte Salzuflen 1447 von böhmischen Söldnern stark zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus erhielt der Ort um 1450 eine Ringmauer mit vier Toren — Schliepsteiner Tor nach Norden (Exter), Heßkamper Tor nach Nordosten (Wüsten), Ostertor nach Südosten (Schötmar), Herforder Tor nach Westen (Herford) — und drei Wehrtürmen, unter anderem der Katzenturm, der noch heute erhalten ist.[8] 1488 erhält der so vergrößerte Ort durch den lippischen Landesherrn Graf Bernhard VII die Stadtrechte verliehen. Bis zum Dreißigjährigen Krieg florierte der Handel mit dem weißen Gold und brachte großen Reichtum in die Stadt. Prachtvolle Bürgerhäuser im Stil der Weserrenaissance und das alte 1545/47 erbaute Rathaus sind Zeugen dieser Blütezeit. Das älteste noch heute erhaltene Gebäude der Stadt ist ein dreigeschossiger Traufenbau von 1520.

Der Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) beendete die fast 200 Jahre andauernde Blütezeit der Stadt. Bei zahlreichen Truppendurchzügen wird die Stadt schwer beschädigt. Die Anzahl der Stadtbewohner ging bis 1645 um mehr als die Hälfte auf 900 zurück.[8] Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) wird die Stadt erneut schwer geschädigt. Im Jahre 1762 zerstört ein durch Blitzschlag verursachter Brand weite Teile der Stadt. 1766 wurde die Saline an den Landesherrn Graf Simon August zu Lippe verkauft. Dieser ließ das Salzwerk grundlegend modernisieren und Gradierwerke errichten. Da alle Gewinne aus der Saline nun aber an den Landesherrn fielen, konnte Salzuflen hiervon nicht mehr profitieren. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt in Folge dessen nur langsam. Erst durch eine von Medizinalrat Dr. Heinrich Hasse gegründete Badeanstalt im Jahre 1818 begann allmählich der erneute Aufschwung Salzuflens zum Kurort.

Bekannt geworden ist Bad Salzuflen durch den Kurbetrieb. Mit seinen drei Trink-, drei Thermal- und drei Solequellen hatte es den Status eines lippischen Staatsbades. Obwohl die Gründung des fürstlichen Solebads annähernd 100 Jahre zuvor erfolgt war, erhielt Salzuflen den Namenszusatz „Bad“ erst am 14. April 1914.

Die hohe Heilkraft des Wassers führte dazu, dass neue Badehäuser entstanden und weitere Quellen erbohrt wurden, so zum Beispiel der Leopoldsprudel, dessen Brunnentempel sich inmitten des heutigen Kurparks befindet. Die Entwicklung zum Kurort führte zu bedeutenden Veränderungen im Stadtbild. Die Saline auf dem Salzhof stellte die Salzproduktion ein und bildet heute den „Stadtplatz“, auf dem Wochenmarkt und Stadtfeste stattfinden. Die Gradierwerke entwickelten sich zu einem Ort, an den sich Menschen mit Atemwegserkrankungen zurückzogen. Im Laufe der Zeit verschwanden die alteingesessenen Industriesparten und wurden durch den Handel und das Kurwesen ersetzt, von dem auch die zahlreichen Pensionen der Stadt profitierten.

Der wirtschaftliche Aufschwung im 19. Jahrhundert fand auch eng mit der 1850 gegründeten[9] Hoffmann’s Stärkefabriken statt, die später zum größten europäischen Stärkeproduzenten aufstieg. Mit Eröffnung der Bahnlinie Herford-Detmold erhält Salzuflen 1880 einen Anschluss an das Schienennetz; der Salzufler Bahnhof geht 1881 in Betrieb.

Die strategisch eher unbedeutende Lage bewahrte Bad Salzuflen während des Zweiten Weltkrieges weitgehend vor Bombenangriffen der Alliierten, so dass die Stadt den Krieg relativ unbeschadet überstand und nach Kriegsende zum Sitz vieler Militärmissionen wurde.

Religionen[Bearbeiten]

Evangelisch-reformierte Kilianskirche in Bad Salzuflen-Schötmar

In Bad Salzuflen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Religionsgemeinschaften. Da Bad Salzuflen im heute protestantisch geprägten Kreis Lippe liegt, überwiegt die Anzahl evangelischer Christen. Die evangelisch-reformierten Gemeinden gehören zur Klasse Bad Salzuflen der reformierten Lippischen Landeskirche, die evangelisch-lutherischen Gemeinden zur einzigen lutherischen Klasse in Lippe.

  • Evangelisch-reformierte Gemeinden
    • Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Bad Salzuflen mit der Stadtkirche auf dem Hallenbrink und zwei Gemeindezentren (Gemeindehaus auf dem Hallenbrink und dem Calvin-Haus am Gröchteweg) hat drei Pfarrbezirke.
    • Die evangelisch-reformierte Kilians-Kirchengemeinde in Schötmar hat drei Pfarrbezirke (Schötmar-Mitte,Schötmar-West und Werl, Schötmar-Ost und Ehrsen-Breden).
    • Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Retzen liegt am Kirchweg und hat einen Pfarrbezirk.
    • Die evangelisch-reformierte Gemeinde Sylbach liegt mit ihrer Kirche in Sylbach an der Sylbacher Straße mit einem Pfarrbezirk.
    • Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Wülfer-Knetterheide umfasst einen Pfarrbezirk.
    • Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Wüsten mit ihrer Kirche und dem Gemeindehaus besteht aus zwei Pfarrbezirken.
    • Die Evangelische Kirchengemeinde Lockhausen-Ahmsen mit zwei Pfarrbezirken hat zwei Kirchen und Gemeindezentren. Sie ist als einzige sogenannte „Evangelische Kirchengemeinde“ Mitglied der reformierten und der lutherischen Klasse.
  • Evangelisch-lutherische Gemeinden
    • Die evangelisch-lutherische Gemeinde in Bergkirchen mit Kirche und Gemeindehaus hat einen Pfarrbezirk. Sie ist die Mutterkirche der lutherischen Gemeinde Bad Salzuflen.
    • Die evangelisch-lutherische Gemeinde in Bad Salzuflen mit zwei Pfarrbezirken, zwei Kirchen mit Gemeindezentren (Erlöserkirche mit dem Martin-Luther-Haus an der Martin-Luther-Straße und der Auferstehungskirche mit dem Zentrum an der Auferstehungskirche am Gröchteweg, das auch von der reformierten Gemeinde zu Gottesdiensten benutzt wird).
    • Die evangelisch-lutherische Gemeinde Schötmar hat zwei Pfarrbezirke. Zum Pfarrbezirk I gehört die Trinitatiskirche in der Eduard-Wolf-Straße in Schötmar, zum Pfarrbezirk II die Versöhnungskirche Knetterheide in der Schelpstraße in Knetterheide.
  • Römisch-katholische Gemeinden (Die römisch-katholischen Gemeinden gehören zum Erzbistum Paderborn)
    • Die römisch-katholische Liebfrauen-Gemeinde in Bad Salzuflen mit der Liebfrauenkirche und Gemeindehaus an der Grabenstraße.
    • Die römisch-katholische Gemeinde St. Kilian in Schötmar ist Teil des Pastoralverbundes katholischer Kirchengemeinden Bad Salzuflen-Schötmar. Zu ihr gehören auch die Ortsteile Biemsen-Ahmsen, Ehrsen-Breden, Grastrup-Hölsen, Holzhausen, Lockhausen, Papenhausen, Retzen und Wülfer-Bexten.
  • Freikirchliche Gemeinden
    • Die evangelisch-freikirchliche Gemeinde – Baptisten – in der Gartenstraße
    • Die Freie evangelische Gemeinde Bad Salzuflen-Schötmar – im Bund FeG – in der August-Bollhöfer-Straße 3
    • Die Landeskirchliche Gemeinschaft Bad Salzuflen & EC – Hauskreis treffen sich im reformierten Gemeindehaus in der von-Stauffenberg-Straße. Die Gemeinschaft ist ein selbständiges Werk innerhalb der Landeskirche.
    • Die Gemeinde der Methodistischen Kirche Bad Salzuflen mit Gottesdienst in Lage, Hindenburgstr. 19
    • Die Evangeliums Christen Gemeinde in Sylbach (Bund Taufgesinnter Gemeinden) in der Max-Planck Straße am Bahnhof Sylbach
    • Die Mennoniten Brüdergemeinschaft in Bad Salzuflen-Holzhausen
    • Die Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten in der Buschortstraße
  • Neuapostolische Gemeinden
    • Die neuapostolische Gemeinde mit einem Kirchengebäude an der Beet-/Ecke Asenburgstraße in Bad Salzuflen und einem Kirchengebäude im Gerberweg im Ortsteil Schötmar
  • Islamische Gemeinden

