Bad Sassendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Sassendorf
Bad Sassendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Sassendorf hervorgehoben
51.5830555555568.1666666666667107Koordinaten: 51° 35′ N, 8° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Soest
Höhe: 107 m ü. NHN
Fläche: 63,47 km²
Einwohner: 11.523 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59505
Vorwahlen: 02927, 02921, 02945
Kfz-Kennzeichen: SO, LP
Gemeindeschlüssel: 05 9 74 008
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Eichendorffstraße 1
59505 Bad Sassendorf
Webpräsenz: bad-sassendorf.de
Bürgermeister: Antonius Bahlmann (CDU)
Lage der Gemeinde Bad Sassendorf im Kreis Soest
Hamm Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Paderborn Kreis Unna Kreis Warendorf Märkischer Kreis Anröchte Bad Sassendorf Ense Erwitte Geseke Lippetal Lippstadt Möhnesee (Gemeinde) Rüthen Soest Warstein Welver Werl Wickede (Ruhr)Karte
Über dieses Bild

Bad Sassendorf ist eine Gemeinde im Kreis Soest, Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten]

Bad Sassendorf liegt im Zentrum der Soester Börde am Südrand der Westfälischen Bucht zwischen dem Haarstrang und dem angrenzenden Sauerland im Süden sowie dem Münsterland im Norden. Im Gemeindegebiet entspringt die Ahse, ein Nebenfluss der nördlich gelegenen Lippe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Sassendorf grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden) an Lippstadt, Erwitte, Anröchte, Warstein, Möhnesee, Soest und Lippetal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bad Sassendorf besteht aus zwölf Ortschaften. Diese sind Bad Sassendorf, Bettinghausen, Beusingsen, Elfsen, Enkesen im Klei, Heppen, Herringsen, Lohne, Neuengeseke, Opmünden, Ostinghausen und Weslarn.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zum 8. Jahrhundert v. Chr. gehörte das Gebiet der Soester Börde zum merowingisch-fränkischen Kulturkreis. Von Norden her über die Lippe fielen in dieser Zeit engrische Sachsen im Gebiet ein. „sassendorp“ = Sachsendorf war vermutlich eine sächsische Siedlungsgründung. Erste Aufzeichnungen über die Salzgewinnung im Hellweg verzeichnen die Grundbücher der Abtei Werden/Ruhr bereits im 10. Jahrhundert. Ibrahim ibn Yaqub, der Gesandte des Kalifen von Córdoba, beschrieb in seinem Reisebericht auf dem Weg zu Kaiser Otto dem Großen aus dem Jahr 973 die westfälische Salzgewinnung in Soest.

Esel mit Salzsack

Erstmals urkundlich erwähnt wird Sassendorf zwischen 1169 und 1179 anlässlich der Schenkung des Kölner Erzbischofs Philipp I. von Heinsberg verschiedener Güter an das Kloster St. Walburgis zu Soest. Darunter befand sich auch ein Salzhaus (domum salinam) in Sappendorf, was auf eine erheblich frühere Besiedlung und Salzgewinnung hinweist. Die Ausbeutung der Sassendorfer Salzquellen und das Siederecht war das Recht freier Bauerngeschlechter (Buren). Der Salzabbau erfolgte als freies „Eigen“, unbelastet vom Landesregalrecht.

Sassendorf wird in einer weiteren Urkunde aus dem Jahr 1231 über einen Verhandlungsstreit zwischen dem Kloster Liesborn und den „Erbsälzern Johann und Rikolf von Sassendorf“ erwähnt. Bestätigt durch eine Urkunde des Kölner Erzbischofs Heinrich II. von Virneburg vom 18. April 1313 wird den Sassendorfern der Bau einer Taufkapelle, eines Kirchhofs und einer Schule erlaubt.

Um 1370 ließen die Sassendorfer ihre Satzungen als das „Alde Recht der Von Sassendorpe“ aufschreiben. Gleichzeitig führten sie das Siegel mit der Aufschrift „SIGILLUM DOMINORUM SALINARIORUM IN SASSENDORPE“.

