Bad Wildungen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Wildungen
Bad Wildungen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Wildungen hervorgehoben
51.1166666666679.1166666666667275Koordinaten: 51° 7′ N, 9° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 275 m ü. NHN
Fläche: 120,08 km²
Einwohner: 16.628 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 34521–34537
Vorwahl: 05621
Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 003
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
34537 Bad Wildungen
Webpräsenz: www.bad-wildungen.de
Bürgermeister: Volker Zimmermann (FDP)
Lage der Stadt Bad Wildungen im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder) Battenberg (Eder) Bromskirchen Allendorf (Eder) Burgwald (Gemeinde) Rosenthal (Hessen) Gemünden (Wohra) Haina (Kloster) Frankenberg (Eder) Frankenau Bad Wildungen Lichtenfels (Hessen) Korbach Willingen (Upland) Diemelsee (Gemeinde) Diemelstadt Vöhl Volkmarsen Bad Arolsen Twistetal Waldeck (Stadt) Edertal Nordrhein-Westfalen Landkreis Kassel Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Marburg-BiedenkopfKarte
Über dieses Bild

Bad Wildungen ist ein Heilbäderzentrum und Staatsbad im Landkreis Waldeck-Frankenberg im westlichen Nordhessen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Blick über die Stadt

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bad Wildungen liegt an den Ausläufern des Kellerwalds im so genannten Ferienland Waldeck (Waldecker Land). Die Stadt, die sich östlich des Hombergs ausbreitet, wird von der Wilde durchflossen, die beim Ortsteil Wega in die Eder mündet. Die Stadtteile Wega und Mandern liegen an der Eder. Dieser Fluss bildet, weiter flussaufwärts, den Edersee, einen Stausee, der sich etwa 10 km (Luftlinie) nordwestlich der Kernstadt von Bad Wildungen befindet. Die südwestlichen Stadtteile Hundsdorf, Armsfeld und Bergfreiheit werden von der Urff durchflossen.

Die nächsten größeren Städte sind Kassel (ca. 45 km; Nordosten), Marburg (ca. 60 km; Südwesten) und Korbach (ca. 28 km; Nordwesten).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Wildungen grenzt im Norden an die Gemeinde Edertal (Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Osten an die Stadt Fritzlar, im Südosten an die Gemeinde Bad Zwesten (beide im Schwalm-Eder-Kreis), im Süden an die Gemeinde Haina, sowie im Westen an die Stadt Frankenau (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben der Kernstadt hat Bad Wildungen 15 Stadtteile, die meisten davon Walddörfer:

  • Hundsdorf
  • Hüddingen
  • Mandern
  • Odershausen
  • Reinhardshausen
  • Reizenhagen
  • Wega

Geschichte[Bearbeiten]

Bad Wildungen – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Bad Wildungen von Südsüdwesten, Luftaufnahme, 1925
Blick auf die Stadt von Südosten, 1953
Blick auf die Stadt von Nordwesten, 1953

Die erste Erwähnung um etwa 800 stammt aus dem Güterverzeichnis Breviarium Sancti Lulli (zweite Tafel) der Abtei Hersfeld als „villa Wildungun“. Diese Siedlung lag im Wildetal, östlich der heutigen Stadt. Eine Burg wurde um das Jahr 1200 durch den Ludowinger Grafen Friedrich von Ziegenhain errichtet, der durch seine Heirat 1185 mit Lukardis, der Erbtochter des Grafen Gozmar III. von Ziegenhain, im Jahre 1186 Graf von Wildungen geworden war. Die von ihm begründete Grafschaft Wildungen endete bereits im Jahre 1247 mit dem Tod seiner Erbtochter Sophia. Um die Burg entwickelte sich der Ort Alt-Wildungen. Im Jahre 1242 erhielt der Ort Nieder-Wildungen, der auf dem Hügel gegenüber der Burg gegründet worden war, die Stadtrechte. 1358 wurden zwei Städte Wildungen erwähnt.