In Bad Salzuflen gibt es keine jüdische Gemeinde mehr. Die nächstgelegene Synagoge steht in Herford, sie gehört zur Jüdischen Gemeinde Herford–Detmold.

Ein Hinweis für die Verteilung der Religionen kann die konfessionelle Zugehörigkeit der Schüler an allgemein bildenden Schulen sein. Demnach sind rund 60 % der Schüler evangelisch, 10 % katholisch, 10 % islamisch. 9 % geben an, einer sonstigen Konfession anzugehören, 11 % rechnen sich keiner Konfession zu.

Die Ergebnisse des Zensus 2011[10] ergeben folgende Verteilung: Römisch-katholische Kirche: 11,6 %, Evangelische Kirche: 54,5 %, sonstige, keine, ohne Angabe: 33,9 %.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Alter Grenzstein an der Straße von Wüsten nach Vlotho
Das Rathaus, an der ehemaligen Stadtgrenze zwischen Bad Salzuflen und Schötmar errichtet

Zwei Jahre nach der Gliederung des Freistaats Lippe in Kreise wurde Bad Salzuflen 1934 in den Kreis Lemgo eingegliedert.

Infolge des 2. Weltkrieges wurde der Freistaat Lippe, durch eine Militärverordnung der britischen Besatzungsmacht, am 21. Januar 1947 mit dem Land Nordrhein-Westfalen vereinigt.[11] Die Stadt Bad Salzuflen wurde damit am 1. April 1947 dem neu gebildeten Regierungsbezirk Minden-Lippe zugehörig, welcher bereits am 2. Juni 1947 in Regierungsbezirk Detmold umbenannt wurde.

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden die beiden Städte Bad Salzuflen und Schötmar sowie die zehn Gemeinden Biemsen-Ahmsen, Ehrsen-Breden, Grastrup-Hölsen, Holzhausen, Lockhausen, Papenhausen, Retzen, Werl-Aspe, Wülfer-Bexten und Wüsten zum 1. Januar 1969 im Zuge der Umsetzung des „Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Lemgo“ zur neuen Stadt Bad Salzuflen zusammengeschlossen. Außerdem wurden kleine Teile der Gemeinden Krentrup, Nienhagen und Welstorf eingemeindet.[12]

Im Zuge der Umsetzung des Bielefeld-Gesetzes wurden die Kreise Lemgo und Detmold zum 1. Januar 1973 zum neuen Kreis Lippe zusammengelegt, zu dem Bad Salzuflen seitdem gehört.[13]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung bis Ende 1968,[14] nur Salzuflen, * = Ergebnisse der Volkszählungen:

Jahr 1590
 
1633
 
1636
(nach Pest)
1760
 
1885 *
(1.12.)
1892 *
(7.12.)
1900
 
1916
 
1933
 
1946
 
1960
(21.7.)
1968
(31.12.)
Einwohner ~ 2.000 1.472 865 1.003 3.992 4.300 5.396 7.919 9.217 14.090 17.273 16.690

Mit der Gründung der „neuen“ Stadt Bad Salzuflen am 1. Januar 1969 (Bad Salzuflen und Schötmar mit den zehn Ortsteilen) zählte man 47.930 Einwohner, das entsprach einer Bevölkerungsdichte von 479 Einwohnern je Quadratkilometer (aktuell 543 Einwohner/km²)[8]

Einwohner in den Ortsteilen der Stadt Bad Salzuflen am 1. Januar 1969:

Ortsteil Einwohner Fläche (km²) Einwohner/km²
Bad Salzuflen 16.690 13,76 1.213
Schötmar 9.132 4,89 1.867
Biemsen-Ahmsen 1.493 5,90 253
Ehrsen-Breden 2.498 7,00 357
Grastrup-Hölsen 1.019 7,90 129
Holzhausen 2.865 8,36 343
Lockhausen 2.706 9,32 290
Papenhausen 115 3,12 37
Retzen 1.436 7,14 201
Werl-Aspe 5.083 6,31 806
Wülfer-Bexten 1.683 7,74 217
Wüsten 3.181 18,62 171
gesamt 47.901 100,06 479

Entwicklung der Einwohnerzahl ab 1. Januar 1969; alle Angaben für die Stadt Bad Salzuflen in den Grenzen seit 1969; Stand jeweils 31. Dezember des Vorjahres:[15]

Jahr 1969 1974 2000 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Einwohner 47.901 51.678 55.028 55.145 54.020 54.772 54.673 54.413 54.273

Politik[Bearbeiten]

