Bad Sassendorf
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Arnsberg | |
| Kreis: | Soest | |
| Höhe: | 107 m ü. NN | |
| Fläche: | 63,44 km² | |
| Einwohner: |
11.700 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 184 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 59505 | |
| Vorwahlen: | 02927, 02921, 02945 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SO | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 9 74 008 | |
| NUTS: | DEA5B | |
| Gemeindegliederung: | 12 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Eichendorffstraße 1 59505 Bad Sassendorf |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Antonius Bahlmann (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Bad Sassendorf im Kreis Soest | ||
Bad Sassendorf ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Soest.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Bad Sassendorf liegt im Zentrum der Soester Börde am Südrand der Westfälischen Bucht zwischen dem Haarstrang und dem angrenzenden Sauerland im Süden sowie dem Münsterland im Norden. Im Gemeindegebiet entspringt die Ahse, ein Nebenfluss der nördlich gelegenen Lippe.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Bad Sassendorf grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden) an Lippstadt, Erwitte, Anröchte, Warstein, Möhnesee, Soest und Lippetal.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Die Gemeinde Bad Sassendorf besteht aus 12 Ortschaften. Diese sind Bad Sassendorf, Bettinghausen, Beusingsen, Elfsen, Enkesen im Klei, Gabrechten, Heppen, Herringsen, Lohne, Neuengeseke, Opmünden, Ostinghausen und Weslarn.
[Bearbeiten] Geschichte
Bis zum 8. Jahrhundert v. Chr. gehörte das Gebiet der Soester Börde zum merowingisch-fränkischen Kulturkreis. Von Norden her über die Lippe fielen in dieser Zeit engrische Sachsen im Gebiet ein. „sassendorp“ = Sachsendorf war vermutlich eine sächsische Siedlungsgründung. Erste Aufzeichnungen über die Salzgewinnung im Hellweg verzeichnen die Grundbücher der Abtei Werden/Ruhr bereits im 10. Jahrhundert. Ibrahim Ibn Ahmad, der Gesandte des Kalifen von Córdoba beschrieb in seinem Reisebericht auf dem Weg zu Kaiser Otto dem Großen aus dem Jahr 973 die westfälische Salzgewinnung in Soest.
Erstmals urkundlich erwähnt wird Sassendorf zwischen 1169 und 1179 anlässlich der Schenkung des Kölner Erzbischofs Philipp I. von Heinsberg verschiedener Güter an das Kloster St. Walburgis zu Soest. Darunter befand sich auch ein Salzhaus (domum salinam) in Sappendorf, was auf eine erheblich frühere Besiedlung und Salzgewinnung hinweist. Die Ausbeutung der Sassendorfer Salzquellen und das Siederecht war das Recht freier Bauerngeschlechter (Buren). Der Salzabbau erfolgte als freies „Eigen“, unbelastet vom Landesregalrecht.
Sassendorf wird in einer weiteren Urkunde aus dem Jahr 1231 über einen Verhandlungsstreit zwischen dem Kloster Liesborn und den „Erbsälzern Johann und Rikolf von Sassendorf“ erwähnt. Bestätigt durch eine Urkunde des Kölner Erzbischofs Heinrich II. von Virneburg vom 18. April 1313 wird den Sassendorfern der Bau einer Taufkapelle, eines Kirchhofs und einer Schule erlaubt.
Um 1370 ließen die Sassendorfer ihre Satzungen als das „Alde Recht der Von Sassendorpe“ aufschreiben. Gleichzeitig führten sie das Siegel mit der Aufschrift „SIGILLUM DOMINORUM SALINARIORUM IN SASSENDORPE“.
17 schriftliche Ersuchen um das Jahr 1817 belegen die Verwendung der Sassendorfer Sole zu Bade- und Heilzwecken. Um 1836 wurden 2500-4000 Tonnen Salz gewonnen. 1852 wurden einige Holzbadewannen auf dem Salinengelände aufgestellt. Diese stellen die Grundlage für das erste Kurmittelhaus und das heutige Heilbad dar. Durch den bergmännischen Abbau des Salzes verlor die Salzgewinnung durch Sieden ihre Bedeutung. 1934 wurde die Salzproduktion weitgehend eingestellt; eine einzige Pfanne arbeitete nach dem Ende des 2. Weltkrieges noch bis 1952.
In der Zeit zwischen 1877 und 1928 entstanden fünf Kinderheime. Am 10. Mai 1906 erhielt das ehemalige Sälzerdorf durch den Regierungspräsidenten der Bezirksregierung Arnsberg das Prädikat „Bad“. Am 1. Juli 1969 wurde Bad Sassendorf um elf bisherige Gemeinden vergrößert.[2] Im Jahr 1975 wurde Bad Sassendorf als Moor- und Sole-Heilbad staatlich anerkannt.
[Bearbeiten] Geschichte der Ortschaft Lohne
Lohne wurde in mittelalterlichen Urkunden auch Lon oder Loyn genannt und war der Stammsitz der Ministerialenfamilie von Lon. Als die Burg zu Lohne erstmals urkundlich erwähnt wurde, befand sie sich im Besitz derer von Honrode. Ritter Dietrich von Honrode machte 1335 dem Erzbischof Walram von Köln seine Burg zum offenen Hause. Der Erzbischof hatte ihm zuvor den Wiederaufbau der durch den Grafen Eberhard II. von der Mark zerstörten Burg erlaubr. Die Burg kam dann vermutlich in Folge einer Erbschaft in den Besitz eines Zweiges der Familie von Plettenberg. Das Dorf wurde während der Soester Fehde häufig von den im Schloss Hovestadt liegenden kurkölnischen Besatzungen hart mitgenommen. Im Schmalkaldischen Krieg wurde es 1547 durch den Oberst Andreas Packemoir in Brand gesteckt. Auch der Dreißigjährige- und der Siebenjährige Krieg schadeten dem Dorf. Die Kirche in Lohne wurde erstmals 1313 urkundlich erwähnt, nachdem für das eingepfarrte Sassendorf die Gründung einer eigenen Kapelle, eines Friedhofs und einer Schule beschlossen wurde. Lohne schloss sich zur Zeit der Reformation, dieser an. Als erster evangelischer Prediger ist ein Antonius Smedes nachgewiesen. Da er sich wiedertäuferischer Neigungen verdächtig gemacht hatte, geriet er mit dem Rat von Soest in Streit und wurde des Landes verwiesen. Nach dem Sieg Karls V. über den Schmalkaldischen Bund bekam wieder der Katholizismus die Mehrheit im Dorf, allderdings blieb die Kirche seit 1562 dauernd in evangelischem Besitz, die 1624 durch ein Feuer vollkommen zerstört wurde. [3]
Ein ehemaliger Ort in Lohne war Loerbrocks
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Im Gemeinderat sind folgende Parteien vertreten:
| Partei / Gruppierung | Sitze |
|---|---|
| CDU | 16 |
| SPD | 10 |
| FDP | 5 |
| BG | 5 |
[Bearbeiten] Bürgermeister
Der derzeit amtierende Bürgermeister ist Antonius Bahlmann von der CDU.
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „Über silbernem, mit einem liegenden roten mit dem Bart nach unten gekehrten Schlüssel belegten erhöhten Schildfuß in Grün ein achtstrahliger goldener Stern unter einem goldenen Sensenblatt mit nach links gewandter Spitze und abwärts gekehrter Schneide.“
[Bearbeiten] Gemeindepartnerschaft
Es besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Gaming in Niederösterreich.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Der ehrenamtliche Kulturverein e. V. organisiert jährlich die Oldie Night und den Weihnachtsmarkt.
Durch die Tagungs- und Kongresszentrum Bad Sassendorf GmbH werden diverse Veranstaltungen durchgeführt.
Das Touristik- und Verkehrsbüro e.V. befasst sich in Bad Sassendorf mit dem Fremdenverkehr. Der gemeinnützige Vereins sammelt und verbreitet Informationen über das Gastgewerbe, Hotels, Restaurants und zeigt Radwege und Wanderwege in der Parklandschaft des Hellweges im Kreise Soest auf.
Die denkmalgeschützte evangelische Pfarrkirche ist ein ortsbildprägendes Gebäude.
[Bearbeiten] Sport
Der Turn- und Spielverein (TuS) Bad Sassendorf wurde 1920 gegründet und ist mit über 1.600 Mitgliedern der größte Sportverein in der Gemeinde Bad Sassendorf. Die Mitglieder des TuS treiben Sport in sieben Abteilungen: Badminton, Basketball, Schwimmen, Tennis, Tischtennis, Turnen und Volleyball.
Der BV Bad Sassendorf ist der ansässige Fußballverein. Gegründet 1926 ist der Verein mit mehreren Juniorenmannschaften und zwei Mannschaften im Seniorenbereich aktiv. Die erste Seniorenmannschaft spielt seit der Saison 07/08 in der Bezirksliga. Die vereinseigene Sportanlage diente schon für mehrwöchige Trainingslager der Profimannschaften des FC Schalke 04 und von ZSKA Sofia. Des Weiteren findet alljährlich der Sauerland-Cup, ein Turnier für Amateurmannschaften statt. Der aktuell beim VfL Osnabrück unter Vertrag stehende Jung-Profi Sebastian Tyrala spielte bis zur D-Jugend in diesem Verein, bevor er zum BVB wechselte.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Bad Sassendorf ist auf den Kurbetrieb ausgerichtet. Aufgrund des Status als Kurort ist Bad Sassendorf auch ein Nahausflugsziel insbesondere an Sonntagen: Die meisten Geschäfte sind an allen Sonntagen (außer am dritten Sonntag im Monat) geöffnet. Bad Sassendorf ist seit 2003 die von den Einwohnern her älteste Stadt Nordrhein-Westfalens, das Durchschnittsalter beträgt 47,5 Jahre.
[Bearbeiten] Verkehr
Bad Sassendorf liegt an der B 1. Der Ort hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Hamm–Warburg.
2 km südöstlich von Bad Sassendorf befindet sich der Flugplatz Soest-Bad Sassendorf.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde
- Friedrich Clemens von Ledebur-Wicheln (1770–1841), Bischof von Paderborn.
- Andreas Schulze-Henne (1841-1916), Gutsbesitzer in Lohne, Reichstags- und Landtagsabgeordneter
- Dietrich Klagges (1891–1971), NSDAP-Politiker
- Thomas Griese (* 1956 in Soest), Jurist und Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), stammt aus Bad Sassendorf, wo er auch aufwuchs
- Sebastian Tyrała (* 1988), Fußballprofi bei der Spvgg Greuther Fürth
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
- ↑ Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
- ↑ A. Ludorf:Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, herausgegeben vom Provinzial-Verbande der Provinz Westfalen, 1905, Seite 88
[Bearbeiten] Weblinks
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