Bad Suderode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.69972222222211.116666666667199Koordinaten: 51° 41′ 59″ N, 11° 7′ 0″ O

Bad Suderode
Wappen von Bad Suderode
Höhe: 199 m
Fläche: 8,21 km²
Einwohner: 1735 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1. Januar 2014
Eingemeindet nach: Stadt Quedlinburg
Postleitzahl: 06485
Vorwahl: 039485
Bad Suderode vor 1900

Bad Suderode vor 1900

Bad Suderode ist ein Ortsteil der Stadt Quedlinburg im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bad Suderode liegt am Nordrand des Mittelgebirges Harz im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt. Es befindet sich etwa 6,5 km südsüdwestlich von Quedlinburg direkt westlich von Gernrode und etwas östlich von Stecklenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Bad Suderode ist als „südliche Rodung von Quedlinburg“ das erste Mal 1179 urkundlich erwähnt. Der steinerne Kirchturm des „alten Kirchleins auf dem Berge“ stammt allerdings bereits aus dem 10. Jahrhundert und beeindruckt mit seinen Fresken, die u.a. das Gleichnis der klugen und törichten Jungfrauen darstellen. 1877/1878 wurde die Neue Kirche Bad Suderode errichtet.

Suderode trägt seit 1914 die amtliche Bezeichnung Bad.

Vom 1. Januar 1994 an gehörte die Gemeinde zur Verwaltungsgemeinschaft Gernrode/Harz. Die Gemeinde Bad Suderode wurde per Gesetz[1] zum 1. Januar 2011 in die Stadt Quedlinburg eingemeindet und verlor dadurch ihre politische Selbstständigkeit. Sie gehörte bis zu ihrer Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Gernrode/Harz an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Gernrode hatte und ebenfalls am 1. Januar 2011 aufhörte zu existieren. Eine Klage gegen die Zwangseingemeindung hatte keine aufschiebende Wirkung, wurde jedoch am 19. Februar 2013 wegen eines Formfehlers im Anhörungsverfahren positiv entschieden und die Gemeinden erhielten ihre Selbstständigkeit vorübergehend zurück.[2] Die zur Verwaltungsgemeinschaft gehörende Gemeinde Rieder wurde jedoch zum 1. Dezember 2013 nach Ballenstedt eingemeindet. Am 1. Januar 2014 wurde die Gemeinde wieder nach Quedlinburg eingemeindet.

Im Jahr 2012 wurde der Schulstandort der Grundschule Bad Suderode aufgegeben.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 26. März 1938 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „In Blau auf grünem Boden ein silberner Brunnentempel mit Kuppeldach und Brunnenstock in der Mitte, ruhend auf einem dreistufigen Unterbau und vier Säulen. Der Schildfuß ist belegt mit einem roten Schildchen, worin sich zwei schrägaufwärts gekreuzte silberne Vorlegemesser mit goldenen Griffen befinden.“

Das Hauptwappen stellt den Brunnentempel des Behringerbrunnens in Bad Suderode dar. Der aufgelegte Schild ist das Wappen des Stifts Quedlinburg, von dem aus Suderode gegründet worden ist und zu dessen Gebiet es jahrhundertelang gehört hat.

Das Wappen wurde vom Magdeburger Staatsarchivrat Otto Korn gestaltet. Im Jahr 1999 beauftragte Bad Suderode den Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch mit der Gestaltung und Dokumentation einer Flagge, in dessen Vorgang das Wappen von Mantzsch in Abstimmung mit dem Landeshauptarchiv korrigiert und seither mit silberner Fontäne geführt wurde.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge des Ortes ist blau - weiß - blau gestreift und mittig mit dem aufgelegten Ortswappen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Ortsbild wird wesentlich durch ein weitestgehend geschlossen gehaltenes Ensemble von Gründerzeithäusern im sogenannten Bad Suderöder Pensionshausstil geprägt. Die meist traufseitig angebauten Veranden und Balkone mit den filigranen Verzierungen erinnern an den Badebetrieb um 1900.
  • Alte romanische Dorfkirche (mit spätromanischem Bogenfries), Preußenturm, Behringer Brunnentempel im Kurpark, Preußischer und Anhaltinischer Saalstein, Opferstein, Lessinghöhle, Selketalbahn.
  • Die Kulturdenkmale des Orts sind im örtlichen Denkmalverzeichnis aufgeführt.
Kurzentrum und Kurpark, Panoramabild
Behringer Brunnentempel im Kurpark

Geschichtsdenkmal[Bearbeiten]

  • Gedenkstein auf dem Ortsfriedhof für sechs unbekannte Häftlinge des KZ Dora-Mittelbau, die bei einem Todesmarsch im April 1945 in der Nähe des "Reiß-aus-Berges" von SS-Männern erschossen und später hier begraben wurden

Behringer Brunnentempel[Bearbeiten]

Der Behringer Brunnentempel wurde 1934 errichtet und ist das Wahrzeichen des Heilbads von Bad Suderode. Er befindet sich im Kurpark und ist der Mittelpunkt des alljährlichen Behringer Brunnenfests.