Bad Salzuflen gehört zum Landtagswahlkreis Lippe I, in dem bei der Landtagswahl 2012 Ute Schäfer (SPD) als Direktkandidatin gewählt wurde. Auf Bundesebene gehört Bad Salzuflen zum Bundestagswahlkreis Lippe I, in dem 2009 Dirk Becker (SPD) erneut als Direktkandidat gewählt wurde.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat hat derzeit 48 Sitze. Stimmberechtigter Vorsitzender des Stadtrates ist Bürgermeister Wolfgang Honsdorf (SPD). Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[16][17][18][19][20] 2014 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 17 36,32 17 35,47 18 37,69 25 52,87 23 46,83 20 37,34 21 39,77 24 46,23 24 46,31
SPD 16 34,10 16 34,15 18 36,58 16 32,48 20 40,42 24 46,38 23 43,83 23 45,86 23 44,40
FDP 3 6,12 5 10,13 4 6,99 3 5,07 0 4,84 4 8,88 3 6,87 4 7,92 4 9,29
GRÜNE 4 8,67 4 8,38 4 7,35 2 4,75 4 7,91 3 7,40 4 9,44
FWG1 3 5,75 2 3,81 2 5,18 2 4,83
LINKE 2 3,82 2 3,40 0 2,38
WFU2 1 2,62 2 3,83
BIZ3 1 1,59 1 2,06
BLBS5 1 1,52
Piraten 1 2,12
DKP 0 0,10
Gesamt5 48 100 48 100 48 100 48 100 47 100 51 100 51 100 51 100 51 100
Wahlbeteiligung 49,49 52,47 57,62 55,62 82,72 67,76 70,24 75,38 88,24

1Freie Wählergemeinschaft
2Wir für uns
3Bürgerinitiative Zukunft
4Bunte Liste Bad Salzuflen
5ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister[Bearbeiten]

Wolfgang Honsdorf (SPD) ist seit 2004 der hauptamtliche Bürgermeister der Stadt. Seine Vorgänger waren Gerhard Kleemann (CDU, 1999–2004), Heinz-Wilhelm Quentmeier (SPD, 1983–1999), Kurt Dröge (CDU, 1975–1982) sowie Heinrich Welslau (SPD, 1969–1975). Bis 1999 war das Bürgermeisteramt ehrenamtlich.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Bad Salzuflen

Das Bad Salzufler Stadtwappen zeigt in Blau einen sechseckigen roten Brunnenschacht mit zwei silbernen (weißen) Galgenbäumen, an denen vorn ein steigender, hinten ein sinkender goldener (gelber) Eimer hängt, darüber ein goldener (gelber) achtstrahliger Stern. Der Stern weist auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Grafschaft Sternberg hin.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt unterhält zwei Arbeitskreise, die gelegentlich Reisen in die beiden Partnerstädte in Frankreich und England organisieren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

An der Salze (ehemalige Stadtmühle)

Theater[Bearbeiten]

Das Kur- und Stadttheater mit 498 Plätzen ist ein Theater ohne ein eigenes Ensemble. Es wird regelmäßig vom Landestheater Detmold und wechselnden Ensembles bespielt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirchen und Moschee[Bearbeiten]

Am Standort der heutigen evangelisch-reformierten Kilianskirche (neugotisch) am Kirchplatz in Schötmar entstand um das Jahr 800 n. Chr. die erste christliche Kirche der Region. Sie ist Urpfarrei für viele Ortschaften des Umlandes. Es handelt sich um eine dreischiffige, neugotische Hallenkirche mit 5/8-Schluss. Der Westturm verfügt über ein achteckiges Obergeschoss, das von einer dachreiterartigen Laterne mit steilem Zeltdach bekrönt wird.

Die evangelisch-reformierte Stadtkirche liegt auf dem so genannten Hallenbrink, der höchsten Erhebung innerhalb der Bad Salzufler Altstadt. Der im Kern spätmittelalterliche Saalbau wurde 1762 nach einem Brand wiederaufgebaut. 1892 kam es zu einer umfassenden Erneuerung und Erweiterung des Gebäudes. Der dem Kirchenschiff vorgelagerte Turm ist spätgotisch. Seine welsche Haube stammt von 1782. Wichtigstes Ausstattungsstück ist die 1765 von Heinrich Kampmeyer gefertigte Kanzel. Das Gemeindehaus nahe der Stadtkirche ist ein Putzbau mit Stufengiebel, der 1928 in expressionistischen Formen erbaut wurde.

Die evangelisch-lutherische Erlöserkirche in der Martin-Luther-Straße ist eine neuromanische Kirchenbau des Historismus 1891–1892 nach einem Entwurf des Architekten Hermann Held (Bethel) unter Bauleitung durch Karl Siebold (Schildesche) ausgeführt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 12. Juli 1891, die Einweihung fand am 8. Mai 1892, dem Sonntag Jubilate, statt. 1908–1909 wurde die Kirche durch Karl Siebold um den Westteil mit Turm erweitert, eine erneute Erweiterung(?) erfolgte 1939 durch Gerhard Balke (Bethel).

Die Katholische Liebfrauenkirche liegt an der Ecke Graben-/Woldemarstraße. Mit dem ersten Spatenstich am 23. September 1956 begann der Bau der Kirche nach einem Entwurf des Paderborner Architekten Josef Lucas; die Grundsteinlegung war am 8. Dezember 1956. Die Konsekration erfolgte am 8. März 1959 unter dem Titel: „Maria, unsere liebe Frau, Königin des Friedens“.

Die evangelisch-lutherische Auferstehungskirche an der Ecke Gröchteweg/Volkhausenstraße wurde 1964–1966 nach Plänen des Architekten Loos (Bad Salzuflen) erbaut. An der künstlerischen Gestaltung hat das Künstlerehepaar Hans-Helmuth von Rath und Margarete von Rath (Bad Salzuflen) wesentlich mitgewirkt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 13. Juli 1964; am 1. Mai 1966, dem Sonntag Jubilate, wurde die Kirche eingeweiht. Die Auferstehungskirche wird von der lutherischen und der reformierten Kirchengemeinde benutzt.

Eine Kirche der Neuapostolischen Kirche gibt es an der Ecke Beetstraße/Asenburgstraße.

Die Moschee „Mevlana Camii“ der türkisch-islamischen Gemeinde, die dem Dachverband DITIB angehört, wurde 2012 eröffnet und befindet sich in der Weinbergstraße in Schötmar.

Fachwerkhäuser[Bearbeiten]

Die Innenstadt weist noch immer eine größere Anzahl zumeist giebelständiger Fachwerk-Dielenhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts auf, die nicht selten reich beschnitzt sind. Im Bereich des Marktes entstanden auch mehrere Massivbauten.

