Bad Wildbad

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Wildbad
Bad Wildbad
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Wildbad hervorgehoben
48.7491666666678.5508333333333425Koordinaten: 48° 45′ N, 8° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Calw
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 105,26 km²
Einwohner: 9542 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75323
Vorwahl: 07081
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 079
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kernerstraße 11
75323 Bad Wildbad
Webpräsenz: www.bad-wildbad.de
Bürgermeister: Klaus Mack (CDU)
Lage der Stadt Bad Wildbad im Landkreis Calw
Ostelsheim Enzkreis Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Landkreis Böblingen Landkreis Tübingen Landkreis Rastatt Landkreis Freudenstadt Pforzheim Bad Herrenalb Dobel Höfen an der Enz Unterreichenbach Schömberg (Landkreis Calw) Oberreichenbach (Schwarzwald) Bad Liebenzell Althengstett Calw Bad Teinach-Zavelstein Bad Wildbad Enzklösterle Neuweiler Simmersfeld Altensteig Rohrdorf (Landkreis Calw) Egenhausen Haiterbach Nagold (Stadt) Wildberg (Schwarzwald) Ebhausen Neubulach Gechingen Ostelsheim Simmozheim SimmozheimKarte
Über dieses Bild

Bad Wildbad (bis 1990 Wildbad im Schwarzwald) ist eine Kurstadt im nördlichen Schwarzwald und gehört zum Landkreis Calw.

Geographie[Bearbeiten]

Enz in Bad Wildbad

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bad Wildbad liegt im Tal der Enz, einem Nebenfluss des Neckars. Im Ortsteil Calmbach vereinigen sich die beiden Quellflüsse Kleine Enz und Große Enz zur eigentlichen Enz.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Wildbad besteht aus den ehemaligen Gemeinden Aichelberg, Calmbach und Wildbad im Schwarzwald. Zur ehemaligen Gemeinde Aichelberg gehören das Dorf Aichelberg, die Weiler Hünerberg und Meistern und die Orte Aichelberger Sägmühle, „Kälbermühle, Pumpwerk“ und Rehmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Calmbach gehören das Dorf Calmbach und der Ort Tannmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Wildbad im Schwarzwald in den Grenzen von 1973 gehören die Kernstadt, die Weiler Christophshof, Nonnenmiß und Sprollenhaus, die Orte Grünhütte, Kälbermühle, Kleinenzhof, Lautenhof, Sommerberg, das Gehöft Kohlhäusle und die Häuser Rollwasser und Sprollenmühle.

Die Wohnplätze Hochwiese und Ziegelhütte im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Wildbad im Schwarzwald wurden am 17. August 1970 aufgehoben.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Geschichte Wildbads[Bearbeiten]

Wildbad um 1900 – Olgastraße
Blick vom Sommerberg auf Bad Wildbad
Innenstadt mit König-Karls-Bad

Ein Wiltbade wurde erstmals 1345 urkundlich erwähnt. Darin wurde Burg und Stadt Zavelstein „ane das Wiltbade das hant sie In behabet“ an die Pfalzgrafen von Tübingen verpfändet. 1367 wurde Graf Eberhard II. von Württemberg (auch der Greiner genannt), der sich mit seiner Familie im Wildbade befand, von den Martinsvögeln überfallen. Mit knapper Not konnte er entkommen und sich auf seine Burg Zavelstein retten. In Ludwig Uhlands Gedicht wird diese Episode heroisiert dargestellt. Diese Nennungen sind jedoch unsicher, da sie sich auch auf Bad Teinach beziehen können.

Es ist jedoch sicher, dass Wildbad schon im frühen Mittelalter bestand. Darauf deutet auch der 1904 entdeckte Urquell hin. Die dort aufgefundenen Gefäße und Eichenholzstücke wurden in Radiokarbon- und dendrochronologischen Untersuchungen auf das 12. Jahrhundert datiert.