Ferienheim Haus Graun[Bearbeiten]

Das Haus Graun in der Brinkstraße wurde von Spätherbst 1837 bis zum Frühjahr 1839 vom Kreischirurg Ernst Lange gebaut. Das Gebäude wurde am 11. Juni 1839 als Kurhaus eröffnet.[3] Zum Komplex gehörte eine Badehaus, in dem man ab den 1920er Jahren, mit Wasser aus der Calziumquelle nutzte. Das Haus Graun wurde bis nach dem Zweiten Weltkrieg als Kurhaus weiter genutzt, bevor es in den 70er Jahren der DDR als Bettenhaus des Klinik-Sanatoriums Bad Suderode umfunktioniert wurde.[4] Anschließend wurde es in den 1980er Jahren von der DDR als Ferienheim der DDR-Gewerkschaft genutzt.[5] Nach der Wende und der Auflösung des DDR Ferienheimes, wurde es zu einem Hotel, bevor es 1997 geschlossen wurde. Das Gebäude stand nach der Schließung Jahrelang leer[6] und brannte am 2. August 2013 nach einer Brandstiftung, bis auf die Grundmauern ab.[3]

Badebetrieb[Bearbeiten]

Badehaus im Kurpark

Der als Calciumsole-Heilbad klassifizierte Kurort ist im Besitz eines ganz besonderen Heilwassers. Der Behringer Brunnen zählt zu den stärksten Calciumquellen Europas.

Im Kurzentrum gibt es ein 32 °C warmes Calciumsolebad mit Saunalandschaft, Badehaus und Tagungszentrum. Die Heilwirkung betrifft vor allem Knochen, Rücken, Kreislauf und Atemwege.

Daneben existieren 245 km ausgeschilderte Wander- und Radwanderwege, zum Beispiel zum Bremer Teich.

Verkehr[Bearbeiten]

Bad Suderode besitzt einen Haltepunkt an der Selketalbahn. Vorher lag der Bahnhof Bad Suderode an der Bahnstrecke Frose–Quedlinburg, die Harzer Schmalspurbahnen kauften jedoch den Streckenabschnitt Quedlinburg–Gernrode und bauten die Strecke danach zwischen Quedlinburg und Gernrode auf Schmalspur um. Am Bahnhof halten täglich zwölf Zugpaare, davon vier Dampfzugpaare.

Durch mehrere Buslinien der Harzer Verkehrsbetriebe ist Bad Suderode aus Ballenstedt, Harzgerode, Quedlinburg, Aschersleben, Thale und Güntersberge erreichbar.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 2011 findet am dritten Adventssonntag der Bad Suderöder Grubenlichtermarkt mit der einzigen vorweihnachtlichen Harzer Bergparade statt.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Im Ort wurden der Jurist Dietrich Wilde (1909-1984), der Regisseur Rolf Meyer (1910-1963) und der Physiker Werner Ebeling (* 1936) geboren.

Die SPD-Politikerin Bianka Kachel (* 1944) war von 1990 bis 1993 Beigeordnete und dann bis 1994 Bürgermeisterin von Bad Suderode.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Suderode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Suderode – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt den Landkreis Harz betreffend (GemNeuglG HZ, §3)
  2.  Ingo Kugenbuch: Drei Gemeinden sind nach Gerichtsurteil wieder selbstständig. In: Mitteldeutsche Zeitung. Quedlinburg 20. Februar 2013 (online, abgerufen am 19. Februar 2013).
  3. a b Feuer im Ferienheim war Brandstiftung. In: Mitteldeutsche Zeitung. 3. September 2013.
  4. Der Behringer Brunnen und die Entwicklung eines unscheinbaren Dorfes zum Heilbad. Erstes Aufblühen des Kurbetriebes in der Gründerzeit. Bad Suderode.de vom 7. September 2013.
  5. Brandstifter vernichten historischen Häuserkomplex. auf: volksstimme.de, 4. September 2013.
  6. Großbrand in Bad Suderode vernichtet Hotelkomplex. auf: volksstimme.de, 3. September 2013.
  7. Erster Grubenlichtermarkt. auf: harzinfo.de, Vorankündigung für den 11. Dezember 2011, abgerufen am 13. November 2012.