17 schriftliche Ersuchen um das Jahr 1817 belegen die Verwendung der Sassendorfer Sole zu Bade- und Heilzwecken. Um 1836 wurden 2500-4000 Tonnen Salz gewonnen. 1852 wurden einige Holzbadewannen auf dem Salinengelände aufgestellt. Diese stellen die Grundlage für das erste Kurmittelhaus und das heutige Heilbad dar. Durch den bergmännischen Abbau des Salzes verlor die Salzgewinnung durch Sieden ihre Bedeutung. 1934 wurde die Salzproduktion weitgehend eingestellt; eine einzige Pfanne arbeitete nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch bis 1952.

In der Zeit zwischen 1877 und 1928 entstanden fünf Kinderheime. Am 10. Mai 1906 erhielt das ehemalige Sälzerdorf durch den Regierungspräsidenten der Bezirksregierung Arnsberg das PrädikatBad“.

Im Jahr 1975 wurde Bad Sassendorf als Moor- und Sole-Heilbad staatlich anerkannt.

Geschichte der Ortschaft Lohne[Bearbeiten]

Lohne wurde in mittelalterlichen Urkunden auch Lon oder Loyn genannt und war der Stammsitz der Ministerialenfamilie von Lon. Als die Burg zu Lohne erstmals urkundlich erwähnt wurde, befand sie sich im Besitz derer von Honrode. Ritter Dietrich von Honrode machte 1335 dem Erzbischof Walram von Köln seine Burg zum offenen Hause. Der Erzbischof hatte ihm zuvor den Wiederaufbau der durch den Grafen Eberhard II. von der Mark zerstörten Burg erlaubt. Die Burg kam dann vermutlich infolge einer Erbschaft in den Besitz eines Zweiges der Familie von Plettenberg. Das Dorf wurde während der Soester Fehde häufig von den im Schloss Hovestadt liegenden kurkölnischen Besatzungen hart mitgenommen. Im Schmalkaldischen Krieg wurde es 1547 durch den Oberst Andreas Packemoir in Brand gesteckt. Auch der Dreißigjährige- und der Siebenjährige Krieg schadeten dem Dorf. Die evangelische Kirche in Lohne wurde erstmals 1313 urkundlich erwähnt, nachdem für das eingepfarrte Sassendorf die Gründung einer eigenen Kapelle, eines Friedhofs und einer Schule beschlossen wurde. Lohne schloss sich zur Zeit der Reformation dieser an. Als erster evangelischer Prediger ist ein Antonius Smedes nachgewiesen. Da er täuferischer Neigungen verdächtigt wurde, geriet er mit dem Rat von Soest in Streit und wurde des Landes verwiesen. Nach dem Sieg Karls V. über den Schmalkaldischen Bund bekam wieder der Katholizismus die Mehrheit im Dorf, allerdings blieb die Kirche, die 1624 durch ein Feuer vollkommen zerstört wurde, seit 1562 dauernd in evangelischem Besitz.[2]

Ein ehemaliger Ort in Lohne war Loerbrocks.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurde Bad Sassendorf um die elf bisherige Gemeinden Bettinghausen, Beusingsen, Elfsen, Enkesen im Klei, Heppen, Herringsen, Lohne, Neuengeseke, Opmünden, Ostinghausen und Weslarn vergrößert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[4]
Wahlbeteiligung: 57,9 % (2004: 64,8 %)
 %
50
40
30
20
10
0
45,8 %
27,2 %
13,9 %
13,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+0,9 %p
-8,8 %p
+2,6 %p
+5,2 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die 36 (+4) Sitze im Gemeinderat verteilen sich seit der Kommunalwahl am 30. August 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:

Partei/Gruppierung Sitze
CDU 16 (+2)
SPD 10 (–1)
BG 5 (+1)
FDP 5 (+2)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Amtierender Bürgermeister ist Antonius Bahlmann (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Über silbernem, mit einem liegenden roten mit dem Bart nach unten gekehrten Schlüssel belegten erhöhten Schildfuß in Grün ein achtstrahliger goldener Stern unter einem goldenen Sensenblatt mit nach links gewandter Spitze und abwärts gekehrter Schneide.“