Die erste sichere Nennung Wildbads ist von 1376, als der Bischof zu Speyer ersucht wird, den Wildbader Kaplan zu ermächtigen, selbst Taufen und Beerdigungen vorzunehmen und Legate sowie den Zehnten zu empfangen. Wildbad wurde zum Schutz mit einer Mauer umgeben und 1442 zur Amtsstadt erhoben. Im 15. Jahrhundert erscheint Wildbad bereits als bedeutender Badeort. Viele adlige und hochgestellte Gäste suchten in den Thermalbädern Heilung ihrer Gebrechen.

Während des Bauernaufstands 1525 befanden sich beispielsweise viele Ritter und einige Fürsten und Äbte in Wildbad. Ihre Herbergen waren mit Fahnen, Wappen und Schildern behängt, wodurch sich das Feuer beim großen Stadtbrand rasch ausbreiten konnte. In dieser Zeit war Wildbad eine der Hochburgen der Wismutmalerei. Die adligen Gäste nahmen gerne als Souvenir die auf Wismutgrund bemalten Kästchen mit. Sogar ein Flügelaltärchen der Äbtissin Veus soll dort 1551 hergestellt worden sein. Schon 1514 gab es in Wildbad eine städtische Ordnung der Maler, Dreher und Ladenmacher.

Der von Kaiser Maximilian I. erstellte Freiheitsbrief, der 1525 verbrannte, wurde 1530 von Kaiser Karl V. erneuert.

Im Laufe der Jahrhunderte nahm Wildbad einen stürmischen Aufschwung, dank der Förderung durch die Grafen, Herzöge und Könige von Württemberg. Moderne Badegebäude, das Herzogliche Palais, die Kuranlagen, sowie moderne Hotels und Gasthäuser wurden erstellt um die ständig wachsende Zahl der Badegäste aufzunehmen. Unterbrochen durch Kriege und Stadtbrände wurde das herzogliche, später königliche Bad immer wieder aufgebaut und modernisiert.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten]

Calmbach[Bearbeiten]

Calmbach

Der Ort wird im Jahr 830 als Calenbach im Codex Hirsaugiensis erstmals genannt, da im 9. Jahrhundert das Kloster Hirsau hier begütert war. Ganz deutlich wird Calmbach 1100 erwähnt, als eine Calwer Gräfin Richlind dem Kloster Hirsau sechs Hüben und sechs Leibeigene „ad Calenbach“ schenkt. Im 14. Jahrhundert war der Ort im Besitz der Grafen von Vaihingen. Zusammen mit Neuenbürg kam Calmbach an die Grafschaft Württemberg.

Haupterwerbsquelle der Bewohner waren die Flößerei und die Waldwirtschaft. Die Landwirtschaft war unbedeutend. Verwegene Holzhändler (auch Schiffer genannt) brachten es zu Reichtum und Wohlstand, während die Einwohner ein karges Dasein fristeten. Erst nach Gewerbe- und Industrieansiedlungen, besonders der Firma Alfred Gauthier GmbH, gab es bessere Verdienstmöglichkeiten.

Mit dem Prädikat Luftkurort begann in den 1930er-Jahren der Fremdenverkehr als zusätzliche Erwerbsquelle. Heute ist der Stadtteil, der auch als Fünftälerort bezeichnet wird, eine Wohngemeinde mit guter Infrastruktur.

Zu Beginn der 1950er-Jahre gab es im Ort ein großes Zelt-Ferienlager der Freien Deutschen Jugend (FDJ).[3]

Sprollenhaus und Nonnenmiß[Bearbeiten]

Nonnenmiß

Die erste urkundliche Erwähnung ist eine Besiedelung des Kegelbachtals, (früher Mühlbachtal) mit einer Sägmühle im Jahr 1528. Um das Jahr 1560 wird in der „Spolenwaser-Hut“ ein Forsthaus errichtet. In den Jahren 1594 und 1624 erscheint die kleine Ansiedlung urkundlich unter „Spollenhauß“.

Um 1763 wurde Sprollenhaus größer durch die Ansiedlung von Kolonisten, die den Wald rodeten um Ackerland zu gewinnen und als Holzhauer ihren Unterhalt verdienten. Heute sind Sprollenhaus und Nonnenmiß Wohngemeinden.

Aichelberg mit Meistern und Hünerberg[Bearbeiten]

Aichelberg

Der Bergort wurde um 1330 als „Villula Aychelberc“ erstmals genannt. Die Ortsherren waren damals die Herren von Faustberg[4] und ihre Erben, die Herren Horneck von Hornberg. Sie verkauften die Burg und die zugehörigen Orte zur Hälfte an Württemberg, die andere Hälfte wurde 1345 von den Pfalzgrafen von Tübingen an Württemberg veräußert.

Von heimatgeschichtlichem Interesse ist auch, dass mit Urkunde vom 22. April 1561 der württembergische Reformator Johannes Brenz die Fautsburg (Vogtsburg) vom württembergischen Herzog als Lehen erhielt. Zum Lehen gehörten außer Wiesen und Ackern auch die Holz- und Wassergerechtigkeit sowie die Fautsberger Sägemühle (Aichelberger Sägemühle).

Die Weiler Aichelberg, Meistern, Hünerberg, Kälbermühle und Rehmühle bildeten 1850 die Gemeinde Bergorte. Vorher gehörten sie im Rahmen der Herrschaft Vogtsberg jahrhundertelang zum Stab Neuweiler, einem Unteramt der Vogtei Calw. 1938 erhielt die Gemeinde den Namen Aichelberg. Die Einwohner lebten früher überwiegend von der Land- und Waldwirtschaft. Der schön gelegene Stadtteil ist heute eine Wohngemeinde mit landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben sowie mit Fremdenverkehr.

Räumliche Entwicklung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde Aichelberg nach Wildbad im Schwarzwald eingemeindet. Die Stadt wurde am 1. Juli 1974 durch den Zusammenschluss von Wildbad im Schwarzwald mit der Gemeinde Calmbach neu gebildet. Seit 1990 heißt sie Bad Wildbad.

Religionen[Bearbeiten]

Seit der Reformation ist Wildbad evangelisch geprägt, doch gibt es heute auch wieder eine römisch-katholische Gemeinde in der Stadt. Neben den beiden großen Konfessionen gibt es nunmehr auch eine eigene Gemeinde des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes in Calmbach, eine adventistische, eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Gemeinde sowie Zeugen Jehovas.

Politik[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

CDU 10 Sitze
SPD 6 Sitze
FDP/DVP/FWV 6 Sitze

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bad Wildbad ist durch die Linie S6 der Stadtbahn Karlsruhe, die von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft betrieben wird, an das Schienennetz angeschlossen. Die Stadtbahn fährt auf der Strecke der Enztalbahn bis Pforzheim und wird teilweise als S5 nach Karlsruhe/Wörth am Rhein bzw. Bietigheim-Bissingen durchgebunden. Im Stadtgebiet gibt es die Haltestellen Kurpark, Uhlandplatz/Sommerbergbahn, Bahnhof, Nord, Calmbach Süd und Calmbach Bahnhof. Sonn- und feiertags fährt vom 1. Mai bis Mitte Oktober zusätzlich zweimal je Richtung der Ausflugszug „Enztäler Radexpress“ von Stuttgart über Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen, Vaihingen/Enz, Mühlacker, Pforzheim und Neuenbürg nach Bad Wildbad Bahnhof.

Die Sommerbergbahn[Bearbeiten]

Sommerbergbahn

Die Sommerbergbahn Bad Wildbad führt auf den Wildbader Hausberg hinauf und überwindet dabei eine Höhendifferenz von rund 300 Metern. Der damalige Stadtschultheiß Karl Baetzner sagte: „Die Bergbahn, in der Hauptsache durch eigene Kraft der Wildbader Bürgerschaft ins Leben gerufen, möge als bleibendes Denkmal ihres fortschrittlichen Geistes und ihrer Unternehmungslust fort und fort zu unentwegtem weiteren Fortschritte, welcher im Konkurrenzkampfe mit anderen Bädern so außerordentlich notwendig ist, aufmuntern.“[5] Ein erster „orientierender Schriftwechsel“ in Richtung Bergbahn fand bereits 1898 durch Stadtschultheiß Karl Baetzner statt. Der am 19. November 1903 im Schwäbischer Merkur (Nr. 539) erschienene Wildbader Brief des praktischen und Kurarztes Dr. Wilhelm Josenhans (I) belebte die Idee und leitete eine mehrjährige Diskussions- und Überlegungsphase ein.