  • Fachwerkgiebelhäuser
    • Fußgängerzone Lange Straße. Die Häuser sind gut erhalten, im Erdgeschoss aber meist durch Umbau zu Ladengeschäften mit Schaufenstern verändert.
      • Lange Straße 1, bezeichnet 1625.
      • Lange Straße 3, Giebelhaus, bezeichnet 1590.
      • Lange Straße 5, Zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus, bezeichnet 1650.
      • Lange Straße 33, mit 1612 bezeichnetes Fachwerkgiebelhaus mit reichem Schnitzwerk und Utlucht. Das rückwärtige Steinwerk stammt wohl noch aus dem 16. Jahrhundert.
      • Lange Straße 37, Fachwerkgiebelhaus mit Utlucht, bezeichnet 1623.
      • Lange Straße 41, Haus Obermeier, erbaut 1618. Die reich geschnitzte Fassade wurde im 19. Jahrhundert verändert. In der ehemaligen Diele befindet sich ein fragmentarisch erhaltener Renaissance-Kamin. Im Haus war von 1982 bis 2010 das Stadt- und Bädermuseum untergebracht.
    • Am Markt 17, mit geschnitzten Füllhölzern, 1658 bezeichnet.
    • Brunnengasse 5, von 1653.
    • Obere Mühlenstraße 1, das ehemalige Haus Backs ist das prächtigste Fachwerkhaus der Stadt.
    • Osterstraße 40, das 1571 bezeichnete Giebelhaus wurde 1747 erneuert.
    • Ritterstraße 6, (heute Hotel Arminius). Fachwerkbau des späten 16. Jahrhunderts.
    • Wenkenstraße 8, Dreigeschossiges Giebelhaus über spitzwinkeligem Grundriss, bezeichnet 1631.
  • Steinbauten
    • Am Markt 5 (Altes Bürgermeisterhaus). Der 1564 errichtete Bau wurde um 1580 mit einem neuen Ziergiebel versehen.
    • Am Markt 23 ist im Kern ein Massivbau des frühen 16. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert wurde der Steingiebel wegen Baufälligkeit durch eine Fachwerkkonstruktion ersetzt. Erhalten blieb auch das Hinterhaus mit Saal.
    • Am Markt 36. Die Fassade des um 1600 entstandenen Steinhauses wurde um 1860/70 überarbeitet und mit einem Balkon versehen.
    • Ritterstraße 8 (jetzt Teil des Hotels Arminius). Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude wurden um 1900 durch Umbau stark entstellt.
    • Steege 2–4, Doppeltraufenhaus, erbaut 1604. Lediglich das Erdgeschoss ist massiv, die Obergeschosse sind hingegen in Fachwerk aufgeführt, das mit reichem Schnitzwerk versehen ist.
    • Wenkenstraße 10 a, traufenständiges Haus von 1520 mit massivem Untergeschoss; mit Backsteinen ausgefüllten Gefache im Zierverband.

Weitere Bauten[Bearbeiten]

Historisches Rathaus
  • Historisches Rathaus, Am Markt
Das zu Ostern 1530 schon in Benutzung (neuere Untersuchungen nennen 1545–1547) befindliche Rathaus wurde sowohl für die Bedürfnisse der Verwaltung als auch zur Repräsentation gebaut. Trinkstube, Hochzeits-, Tanz- und Zunfthaus, Gerichtszimmer, Parteienstube und Aktenkammer, Feuerwehr-Geräteraum und Munitionszimmer für die Schützen, Lagerräume für Leinen und Zehntkorn: Alles unter einem Dach vereint. Über die Baumeister des im Renaissancestil erbauten Hauses mit schmaler Giebelfront und überhöhtem Blendgiebel liegen keine Angaben vor. Die drei Wappensteine an der Fassade (Stadtwappen, Rose und Stern) wurden erst später dort eingefügt. Ebenso der neugotische Treppenaufgang an der Vorderseite, der 1859/60 nach Plänen von Karl Overbeck dort angebaut wurde.[21]
  • Alte Schule, Brunnengasse 7
Eingeschossiger Fachwerkbau des 19. Jahrhunderts.
sind sowohl in der Mauer- und Turmstraße als auch am Verbindungsweg zwischen dem Haus Osterstraße 46 und der Otto-Künne-Promenade heute noch erhalten.
an der Alten Vlothoer Straße im Ortsteil Wüsten. Vermutlich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde hier in Sichtweite der Stadt ein Wacht- und Meldeturm an einem Teilstück auf dem wichtigen Frankfurt-Bremer Weg errichtet und seine Errichtung könnte im Zusammenhang mit einer heute nicht mehr nachweisbaren Burg Gestingen (eine von mehreren Schreibweisen)[22] zu sehen sein.
  • Villa Roseneck, Obernbergstraße 2
1914–1917 für den Bielefelder Fabrikanten Nikolaus Dürkopp in neobarocken Formen errichtet.[23]
im Ortsteil Schötmar Mitte des 18. Jahrhunderts gebaut, ehemaliger Adelssitz, heute Musikschule der Stadt Bad Salzuflen, gelegen am Schlosspark.
Quadratischer, 18 Meter hoher Turm auf dem Vierenberg nahe dem Weiler Hollenstein. Der Turm wurde im Jahre 1900 eingeweiht, 1999 und 2004 saniert.
liegt etwa drei Kilometer nördlich der Innenstadt. Das Gebäude war Teil des ehemaligen Gutshofes Schwaghof und steht heute unter Denkmalschutz.
  • Gut Steinbeck
ein ehemaliges Rittergut im Ortsteil Wüsten. Der aus Bremen stammende Johann Heinrich von Lengerke (1825–1906) erwarb 1864 das Rittergut und ließ 1869 ein Herrenhaus im Stil der Tudorgotik erbauen. Das öffentlich nicht zugängliche Gebäude steht unter Denkmalschutz.
  • Das Umweltzentrum Heerser Mühle
ist jetzt eine Einrichtung für Umweltbildung und -erziehung, Freigelände, Erlebnispfad, Werkstatt, rund 37 Hektar Arbeits- und Anschauungsbiotope. Das Gelände ist frei zugänglich.[24]
Das neue Erlebnis-Gradierwerk (2011)
Neues Gradierwerk mit Uhrturm (2014)
Blick vom alten Gradierwerk zur Konzerthalle
Konzerthalle mit Vorplatz und Brunnen

Kureinrichtungen[Bearbeiten]

  • Die Stadt Bad Salzuflen hat zwei Kurgebiete ausgewiesen: das westlich des Kurparks gelegene Kurgebiet Obernberg und das östlich des Kurparks gelegene Kurgebiet Asenberg.
  • Ein Überbleibsel der Salzgewinnung sind die Gradierwerke mit einer Länge von früher insgesamt 424 m, heute etwa 300 m. Von den ursprünglich vier vorhandenen Gradierwerken sind nur noch zwei vollständig erhalten. Ein drittes, dessen Ursprünge auf das 17. Jh. zurückgehen, musste wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Es wurde nach einem Ratsbeschluss als Erlebnisgradierwerk wieder aufgebaut und am 28. Juli 2007 festlich eingeweiht. Die Gradierwerke werden heute nur noch zu Kurzwecken betrieben: Durch die herabrieselnde Sole wird die Luft in der Nähe des Gradierwerks mit Salz angereichert, die Wassertröpfchen binden Partikel in der Luft. Das Einatmen salzhaltiger Luft befeuchtet die Atemwege und beeinflusst die Wandungen der Atemorgane positiv. Außerdem besitzen die feinen Salzkristalle eine sekretlösende Wirkung, die die Atemwege intensiv von Bakterien reinigen und die Schleimhäute abschwellen lassen.
  • Kur- und Stadttheater im Kurhaus, Parkstraße
  • Wandelhalle (1960–1961) und Konzerthalle (1962–1963) im Kurpark sind hervorragende Beispiele der Bäderarchitektur der 1960er Jahre.
  • Kurgastzentrum (1980–1983) entworfen vom Architekturbüro Behnisch & Partner. 1985 ausgezeichnet vom Bund Deutscher Architekten, Nordrhein-Westfalen.
  • Kurheime und Kurhotels an der Parkstraße sind Beispiele typischer Bäderarchitektur. Sie sind teilweise zu Seniorenresidenzen umgebaut.
  • Das Vitalzentrum mit dem Institut für Tinnitus-Forschung und Therapie
  • Die Vitasol Therme beherbergt unter einem Dach mehrere Solebäder mit bis zu 38 °C warmem Thermalwasser aus 1.018 m Tiefe, einen weitläufig in die Landschaft integrierten Saunapark, einen Fitnessclub, Beauty- und Wellnesscenter, ein Vitalrestaurant, Sport- und Bewegungstherapie, Kinderclub.
  • Die ehemaligen Badehäuser sind zum Teil noch erhalten, sie werden aber zu anderen Zwecken benutzt. Das „Inhalatorium“ ist ein Ärzteforum, das frühere „Badehaus I“ war die Privatklinik SalinenPark und das ehemalige „Leopoldbad“ ein Restaurant.

Mahnmale[Bearbeiten]

  • Mahnmal „Alte Synagoge“ in der Mauerstraße
In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Salzufler Synagoge in der Mauerstraße, die 83 Jahre lang das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde gewesen war, geschändet und die Scheiben der Fenster wurden zerstört. Der Versuch der Brandstiftung wurde vom diensthabenden Polizei-Obermeister verhindert. Die Polizei stellte Schriften und sakrale Gegenstände vor einer Zerstörung sicher. Die Schäden der Zerstörung wurden am 12. November 1938 durch die Technische Nothilfe Ortsgruppe Bad Salzuflen beseitigt und das Grundstück aufgeräumt und gesichert.[25] Im Jahr 1941 wurden die Reste der Synagoge von der technischen Nothilfe gesprengt und das Grundstück geräumt. Hierzu: Vernehmungsprotokoll des Polizeibeamten aus dem Jahr 1946. Am 9. November 1982 wurde an einer Mauer neben dem Standort der Synagoge auf Vorschlag der DKP Ortsgruppe Bad Salzuflen eine Gedenktafel angebracht. Der Text lautete „Hier stand die Synagoge / der israelitischen / Gemeinde Bad Salzuflen / die am 9. November 1938 / durch die Nationalsozialisten / zerstört wurde / Exodus 3.5“. 1998 wurde auf dem Grundriss der Synagoge das jetzige Mahnmal nach Plänen des Architekten Paul Dahlmeier errichtet.
  • Mahnmal „Jüdischer Friedhof“ an der Werler Straße
Der heute geschlossene jüdische Friedhof ist mit großer Wahrscheinlichkeit zwischen 1543 und 1603 entstanden. Er wurde in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft zerstört. Die verbliebenen Grabsteine wurden nach dem Krieg auf einer Teilfläche wieder aufgestellt. 1988 hat die Stadt die verbliebene Restfläche aus privatem Besitz erworben, die Gebäude abgerissen und den Friedhof neu gestaltet. Auf dem Denkmal in Form eines siebenarmigen Leuchters (Menora) waren 50 Namen eingemeißelt. Im Jahr 2009 wurden weitere 14 Namen hinzugefügt. Auf dem Stein ist der folgende Text eingraviert:
ZUR ERINNERUNG / AN DIE JÜDISCHEN BÜRGER / AUS BAD SALZUFLEN / UND SCHÖTMAR DIE OPFER / DER NATIONALSOZIALISTISCHEN / DIKTATUR IN DEN JAHREN / VON 1933 BIS 1945 WURDEN
DAS IHNEN ZUGEFÜGTE LEID / UND UNRECHT DARF NICHT / VERGESSEN WERDEN
.ת. נ. צ. ב. ה (T.N.Z.W.H.)
Te’hi Nischmató zrurá Bi’zrór Ha’Chajim (Möge seine Seele eingebunden sein im Bunde des (ewigen) Lebens)*
  • Gedenktafel „Jüdischer Friedhof Schötmar“ an der Oeynhauser Straße in Schötmar
Am ehemaligen Jüdischen Friedhof im heutigen Stadtteil Schötmar wurde 2008 eine kleine Gedenktafel aufgestellt. Der südlich des heutigen Werre-Friedhofs liegende und von 1871 bis 1955 belegte Friedhof wurde während der NS-Zeit nicht zerstört. Auf ihm befinden sich heute noch 63 guterhalte Grabsteine (Mazewot).[26]
  • Stolpersteine
Der Künstler Gunter Demnig hat seit November 2010 in Salzuflen und Schötmar mehr als 50 Stolpersteine verlegt.
  • Kriegerdenkmale
Auf verschiedenen Friedhöfen sind Gedenkstätten für die Opfer der Kriege vorhanden. Auf dem Sportplatz in Ehrsen-Breden steht ein Gedenkstein; auf dem Friedhof in Biemsen-Ahmsen, in Wüsten, Retzen, Wülfer-Bexten und im Schlosspark in Schötmar stehen Ehrenmale. Das Kriegerdenkmal in Bad Salzuflen steht oberhalb des Obernbergfriedhofs im Wald. Es wurde von Hermann Hosaeus und Heilig entworfen und 1923 erbaut. An all diesen Stellen finden jährlich zum Volkstrauertag Gedenkveranstaltungen statt.

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Denkmal Salzsieder
Das Denkmal am Salzhof stellt einen Salzsieder um 800 v. Chr. dar. Es wurde entworfen und ausgeführt von der Herforder Bildhauerin Marianne Bleeke-Ehret und im Mai 1988 aufgestellt.
  • Salzufler Lebensbaum
Die Plastik aus Bronze und Granit steht vor dem neuen Rathaus an der Rudolph-Brandes-Allee. Sie wurde geschaffen von Axel Seyler (Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Campus Detmold) und am 8. September 1984 aufgestellt. Die Wurzeln des Lebensbaumes symbolisieren:
das Ländliche durch den Porträtkopf des Ackerbürgers und Salzufler Originals Schmiedemeister Peter
den Kurbetrieb durch den Kopf des Medizinalrates Heinrich Hasse, den Begründer des Bades und
das Städtische durch den Kopf des Apothekers Rudolph Brandes.
  • Rudolph-Brandes-Obelisk
Der Obelisk zu Ehren des Apothekers Simon Rudolph Brandes (1795–1842) steht seit 1979 auf einer kleinen Rasenfläche an der Einmündung der Riestestraße in die Rudolph-Brandes-Allee.
  • Denkmal Eduard Hoffmann
Eduard Hoffmann, Sohn des Gründers von Hoffmann’s Stärkefabriken, 1900 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Fabrik von der Belegschaft gewidmet. Das Denkmal steht an der Hoffmannstraße, zwischen Friedhof und dem ehemaligen Feuerwehrhaus. Gegenüber auf der anderen Straßenseite war früher die Haupteinfahrt zur Fabrik.
  • Denkmal zum Galgenstreit
Das Denkmal steht zwischen Salzuflen und Schötmar an der ehemaligen Stadtgrenze auf Salzufler Seite an der Kreuzung Rudolph-Brandes-Allee/Walhallastraße. Der Rat aus Schötmar hatte den Salzufler Rat gebeten, deren Galgen benutzen zu dürfen. Diese Bitte und die Reaktion ist auf dem Relief im lippischen Platt aufgeschrieben.
„An’n Jufler Galgen wollen mol de Schötmersken hangen ’n Sünner
De Galgen – reup de Jufler Rot De es för us un iuse Kinner
Leuwe Jufler – Den Galgen lotet wui jui gern  -
jedoch dat Lachen öbber Jübben wuisen Rot Dat is För us un iuse Kinner“
Auf der linken Seite sind zwei Ratsherren und das Wappen abgebildet, rechts die Kilianskirche und lachende Kinder, in der Mitte der Sünder unter dem Galgen. Der Galgenstreit ist auch das Motiv des 50-Pfennig-Notgeldscheines.
  • Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Das Denkmal wurde 1897 von der Dorfschaft Schötmar anlässlich des hundertjährigen Geburtsjubiläums von Kaiser Wilhelm I in einem Park an der Walhallastraße errichtet.

Parks[Bearbeiten]

Leopoldsprudel im Kurpark

Am Kurgastzentrum ist der Eingang zum Kurpark mit dem anschließenden Landschaftspark. 120 Hektar stehen für ausgedehnte Spaziergänge zur Verfügung und zählen zu einer der größten Parklandschaften in Deutschland.

Der eintrittspflichtige Kurpark von 1907 erstreckt sich entlang der Salze mit Wiesen, altem Baum- und großzügigen Blumenbestand. Beim großen Kurparksee mit Fontäne und Bootsvermietung geht der Park in den nicht eintrittspflichtigen Landschaftsgarten über und mündet in den Stadtwald mit Rad- und Wanderwegen bis hinauf zum Salzufler Bismarckturm auf dem Vierenberg, der Loose und dem Herforder Bismarckturm.

Mitten im Kurpark steht das Wahrzeichen Bad Salzuflens: Der Brunnentempel über dem Leopold-Thermalsprudel. Mit der Erschließung dieser Therme (1906, in 534 m Tiefe) wurde Salzuflen zum Thermalbad.

Im Ortsteil Schötmar gehört zum Schloss Stietencron ein Park mit altem Baumbestand.

Sport[Bearbeiten]

Überregional erfolgreiche Vereine sind die SG Knetterheide/Schötmar, die in der Handball Regionalliga der Frauen spielt und im Tischtennis die Vereine TuS Bexterhagen und SC Bad Salzuflen, die beide auf Landesliganiveau antreten. Erwähnenswert ist der HC 93 Bad Salzuflen, der in der Vergangenheit in der 2. Handball-Bundesliga spielte, sich dann aber aufgelöst hat.

Im Fußball war der TuS Bad Salzuflen in den frühen 1950er Jahren erfolgreich und spielte drei Jahre in der höchsten westfälischen Amateurliga. 1978 fusionierte der TuS mit dem Turnerbund Deutsche Eiche Schötmar zum SC Bad Salzuflen, der seit 2014 in der Bezirksliga spielt.

Musik[Bearbeiten]

Neben den Kantoreien, Kirchen-, Jugend-, Gospel- und Posaunenchören in den Kirchengemeinden existiert eine große Anzahl weiterer Chöre (Männerchöre, Frauenchöre, gemischte Chöre). In den Schulen haben sich Schulchöre gebildet, die (meistens einmal im Jahr) mit einem größeren Konzert an die Öffentlichkeit treten. Im Schulzentrum Aspe gibt es einen Eltern-Lehrer-Chor (ELCH). Übergemeindlich ist der Gospelchor Get Up.

Das „Bad-Salzuflen-Orchester“ ist eine Kurkapelle, die mehrmals in der Woche zur Unterhaltung der Kurgäste in der Konzerthalle aufspielt.

Jugendkulturelle Bedeutung bekam Bad Salzuflen Mitte der 1980er durch das Label Fast Weltweit, aus dem in Verbindung mit der Hamburger Schule Bands wie Blumfeld und Die Sterne hervorgegangen sind. Auch andere Musiker und Bands wie Bernd Begemann, Bernadette La Hengst und Silversurfer stammen aus Bad Salzuflen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Der Bad-Salzuflen-Marathon findet seit 1993 jährlich am letzten Samstag im Februar statt. Er wird vom LC 92 Bad Salzuflen organisiert.
  • Kiliansfest: Jährliches Volksfest in Schötmar zu Ehren des Heiligen Kilian im Oktober
  • Klassik-Festival der Nordwestdeutschen Philharmonie in der Konzerthalle zu Pfingsten.
  • Ökumenischer Gottesdienst an Christi Himmelfahrt auf dem Salzhof zur Erinnerung an den Salzwerkbettag der erstmals 1515 vom Rat der Stadt eingesetzt wurde.[27]
  • Schützenfeste in Schötmar und Bad Salzuflen
  • Weihnachtstraum: Jährlicher Weihnachtsmarkt auf dem Salzhof und in der gesamten Innenstadt (von Ende November bis Weihnachten)
  • Weinfest: Auf dem Salzhof (2. Wochenende im August)
Wochenmarkt auf dem Salzhof
  • Wochenmärkte in Schötmar auf dem Marktplatz mittwochs und samstags, sowie auf dem Salzhof; wöchentlich dienstags, donnerstags und samstags am Vormittag. In den Wintermonaten entfällt ab Anfang November der Donnerstagstermin.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten speziell für Bad Salzuflen gibt es nicht, mit Ausnahme der lippischen Gerichte Pickert und Himmel und Erde. Saisonal beliebt ist auch das Grünkohlessen. Dazu gehört als Abschluss ein Wacholderschnaps.

Weitere touristische Attraktionen[Bearbeiten]

Neben der Eigenschaft als Kurort und den oben bereits erwähnten möglichen Aktivitäten bietet die Stadt auch noch weitere attraktive Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. Auszüge aus dem Angebot:

  • Erlebnispark Hortus Vitalis – Der größte Irrgarten Kontinentaleuropas aus Thuja-Hecken.
  • Golfplatz des Golf- und Landclub Bad Salzuflen v. 1956 e. V. am Schwaghof.
  • Kanutouren auf den Flüssen Bega und Werre mit einem lokal vertretenen, regional agierenden Veranstalter.
  • Minigolf an der Landgaststätte Loose

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Bad Salzuflen liegt an der Bundesstraße 239. Die A 2 berührt das Stadtgebiet und gewährleistet eine schnelle Erreichbarkeit aus Ost und West über die Auf- und Abfahrten (28) Ostwestfalen/Lippe und (29) Herford/Bad Salzuflen. Die heutige Lockhauser Straße verbindet den Ost- sowie den Westteil der Stadt. Die zwei bisher vorhandenen Straßen über Bega und Werre waren nicht in der Lage, den Verkehr im Stadtgebiet aufzunehmen. Daher wurde Anfang der 80er Jahre in der Stadt der Bau dieser vierspurigen Hochstraße nötig.