Ab 1263 gehörten die Burg und die beiden Orte zum Besitz der Grafen und späteren Fürsten von Waldeck. Grundlage war ein Vertrag zwischen Landgraf Heinrich I. von Hessen und den Grafen von Waldeck im Verlauf des Thüringisch-hessischen Erbfolgekriegs. Die Fürsten von Waldeck dankten erst nach dem Ersten Weltkrieg ab. Von 1474 bis 1692 bestand auf Grund einer Erbteilung im Hause Waldeck eine Grafschaft Waldeck-Wildungen, die 1692 wieder mit dem Landesteil Waldeck-Eisenberg vereinigt wurde.

Im Jahre 1906 wurde die Stadt Nieder-Wildungen als Heilbad von europäischem Rang in Bad Wildungen umbenannt. 1940 erhielt Bad Wildungen das Prädikat „Preußisches Staatsbad“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Hessisches Staatsbad.

Hexenprozesse[Bearbeiten]

Während der Hexenverfolgungen fielen den Hexenprozessen in Bad Wildungen 78 Menschen zum Opfer. Wildungen hatte damals 1.200 Einwohner. Die Verfolgung geschah in drei Prozesswellen: 1532, 1629–1631 und 1650–1664.[2]

  • 153200000 Erster Hexenprozess gegen Gertraud Muck
  • 1575–1578 Hexenverfolgungen
  • 162900000 setzte eine Periode unerhörter Verfolgung unter Graf Christian von Waldeck ein: 29 Opfer bis 1632.
  • 163000000 Maria Rörig hielt von September 1630 bis Mai 1631 die Folter standhaft aus: „Der liebe Gott habe sie im Gefängnis erhalten, ihm bliebe sie treu, sie sei unschuldig wie Jesus Christus.“ Graf Christian verfügte ihre Freilassung.
  • 1650–1664 weitere 38 Opfer unter Graf Philipp VII.
  • 165600000 Prozess gegen Susanne Weber, eine Tochter von Maria Rörig: „Ihr Ehemann bittet wegen der Kosten um Beschleunigung des Prozesses.“

Ehemalige Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Die 1938 zerstörte Synagoge Bad Wildungen um 1914

Zwar lebten bereits seit dem 15. Jahrhundert einzelne Juden bzw. jüdische Familien in der Stadt, aber erst nachdem im Jahre 1814 Juden im Fürstentum Waldeck den übrigen Untertanen rechtlich gleichgestellt wurden und die Schutzgelder entfielen, stieg ihre Zahl allmählich an.[3] In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs ihre Zahl soweit an, dass 1877 eine jüdische Gemeinde (Kehillah) begründet werden konnte. 1914 wurde die Synagoge gebaut, die den bis dahin genutzten gemieteten Betsaal ersetzte. 1933 lebten 150 jüdische Personen in etwa 35 Familien in Bad Wildungen. In den folgenden Jahren zog ein Teil von ihnen aufgrund der zunehmenden Repressalien und Entrechtung weg oder wanderte aus. Während der Novemberpogrome 1938 in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge geplündert und durch Brandstiftung zerstört.[4] Die Feuerwehr war zwar anwesend, schützte jedoch nur die benachbarten Gebäude. Der Vorstand der Gemeinde musste kurz darauf das Grundstück an die Stadt Bad Wildungen abtreten, die „als Gegenleistung“ die Reste der Synagoge entfernte. Heute sind keine Reste der Synagoge mehr sichtbar. Im Oktober/November 1939 wurden die letzten 40 jüdischen Einwohner in Sammelunterkünfte nach Kassel zwangseingewiesen und von dort 1941/42 in drei Transporten in Vernichtungslager verschleppt.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Nachbarorte Altwildungen, Reitzenhagen und Reinhardshausen wurden im Jahr 1940 eingemeindet. Im Rahmen der hessischen Gemeindegebietsreform folgte zunächst Wega am 31. Dezember 1970. Es kamen Hundsdorf am 1. Juli sowie Albertshausen und Braunau am 1. Oktober 1971 hinzu. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Armsfeld, Bergfreiheit, Frebershausen, Hüddingen, Mandern und Odershausen am 31. Dezember 1971 abgeschlossen.[6]

Politik[Bearbeiten]

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[7]

Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
37,1 %
33,5 %
13,4 %
6,7 %
5,9 %
3,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-4,2 %p
+0,1 %p
+8,7 %p
+0,7 %p
-7,4 %p
+2,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,1 14 41,3 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 33,5 12 33,4 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,4 5 4,7 2
FWG Freie Wählergemeinschaft 6,7 3 6,0 2
FDP Freie Demokratische Partei 5,9 2 13,3 5
Die Linke Die Linke 3,4 1 1,4 1
Gesamt 100 37 100 37
Wahlbeteiligung in % 42,7 49,3

Magistrat[Bearbeiten]

Der Magistrat besteht aus dem Bürgermeister und 10 Stadträten. Davon entfallen vier Sitze auf die CDU, drei Sitze auf die SPD und je ein Sitz auf die FDP, die FWG und die Grünen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl 2006 wurde Volker Zimmermann, FDP, zum neuen Bad Wildunger Bürgermeister gewählt. Er trat das Amt am 1. September 2006 an.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Wildungen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Friedrichstein
Fürstenhof

Museen[Bearbeiten]

  • Informationen über die Region bieten das Quellenmuseum, das Stadtmuseum und das Museum für Militär- und Jagdgeschichte der Staatlichen Museen Kassel im barocken Schloss Friedrichstein.
  • Im Ortsteil Bergfreiheit bestehen ein Museum im ehemaligen Bergamt sowie das Besucherbergwerk Bertsch und das „Schneewittchenhaus“ in der Ortsmitte.
  • Das „Lebendige Museum“ im Stadtteil Odershausen bietet Ausstellungen und Aktionstage zur Landwirtschaft in alter Zeit.
  • Das Lapidarium ist eine Gesteins-Ausstellung im Kellergewölbe von Schloss Friedrichstein.

Theater[Bearbeiten]

  • Theatervorstellungen der Reihe „Star-Theater“ und Weihnachtsmärchen werden im Kurhaus Bad Wildungen aufgeführt.
  • Im Ortsteil Bergfreiheit werden jeweils Fronleichnam und am dritten Sonntag im August auf der Naturwaldbühne Märchenstücke der Brüder Grimm aufgeführt.

Musik[Bearbeiten]

  • Es finden Kammerkonzerte auf Schloss Friedrichstein, Kirchenkonzerte der Bad Wildunger Kirchengemeinden und Chorkonzerte der Wildunger Musik-Werkstatt statt.
  • Klassik-, Jazz-, Samba- und Folkkonzerte bzw. Festivals finden im Kurhaus, im Stadtgebiet und im Schloss statt.
  • Schloss Friedrichstein ist Schauplatz des Internationalen Festivals für Folk- und Weltmusik „Folk im Schloss“ (Ende Juli) sowie der Kult-Veranstaltung „Rock im Schloss“ (Mitte August).
  • Anfang September findet auf der Promenade der Brunnenallee das traditionelle Stadtfest mit Blumenkorso statt, im zweijährigen Wechsel mit dem Internationalen Sambafestival, einem der größten Events dieser Art in Deutschland.
  • Kur- und Abendkonzerte sowie Volksmusikveranstaltungen finden in den beiden Wandelhallen statt.

Weitere Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Jahre 2006 fand in Bad Wildungen die 3. Hessische Landesgartenschau statt. Das ca. 18 ha große gestaltete, stadtnahe Gelände mit dem Aqua Choros, Sonnentreppe, Auenpark an der Königsquelle, Goldene Gärten, Sport- und Spielaue im Bornebach ist seit 2007 als „Hessens schönster Garten“ zugänglich.

Wöchentlich ist in Bad Wildungen Landmarkt. Regelmäßig im Juni findet ein Jazz-Festival statt, Mitte Juli gibt es einen Kram- und Viehmarkt sowie im Dezember einen Weihnachtsmarkt. Anfang September werde im zweijährigen Wechsel das „Stadtfest mit Blumenkorso" sowie das "Internationale Sambafestival" veranstaltet, einige der Höhepunkte im Veranstaltungskalender.

Seit 2004 finden in Bad Wildungen im Frühjahr die Deutschen Jugendmeisterschaften im Billard in allen Spielarten statt und im Herbst die Deutsche Meisterschaft der Erwachsenen in ebenfalls allen Spielarten.[9]

Am Karsamstag wird im Ortsteil Bergfreiheit das Osterfeuer durch einen Kinderfackelzug um 20:00 Uhr entzündet und ein kleines Fest mit Musik gefeiert. Der Ostersonntag beginnt um 10:30 Uhr mit einem Ostergottesdienst und gemeinsamen Frühstück in der Bergmannskirche. Um 14:00 Uhr startet im Dorfpark der traditionelle Eierlauf. Die örtliche Symbolfigur Schneewittchen ehrt die Sieger.

Bauwerke[Bearbeiten]

Oberhalb von Bad Wildungen befindet sich das Barockschloss Friedrichstein, das 1660 von Graf Josias II. geplant und zwischen 1707 und 1714 von Fürst Friedrich Anton Ulrich zu Waldeck fertig gestellt wurde.

Im Stadtzentrum und entlang der Brunnenallee gibt es zahlreiche Villen aus der Gründerzeit. Im Fürstenhof, um 1910 als Luxushotel erbaut, einem imposanten schlossartigen Bau im Stil des Neobarock, ist heute eine Klinik der Asklepios-Gruppe untergebracht.

Im Zentrum der Altstadt steht die evangelische Stadtkirche, eine spätgotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert. In ihr befindet sich der 1403 oder 1404 für die Pfarrkirche von Wildungen entstandene Flügelaltar von Conrad von Soest (um 1370-1422). Ein besonderes Werk zeitgenössischer Kunst ist die Chorverglasung von Wilhelm Buschulte, die ästhetische und denkmalpflegerische Anforderungen in einer Symbiose vereint.[10]

Wildunger Altar des Conrad von Soest

Der Wildunger Altar ist einer der bedeutendsten Flügelaltäre der Spätgotik und das einzige gesicherte Werk des westfälischen Meisters. Der Altar weist alle Merkmale des „Weichen Stils“ auf. In den Figurendarstellungen liegt eine leicht schwingende Haltung, die kostbaren Gewänder erinnern an die Kleidung am burgundischen Hof. Auffallend sind die Farbkontraste: leuchtende Goldfarben sowie ein tiefes Blau. Der Altar ist ein Triptychon und besteht somit aus einem größeren Mittelteil und den beiden kleineren einklappbaren Außenflügeln. Er zeigt 13 Szenen aus dem Leben Christi, dabei beziehen sich vier auf die Kindheit Jesu, vier auf die Passionsgeschichte und vier auf das nachösterliche Geschehen. Der Mittelteil zeigt den Kalvarienberg mit einer eindrucksvollen Kreuzigungsszene, umrahmt von vier kleinformatigen Bildern. Im rechten Teil - unteres linkes Bild - befindet sich die älteste Darstellung einer Brille nördlich der Alpen. Aufgeklappt ist der Altar fast sechs Meter breit.

Parks[Bearbeiten]

Größter Kurpark Europas[Bearbeiten]

Ende der 1990er Jahre wurde der Kurpark der Stadt Bad Wildungen nach Westen hin durch eine naturnahe „grüne Brücke“ mit dem benachbarten Kurpark Reinhardshausen zu einem Großkurpark verbunden, der nun mit einer Fläche von 50 Hektar als der größte Kurpark Europas angesehen werden kann. Darin sind neben Wanderwegen sowie Joggingstrecken auch Terrain-Kur-Wege für Herz- und Kreislaufpatienten beschildert. Der Park gehört seit 2009 zum European Garden Heritage Network.

Landesgartenschau 2006[Bearbeiten]

2006 kamen aus Anlass der Landesgartenschau 18 Hektar zum Kurpark hinzu, an dessen östlichem Ende sich unterhalb von Schloss Friedrichstein (Bad Wildungen) der Königsquellenpark befindet. Im Westen grenzt das ehemalige Landesgartenschaugelände an den historischen, im Stil eines englischen Gartens gestalteten, Kurpark an der Georg-Viktor-Quelle an. Die Gartenschau wurde von 436.000 Besuchern aufgesucht. Das Gebiet ist jetzt ein von Wiesenflächen geprägter Park.

Skulpturenweg Bad Wildungen[Bearbeiten]

Unter dem Thema „Paradiesische Begleiter“ entstand während der Landesgartenschau ein Skulpturenweg. Für den nahe der Schlossquelle beginnenden Schlossbergweg, der zur Schlossanlage Friedrichstein führt, entstanden neun Kunstwerke. Die Künstler wurden über einen hessenweit ausgelobten Wettbewerb von einer Jury ausgewählt. Als Material fand bis auf eine Ausnahme primär Holz Verwendung. Initiiert wurde das Projekt vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, Landesverband Hessen e. V..

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Hutewald Halloh
Acker- und Waldlandschaft bei Bad Wildungen

Das Helenental und der Sondergraben stehen seit 1986 unter Naturschutz. In den Ausläufern des Helenentals befinden sich die sehenswerten Wasserfälle von Odershausen. Des Weiteren findet man bei Odershausen im Wald, nahe der Jägersburg, drei alte Süntel-Buchen. Zu den Bilsteinklippen bei Reitzenhagen führt ein Aufstieg.

Wildungens Hausberg, der 518 m ü. NN hohe Homberg, bietet einen Rundumblick. „Das Paradies“ bei Albertshausen ist ein Wald in Richtung Gellershausen und Kleinern. Der Kellerwaldsteig führt durch das Stadtgebiet.

Im ehemaligen Hutewald Halloh in Albertshausen befindet sich ein alter Buchenwald.

Sport[Bearbeiten]

In Bad Wildungen gibt es zwei Sportvereine, den VFL Bad Wildungen und den TV Friedrichstein. In den Hauptsportarten Fußball und Handball haben die beiden Vereine Spielgemeinschaften gegründet. Die SG Bad Wildungen/Friedrichstein für die Sportart Fußball und die HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim für den Handballbereich. Die 1. Damenmannschaft der HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim spielt ab dem Sommer 2011 in der 1. Bundesliga und ist das sportliche Aushängeschild der Region. Hauptaugenmerk der Wildunger Handballer liegt in der Jugendarbeit. Mit dem im Jahr 2005 gegründeten Handball-Leistungszentrum werden verstärkt Talente gefördert.

Seit 2005 ist die Wandelhalle in Bad Wildungen der Austragungsort der Deutschen Billard-Meisterschaft.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Eine Waldecker Spezialität sind Schepperlinge, eine Art Kartoffelpfannkuchen, die in Bad Wildungen traditionell mit Speck, Zwiebeln und schwarzem Kaffee serviert werden.

Wie in Nordhessen üblich findet sich die Ahle Wurst auch auf Wildunger Speiseplänen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaftliches Hauptgebiet der Stadt ist das Kurwesen und der Tourismus. Bad Wildungen ist Teil der Deutschen Märchenstraße, da das Märchen Schneewittchen und die Sieben Zwerge seine Wurzeln im Ortsteil Bergfreiheit haben soll.

Bad Wildungen ist auch ein Bildungsstandort. Es bestehen die Holzfachschule, die Krankenpflegeschulen der Kliniken.

Verkehr[Bearbeiten]

Bad Wildungen ist von Kassel und Wabern aus mit einem Regionalzug 2-stündlich zu erreichen, der im Sackbahnhof Bad Wildungen endet (Ederseebahn). Durch die Buslinie 500 über Fritzlar lässt sich Bad Wildungen in ca. 1:20 Stunden von Kassel aus erreichen. In Bad Wildungen wurde um 2000 ein Stadtbussystem eingeführt.

Durch das Stadtgebiet führen die Bundesstraßen 485 und die 253, die Anschluss an die Bundesautobahn 49 haben.

Radfernwege[Bearbeiten]

Entlang der Eder führen folgende Radwanderwege:

Medien[Bearbeiten]

Regionale Tageszeitungen sind die Waldeckische Landeszeitung (WLZ/FZ) und die Waldeckische Allgemeine, eine Lokalausgabe der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeine (HNA).

Kurbetrieb[Bearbeiten]

Bad Wildungen ist ein Heilbad[11] mit eisen-, magnesium- und kohlensäurehaltigen Quellen. Die Heilwässer unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und Wirkweise. Die Helenen-, Georg-Viktor-, Reinhards- und Naturquelle sind die bekanntesten Bad Wildunger Heilquellen und werden heute in Flaschen abgefüllt und vertrieben. In der Liste der Heilquellen in Bad Wildungen stehen alle bekannten Heilquellen in Bad Wildungen.

An die Stelle der klassischen Trinkkur trat im Laufe der Zeit die medizinische Rehabilitation. Heute bestehen etwa 20 Kliniken, die die Krankheitsbilder der Orthopädie, der Psychosomatik, der Inneren Medizin und Rheumatologie, der Neurologie, der Onkologie und der Urologie behandeln, sowie Altenheime, Altenwohnheime, Altenpflegeheime. Die Bereiche Fitness, Wellness und Beauty gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die Gästezahl betrug etwa 110.000 im Jahr 2006 bei etwa 1,4 Mio. Übernachtungen jährlich. Damit war Bad Wildungen die Stadt mit den zweitmeisten Gäste-Übernachtungen in Hessen nach Frankfurt am Main.

Bildung[Bearbeiten]

In Bad Wildungen gibt es mehrere Grundschulen, eine Schule für Lernhilfe (Mathias-Bauer-Schule, ehemals Veit-Weinberg-Schule), eine Haupt- und Realschule (Ense-Schule) sowie das Gustav-Stresemann-Gymnasium. Die berufliche Bildung erfolgt durch die Hans-Viessmann-Schule. Eine berufliche Bildungsstätte ist die Holzfachschule Bad Wildungen. Sie ist Berufsschule, Meisterschule und Technikerschule für die Holzwirtschaft und Bundesfachschule für das Modellbauerhandwerk. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anbieter zur beruflichen Qualifikation.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]


Persönlichkeiten die in Bad Wildungen wirkten, ohne dort geboren zu sein[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Karl Eichler, Die Wildunger Hexenprozesse. Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont, Nr. 24, 1927 (S. 103-126).
  3. Fürst Karl August Friedrich (1728–1763) von Waldeck verlieh Schutzbriefe an jüdische Personen, sofern sie ein Vermögen von mindestens 1000 Talern nachweisen konnten. Daraufhin begann die Zuwanderung jüdischer Einwohner in das Fürstentum. Bald kamen auch ärmere Juden ins Waldecker Land, die das Schutzgeld nicht bezahlen konnten, aber auf bestimmte Zeit und auf Widerruf toleriert wurden.
  4. Die Synagoge in Bad Wildungen, aufgerufen am 23. Februar 2013.
  5. http://www.alemannia-judaica.de/bad_wildungen_synagoge.htm#Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408.
  7. Wahlergebnis aus hsl.de
  8. Städtepartnerschaften
  9. Billardmeisterschaften 2012, 26. November 2012, Radio HNA
  10. GJP (Götz J. Pfeiffer): Chorfenster von Wilhelm Buschulte, in: Mut zum Gestalten. Kunstförderung in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel, 2013, S. 22-2.
  11.  79. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 21. November 2012. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 9, 2014, ISSN 0724-7885, S. 187.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Wildungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Wildungen – Reiseführer