Durch die Bergbahn sollte eine sinnvolle Einheit hergestellt werden, die sowohl die Stadt wie auch die Bäder und das Sommerberg-Gebiet als neuen Höhen-Kurbezirk einschloss. Der Plan vom „ganzen Wildbad“ war es, der letztlich für die Entstehung der Bergbahnidee verantwortlich war. Die Bahn sollte mit ihrer Gleisanlage so liegen, dass sie ein weithin sichtbares Band von Wildbad-Tal und Wildbad-Berg darstellte.

Bei näherer Erörterung mit Fachleuten erwies sich eine Schienen-Drahtseilbahn als die richtige Art der angestrebten Fahrverbindung. Es wurde entschieden, nach dem Vorbild der Heidelberger Bahn zum Königstuhl, der Nero-Bergbahn in Wiesbaden und vielen Schweizer Vorbildern, die Bergbahn vom Stadtmittelpunkt aus zu dem darüber liegenden Kopf des Sommerberges zu bauen.

Den unablässigen Bemühungen des Stadtschultheiß Baetzner, der später zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt wurde, ist es zu verdanken, dass der benötigte Kapitalstock von 200.000 Mark zusammenkam. „Der Opfersinn der hiesigen Einwohner und der Freunde Wildbads zeigte sich dabei im schönsten Lichte“, hieß es dazu. Am 28. März 1907 wurde durch eine Bürgerinitiative eine Bergbahn-Aktiengesellschaft gegründet, in die insgesamt 49 Damen und Herren aus Wildbad sowie der Sägewerksbesitzer Friedrich Keppler aus Calmbach und der Fabrikant Karl Commerell aus Höfen Anteile zeichneten. Bereits im April 1907 war der Sommerberghang zur Großbaustelle geworden.

Die Gesamtkosten der Bahn waren ursprünglich auf 437.000 Mark veranschlagt, betrugen am Ende jedoch 483.000 Mark, die sich wie folgt zusammensetzten:

Grunderwerbungen 82.000 Mark
Unterbauten 120.000 Mark
Oberbau 20.000 Mark
Stationen 90.000 Mark
Mechanische und elektrische Einrichtung 91.000 Mark
2 Neubauten für Wirtschaften (urspr. nicht vorgesehen) 46.000 Mark
Bauleitung und Verwaltung 10.000 Mark
Wasserleitung und Unvorhergesehenes 24.000 Mark

Die Bahnbauarbeiten übernahm die Fa. C. Baresel, Untertürkheim. Windwerk, elektr. Antrieb, Geleise, Wagen: Fa. Maschinenfabrik Esslingen, Drahtseil: Fa. Felten & Guillaume, Berlin, Akkumulatorenbatterien: Akkumulatorenfabrik Berlin außerdem wirkten zahlreiche örtliche Handwerker bei den Bauarbeiten mit. Die gesamte Bahnanlage wurde mit Überwindung vieler Hindernisse und bei sehr ungünstigen Witterungsverhältnissen ohne jeglichen Unfall binnen Jahresfrist ausgeführt. Die Eröffnungsfeier fand am Samstag, den 23. Mai 1908 statt.

Bis zum 28. September 1908 wurden 82.000 Personen hinauf und 72.000 Personen herab befördert. Die Einnahmen betrugen 52.000 Mark. Die Stadt Wildbad erkannte sehr rasch den Nutzen, übernahm die Bahn im Jahre 1910 und zahlte die Aktionäre aus. Die maximale Fahrgastzahl der ersten Wagengeneration betrug 56, im Jahr 1928 wurde die 2. Wagengeneration eingeführt, mit der bereits 75 Personen befördert werden konnten. Die 1968 eingeführte und bis 2011 aktive 3. Wagengeneration fasste 100 Personen.