Südlich der Innenstadt führt die Ostwestfalenstraße von der A 2 nach Lemgo und Bielefeld.

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Bad Salzuflen
Zentraler Bustreffpunkt „Am Markt“

Der 1881 in Betrieb genommene[28] Bahnhof Bad Salzuflen liegt an der Bahnstrecke Herford–Altenbeken. Er wird im Stundentakt von der RB 72 „Ostwestfalenbahn“ HerfordLageDetmoldAltenbekenPaderborn bedient. Weitere Haltepunkte gibt es in den Ortsteilen Schötmar und Holzhausen (Haltepunkt Sylbach).

In Bad Salzuflen verkehrten zwischen 1909 und 1924 die Bahnen der Bad Salzufler und Schötmarschen Straßenbahn GmbH. Zwischen 1903 bis 1963 lag Bad Salzuflen an der Bahnstrecke WallenbrückVlotho der Herforder Kleinbahn.

Das Stadtgebiet wird seit etwa 1994 von einem Stadtbussystem erschlossen. Die Busse der vier Stadtlinien treffen sich im 60-Minuten-Takt am Treffpunkt „Am Markt“. Betreiber der Linien ist die Stadtverkehrsgesellschaft Bad Salzuflen mbH, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Bad Salzuflen.

Hauptartikel: Stadtbus Bad Salzuflen

Die umliegenden Städte Bielefeld, Herford, Lemgo sowie werktags Oerlinghausen sind mit Regionalbussen ab ZOB erreichbar. Bad Salzuflen gehört zum Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH).

Im Kurgebiet verkehrt auf einem Rundkurs die touristische „Paulinchen-Bahn“. Startpunkt ist der Haupteingang des Kurparks, am Gradierwerk.

Fahrrad[Bearbeiten]

Die Radfernwege Wellness-Radroute und BahnRadRoute Weser-Lippe durchqueren Bad Salzuflen. Außerdem gibt es lokale Radwege, u. a. den Soleradweg. Im Landschaftskurpark entlang der Salze wurde ein Radweg markiert, alle anderen Wege im Kurpark sind für Radfahrer gesperrt. Ein stark genutzter Rad- und Fußweg führt direkt an der Werre entlang nach Herford.

Fußverkehr[Bearbeiten]

In der Innenstadt bis zu den Gradierwerken und Kureinrichtungen gibt es eine Fußgängerzone.

Auf der ehemaligen Trasse der Herforder Kleinbahn verläuft heute ein Wanderweg (u. a. Rat-Hasse-Promenade).

Am Bahnhof beginnt der 77 Kilometer lange Karl-Bachler-Weg, benannt zu Ehren des verdienstvollen lippischen Wandervaters Karl Bachler, der 1976 im Alter von 90 Jahren in Bad Salzuflen verstarb. Über Vlotho, Hohenhausen, Rinteln, Bad Eilsen und Bückeburg führt er nach Rehburg-Loccum im Landkreis Nienburg/Weser. Durch das Stadtgebiet verläuft mit dem Hansaweg ein weiterer, 72 Kilometer langer, Fernwanderweg. Er führt von Herford in die Rattenfängerstadt Hameln an der Weser.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Alba Moda, Versandhandelsunternehmen für Damenoberbekleidung und -bademoden
  • Essmann, Herstellung und Vertrieb Dachbelichtung, -entlüftung und -entwässerung, Rauch- und Wärmeableitung, Rauch- und Brandschutz
  • Dorma Glas, Produzent von Beschlägen für Glastüren
  • Maritim Hotelgesellschaft, ist spezialisiert auf Tagungen und Kongresse, als zweitgrößte Hotelkette in Deutschland
  • Median Kliniken, betreiben die Burggrabenkliniken und die Klinik Flachsheide
  • Sollich KG, Weltmarktführer von Spezialmaschinen für die Süßwarenindustrie
  • Lippische Nervenklinik Dr. Spernau GmbH & Co (psychiatrisch–psychotherapeutisches Akut-Krankenhaus im Kreis Lippe)
  • W. Rausch GmbH & Co. KG., mit Hauptsitz in Bad Salzuflen und einem weiteren Werk in Lemgo-Lieme, Produzent von Spezialblechen und CNC

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten]

Hoffmann's Katze vor dem damaligen Verwaltungsgebäude der Stärkefabrik

Hoffmann’s Stärkefabriken war das älteste Industrieunternehmen in Bad Salzuflen. Die Fabrik wurde am 29. September 1850 von Heinrich Salomon Hoffmann an der heutigen Hoffmannstraße gegründet. Die zum größten europäischen Stärkeproduzenten aufgestiegene Firma beschäftigte um die Jahrhundertwende rund 1200 Mitarbeiter und war damit nicht nur das leistungsstärkste Wirtschaftsunternehmen in Salzuflen, sondern darüber hinaus auch in Lippe. Die Ciba-Geigy AG aus Basel übernahm 1981 die Aktienmehrheit, 1985 erfolgte die Übernahme durch die englische Firma Reckitt & Colman PLC, die die Produktion am Salzufler Standort 1990 einstellte. Der Vertrieb der Hoffmann’s-Produkte erfolgt heute durch ein weltweit führendes Unternehmen in Reinigungsprodukten und Haushaltswaren, die Firma Reckitt Benckiser aus dem englischen Slough in der Nähe von London.