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten]

Auf Initiative des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport der Gemeinde wurden in Absprache mit der Bevölkerung die obigen Ortswappen gestiftet, die vom HEROLD beurkundet und in die Deutsche Ortswappenrolle aufgenommen wurden. Diese Wappen werden nach einer vom Stifter erteilten Verfügungsberechtigung von den Ortsvorstehern, von Vereinen, Verbänden u.a.m. als Symbole der örtlichen Identität außerhalb von Amtshandlungen geführt. Gestalter der Wappen ist der Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch, der sie zur Beurkundung führte.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Es besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Gaming in Niederösterreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

„Die Flüsternden“, eine Skulptur von Jürgen Ebert, bei Hof Hueck
Evangelische Pfarrkirche Sst. Simon und Judas Thaddäus

Der ehrenamtliche Kulturverein e. V. organisiert jährlich die Oldie Night und den Weihnachtsmarkt.

Die Tagungs- und Kongresszentrum Bad Sassendorf GmbH betreut das Tagungs- und Kongresszentrum, die Kulturscheune auf Hof Haulle,die Touristeninformation im Haus des Gastes, das Ortsmarketing, die Kurveranstaltungen und das Projekt "Westfälische Salzwelten". Die Gesellschafter der GmbH sind die Gemeinde Bad Sassendorf und die Saline GmbH.

Das Touristik- und Verkehrsbüro e.V. befasst sich in Bad Sassendorf mit dem Fremdenverkehr. Der gemeinnützige Vereins sammelt und verbreitet Informationen über das Gastgewerbe, Hotels, Restaurants und zeigt Radwege und Wanderwege in der Parklandschaft des Hellweges im Kreise Soest auf.

Die denkmalgeschützte evangelische Pfarrkirche ist ein ortsbildprägendes Gebäude.

Sehenswert ist auch die Evangelische Kirche Neuengeseke.

Sport[Bearbeiten]

Der Turn- und Spielverein (TuS) Bad Sassendorf wurde 1920 gegründet und ist mit über 1.600 Mitgliedern der größte Sportverein in der Gemeinde Bad Sassendorf. Die Mitglieder des TuS treiben Sport in sieben Abteilungen: Badminton, Basketball, Schwimmen, Tennis, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Der BV Bad Sassendorf ist der ansässige Fußballverein. Der 1926 gegründete Verein mit mehreren Juniorenmannschaften und zwei Mannschaften im Seniorenbereich aktiv. Die erste Seniorenmannschaft spielt seit der Saison 07/08 in der Bezirksliga. Die vereinseigene Sportanlage diente schon für mehrwöchige Trainingslager der Profimannschaften des FC Schalke 04 und von ZSKA Sofia. Des Weiteren findet alljährlich der Sauerland-Cup, ein Turnier für Amateurmannschaften, statt. Der aktuell bei der SpVgg Greuther Fürth unter Vertrag stehende Jung-Profi Sebastian Tyrala spielte bis zur D-Jugend in diesem Verein, bevor er zum BVB wechselte.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bad Sassendorf ist auf den Kurbetrieb ausgerichtet. Aufgrund des Status als Kurort ist Bad Sassendorf auch ein Nahausflugsziel insbesondere an Sonntagen: Die meisten Geschäfte sind an allen Sonntagen (außer am dritten Sonntag im Monat) geöffnet. Bad Sassendorf ist seit 2003 die von den Einwohnern her älteste Stadt Nordrhein-Westfalens, das Durchschnittsalter beträgt 47,5 Jahre.

Verkehr[Bearbeiten]

Ehemaliges Empfangsgebäude des Bahnhofs Bad Sassendorf

Bad Sassendorf liegt an der B 1. Der Ort hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Hamm–Warburg.

2 km südöstlich von Bad Sassendorf befindet sich der Flugplatz Soest-Bad Sassendorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Albert Ludorf: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, herausgegeben vom Provinzial-Verband der Provinz Westfalen, 1905; Seite 88
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 92.
  4. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c974008kw0900.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Sassendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien