Bad St. Leonhard im Lavanttal
| Bad St. Leonhard im Lavanttal | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Kärnten | |
| Politischer Bezirk: | Wolfsberg | |
| Kfz-Kennzeichen: | WO | |
| Fläche: | 111,83 km² | |
| Koordinaten: | 46° 58′ N, 14° 48′ O46.96251388888914.794622222222714Koordinaten: 46° 57′ 45″ N, 14° 47′ 41″ O | |
| Höhe: | 714 m ü. A. | |
| Einwohner: | 4.578 (1. Jän. 2011) | |
| Bevölkerungsdichte: | 40,94 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 9462 | |
| Vorwahl: | 0 43 50 | |
| Gemeindekennziffer: | 2 09 01 | |
| NUTS-Region | AT213 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptplatz 46 9462 Bad St. Leonhard i.Lav. |
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| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Simon Maier (SPÖ) | |
| Gemeinderat: (2009) (23 Mitglieder) |
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| Lage der Stadt Bad St. Leonhard im Lavanttal im Bezirk Wolfsberg | ||
Blick auf Bad St. Leonhard |
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| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Bad St. Leonhard im Lavanttal (auch Bad Sankt Leonhard im Lavanttal)[1] ist eine Stadtgemeinde mit 4578 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) im Bezirk Wolfsberg in Kärnten, Österreich.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Geographische Lage
Die Gemeinde liegt im oberen Lavanttal nördlich von Wolfsberg.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Die Gemeinde ist in acht Katastralgemeinden (Erzberg, Görlitzen, Kliening, Bad St. Leonhard, Schiefling, Schönberg, Theißing, Twimberg) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 17 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 2001):
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[Bearbeiten] Geschichte
Das heutige Gemeindegebiet ist seit mehr als 2000 Jahren bewohnt. Eine römische Straße befand sich aufgrund der verkehrsgünstigen Lage im oberen Lavanttal auf dem heutigen Gemeindegebiet. Sie führte von Wolfsberg über Bad Sankt Leonhard in die heutige Steiermark.
Der Ort im Herrschaftsgebiet des Hochstifts Bamberg entstand um die von Bischof Otto (1106/39) geweihte Leonhardskirche, wurde 1287 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich im Schutz der Burg Gomarn schnell zum Markt. St. Leonhard besaß schon vor 1311 Stadtrechte, die im Juli 1325 durch Bischof Heinrich urkundlich bestätigt wurden. 1759 wurde St. Leonhard - wie die übrigen Besitzungen des Hochstifts Bamberg in Kärnten - an die Habsburger verkauft.
Ihre Blütezeit erlebte die Stadt im 15. und 16. Jahrhundert, als im nahen Klieninger Graben der Bergbau nach Gold und Silber florierte. Unter den reichen Gewerken, die dem „Klieninger Goldrausch“ folgten, waren auch Mitglieder der berühmten Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger, die in der Region bald Dutzende Gruben und Stollen betrieb. Damals soll auch der berühmte Arzt und Naturforscher Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus, das Bergbaugebiet besucht und das heilkräftige Preblauer Sauerwasser einer ersten Analyse unterzogen haben. Der Preblauer Säuerling, der schon im Mittelalter an der Tafel des Bamberger Bischofs gereicht wurde, ist heute als „Preblauer Heil- und Mineralwasser“ weithin bekannt.
Der Abbau von Eisen, der ebenfalls eine große wirtschaftliche Rolle spielte, wurde im Jahre 1876 endgültig eingestellt. Die Gemeinde mit seiner Schwefelquelle und dem Preblauer Sauerbrunnen wandelte sich im 20. Jahrhundert zu einem Kurort und Heilbad, 1935 wurde die Stadt in „Bad Sankt Leonhard“ umbenannt.
[Bearbeiten] Bevölkerung
[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

Seit dem Jahr 1869 wurden regelmäßig Volkszählungen durchgeführt. Die Einwohnerzahl stieg zwischen 1869 und 1971 von etwa 4.200 auf 5.200 und ist seither rückläufig.
[Bearbeiten] Staatsbürgerschaft und Religion
Laut der letzten Volkszählung aus dem Jahr 2001 hat Bad Sankt Leonhard 4.816 Einwohner, davon sind 97,3 % österreichische Staatsbürger. 96,4 % der Bevölkerung bekennt sich zur römisch-katholischen und 0,7 % zur evangelischen Kirche. 1,6 % ist ohne religiöses Bekenntnis.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtrat und Bürgermeister
Der Stadtrat (Stadtregierung) besteht aus sieben Mitgliedern. Direkt gewählter Bürgermeister ist Simon Maier (SPÖ)[2].
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Gemeinderat besteht aus 23 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 aus Mandataren der folgenden Parteien zusammen:[3]
[Bearbeiten] Wappen
Aus den ältesten Stadtrechten vor 1311 rührte das Recht zur Führung eines Siegels, dessen ältestes erhaltene Fragment aus dem Jahr 1391 den Kirchenpatron noch ohne Schild zeigt, ein weiteres aus dem Jahr 1486 zeigt ihn mit dem Schild des Bamberger Hochstifts. Im heutigen Wappen ist der Heilige Leonhard mit Kette, Abtsstab und Buch aus dem Bamberger Wappenschild wachsend dargestellt. Das Wappen wurde der Stadtgemeinde am 29. April 1970 bestätigt und gleichzeitig eine Fahne verliehen, die die Farben Gelb-Schwarz mit eingearbeitetem Wappen zeigt.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Die Obdacher Straße (B 78), die durch das Gemeindegebiet von Bad St. Leonhard verläuft, weist ein hohes Verkehrsaufkommen auf. Vor allem die LKW-Anzahl ist in letzter Zeit stark gestiegen, was zum einen auf die Expansion der Holzindustrie in Bad St. Leonhard und der steirischen Gemeinde Obdach zurückzuführen ist, zum anderen auf die Fertigstellung der Umfahrungen von Obdach und Zeltweg. Besonders nachteilig ist, dass in Bad St. Leonhard die Straße über den Hauptplatz führt, wobei sich zwischen dem Gasthof Geiger und der alten Stadtmauer eine Engstelle befindet.
Deshalb wird in Bad St. Leonhard seit mehreren Jahren an eine Umfahrung gedacht. Ein vier Jahre lang dauernder Planungsprozess kam am 22. Juni 2006 zu einem Abschluss, aus diesem ging die Trasse als wirtschaftlichste und anrainerfreundlichste Variante hervor.[4] Diese wurde im Gemeinderat der Stadt Bad St. Leonhard einstimmig beschlossen. Eine Bürgerinitiative verzichtete bereits im Vorfeld auf die Forderung nach einer Einhausung im Bereich Untere Stadt, weil der damalige Verkehrsreferent und Landesrat Gerhard Dörfler (FPK)versprach, die geplante Lärmschutzwand in diesem Bereich von vier auf fünfeinhalb Meter zu erhöhen und mit hochabsorbierenden Elementen zu versehen. Auch diese Maßnahme wurde im Gemeinderat beschlossen.
Die beschlossene Westumfahrung von Bad St. Leonhard wird nahe der Lavant verlaufen und beinhaltet zwei Unterflurtrassen mit 340 bzw. 475 Metern Länge. Der Baubeginn erfolgte im Herbst 2008, die Gesamtkosten sollen 36 Millionen Euro betragen.[5] Ein im Februar 2009 veröffentlichter Bericht des Landesrechnungshofes Kärnten bemängelte eine Kostenüberschreitung um fast das Doppelte. Die tatsächlichen Kosten liegen laut dem Bericht bei 68,7 Millionen Euro.[6]
[Bearbeiten] Öffentliche Verkehrsmittel
Den Anschluss Bad St. Leonhards an das Eisenbahnnetz erfolgte im Jahr 1900 mit der Eröffnung der Teilstrecke Zeltweg–Wolfsberg der Lavanttalbahn. Der Bahnverkehr (Personenverkehr) zwischen Zeltweg und Bad St. Leonhard wurde mit 31. Juli 2010 ausschließlich mit Schienenersatzbussen ersetzt.
Zwischen Bad St. Leonhard und Wolfsberg verkehren wochentags zwei Zugpaare.
Im Gemeindegebiet von Bad St. Leonhard sind 4 Bahnhöfe oder Haltestellen situiert:
- Bahnhof Bad St. Leonhard
- Haltestelle Wiesenau
- Haltestelle Preblau-Sauerbrunn
- Haltestelle Twimberg
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
- Geislinger GmbH – Schiffskupplungen
- Ofner Norbert Innenausbau Malerei Fassaden usw.
- Preblauer Heil- und Mineralwasser
- Stora Enso Timber Bad St. Leonhard GmbH – Forstindustrie
- Stugeba Mobile Raumsysteme GmbH – Containerbau und Handel
- RZ-Holzindustrie GmbH – Holzindustrie
- RZ-Pellets Wiesenau GmbH – Energie
- Hermes Schleifmittel GmbH & Co. KG – Schleifmittelindustrie
- Wilhelm Walzl Holztrockensysteme – Torsysteme
- Peter Müller – Harmonikabauer
- Tischlerei Fankhauser
- Pletz Installationstechnik GmbH, Franz Pletz
- Sterne-Restaurant Trippolt's Zum Bären, Josef Trippolt
- Restaurant B² (Christian Bärnthaler)
- RIEGER BAUGESELLSCHAFT M.B.H
- Leonhardi-Schlüsseldienst (Franz Joham)
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
[Bearbeiten] Sakralgebäude
- Das Wahrzeichen der Stadt ist die Stadtpfarrkirche zum Hl. Leonhard. Das mächtige, im gotischen Stil erbaute Gotteshaus entstand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und wurde dem Schutzpatron der Gefangenen und der Tiere geweiht. Neben den bemalten gotischen Glasfenstern, die mit 139 erhaltenen Einzelscheiben die umfangreichste Sammlung mittelalterlicher Glasgemälde in Kärnten bilden, haben vor allem die gotischen Flügelaltäre, die gotische Madonnenstatue (um 1330) und das spätgotische Fastentuch Berühmtheit erlangt.
- Kunigundkirche
[Bearbeiten] Burgen und Schlösser
- Schloss Ehrenfels
- Burgruine Gomarn
- Schloss Lichtengraben
- Burgruine Painburg
- Schloss Wiesenau: Unter den zahlreichen Burgruinen und Schlössern in der Umgebung der Stadt nimmt das Schloss Wiesenau einen besonderen Stellenwert ein. Das Schloss, um 1579 im typischen Renaissancestil erbaut, trägt ein hohes Walmdach und einen Uhrturm. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts traf sich dort der sogenannte „Wiesenauer Kreis“. Die Mitglieder dieses Zirkels diskutierten über aktuelle Themen der Zeit und korrespondierten mit berühmten Wissenschaftern, Dichtern und Philosophen. Ein besonders häufiger Gast auf Schloss Wiesenau war der kaiserliche Hofastronom Tobias Bürg (1766–1834), der eine international anerkannte Kapazität war. Als das Pariser Institut National 1799 einen Preis für die genaueste Berechnung der Mondumlaufbahn ausschrieb, trug Bürg neben dem Franzosen Alexis Bouvard den Sieg davon. Bürg hatte Daten von rund 3.000 astronomischen Beobachtungen ausgewertet und eine komplexe Bewegungstheorie entwickelt. Bürg zog sich in seinen letzten Lebensjahren ganz nach Wiesenau zurück.
- Burgruine Twimberg
Sonstiges
- mittelalterliche Stadtmauer
- Reckturm
- Talübergang Lavant
[Bearbeiten] Vereine
- MGV Bad St. Leonhard (gegründet 1878)
- Faschingsgilde Bad St. Leonhard „Lei Blau“
- Stadtkapelle Bad St. Leonhard
- Trachtenkapelle Schiefling
- Sportverein Bad St. Leonhard
- Singgemeinschaft Kliening
- Naturfreunde Bad St.Leonhard
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Franz Anton Raab (1722-1783), Hofbeamter und Reformer
- Josef Fleiß (1906-1978), Musikinstrumentenbauer (Steirische Harmonika)
- Alfred Gasperschitz (1912-1995), Politiker
[Bearbeiten] Literatur
- Werner Thelian: Bad St. Leonhard – Stadt mit Geschichte und Kultur. Bad St. Leonhard 1995.
- Bernd Abenthung: "1000 Jahre Bistum Bamberg - St. Leonhard unter Bambergischer Herrschaft" Geschichte und Bilder. Die Schlösser, die Kunigundkirche, St. Leonhard im Mittelalter, St. Leonhard und die alten Bürgerhäuser. Bad St. Leonhard 2007
[Bearbeiten] Weblinks
- Stadt Bad St. Leonhard im Lavanttal
- Gemeindedaten von Bad St. Leonhard im Lavanttal. In: Statistik Austria.
- Aktueller Bahn-Fahrplan der ÖBB (Bad St. Leonhard–Klagenfurt Hbf).
- Aktueller Bus-Fahrplan der Postbus GmbH (Knittelfeld - Wolfsberg).
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ «St.» nach Statistik Austria (Ortschaften sortiert nach Gemeindekennziffer mit Postleitzahl, aktualisierte Listen); die Datenbank GEONAM Österreich verwendet «Sankt», die ÖK 50 «St.», der Landesserver KAGIS/Kärnten Atlas 3.0 gibt «Sankt» (gis.ktn.gv.at/atlas → Suche → Gemeinde-/KG-Suche), das amtliche Adressverzeichnis Österreich «St.» (ebenda → Adresssuche), die Gemeinde selbst verwendet beide Schreibweisen, aber bevorzugt «St.», und als Abkürzung auch «Bad St. Leonhard i.Lav.» (vergl. Willkommen in Bad St. Leonhard im Lavanttal, www.bad-st-leonhard-i-lav.at, Stand 1/2012), in Gesetzestexten finden sich ebenfalls beide Formen, «Sankt» in älteren (etwa Sprengel der Bezirksgerichte in Kärnten. BGBl. Nr. 437/1972 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 37/1977), als Abkürzung auch «Bad St. Leonhard i.L.» (etwa Verordnung des Gemeinderates der Stadtgemeinde Bad St. Leonhard i.L. vom 21.12.2006, Zahl 120-2/2006); die Ortschaft lautet auf «St.», die Katastralgemeinde ebenfalls auf «St.» (aber ohne Zusatz «im Lavanttal»)
- ↑ Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 1. März 2009
- ↑ Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 1. März 2009
- ↑ LH Dörfler: RH-Kritik an Umfahrung Bad St. Leonhard ist nicht gerechtfertigt. Presseaussendung vom Land Kärnten, 17. Februar 2009.
- ↑ Mitteilung vom Land Kärnten
- ↑ Zwist um Umfahrung Bad St. Leonhard. auf: oesterreich.orf.at 19. Februar 2009.
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