Medien[Bearbeiten]

  • Die einzige Lokalzeitung im Kreis Lippe ist die Lippische Landes-Zeitung, nachdem Ende 2003 die Lippische Rundschau eingestellt wurde.
  • „Bad Salzuflen im …“ als Journal mit Veranstaltungskalender erscheint ganzjährig im Verlag Dröge Schötmar GmbH in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Salzuflen und dem Staatsbad Salzuflen.
  • „Lippische Neueste Nachrichten“, „Lippischer Anzeiger“, „Der Stadt-Anzeiger Bad Salzuflen-Schötmar-Ortsteile“, „Lippe aktuell“ sind kostenlose Stadtanzeiger; der Salzstreuner“ ist ein Bad Salzufler Stadtmagazin.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt bietet alle Schulformen an und unterhält neun ortsnahe Grundschulen, drei Schulkindergärten und zwei gleichwertige Schulzentren Lohfeld und Aspe mit jeweils Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Die dortige Realschule blieb den Plänen nach erhalten; die Hauptschule wurde aufgelöst und das Gymnasium ist mit dem Gymnasium Lohfeld zusammengelegt worden. Die Bezirksregierung hat den Antrag auf Errichtung der Gesamtschule genehmigt, nachdem ein Bürgerentscheid für den Erhalt des bestehenden Schulsystems im Frühjahr 2009 gescheitert war. Da es Anfang 2010 mehr als 150 Anmeldungen für die Gesamtschule gab, wurde für das Schuljahr 2010/11 eine Gesamtschule eingerichtet. Darüber hinaus gibt es mit der Erich Kästner-Schule eine Schule für Lernbehinderte. Im Jahr 2007 wurden an den Schulen der Stadt mit 372 Lehrkräften insgesamt 5614 Schüler unterrichtet, davon 36,5 % an den Grundschulen, 13,3 % an den Hauptschulen und 21 % an den Realschulen, 25,3 % an den Gymnasien sowie 3,9 % an der Förderschule.[3]

22 Kindergärten bieten insgesamt 1550 Plätze zur vorschulischen Förderung der Kinder an. Darüber hinaus werden für die Tagesbetreuung von Schulkindern 50 Plätze in Kinderhorten angeboten. Die städtische Musikschule und Volkshochschule ergänzen das Bildungsangebot.

Statistik[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Eduard Hoffmann (1832–1894), Fabrikant. Verliehen am 5. Juni 1888. Er brachte die von seinem Vater gegründeten und für die Entwicklung der Stadt bedeutsamen Hoffmann’s Stärkefabriken zu Weltruhm.
  • Otto von Bismarck. Zum 80. Geburtstag im Jahr 1895 verliehen, gemeinschaftlich mit den übrigen Städten des Landes Lippe.
  • Reinhold Meyer (*13. Februar 1833 in Bückeburg; † 2. April 1910 in Bad Salzuflen), Geheimer Sanitätsrat. Verliehen im Februar 1909. Dr. Erich Reinhold Leberecht Meyer praktizierte seit 1872 in Salzuflen. Er war Leiter des Städtischen Krankenhauses und der Kinderheilanstalt.[29] Er hat sich als Arzt hohe Verdienste um die Stadt erworben.
  • Paul von Hindenburg. Am 28. April 1933 verliehen „als dem Schirmherrn des neuen Deutschlands“.

Wie in vielen anderen deutschen Städten wurden auch in Bad Salzuflen Adolf Hitler (28. April 1933), Otto Dietrich (14. Februar 1934), Heinrich Hoffmann (15. Januar 1936) und Joseph Goebbels (September 1936) das Ehrenbürgerrecht verliehen. Im Zuge der Beseitigung von Spuren des Nationalsozialismus hat der Gemeinderat von Salzuflen unter Aufsicht der Briten am 12. Juni 1945 ihnen die zuerkannten Ehrenbürgerrechte aberkannt.

Weitere Ehrenbürgerrechte wurden seitdem nicht mehr verliehen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten stammen nicht aus Bad Salzuflen, haben aber hier gewirkt:

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gerhard Bachler: Salzuflen Anno dazumal. Verlag F. L. Wagener, Lemgo 1977, ISBN 3-921428-20-3.
  •  Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen – Epochen einer Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89534-606-4.
  •  Franz Meyer (Hrsg.) im Auftrag der Stadt Bad Salzuflen: 500 Jahre Stadt Salzuflen 1488–1988 – Dokumentation der Reden, Ausstellungen und Vorträge zum Stadtjubiläum. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1989, ISBN 3-927085-15-4.
  •  Karl Müller: Die geologischen Wände im Badestadtmuseum von Salzuflen. Tölle & Co., Detmold.
  •  Karl Heinz Paetzold: Aus Salzuflens vergangenen Tagen. MPS Verlag, Bad Salzuflen 2008, ISBN 978-3-00-025945-6.
  •  Bad Salzuflen. Daten und Strukturen einer mittelzentralen Stadt. Regionalgeschichte Verlag, 1996.
  •  Schnell & Steiner: Stadt- und Bädermuseum Bad Salzuflen. 1988.
  •  Die Auferstehungskirche der Ev.-luth. Kirchengemeinde im Staatsbad Salzuflen. Schnell & Steiner GmbH, München und Zürich 1988.
  •  Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht / Herbert Stöwer: Westfälischer Städteatlas, Band II, 2 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe / Stadtmappe Bad Salzuflen, Dortmund-Altenbeken 1981, ISBN 3-89115-345-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Salzuflen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Bad Salzuflen – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Bad Salzuflen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage. (PDF; 360 kB)
  3. a b Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Bad Salzuflen.
  4. Website der Stadt Bad Salzuflen: Bevölkerung.
  5. DWD Klimadaten Deutschland
  6. wetterkontor.de
  7. GenWiki Bad Salzuflen.
  8. a b c d  Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen – Epochen einer Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89534-606-4.
  9. Hoffmann's Stärkefabriken AG. Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, archiviert vom Original am 24. Juli 2001, abgerufen am 5. Juni 2014.
  10. Bevölkerung und Haushalte – Gemeinde Bad Salzuflen, Stadt. Abgerufen am 21. Oktober 2014.
  11. Bekanntmachung der Militärverordnung Nr. 77 vom 21. Januar 1947 (PDF; 476 kB), wiedergegeben im Portal lwl.org des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, abgerufen am 13. Oktober 2014
  12.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  13.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  14. Franz Meyer: 500 Jahre Stadt Bad Salzuflen 1488–1988, Seite 129
  15. Amt für Datenverarbeitung und Statistik NRW.
  16. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05766008.
  17. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen.
  18. Wahl des Rates 1999.
  19. Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg/ Lippe: Stadtratswahl 2004 – Bad Salzuflen.
  20. Kommunalwahlergebnis 2014
  21. Dehio, Georg, unter wissenschaftlicher Leitung von Ursula Quednau: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen II Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 76
  22. Birgit Meineke, Die Ortsnamen des Kreises Lippe, Verlag für Regionalgeschichte Bielefeld, 2010, ISBN 978-3-89534-842-6, S. 172 u. a.
  23. Dehio, Georg, unter wissenschaftlicher Leitung von Ursula Quednau: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen II Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 77
  24. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Umweltzentrum Heerser Mühle in LWL-GeodatenKultur
  25. Stadtarchiv Bad Salzuflen; Stadt Salzuflen, Akte C 21.
  26. Der Jüdische Friedhof in Schötmar (PDF)
  27. Lippischer Heimatbund u. Landesverband Lippe (Hrsg.): Heimatland Lippe, Detmold, Ausgabe Mai/Juni 2012, S. 148, ISSN 0017-9798.
  28. Stadt Bad Salzuflen, Bauaktenregistratur, Bauakte „Bahnhofstraße 41“
  29. Wolfgang Bender (Berab.): Die Hand am Puls der Zeit. Lippische Alltags- geschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Spiegel amtsärztlicher Berichte. Detmold 2000, S. 34.