Im Jahr 1954 wurde der Neubau des oberen Stationsgebäudes ausgeführt, dessen Aussichts- und Wartehalle 1947 abgebrannt war. Ein Jahr darauf, 1955, wurde das beste Beförderungsergebnis erreicht. Insgesamt 680.511 Personen nutzten in diesem Jahr die Bergbahn. In den Jahren 1967/68, 1981/82 sowie 2007/08 wurden Bahnkörper und Gleisaufbau saniert und die Bergbahn in der 3. heutigen Wagengeneration modernisiert. In den Jahren 1978–1980 wurde der Neubau der Bergbahn-Talstation umgesetzt. Der Bau des Rettungswegs erforderte in den Jahren 2003/04 den Aufwand von 400.000 Euro. Eine komplette Sanierung erfuhr die Sommerbergbahn im Jahr 2011; mit einer Investitionssumme von 7 Millionen Euro wurden Gleise und Wagen komplett erneuert. In einer Bauzeit von lediglich 44 Wochen entstand die 4. Generation der Sommerbergbahn.

Die neuen Wagen sind vom Volumen her etwas kleiner als die alten, bieten mehr Komfort und lassen eine flexible Personenflusssteuerung zu. Durch die kleinere Bauweise konnten Kosten gespart werden. Der Platzverlust kann im Bedarfsfall mit einer höheren Geschwindigkeit wettgemacht werden. Im Normalfall soll die Fahrt aber weiterhin mit reduzierter Geschwindigkeit genossen werden können.

Merkmal Wert ggf. abweichender früherer Wert
Fahrbahnlänge 738 m
Höhendifferenz 291 m
Schienenneigung Tal 20°
Schienenneigung Berg 29°
Gewicht der Wagen 12 Tonnen 12,5 Tonnen
Länge der Wagen 12,4 Meter über 13 Meter
Breite der Wagen 2,6 Meter
Höhe der Wagen 3,4 Meter 3,2 Meter
Anzahl Abteile 4 6, dafür kleiner
Fahrgeschwindigkeit 0–7 m/s dem jeweiligen Bedarf angepasst 0–4 m/s
Wagenkapazität 75 Personen 100 Personen
Förderleistung pro Stunde in einer Richtung ~ 1.000 Pers./h ~ 700 Pers./h
Personalbestand für Betrieb 1 min. 2
Restlebensdauer (Durchschnittswert) 30 Jahre 10 Monate
Seildurchmesser 40 mm 41 mm
Nennleistung 320 kW 170 kW

Kureinrichtungen[Bearbeiten]

Palais Thermal
Kurplatz
Kurpark mit Enz

Wildbad ist bereits seit dem 15. Jahrhundert als Kurort bekannt. Das Ortsbild wird vor allem durch herausragende Beispiele der Kurarchitektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägt.

  • Palais Thermal, 1847 als Graf-Eberhard-Bad erbaut (Fürstenbäder, Maurische Halle, moderne Anbauten)
  • Königl. Kurtheater, im Juli 2014 nach jahrelanger Renovierung wiedereröffnet
  • Forum König-Karls-Bad, 1889 erbaut als König-Karls-Bad
  • Vital Therme, früher Thermalbewegungsbad
  • Sana Kliniken
  • Kurpark

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Bad Wildbad verfügt über alle herkömmlichen Schulformen. Das Abitur kann auf dem Enztal-Gymnasium abgelegt werden. In Calmbach gibt es eine Realschule. Die Goßweilerschule Calmbach ist eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, die Wilhelmschule eine zweizügige Grundschule. Außerdem gibt es die Grundschule Oberes Enztal und die Förderschule Calmbach. Bad Wildbad verfügt zudem im Gebäude der 2004 stillgelegten Kurklinik seit 2007 über einen von drei Standorten der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen des Landes Baden-Württemberg. Am Standort Bad Wildbad finden hierbei vor allem die Fortbildungen für Allgemeinbildende Schulen und Sonderschulen statt.[6]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Sommerbergbahn
  • Skilifte und Skiwanderloipen
  • Nordic Walking-Strecken im Kurpark
  • Bikepark Downhill-Strecken
  • Waldfreibad Calmbach

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Aufführungen des jährlichen Opern- und Konzertfestivals Rossini in Wildbad
  • Alljährlich im Sommer: Enzanlagenbeleuchtung mit Brillantfeuerwerk
Rotkäppchen und der Wolf, Enzuferillumination
  • Der ehemalige "Schwanen" wurde im Mai 2013 als eingestricktes Haus enthüllt.

Museen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Calmbach besteht ein Heimat- und Flößermuseum.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Evangelische Stadtkirche (1746)
  • Palais Thermal (1840-47), damals Großes Badgebäude
  • Englische Kirche (1865)
  • Gartenhalle (1900)
  • Maurischer Pavillon (1875)
  • König-Karls-Bad (1889-90)
  • Das ehemalige Königliche Kurtheater wurde 1865 erbaut. Ab dem Jahr 2000 erfolgte eine umfassende Renovierung, die mit der Wiedereröffnung am 1. Juli 2005 während des 17. Internationalen Rossinifestivals endete. Das Kurtheater wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum Denkmal des Monats Oktober 2007 ernannt. Nach langjähriger Renovierung wurde es am 10. Juli 2014 wiedereröffnet mit der konzertanten Aufführung der Rossini-Oper Il viaggio a Reims.
  • Die „Neue Trinkhalle“ wurde 1933/34 erbaut und sollte um die Jahrtausendwende abgerissen werden, wurde jedoch von einem Förderverein dem Land Baden-Württemberg abgekauft und renoviert. Im Mai 2011 wurde die Trinkhalle neben dem Kurtheater wieder offiziell eingeweiht. Die Halle kann für Veranstaltungen genutzt werden.

Bike Park[Bearbeiten]

Seit August 2000 ist der Hausberg Bad Wildbads, der Sommerberg, eine Attraktion für Mountainbiker. Die Topographie des Sommerbergs, die Bergbahn und die beiden Skilifte bieten gute Voraussetzungen für die Fans von Biker-X, Dual-Slalom, Freeride- oder Downhill-Strecken. Die Downhill-1-Strecke von Bad Wildbad gilt als eine der anspruchsvollsten Downhill-Strecken in ganz Deutschland.

Klima[Bearbeiten]

Wegen seiner besonderen Tallage ist die Sonneneinstrahlungsdauer eines Tages im Schnitt um zwei Stunden kürzer als in den umliegenden Gemeinden. Die Durchschnittstemperatur ist deshalb um etwa 1 °C niedriger als in anderen Schwarzwaldorten, die sich auf derselben Höhe (424 m ü. NN) befinden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten Wildbads sind Ludwig Hofacker, die Badeärzte von Renz und Justinus Kerner, in Wildbad geboren wurde der württembergische Autor, Politiker (Paulskirche) und Übersetzer (Aristophanes) Ludwig Seeger. Auch der königliche Hofphotograph Karl Blumenthal ist mit seinen Bildern der alten Waldberufe weit über die Grenzen Wildbads hinaus bekannt.

Durch seine Liebe zum Schwarzwald ist ein bedeutender Künstler mit Aichelberg verbunden: Karl Wilhelm Bauerle (englisch: Bowerley), * 1831 in Endersbach (heute zu Weinstadt), † 1912 in Aichelberg (Schwarzwald; heute zu Bad Wildbad), war Kunstmaler in London, seit 1869 am Hof von Victoria, Königin von Großbritannien und Irland, seit 1876 als englischer Staatsbürger. Aus Ärger über den britischen Krieg gegen die Buren zog er nach Deutschland.

Herausragende Persönlichkeiten Calmbachs waren Johann Friederich Goßweiler, die Rössleswirtin Jakobina Friederika Lutzin und deren Sohn Christian Friederich von Lutz.

Der Holocaustleugner Ernst Zündel wurde in Calmbach geboren und wuchs hier auf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Barth: Wie es damals war – Personen, Episoden und Überliefertes aus dem Oberen Enztal und darüber hinaus. Selbstverlag Fritz Barth, Bad Wildbad 2007 Inhalt
  • Fritz Barth: Eine Zeitreise zwischen Enz und Nagold. Personen, Episoden und Überliefertes aus Calmbach, Wildbad und weit darüber hinaus. Vormals und Heute. Selbstverlag Fritz Barth, Bad Wildbad 1999 Inhalt
  • Fritz Barth: Eine weitere Zeitreise. Personen, Episoden und Überliefertes aus Calmbach, Wildbad und weit darüber hinaus. Vormals und Heute. Selbstverlag Fritz Barth, Bad Wildbad 2001 Inhalt
  • Fritz Barth: Hoffnung Krieg Not – Geschehnisse und Episoden 1930 bis 1950 aus den Orten des Oberen Enztales und darüber hinaus. Selbstverlag Fritz Barth, Bad Wildbad 2010 (Neuausgabe) Inhalt
  • Wolf Eiermann: Das unbekannte Oeuvre des deutsch-englischen Malers Carl Bauerle (1831–1912). In: Schwäbische Heimat 57 (2006), Heft 1 (Januar – März), S. 13–17.
  • Carl Maximilian Eifert: Nachrichten zur Geschichte von Calmbach und Höfen. Stiftungspflege, Calmbach 1850 (Nachdruck, hrsg. und um Lebensdaten Eiferts vermehrt von Fritz Barth: Selbstverlag * Fritz Barth, Neuenbürg 1993) Inhalt
  • Thomas Eckhard Föhl: Wildbad. Die Chronik einer Kurstadt als Baugeschichte, Neuenbürg 1988.
  • Karl Greiner: Bad Wildbad. Seine Geschichte vom 12. bis zum 20. Jahrhundert. 5. Auflage. Weberdruck, Pforzheim 1995 (71 S.)
  • Sabine Holtz: „Heil’ge Quelle, die tausend Wunder tut!“ Bad Wildbad; in: W. Niess, S. Lorenz (Hrsg.): Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg; Markstein-Verlag, Filderstadt 2004, ISBN 3-935129-16-5
  • Justinus Kerner: Das Wildbad im Königreich Württemberg. Nebst Nachrichten über die benachbarten Heilquellen Liebenzell und Teinach und das Kloster Hirsau. Hrsg. von Uwe Ziegler. Gengenbach Verlag, Bad Liebenzell 1985, ISBN 3-921841-26-7
  • Götz Bechtle: „Wildbad von A bis Z – Interessantes, Historisches, Wissenswertes – ein Taschenbuch für Wildbadfreunde“; Selbstverlag Götz Bechtle, Bad Wildbad; Zeichnungen Hans K. Schlegel, 1996
  • Götz Bechtle: „Bad Wildbad“ – Wildbader Wasser wirken Wunder – seit mehr als sieben Jahrhunderten sprudeln die Thermen; in: Die Bäder im Kreis Calw; hrsg. v. Kreisgeschichtsverein Calw e. V., H. Schabert u. A. Kiefer; Bad Wildbad, 2010; ISBN 978-3-86595-386-5
  • Johannes Wilhelm: Bad Wildbad: Städtebauliches Beispiel einer Bäderstadt. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 25. Jg. 1996, Heft 1, s. 30–38. (PDF; 10,4 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Wildbad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Wildbad – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 512–514.
  3. Eintrag auf der Homepage des Kreisgeschichtsvereins Calw e.V.
  4. Gregor Swierczyna:Von Herren, Vögten, Grafen und Herzögen: Entwicklung der Herrschafts- und Besitzverhältnisse im Landkreis Calw bis zur territorialen Zugehörigkeit zum Königreich Württemberg; S. 20 (pdf; 2 MB).
  5. Stadtschultheiß Karl Baetzner; aus der Dankesrede zur Eröffnung der Bergbahn am 23. Mai 1908.
  6. Standortbeschreibung Bad Wildbad auf den Internetseiten der Landesakademie.